Top Sehenswürdigkeiten in der Lüneburger Heide

Die 10 Highlights der Lüneburger Heide, die Sie gesehen haben sollten

Die Lüneburger Heide ist mehr als ein Meer aus lila Blüten – auch wenn genau das jedes Jahr im August Hunderttausende in die Region lockt. Zwischen sanften Hügeln, uralten Wacholderheiden und kleinen Dörfern mit Reetdachhäusern verbergen sich überraschend vielfältige Sehenswürdigkeiten: mittelalterliche Altstädte, einer der größten Vogelparks der Welt, ein Freizeitpark der Superlative und ein „Berg", der technisch gesehen nur ein Hügel ist – aber trotzdem eine der schönsten Aussichten ganz Norddeutschlands bietet.

Diese Seite zeigt dir die 10 besten Ausflugsziele der Lüneburger Heide – mit echten Details statt Werbesprech, konkreten Tipps für deinen Besuch und einem Geheimtipp am Ende, den selbst viele Einheimische nicht auf dem Schirm haben. Ob du mit Kindern unterwegs bist, Natur suchst oder einfach eine Region jenseits der üblichen Verdächtigen entdecken willst: Die Lüneburger Heide hat mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick ahnt.

Die 10 schönsten Sehenswürdigkeiten der Lüneburger Heide im Überblick

  1. Naturschutzgebiet Lüneburger Heide – Wenn die Heide blüht
  2. Altstadt Lüneburg mit Salzmuseum – Die schiefe Schönheit des Nordens
  3. Heide Park Soltau – Norddeutschlands größter Freizeitpark
  4. Weltvogelpark Walsrode – Größter Vogelpark der Welt
  5. Wilseder Berg & Wilsede – Das Dach der Heide
  6. Altstadt Celle – Das lebende Fachwerkmuseum
  7. Kloster Ebstorf – Wo die mittelalterliche Weltkarte entstand
  8. Wildpark Lüneburger Heide – Heimische Tiere in Naturkulisse
  9. Totengrund – Das stille Herz der Heide
  10. Museumsdorf Hösseringen – Landleben wie vor 200 Jahren

Geheimtipp: Hundertwasser-Bahnhof Uelzen – Kunst, die ankommt

1. Naturschutzgebiet Lüneburger Heide – Wenn die Heide blüht

Das Herzstück der Region: rund 23.000 Hektar, 1921 als eines der ersten Naturschutzgebiete in Deutschland unter Schutz gestellt, und noch heute eine der am besten erhaltenen Heidelandschaften Europas. Was viele Besucher überrascht: Diese Landschaft ist keine ursprüngliche Wildnis, sondern ein Kulturerbe, das aktiv gepflegt werden muss. Ohne das regelmäßige Abplaggen – das Abschaben der Grasnarbe – und ohne die ikonischen Heidschnucken, jene genügsamen, wolligen Landschaftsgärtner auf vier Hufen, würde der Wald die Heide in wenigen Jahrzehnten zurückerobern.

Die Heideblüte von Mitte August bis Mitte September ist das jährliche Highlight: Dann taucht sich die Landschaft in ein tiefes Violett, das man wirklich nirgendwo sonst so sieht. Aber auch der Rest des Jahres hat seinen Reiz. Im Frühsommer leuchtet der Besenginster goldgelb, im Herbst zeigen Moor und Birken ihre warmen Rottöne, und im Winter liegt die Heide in einer Stille, die echten Erholungssuchenden tatsächlich den Atem verschlägt.

Praktischer Tipp: Das Kerngebiet des Naturschutzgebiets ist konsequent autofrei. Das ist kein Nachteil, sondern das eigentliche Konzept. Wer hinein will, läuft, fährt Rad oder nimmt eine der Pferdekutschen, die von Undeloh und anderen Eingangsdörfern starten. Zum Wilseder Berg sind es von Undeloh rund 6 km – gut markiert, familientauglich, und mit einem Panorama, das den Aufwand rechtfertigt.

  • Heideblüte: Mitte August bis Mitte September – das jährliche Highlight
  • Kerngebiet komplett autofrei – Zugang nur zu Fuß, per Rad oder Pferdekutsche
  • Startpunkt Undeloh: 6 km Wanderweg zum Wilseder Berg, familientauglich
  • Landschaftspflege durch Heidschnucken und regelmäßiges Abplaggen

→ Weitere Informationen zm Naturschutzgebiet finden Sie hier.

