Völkerschlachtdenkmal - Leipzig

Das Völki, wie das Denkmal von der Bevölkerung Leipzigs gern genannt wird, gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Messestadt. Rund 25.000 Besucher besuchen jährlich den 91 Meter hohen und 300.000 Tonnen schweren Koloss aus sächsischem Granitporphyr. Das Denkmal ist den mehr als 120.000 gefallenen Soldaten der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 gewidmet.

Die Völkerschlacht 1813: Vom 16. bis 19. Oktober 1813 tobte sie rund um Leipzig, wobei die verbündeten Heere Russlands, Preußens, Österreichs und Schwedens den entscheidenden Sieg über Napoleon und dessen Alliierte auf deutschem Boden errangen. Mit rund einer halben Million Soldaten und mehr als 110.000 Gefallenen wurde das Geschehen zur größten Schlacht des 19. Jahrhunderts. 1913 wurde das Völkerschlachtdenkmal als Nationaldenkmal eingeweiht.

Wer bei guter Puste ist und zudem einige Wadelkraft mitbringt, sollte unbedingt einen Aufstieg wagen. Bis zur Aussichtsplattform des Völkerschlachtdenkmals sind es knackige 500 Treppenstufen. Die mittlere Aussichtsplattform in 57 Meter Höhe ist bequem mit zwei Personenaufzügen zu erreichen. Oben angekommen, genießen Sie einen wunderschönen Panoramablick über die Stadt und die Leipziger Tieflandsbucht, bei guter Sicht sogar bis zum Harz und zu den Ausläufern des Erzgebirges.

Übrigens: Das monumentale Bauwerk ist gleichzeitig das größte Nationaldenkmal Deutschlands. Es wurde in den Jahren 1897 bis 1913 im Auftrag des "Deutschen Patriotenbundes" nach Entwürfen des Architekten Bruno Schmitz erbaut. Finanziert wurde es durch eine speziell eingerichtete Lotterie und durch Spenden. Die Einweihung nahm am 18. Oktober 1913 der letzte deutsche Kaiser, Wilhelm II., anlässlich des 100. Jahrestages der Völkerschlacht bei Leipzig höchstpersönlich vor.

Auch Hitler benutzte die beeindruckende Kulisse einige Male für seine Reden. Während des 2. Weltkrieges kam das scheinbar unzerstörbare Denkmal unter Beschuss amerikanischer Bomben und Granaten. In den letzten Kriegstagen ernannte Oberst von Poncet das Völkerschlachtdenkmal zum Verteidigungsstützpunkt. Es verschanzten sich hier über 300 Wehrmachtsoldaten, Volkssturmangehörige, Hitlerjungen, SS-Angehörige und Leipziger Naziführer und leisteten bis 19. April 1945 dem amerikanischen Artilleriebeschuss erbitterten Widerstand. Diese Beschädigungen, die Abgase der Braunkohle Industrie in der DDR und der nagende Zahn der Zeit machten das Gebäude zum Sanierungsfall.

Im Jahr 2003 begannen Rekonstruktions- und Sanierungsmaßnahmen. Ursprünglich sollten diese bis zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht im Jahr 2013 beendet sein. Dieses Ziel ist aber nur für das Denkmal selbst geschafft worden. Die Sanierung der Außenanlagen soll noch bis 2017 andauern.

Lage, Anfahrt

Im Südosten Leipzigs, im Stadtteil Probstheida, ca. 4 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, kostenfreier Parkplatz, mit der Straßenbahn Linie 15 ab Hauptbahnhof bis zur Haltestelle "Völkerschlachtdenkmal" oder mit der Linie 2 und 15 bis "Südfriedhof"

Öffnungszeiten

Geöffnet: April - Oktober täglich 10.00 - 18.00;
November - März, täglich 10.00 - 16.00

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