Panometer - Leipzig
Panometer: 360°-Panoramen von Yadegar Asisi
Was wäre, wenn du für einen Augenblick wirklich in der Antarktis stehen könntest – nicht als Bild auf einem Bildschirm, sondern auf Augenhöhe mit Eisbergen, Pinguinen und gleißendem Polarlicht? Genau dieses Erlebnis wartet im Panometer Leipzig. In einem ehemaligen Gasometer am Südrand der Messestadt hat der Künstler Yadegar Asisi ein Format geschaffen, das weltweit einmalig ist: 360°-Panoramen von atemberaubender Größe und Detaildichte, die Besucher förmlich in andere Welten hineinziehen.
Der heutige Name ist ein Kunstwort – zusammengesetzt aus Panorama und Gasometer. Er passt perfekt. Denn der runde Industriebau aus den Jahren 1909/1910 bietet mit seinen 49,4 Metern Gesamthöhe und fast 57 Metern Durchmesser die ideale Hülle für Asisis überwältigende Rundgemälde – das Panorama selbst ist 32 Meter hoch und rund 110 Meter im Umfang. Wer einmal die zentrale Plattform erklommen hat und sich langsam im Kreis dreht, versteht sofort, warum das Panometer zu den aufregendsten Kulturerlebnissen Deutschlands zählt. Seit 2003 hat das Haus ein Panorama nach dem anderen gezeigt – vom Mount Everest bis zur Titanic, vom Great Barrier Reef bis zur Antarktis. Weitere Reiseangebote in der Region findest du bei den Kurzurlauben in Sachsen auf spar-mit.com.
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Geschichte eines Gasometers und seiner Verwandlung
Der Gasometer in der Richard-Lehmann-Straße 114 ist seit 1909 ein Wahrzeichen des Leipziger Südens. Ursprünglich als Gasspeicher gebaut, diente er der Versorgung der wachsenden Industriestadt und blieb bis weit ins 20. Jahrhundert in Betrieb. Als der Betrieb eingestellt wurde, stand das imposante Rundbauwerk leer – und damit vor einer typischen Frage der Stadtentwicklung: Was tut man mit einem riesigen Industriedenkmal?
Die Antwort lieferte der Künstler Yadegar Asisi. Im Jahr 2003 verwandelte er den Gasometer erstmals in ein Ausstellungsgebäude und zeigte sein erstes Panorama: „8848" – eine immersive Besteigung des Mount Everest. Die Idee, einen alten Gasspeicher für Panorama-Kunst zu nutzen, stammte von Asisi selbst; er suchte eine Hülle, die groß genug war für seine gigantischen Bilder. Kleiner als 30 Meter Höhe war da schlicht nicht drin.
Der Begriff „Panometer" war schnell gefunden – ein Kunstwort aus Panorama und Gasometer. Er klingt ein wenig nach Barometer und Thermometer, und tatsächlich funktioniert er ähnlich: Er misst die Temperatur eines Raumes – nur eben die emotionale. Je nach Panorama, Lichtstimmung und Tageszeit fühlt sich derselbe Ort völlig unterschiedlich an. Das macht den Reiz aus.
Auf das Mount-Everest-Panorama folgten über die Jahre eine beeindruckende Reihe weiterer Werke:
- Die versunkene Titanic (ab 2016)
- Das tropische Amazonien
- Das farbenfrohe Great Barrier Reef
- Die historische Völkerschlacht bei Leipzig 1813
- Der stille Garten
- Die eisige Antarktis (seit Januar 2026)
Dabei blieb das Haus nie nur ein Schauort für Gemälde. Es ist auch eine Hommage an den Industriestandort Leipzig. Die Originalsäulen und der Stahl des alten Gasometers bleiben sichtbar, als architektonisches Gedächtnis eines Gebäudes, das einst eine ganz andere Art von Energie gespeichert hat.
Was zeigt das aktuelle Panorama im Panometer Leipzig?
Seit dem 24. Januar 2026 zeigt das Panometer Leipzig das Panorama „Antarktis" von Yadegar Asisi. Es ist das bisher kühnste Projekt des Künstlers: eine Reise ans Ende der Welt, in eine Landschaft, die kaum ein Mensch je mit eigenen Augen gesehen hat.
Das Gemälde zeigt die antarktische Küstenlandschaft in einer überwältigenden Mischung aus Eisbergen, Schelfeis und spektakulären Unterwasserszenen. Asisi hat die Antarktis sowohl von oben als auch von unten dargestellt – der Blick unter die Meeresoberfläche enthüllt ein Ökosystem aus Krillschwärmen, Pinguinen, Robben und Walen, das so nur nach jahrelanger Recherche und einer Expeditionsreise in die Antarktis entstehen konnte. Mit 3.500 m² bemalter Fläche und 32 Metern Höhe gehört es zu den größten Panoramabildern der Welt.
Besonders faszinierend ist die Licht- und Klanginstallation: Ein kontinuierlicher 15-Minuten-Zyklus simuliert verschiedene Tageszeiten und Wetterlagen – von gleißendem Mittagslicht über dramatische Polarnacht bis hin zu zarten Polarlicht-Erscheinungen (Aurora australis). Dazu Klang: Eis, Wasser, Tierrufe, Musik. Die Atmosphäre ist so immersiv, dass ein Großteil der Besucher empfiehlt, eine Jacke mitzunehmen.
