Freilichtmuseum Schwerin-Mueß
Freilichtmuseum Schwerin-Mueß – Volkskultur unter freiem Himmel
Das Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß gehört zu den schönsten und am meisten unterschätzten Freilichtmuseen Norddeutschlands. Während die meisten Besucher direkt zum Schweriner Schloss pilgern, liegt das 9 Hektar große Museumsgelände am südlichen Ufer des Schwerinsees ein wenig im Schatten des großen Wahrzeichens. Das ist ein Fehler. Denn hier, im ehemaligen Fischer- und Bauerndorf Mueß, lässt sich mecklenburgisches Landleben auf eine Art erleben, die keine Vitrine leisten kann: mit alten Herdstellen, die noch nach Ruß riechen, mit Obstbäumen, unter denen sich die Bienen tummeln, und mit Gebäuden aus dem 17. Jahrhundert, die so vollständig eingerichtet sind, als hätte jemand gerade erst die Küche verlassen. Wer einen Kurzurlaub nach Schwerin plant, sollte sich mindestens einen halben Nachmittag für Mueß einplanen – oder gleich einen ganzen.
Das Museum dokumentiert die Lebensweise der mecklenburgischen Landbevölkerung vom 17. Jahrhundert bis zum frühen 20. Jahrhundert. Die volkskundlichen Grundlagen legte Richard Wossidlo (1859–1939), Volkskundler und Begründer der Volkskunde Mecklenburgs, der jahrzehntelang Objekte und Alltagskultur zusammentrug. Sein Erbe ist heute in 17 museal eingerichteten Gebäuden auf fast 9 Hektar zu erleben.
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Schwerin ist eine Landeshauptstadt, die angenehm unaufgeregt daherkommt: keine überfüllten Touristenmeilen, keine Warteschlangen, kein Gedränge. Das Freilichtmuseum Mueß passt perfekt in dieses Bild. Es ist ein Ort zum Innehalten – und zum Verstehen, wie ländliches Leben in Mecklenburg funktioniert hat, lange bevor Traktoren die Pferde ersetzten.
Geschichte und Entstehung des Freilichtmuseums Schwerin-Mueß
Das Dorf Mueß ist seit 1936 offiziell Teil der Landeshauptstadt Schwerin – seine Geschichte reicht aber weit zurück. Aus dem alten Fischer- und Bauerndorf wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eines der bedeutendsten volkskundlichen Freilichtmuseen des deutschen Nordens. Die Idee dahinter ist simpel und genial zugleich: Historische Gebäude aus der Region wurden hierher transloziert und authentisch eingerichtet – nicht als Kulisse, sondern als lebendiges Zeugnis bäuerlicher Alltagskultur.
Richard Wossidlo, dem das Museum seine volkskundlichen Grundlagen verdankt, sammelte Material über das ländliche Leben Mecklenburgs mit einer Leidenschaft, die heute kaum noch bekannt ist. Tausende Aufzeichnungen, Fotos und Objekte: Sein Archiv gilt bis heute als eine der bedeutendsten volkskundlichen Sammlungen Deutschlands. Das Freilichtmuseum macht dieses Erbe greifbar – indem es nicht nur Exponate zeigt, sondern Lebenszusammenhänge.
Das älteste Gebäude im Bestand, das norddeutsche Hallenhaus, stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts und gilt als eines der wertvollsten erhaltenen Beispiele ländlicher Volksarchitektur in ganz Norddeutschland. Die Anordnung der Gebäude auf dem Gelände vermittelt bewusst das Bild eines echten Dorfes – mit Schmiede, Schule, Büdnerei, Spritzenhaus und Obstgarten.
| Zeitraum | Bedeutung |
|---|---|
| Mitte 17. Jh. | Ältestes Gebäude im Bestand: das norddeutsche Hallenhaus |
| 1859–1939 | Richard Wossidlo – Volkskundler und Begründer der mecklenburgischen Volkskunde |
| 1936 | Mueß wird offizieller Ortsteil von Schwerin |
| 2. Hälfte 20. Jh. | Aufbau und Eröffnung des Freilichtmuseums für Volkskunde |
| heute | 17 Gebäude auf fast 9 Hektar; Träger: Landeshauptstadt Schwerin |
Was kann man im Freilichtmuseum Schwerin-Mueß entdecken?