2. Altstadt Lüneburg – Die schiefe Schönheit des Nordens

Warum hat Lüneburg keine geraden Straßen? Weil die Stadt buchstäblich abgesunken ist. Über Jahrhunderte wurde hier Steinsalz abgebaut – das „Weiße Gold", das die Hansestadt reich und mächtig machte, ließ gleichzeitig den Boden darunter absacken. Das Ergebnis ist eine Altstadt, die schief, krumm und wunderschön ist: Backsteingiebel, die sich aneinanderlehnen wie alte Freunde nach einem langen Abend, Kopfsteinpflaster, das in keiner geraden Linie verläuft, und Fassaden in so vielen Varianten, dass Architektur-Fans stundenlang durch die Gassen laufen können, ohne sich zu wiederholen.

Highlights in der Altstadt: Der Marktplatz mit dem Rathaus – einer der bedeutendsten gotischen Rathauskomplexe Norddeutschlands, über mehrere Jahrhunderte gewachsen und entsprechend vielschichtig. Das Deutsche Salzmuseum im alten Sudhaus macht die 1.000-jährige Geschichte der Salzgewinnung so unterhaltsam aufbereitet, dass man selbst als Nicht-Historiker überrascht ist, wie spannend Salz sein kann. Und der Stintmarkt am alten Hafen mit dem mittelalterlichen Holzkran aus dem 15. Jahrhundert ist eines dieser Fleckchen, an denen man einfach sitzt, Kaffee trinkt und das Treiben beobachtet.

Lüneburg eignet sich ideal als Ausgangspunkt für die Erkundung des Naturschutzgebiets – von der Stadtmitte sind es knapp 30 km bis nach Undeloh, dem Eingangsort zum Kerngebiet der Heide.

  • Marktplatz mit gotischem Rathaus – einer der bedeutendsten Rathauskomlexe Norddeutschlands
  • Deutsches Salzmuseum im historischen Sudhaus – 1.000 Jahre Salzgeschichte unterhaltsam aufbereitet
  • Stintmarkt am alten Hafen mit mittelalterlichem Holzkran aus dem 15. Jahrhundert
  • Ideale Ausgangsbasis: rund 30 km bis zum Naturschutzgebiet (Eingangsort Undeloh)

→ Weitere Informationen zu Lüneburg finden Sie hier.

3. Heide Park Soltau – Norddeutschlands größter Freizeitpark

Wer mit Kindern in die Lüneburger Heide fährt, kennt das Argument, das früher oder später auf der Rückbank kommt: „Können wir in den Heide Park?" Die Antwort sollte mindestens einmal „Ja" sein. Mit über 40 Fahrattraktionen, Wasserfahrten, Shows und einer eigenen Hoteloase direkt am Parkgelände ist der Heide Park Soltau einer der Top-Freizeitparks in ganz Deutschland – und der größte im Norden.

Highlight für Achterbahn-Fans: Die Krake ist eine Floorless-Achterbahn (die Beine hängen in der Luft, kein Boden unter den Füßen), die mit mehreren Loopings und einem ersten Drop von über 40 Metern zu den aufregendsten Stahlachterbahnen Norddeutschlands gehört. Daneben überzeugt Flug der Dämonen (Inverted Coaster – der Bügel sitzt über den Schultern statt vor dem Bauch) für alle, die wissen wollen, wie es sich anfühlt, kopfüber durch die Luft zu gleiten. Für Familien mit kleineren Kindern gibt es einen gut ausgebauten Kinderbereich und viele gemäßigtere Attraktionen.

Tipp: Wer direkt im parkeigenen Resort übernachtet, kann morgens früher rein, wenn die Schlangen noch kurz sind – und abends länger bleiben, wenn viele Tagesgäste schon auf dem Heimweg sind. Das lohnt sich besonders in den Sommerferien.

  • Über 40 Fahrattraktionen, Wasserfahrten und Shows für alle Altersgruppen
  • Die Krake: Floorless-Achterbahn mit 40 m hohem ersten Drop und mehreren Loopings
  • Flug der Dämonen: Inverted Coaster – kopfüber durch die Luft gleiten
  • Tipp: Früherer Einlass und späterer Auslass mit Übernachtung im parkeigenen Resort

→ Weitere Informationen zum Heide Park finden Sie hier.

