Schweriner See

Schweriner See – Naturerlebnis und Ausblicke rund um die Landeshauptstadt

Bild: © BUGA GmbH Schwerin

Wer den Schweriner See zum ersten Mal sieht, versteht sofort, warum Einheimische sagen, Schwerin sei keine Stadt mit einem See – sondern ein See mit einer Stadt darin. Mit rund 6.200 Hektar Wasserfläche, fast 25 Kilometern Länge und einer Tiefe von bis zu 52 Metern ist der Schweriner See der viertgrößte Binnensee Deutschlands – und ohne Frage einer der schönsten. Mitten im See thront ein echtes Märchenschloss auf seiner eigenen Insel, die Ufer wechseln zwischen belebten Stadtpromenaden und stillen Wäldern, und von April bis Oktober schippern die Schiffe der Weißen Flotte täglich übers Wasser. Den Titel „Lebendiger See des Jahres 2015“ des Global Nature Fund hat er sich redlich verdient. Entdecke das Reiseziel Schwerin und seinen größten Schatz.

Der Schweriner See liegt im Herzen von Mecklenburg-Vorpommern – umgeben von Wäldern, Wiesen und einer Hauptstadt, die ihren See regelrecht umarmt. Zwölf Seen umgeben Schwerin insgesamt; der Schweriner See ist der größte und bekannteste von ihnen. Auf seiner Schlossinsel steht das Schweriner Schloss, das im Jahr 2024 zum UNESCO-Welterbe ernannt wurde. Von der Stadtseite aus betrachtet wirkt der Innensee wie ein natürlicher Park – die Altstadt endet einfach am Ufer, die Promenade führt am Wasser entlang, und irgendwo in der Ferne glitzert das Schloss aus dem Dunst. Nicht schlecht für eine Stadt, die im Reiseführer noch oft als Geheimtipp geführt wird.

Die Geschichte des Schweriner Sees reicht weiter zurück als die der Stadt selbst. Entstanden als Gletscherzungensee vor rund 12.000 Jahren, als die Gletscher der Weichsel-Kaltzeit abtauten und eine tiefe, langgestreckte Rinne hinterließen – die sich mit Schmelzwasser füllte. Mit einer maximalen Tiefe von 52 Metern zählt er zu den tiefsten Seen der norddeutschen Tiefebene. 1842 wurde der Paulsdamm fertiggestellt: ein Erdwall, der den See in den stadtnahen Innensee im Westen und den naturbelasseneren Außensee im Osten teilt. Diese Zweiteilung macht den Schweriner See bis heute besonders vielseitig: Der Innensee ist Zentrum des Freizeitlebens, der Außensee ein ruhiges Refugium für Natur, Stille und entschleunigte Ausflüge abseits der Touristenpfade.

Schweriner See: Fakten auf einen Blick

MerkmalDaten
Flächeca. 6.200 Hektar
Länge24,8 km
Breitemax. 6 km
Maximale Tiefe52 m
Mittlere Tiefeca. 13 m
Rang (Deutschland)4. größter Binnensee
EntstehungGletscherzungensee (Weichsel-Eiszeit, ~12.000 v. Chr.)
TeilungInnen- und Außensee durch den Paulsdamm (1842)
Auszeichnung„Lebendiger See des Jahres 2015“ (Global Nature Fund)
UNESCOSchweriner Schloss seit 2024 Teil des Welterbes
  • Inseln im Innensee: Schlossinsel, Kaninchenwerder, Ziegelwerder
  • Inseln im Außensee: Lieps (größte Insel), Horst, Rethberg
  • Zufluüsse: Stör, Schweriner Kanal und weitere Bachläufe
  • Wasserqualität: Sehr gut – EU-Badegewässer-Standard erfüllt