Kurze Antwort: deutlich mehr als erwartet. 17 museal eingerichtete Gebäude auf fast 9 Hektar – das klingt auf dem Papier nach ordentlich viel, und vor Ort fühlt es sich sogar noch größer an. Wer durch das Gelände geht, spaziert durch ein rekonstruiertes Dorf mit vollständiger Dorfstruktur: Schmiede, Schule, Scheune, Büdnerei, Häuslerei und das große Hallenhaus aus dem 17. Jahrhundert. Die Gebäude sind nicht leer. Jede Stube, jede Küche, jede Werkstatt ist so eingerichtet, als könnten die Bewohner jeden Moment zurückkehren – diese Dichte an Alltagsobjekten ist das eigentliche Erlebnis.
| Bereich | Was dich erwartet |
|---|---|
| Norddeutsches Hallenhaus | Mitte 17. Jh.; eines der wertvollsten ländlichen Bauwerke Norddeutschlands; vollständig möbliert |
| Dorfschule (1836) | Originale Schulbänke; Ausstellung zur Schulgeschichte Mecklenburgs |
| Schulscheune / Kindermuseum | Interaktiv; Thema Textilproduktion; ideal für Familien mit Kindern |
| Dorfschmiede | Handwerk des 19. Jh.; begehbar und mit Erläuterungen |
| Büdnerei und Häuslerei | Kleinstlandwirtschaft; Einblick in Wohnverhältnisse einfacher Leute |
| Spritzenhaus | Historische Feuerlöschgeräte aus mehreren Jahrhunderten |
| Kunstkaten | Wechselnde Ausstellungen zu volkskundlichen Themen |
| Bienenlehrpfad | Imkerei und Naturkunde; saisonale Führungen möglich |
| Dorfschullehrergarten (1888) | Historischer Schaugarten mit Nutz- und Heilpflanzen |
| Obstgarten | Ca. 50 alte Obstsorten; Ernte im Herbst besonders sehenswert |
| Kräutergarten | Heilkräuter und Nutzpflanzen der mecklenburgischen Landbevölkerung |
Für Familien ist das Museum besonders geeignet: Das interaktive Kindermuseum in der Schulscheune macht Textilproduktion und Alltagshandwerk begreifbar. Hunde an der Leine dürfen das gesamte Areal miterkunden. Ein Museumscafé (Di–So, 11–17 Uhr) sorgt für die nötige Stärkung nach dem Rundgang.
Wann lohnt sich ein Besuch im Freilichtmuseum am meisten?
Von April bis Oktober – und besonders dann, wenn etwas los ist. Das Freilichtmuseum Schwerin-Mueß hat eine aktive Veranstaltungssaison: Konzerte, Theateraufführungen auf Plattdeutsch, Handwerkermärkte, Kinderveranstaltungen und Themenführungen füllen den Kalender von Frühjahr bis Herbst. Wer Volkskultur nicht nur besichtigen, sondern erleben möchte, sollte vorab einen Blick in den Veranstaltungskalender auf der Website des Museums werfen.
Einen kleinen Haken gibt es: Von November bis März ist das Museum geschlossen. Wer im Winter nach Schwerin reist, muss auf Mueß verzichten – der Schweriner Dom, das Schloss und das Staatliche Museum sind dagegen ganzjährig zugänglich.
| Zeitraum | Öffnungszeiten | Eintritt |
|---|---|---|
| 17. März – 30. September | Di–So und Feiertage, 10–18 Uhr | Erwachsene 5 €, ermäßigt 3,50 € |
| Oktober | Di–So und Feiertage, 10–17 Uhr | Kinder 7–17 J. 2 €, unter 6 J. kostenlos |
| November – März | geschlossen | Familienkarte: 10 € |
| Praktische Infos | |
|---|---|
| Adresse | Alte Crivitzer Landstraße 13, 19063 Schwerin |
| Telefon | +49 385 20841-0 |
| Mit dem ÖPNV | Tram 1 oder 2 → Stauffenbergstraße, dann Bus 6 → Haltestelle Mueß |
| Mit dem Fahrrad | Über den Franzosenweg vom Schlosspark ca. 5 km nach Mueß |
| Hunde | Willkommen (an der Leine) |
| Museumscafé | Di–So, 11–17 Uhr (Oktober bis 16:30 Uhr) |
Unsere Hotels in Schwerin
Ein Besuch im Freilichtmuseum lässt sich wunderbar mit einem Spaziergang am Schwerinsee verbinden. Der Zippendorfer Strand liegt nur wenige Gehminuten entfernt, der Franzosenweg durch den Schlosspark führt von hier aus in die Altstadt. Schwerin ist eine Stadt, die man gut zu Fuß erkundet – und bei der man sich schnell fragt, warum man nicht öfter herkommt.
Was gibt es rund ums Museum in Schwerin noch zu erleben?