4. Weltvogelpark Walsrode – Der größte Vogelpark der Welt

Laut Guinness World Records der größte Vogelpark der Welt: Über 4.000 Vögel aus rund 650 Arten leben auf 24 Hektar Parkfläche in Walsrode. Das klingt nach trockenem Zoobesuch – ist aber ein völlig anderes Erlebnis. Nandus (südamerikanische Laufvögel, die einem bis auf Schulterhöhe reichen) laufen frei im Gelände umher, Flamingos stehen in pinken Gruppen am Teich, und in der begehbaren Tropenhalle schwirren Kolibris so schnell, dass die Augen kaum mithalten können.

Besonders sehenswert: Die täglichen Freiflugshows, bei denen Adler, Seeadler und Aras über das Publikum fliegen, gehören zu den beeindruckendsten Tiervorführungen, die ein Tierpark bieten kann – und das ohne Zirkusnummer-Charakter. Der Australien-Bereich mit frei laufenden Emus, die Zuchtstation für bedrohte Papageienarten und der gesamte Tropenhallen-Komplex machen den Weltvogelpark zu einem echten Ausflugsziel mit Substanz.

Für Familien gehört der Weltvogelpark zu den besten Tagesausflugszielen in ganz Norddeutschland. Wer in der Gegend übernachten möchte, ist im Anders Hotel Walsrode gut aufgehoben – mitten in der Stadt, mit direkter Anbindung an den Park.

  • Guinness World Record: größter Vogelpark der Welt mit 4.000 Vögeln aus 650 Arten
  • Frei laufende Nandus und Flamingos – auf Augenhöhe mit den Besuchern
  • Tägliche Freiflugshows mit Adlern, Seeadlern und Aras über dem Publikum
  • Begehbare Tropenhalle mit Kolibris und Australien-Bereich mit frei laufenden Emus

→ Weitere Informationen zum Weltvogelpark finden Sie hier.

5. Wilseder Berg & Wilsede – Das Dach der Heide

Mit 169 Metern über dem Meeresspiegel ist er technisch gesehen ein ganz normaler Hügel. In der flachen Norddeutschen Tiefebene ist er das Dach der Heide – und der Ausblick vom Wilseder Berg ist in klaren Tagen für nordische Verhältnisse bemerkenswert: Die Heide erstreckt sich in alle Richtungen, kein Hochhaus stört das Bild, und der Horizont liegt so weit, wie man ihn in der Zivilisation selten sieht.

Noch interessanter als der Gipfel ist das Dorf am Fuß: Wilsede ist eines der letzten automobillosen Dörfer Deutschlands. Keine Straßen für Autos, keine Tankstelle, kein Supermarkt – nur Reetdachhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert, ein Dorfteich, ein kleines Heidemuseum und das Geräusch des Windes. Wilsede lebt davon, dass Besucher zu Fuß oder per Kutsche ankommen und einfach eine Weile da sind. Das ist hier kein touristisches Konzept, sondern schlicht noch so wie früher.

Wer von Undeloh startet, läuft etwa 6 km durch Heidekraut und Wacholdergebüsch bis nach Wilsede – flach genug für Kinder, abwechslungsreich genug für Erwachsene. Der Rückweg lässt sich über den Totengrund (Nr. 9 auf dieser Liste) variieren und macht die Tour zur schönsten Wanderschleife in der Region.

  • 169 m ü. M. – höchster Punkt der Heide mit weitem Panorama über die Norddeutsche Tiefebene
  • Wilsede: eines der letzten automobilfreien Dörfer Deutschlands mit Reetdachhäusern aus dem 17./18. Jh.
  • 6 km Wanderweg ab Undeloh – flach, gut markiert, familientauglich
  • Kombinierbar mit Totengrund (Nr. 9) zur schönsten Heidewanderung der Region

→ Weitere Informationen zum Wilseder Berg finden Sie hier.

6. Altstadt Celle – Das lebende Fachwerkmuseum

Wer ein Freilichtmuseum für Fachwerkhäuser sucht, muss in Celle keinen Eintrittspreis zahlen – die ganze Altstadt ist das Museum. Über 500 Fachwerkhäuser aus fünf Jahrhunderten stehen noch original. Was das bedeutet: Man läuft durch Straßenzüge aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die im Zweiten Weltkrieg unzerstört geblieben sind. Das ist in Deutschland eine Ausnahme, nicht die Regel.