Entstehung: Ein See aus der Eiszeit

Der Schweriner See ist kein gewöhnlicher See – er ist ein Geschichtsbuch aus Eis und Wasser. Vor rund 12.000 Jahren pflügten die Gletscher der Weichsel-Kaltzeit durch das, was heute Mecklenburg-Vorpommern ist. Als das Eis schmolz, blieben tiefe Rinnen zurück: Das Schmelzwasser füllte sie und schuf eine Seenlandschaft von ungewöhnlicher Schönheit. Schon früh erkannten die Menschen den Wert dieser Lage: Um 940 n. Chr. bauten die Obodriten – ein slawischer Stamm – auf der heutigen Schlossinsel eine Befestigung. 1160 gründete Heinrich der Löwe Schwerin als Stadt, und die Schlossinsel wurde zum Herzstück der neuen Siedlung. Über Jahrhunderte wuchs hier ein einzigartiges Ensemble aus Schloss, Garten und Seenlandschaft, das 2024 endlich den Ritterschlag der UNESCO erhielt.

Bild: © Volker Koehn, Erlebnis-MV

Was kann man am Schweriner See erleben?

Der Schweriner See ist nicht nur schön anzusehen – er lässt sich auf vielfältige Weise aktiv erleben. Ob auf dem Wasser, am Ufer oder auf dem Rad: Hier kommt jeder auf seine Kosten.

  • Bootstouren – Mit der Weißen Flotte, per Ruderboot oder Kanu auf dem See
  • Baden – Mehrere Badestellen, besonders beliebt: Zippendorfer Strand und Strandbad Großer Dreesch
  • Radfahren – Gut ausgebauter Uferradweg rund um den Innensee (ca. 25 km)
  • Segeln & Surfen – Aktive Segel- und Surfvereine nutzen den Innensee ganzjährig
  • Angeln – An vielen Stellen am Außensee möglich (Angelschein erforderlich)
  • Vogelbeobachtung – Rund um den Kaninchenwerder: Reiher, Möwen, Enten und Schwäne
  • Spazierengehen – Uferpromenade mit grandiosen Schlossblicken zu jeder Jahreszeit

Mit der Weißen Flotte über den See

Wer den Schweriner See von seiner schönsten Seite erleben möchte, sollte mindestens einmal mit der Weißen Flotte Schwerin fahren. Von April bis Oktober legen die nostalgischen Motorschiffe mehrmals täglich vom Anleger in der Stadtmitte ab und bieten Rundfahrten über den Innensee – mit einzigartigem Blick auf das Schweriner Schloss, die Stadtsilhouette und die bewaldeten Ufer. Die Touren dauern je nach Route zwischen 45 Minuten und mehreren Stunden; zusätzlich gibt es Linienfahrten zu verschiedenen Uferpunkten rund um den See. Besonders empfehlenswert: der Abenddampfer bei Sonnenuntergang, wenn das Schloss im goldenen Licht erstrahlt. Ein Bild, das man so schnell nicht vergisst – und das deutlich günstiger ist als ein Museumsticket in der Großstadt.

Inseln im Schweriner See

Der Schweriner See ist kein einfacher Flächensee – er ist eine Inselwelt. Im Innensee liegt die berühmte Schlossinsel, auf der das Schweriner Schloss thront, verbunden durch eine Brücke mit dem Festland. Ebenfalls im Innensee befindet sich der Kaninchenwerder, ein kleines Naturschutzgebiet, das als Brut- und Rastplatz für Wasservögel dient und nur zeitweise betreten werden darf. Die winzige Insel Ziegelwerder rundet das Bild ab. Im naturbelasseneren Außensee liegt die größte Insel des Sees: Lieps – dazu die kleineren Eilande Horst und Rethberg. Wer mit einem Kanu oder Ruderboot unterwegs ist, kann die Inseln auf eigene Faust umrunden – ein stilles, unvergessliches Erlebnis abseits der Hauptrouten der Weißen Flotte.