Das Freilichtmuseum Mueß liegt im Süden Schwerins, direkt am Ufer des Schwerinsees. Der Zippendorfer Strand ist zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar, die Uferpromenade lädt zum Flanieren ein. Von Mueß aus radelt man in rund 5 Kilometern durch den Schlosspark bis zur Innenstadt – ein schöner Weg, der Natur und Stadtkultur miteinander verbindet.
Die Altstadt selbst hat mehr zu bieten als das Schloss allein. Der Dom St. Marien und St. Johannis (seit 2024 Teil des UNESCO-Welterbes „Residenzensemble Schwerin") überragt die Dächer mit seinem 117-Meter-Turm. Das Schweriner Schloss mit seinem märchenhaften Außenbau ist ebenfalls Teil des UNESCO-Ensembles. Wer ein Reisepaket bucht, hat meistens Schlossbesuch und Bootsfahrt inklusive – etwa das Angebot mit Schifffahrt und Schlossbesuch im IntercityHotel direkt am Bahnhof.
Nicht zu vergessen: das Schelfviertel, eines der schönsten Gründerzeitquartiere des Nordens, mit dem historischen Schelfmarkt. Das Staatliche Museum am Alten Garten beherbergt eine sehenswerte Gemäldesammlung. Die Weiße Flotte Schwerin bietet von Frühling bis Herbst Rundfahrten auf dem Schwerinsee an – ein schöner Abschluss für einen langen Mueß-Tag. Wer entspannt anreisen möchte, findet beim Kurzurlaub-Paket im Seehotel Frankenhorst eine ruhige Basis direkt am See.
Bild: © Marieke Sobiech
FAQ – Häufige Fragen zum Freilichtmuseum Schwerin-Mueß
Was ist das Freilichtmuseum Schwerin-Mueß?
Das Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß ist ein Open-Air-Museum im Ortsteil Mueß der Landeshauptstadt Schwerin. Auf fast 9 Hektar zeigen 17 museal eingerichtete historische Gebäude das ländliche Leben in Mecklenburg vom 17. Jahrhundert bis zum frühen 20. Jahrhundert. Das Museum liegt direkt am südlichen Ufer des Schwerinsees.
Wann ist das Freilichtmuseum Schwerin-Mueß geöffnet?
Das Museum öffnet von Mitte März bis Ende Oktober dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen. Von März bis September von 10 bis 18 Uhr, im Oktober von 10 bis 17 Uhr. Von November bis März ist das Museum geschlossen.
Was kostet der Eintritt ins Freilichtmuseum Schwerin-Mueß?
Erwachsene zahlen 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Kinder von 7 bis 17 Jahren zahlen 2 Euro, Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Eine Familienkarte ist für 10 Euro erhältlich.
Wie kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Freilichtmuseum?
Am einfachsten mit der Straßenbahn: Linie 1 oder 2 bis Haltestelle Stauffenbergstraße, dann weiter mit dem Bus Linie 6 bis zur Haltestelle Mueß. Mit dem Fahrrad lässt sich das Museum über den Franzosenweg vom Schlosspark in etwa 5 Kilometern erreichen.
Ist das Freilichtmuseum für Kinder geeignet?
Ja, sehr. Das Kindermuseum in der Schulscheune bietet interaktive Erlebnisse rund um Textilproduktion und Handwerk. Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Spielflächen, Obstgarten und Bienenlehrpfad machen den Besuch für alle Altersgruppen abwechslungsreich.
Geheimtipp: Der Obstgarten im Herbst
Der eigentliche Geheimtipp des Freilichtmuseums Schwerin-Mueß steht in keinem offiziellen Flyer: Im Herbst, wenn die rund 50 alten Obstsorten im Museumsobstgarten reifen, verwandelt sich das Gelände in ein kleines Paradies aus Aromen, die man sonst kaum noch kennt. Alte Apfelsorten wie der Geheimrat Oldenburg oder der Grafensteiner schmecken nach etwas, das Supermarktäpfel nie versprechen könnten – nach Zeit. Wer Ende September oder im Oktober kommt, sollte sich unbedingt etwas Zeit für den Obstgarten nehmen.
Noch ein praktischer Tipp: Das Freilichtmuseum liegt direkt am Ufer des Schwerinsees. Wer nach dem Rundgang das Auto stehen lässt und zu Fuß Richtung Zippendorfer Strand geht, hat binnen 20 Minuten die Füße im Sand – für einen mecklenburgischen Sommertag kaum besser vorstellbar. Wer gleich übernachten möchte: Das Kurzurlaub-Paket im Seehotel Frankenhorst liegt keine 5 Kilometer entfernt und bietet Mecklenburg-Menü, Pool und Bootsverleih direkt am See.