Besonders sehenswert: die Poststraße mit ihren reich verzierten Fassaden und Schnitzereien, die Stechbahn als eine der ältesten erhaltenen Straßen der Stadt und das Celler Schloss, das im Mittelpunkt der Stadtsilhouette steht. Das Schloss beherbergt eines der ältesten noch bespielten Barocktheater Deutschlands – Vorstellungen in einem Theater, das seit dem 17. Jahrhundert in Betrieb ist, sind ein besonderes Erlebnis. Der angrenzende Französische Garten lädt zu Spaziergängen ein.

Wer in Celle übernachten möchte: Das Hesse Hotel Celle liegt direkt in der Altstadt und ist idealer Ausgangspunkt für Erkundungen zu Fuß – und für Tagesausflüge ins Naturschutzgebiet, das nur rund 25 km entfernt liegt.

  • Über 500 original erhaltene Fachwerkhäuser aus fünf Jahrhunderten – im Krieg unzerstört geblieben
  • Sehenswert: Poststraße, Stechbahn und Celler Schloss mit einem der ältesten Barocktheater Deutschlands
  • Schlosstheater: seit dem 17. Jahrhundert in Betrieb – Vorstellungen in historischem Ambiente
  • Rund 25 km bis zum Naturschutzgebiet Lüneburger Heide

→ Weitere Informationen zu Celle finden Sie hier.

7. Serengeti-Park Hodenhagen – Safari-Abenteuer mitten in der Lüneburger Heide

Der Serengeti-Park Hodenhagen gehört zu den außergewöhnlichsten Ausflugszielen in der Lüneburger Heide – und ist weit mehr als ein klassischer Tierpark. Auf einer Fläche von rund 220 Hektar erleben Besucher hier eine Mischung aus Safari-Abenteuer, Freizeitpark und Tierwelt aus nächster Nähe. Das Besondere: Viele Tiere bewegen sich frei in weitläufigen Anlagen, die mit dem eigenen Auto oder im Safari-Bus durchfahren werden können. Giraffen strecken neugierig ihre Köpfe durchs Fenster, Zebras kreuzen die Fahrbahn und Nashörner stehen plötzlich nur wenige Meter entfernt – der Serengeti-Park bringt ein Stück Afrika nach Niedersachsen. Insgesamt leben hier über 1.500 Tiere aus mehr als 100 verschiedenen Arten, darunter Löwen, Tiger, Elefanten und Antilopen. Neben der Safari bietet der Park auch zahlreiche Fahrgeschäfte, Shows und Erlebnisbereiche für Familien. Damit ist er nicht nur Naturerlebnis, sondern auch ein vollwertiges Tagesziel – besonders für Reisende mit Kindern oder alle, die Abwechslung suchen.

  • Safari-Park mit rund 220 Hektar Fläche – einer der größten in Europa
  • Über 1.500 Tiere aus mehr als 100 Arten – darunter Giraffen, Löwen und Elefanten
  • Safari mit eigenem Auto oder Bus – Tiere hautnah erleben
  • Zusätzlicher Freizeitpark mit Fahrgeschäften, Shows und Erlebniswelten

Wer den Serengeti-Park besucht und die Region weiter erkunden möchte: In der Umgebung finden sich zahlreiche Unterkünfte in der Lüneburger Heide – perfekt kombiniert mit Natur, Erholung und weiteren Ausflugszielen.

→ Weitere Informationen zum Serengeti Park finden Sie hier.

8. Wildpark Lüneburger Heide – Heimische Tiere in Naturkulisse

Der Wildpark Lüneburger Heide bei Hanstedt ist kein Exotik-Zoo. Hier gibt es keine Giraffen, keine Elefanten, keine fernen Welten. Stattdessen: Rothirsche in weitläufigen Waldgehegen, Wildschweine mit Frischlingen, Mufflons auf felsigem Untergrund, Steinadler in großen Flugvolieren und Eulen, die einen beim Spaziergang von einer Birke aus beobachten. Das klingt nach wenig – ist aber mehr, als viele große Zoos mit exotischen Tieren bieten.

Der eigentliche Wert des Wildparks liegt in der Kombination aus Tier-Erlebnis und Waldwanderung: Die Wege durch das Gelände führen durch echten Heide-Wald, die Gehege sind großzügig dimensioniert, und man trifft die Tiere oft erstaunlich nah. Rothirsche kommen regelmäßig an den Gehegezaun, wenn Besucher warten – kein Spektakel, sondern ein ruhiges, ehrliches Stück Natur.