Das Schweriner Schloss: UNESCO-Welterbe am See

Das Schweriner Schloss ist das Herzstück des Sees – und einer der beeindruckendsten Anblicke, die Norddeutschland zu bieten hat. Auf der Schlossinsel im Innensee gelegen, ragt das vieltürmige Schloss aus dem Wasser wie die Kulisse eines Märchenfilms. Die heutige Gestalt stammt im Wesentlichen aus dem 19. Jahrhundert: Die mecklenburgischen Herzoge ließen es im Stil des Historismus grundlegend umbauen und ließen sich dabei vom Château de Chambord im Loire-Tal inspirieren. Seit April 2024 trägt das gesamte „Residenzensemble Schwerin“ – Schloss, Schlossgarten, Burggarten und weitere Bauten – den Titel des UNESCO-Welterbes.

Im Inneren befindet sich das Schlossmuseum mit prächtigen Staatsgemächern, dem historischen Thronsaal, einer Gemäldesammlung und kostbarem Porzellan aus mehreren Jahrhunderten. Heute ist das Schloss außerdem Sitz des Landtags Mecklenburg-Vorpommern – eine Kombination aus Geschichte, Kunst und gelebter Demokratie, die ihresgleichen sucht. Der Blick vom Wasser auf das Schloss – besonders bei Morgennebel oder zum Sonnenuntergang – gehört zu den schönsten Momenten, die ein Besuch in Schwerin bereithalten kann.

Bild: © Tourismusverband MV, Felix Gänsicke

Bild: © TMV, Thomas Grundner

FAQ: Häufige Fragen zum Schweriner See

Wie groß ist der Schweriner See?
Der Schweriner See hat eine Fläche von rund 6.200 Hektar, ist 24,8 Kilometer lang und bis zu 6 Kilometer breit. Mit einer maximalen Tiefe von 52 Metern ist er der viertgrößte Binnensee Deutschlands.

Kann man im Schweriner See schwimmen?
Ja! Der bekannteste Stadtstrand ist der Zippendorfer Strand am südlichen Ufer des Innensees. Im Sommer ist das Wasser angenehm warm und die Wasserqualität sehr gut – EU-Badegewässer-Standard.

Was ist der Paulsdamm am Schweriner See?
Der Paulsdamm (fertiggestellt 1842) teilt den See in den stadtnahen Innensee und den naturbelasseneren Außensee. Er ist auch als Rad- und Wanderweg sehr beliebt.

Wann fährt die Weiße Flotte auf dem Schweriner See?
Von April bis Oktober täglich – mit Rundfahrten und Linientouren zu verschiedenen Anlegern. Das genaue Fahrplanangebot variiert je nach Saison.

Seit wann ist das Schweriner Schloss UNESCO-Welterbe?
Das Residenzensemble Schwerin wurde im April 2024 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Der See bildet die malerische Kulisse dieses einzigartigen Welterbes.

Geheimtipp: Der Außensee und das Schweriner Seenland

Den meisten Besuchern fällt der Schweriner See von der Stadtseite ins Auge: Schloss, Promenade, Weiße Flotte – das Standardprogramm. Wer die ruhigere, unentdecktere Seite sucht, überquert den Paulsdamm mit dem Fahrrad oder zu Fuß und taucht in den Außensee ein. Hier ist es still: kein Schlossbetrieb, keine Ausflugsdampfer, nur weites Wasser, Schilfgürtel und Wasservögel. Wer ein Kanu ausleihen kann, paddelt von hier in die angrenzenden Kanäle des Schweriner Seenlandes weiter – vorbei an alten Gutshäusern, kleinen Fischerdörfern und endlosen Wiesen. Die Strecke von Schwerin über den Paulsdamm in den Außensee und zurück über das Westufer ist auch als Radtour machbar (ca. 35 km) und lohnt sich besonders am frühen Morgen, wenn der Nebel noch über dem Wasser liegt und die Stille fast greifbar ist.

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