Für Familien mit Kindern im Grundschulalter ist der Wildpark einer der besten Tagesausflüge der Region: nicht überlaufen, fair bepreist, und man kommt mit einem guten Gefühl raus. Nicht mit dem Gefühl, zu viel auf einmal gesehen zu haben, sondern mit dem Gefühl, wirklich etwas beobachtet zu haben.

  • Heimische Tiere: Rothirsche, Wildschweine, Mufflons, Steinadler und Eulen in weitläufigen Gehegen
  • Kein Exotik-Zoo – echte norddeutsche Wildtiere in naturnahem Heide-Wald
  • Rothirsche kommen regelmäßig nah an den Gehegezaun – für ruhige, ehrliche Tierbeobachtung
  • Ideal für Familien mit Kindern im Grundschulalter – nicht überlaufen, fair bepreist

→ Weitere Informationen zum Wildpark finden Sie hier.

9. Totengrund – Das stille Herz der Heide

Der Name klingt düster. Der Ort ist das genaue Gegenteil. Der Totengrund bei Wilsede ist ein natürliches Kesseltal – ein trichterförmiger Einschnitt in der Heidelandschaft, umgeben von sanften Heidehügeln. Was ihn besonders macht: Bei der Heideblüte im August füllt sich das Tal mit einem Teppich aus leuchtend violettem Heidekraut, der von den umliegenden Hügeln aus in seiner vollen Ausdehnung sichtbar ist. Man schaut von oben in eine natürliche Schüssel voller Farbe – und das Bild ist so unwirklich schön, dass man eine Weile braucht, bis man einfach nur noch schaut.

Die Besonderheit liegt auch in der Akustik: Durch die Kessellage ist der Totengrund selbst an windigen Tagen erstaunlich ruhig. Man sieht das Heidekraut sich in der Brise wiegen, hört aber nur das leise Summen von Bienen und den gelegentlichen Ruf eines Buchfinken. Im August, wenn die Heide blüht, kann es hier voll werden. Das Rezept für ein unvergessliches Erlebnis: sehr früh morgens, kurz nach Sonnenaufgang – dann hat man den Totengrund meistens für sich allein.

Der Totengrund ist vom Dorf Wilsede aus in etwa 20 Minuten zu Fuß erreichbar und lässt sich hervorragend mit dem Wilseder Berg (Nr. 5 auf dieser Liste) zu einer schönen Halbtageswanderung verbinden.

  • Natürliches Kesseltal mit violettem Heidekraut-Teppich – bei Heideblüte besonders beeindruckend
  • Besondere Akustik: selbst bei Wind überraschend still – nur Bienen und Vögel sind zu hören
  • Tipp: sehr früh morgens (kurz nach Sonnenaufgang) besuchen – dann fast menschenleer
  • 20 Minuten Fußweg ab Wilsede; perfekte Ergänzung zum Wilseder Berg (Nr. 5)

→ Weitere Informationen zum Totengrund finden Sie hier.

10. Museumsdorf Hösseringen – Landleben wie vor 200 Jahren

Das Freilichtmuseum Museumsdorf Hösseringen bei Suderburg zeigt, wie Menschen in der Lüneburger Heide vom 17. bis zum frühen 20. Jahrhundert gelebt haben. Historische Bauernhöfe, Scheunen, eine Bockwindmühle, Bienenhaus und Handwerksbetriebe wurden von ihren Originalstandorten hierher versetzt und fachgerecht restauriert. Das Ergebnis ist kein statisches Museum zum Anschauen, sondern ein lebendiger Ort mit wechselnden Veranstaltungen: Dreschfest im Herbst, Handwerksvorführungen im Sommer, ein stimmungsvoller Adventsmarkt im Dezember.

Was Hösseringen von ähnlichen Freilichtmuseen abhebt: die Qualität der Restaurierung und die thematische Tiefe. Wer wissen möchte, was ein Backhus ist (ein separates Backhaus, aus Brandschutzgründen außerhalb des Wohngebäudes), wie Flachs zu Leinen verarbeitet wird oder warum Heidebauern früher mit so wenig auskamen – hier bekommt man Antworten. Nicht als Vortrag, sondern durch das Ansehen, Anfassen und Erleben der Originalobjekte.

Ein Ausflug nach Hösseringen lässt sich gut mit einem Halt in Uelzen kombinieren, das nur rund 15 km entfernt liegt – und wo dann auch unser Geheimtipp auf dem Programm steht.

  • Historische Bauernhöfe, Scheunen, Bockwindmühle und Handwerksbetriebe – original restauriert
  • Lebendiges Museum mit Veranstaltungen: Dreschfest im Herbst, Handwerksvorführungen, Adventsmarkt
  • Themen vor Ort: Flachsverarbeitung, Backhus-Tradition, Heidebauernleben aus drei Jahrhunderten
  • Tagesausflug gut kombinierbar mit dem Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen (15 km)

→ Weitere Informationen zum Museumsdorf finden Sie hier.

Geheimtipp: Hundertwasser-Bahnhof Uelzen – Kunst, die ankommt

Uelzen ist eine ruhige Kleinstadt im Herzen der Heide. Nichts deutet von außen darauf hin, dass sie einen der ungewöhnlichsten Bahnhöfe Deutschlands beherbergt. Zur Weltausstellung EXPO 2000 wurde der Hauptbahnhof von dem österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser vollständig umgestaltet – und das Ergebnis ist so eigen, dass man ungläubig auf dem Bahnsteig steht und kurz überlegt, ob man wirklich an der richtigen Station ausgestiegen ist.

Zwiebelförmige Kuppeln in Gold und Blau, Fassaden in Terrakotta, Ocker und Grün, Böden aus bunten Mosaikfliesen, organische Bögen statt gerader Linien, Bäume, die aus Mauern wachsen – das ist kein Kunstmuseum, sondern ein echter, funktionierender Bahnhof. Züge fahren ab, Menschen steigen ein und aus, der Kiosk auf dem Bahnsteig verkauft Kaffee. Das Hundertwassersche Gesamtkunstwerk und der ganz normale Bahnhofsalltag existieren hier in einer merkwürdigen, wunderbaren Koexistenz.

Unser Besuchstipp: Fahrt mit dem Zug an. Mit dem Auto käme man auf einem gewöhnlichen Parkplatz an und würde den Effekt nicht verstehen. Vom Bahnsteig aus – umgeben von bunten Kacheln, schiefen Säulen und goldenen Kuppeln – versteht man Hundertwassers Idee sofort. Von Hamburg Hauptbahnhof ist Uelzen in gut einer Stunde per Regionalzug erreichbar, von Hannover in etwa 40 Minuten. Das lohnt sich für einen halben Tag – und die Heide ist gleich nebenan.

  • Umgestaltung zur EXPO 2000 durch Friedensreich Hundertwasser – zwiebelförmige Kuppeln, Mosaike, organische Bögen
  • Echter, funktionierender Bahnhof im aktiven Betrieb – kein Museum
  • Von Hamburg: ca. 1 Stunde per Regionalzug; von Hannover: ca. 40 Minuten
  • Wichtig: Mit dem Zug anreisen – nur vom Bahnsteig aus versteht man Hundertwassers Idee wirklich

Fazit: Die Lüneburger Heide – ankommen statt abhaken

Die Lüneburger Heide ist keine Destination für Highlights-Sammler. Sie ist eine Region für Menschen, die ankommen wollen – in der Natur, in der Geschichte, in der Stille. Wer einmal im August in der blühenden Heide stand, wer den Totengrund früh morgens für sich allein hatte, wer durch die schiefe Altstadt Lüneburgs geschlendert ist oder auf dem Bahnsteig in Uelzen ungläubig den Kopf geschüttelt hat – der versteht, warum die Lüneburger Heide regelmäßig auf der Liste der unterschätzten Reiseziele Deutschlands steht.

Die Auswahl an Unterkünften in der Region ist groß und für jeden etwas dabei: vom Akzent Hotel in Bad Bevensen bis hin zum Hotel Heide Kröpke in Essel, das mitten im Grünen liegt. Wer die Altstädte als Basis bevorzugt, findet im Hesse Hotel Celle einen idealen Ausgangspunkt für Tagesausflüge in alle Richtungen.

Die Lüneburger Heide macht es einem nicht schwer. Sie wartet einfach, bis man Zeit mitbringt. Dann gibt sie viel zurück.

Reisepakete werden geladen