Auf der zentralen Plattform (15 Meter Höhe) hat man freien Blick auf alle Seiten. Der Zugang zum Panorama und allen Service-Bereichen ist barrierefrei, lediglich der erhöhte Besucherturm ist nicht mit Rollstuhl erreichbar.
| Info | Details |
|---|---|
| Aktuelles Panorama | Antarktis (seit 24. Januar 2026) |
| Adresse | Richard-Lehmann-Straße 114, 04275 Leipzig |
| Öffnungszeiten | Täglich (Mo–So + Feiertage) 10–17 Uhr, letzter Einlass 16 Uhr; 24.12. geschlossen |
| Eintrittspreise | Erwachsene 16 €, Ermäßigt 14 €, Kinder 6–16 J. 8 €, Kinder unter 6 J. frei |
| Anreise ÖPNV | Bus Linie 70, Haltestelle „Altenburger Straße" (ca. 3 Min. Fußweg) |
| Parkplätze | Kostenlos vorhanden (PKW + Busse) |
| Führungen | Täglich um 11, 12, 14 und 15 Uhr (ca. 45 Min.) |
| Barrierefreiheit | Ja – Eingang, Ausstellung und Services barrierefrei |
Lohnt sich ein Besuch im Panometer Leipzig?
Kurze Antwort: Ja, eindeutig. Lange Antwort: Das hängt ein bisschen davon ab, was du von Kunst erwartest.
Das Panometer ist kein klassisches Museum mit Exponaten hinter Glas. Es gibt kein Rondell aus Gemälden, keine chronologisch sortierten Objekte, keine Audio-Guides mit ermüdenden Jahreszahlen. Stattdessen stehst du einfach in einem Bild – und das Bild ist größer als du. Wer offen für dieses Erlebnis ist, wird schwer beeindruckt sein.
Das Panometer lohnt sich besonders für:
- Familien mit Kindern – Die Dimensionen und die Lichtshow faszinieren auch 8- bis 12-Jährige problemlos.
- Kunstinteressierte – Asisis Detailarbeit offenbart sich erst beim genauen Hinschauen.
- Naturbegeisterte – Das aktuelle Antarktis-Panorama zeigt eine Welt, die kaum jemand je betreten wird.
- Fotografen – Das Panorama mit seinem wechselnden Licht bietet unzählige Bildmotive.
- Städtereisende – Das Panometer rundet jeden Leipzig-Besuch auf unvergessliche Weise ab.
Wer das Panorama nur kurz anschaut und gleich wieder geht, verschenkt die halbe Erfahrung. Mindestens 60 bis 90 Minuten sollte man einplanen – und ruhig mehrere Lichtstimmungen abwarten. Den Besuch lässt sich gut mit einem Ausflug in den Zoo Leipzig kombinieren, der nur wenige Kilometer entfernt liegt.
Yadegar Asisi – der Meister des 360°-Blicks
Yadegar Asisi, 1955 in Wien als Sohn einer persischen Familie geboren, wuchs in Halle und Leipzig in der DDR auf – Leipzig ist für ihn also eine zutiefst persönliche Stadt. Er studierte Architektur an der TU Dresden und Malerei an der Hochschule der Künste in Berlin, was ihn zu einer besonderen Grenzfigur zwischen Ost und West, Architektur und Bildender Kunst machte. 1988 gewann er den renommierten Mies-van-der-Rohe-Preis.
Im Jahr 1993 entdeckte Asisi seine Leidenschaft für die Panoramakunst. Seit 2003 erschafft er gemeinsam mit einem Studio-Team aus Architekten und digitalen Künstlern die weltweit größten 360°-Panoramen – bis zu 32 Meter hoch, rund 110 Meter im Umfang. Jedes Werk entsteht über Jahre hinweg aus Tausenden von Fotografien, Skizzen und Gemälden, die zu hochauflösenden Digitalbildern verarbeitet werden. Seine Werke sind dauerhaft an sechs Standorten in Deutschland ausgestellt.
Das Antarktis-Panorama (2026) ist sein zehntes Panorama in Leipzig. Es entstand nach einer Expeditionsreise Asisis in die Antarktis im Jahr 2016 und in enger Zusammenarbeit mit Polarforschern. Was ihn antreibt, ist mehr als ästhetische Ambition: Er will Aufmerksamkeit auf Orte lenken, die sonst unsichtbar bleiben – auf die Tiefsee, den Klimawandel, auf historische Umbrüche. Sein eigenes Zitat zur Antarktis: „Die Antarktis ist ein Ort voller Widersprüche. Sie ist das letzte große Naturreservoir, aber kein Paradies. Ewig, aber zerbrechlich."
Panorama als politisches und gesellschaftliches Medium – so gesehen ist das Panometer weit mehr als ein Vergnügungspark für Kunstinteressierte.
Leipzig entdecken – was liegt in der Nähe?
Das Panometer liegt im Süden Leipzigs, nahe dem Stadtteil Connewitz – etwa drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Direkt gegenüber befindet sich der MDR-Sendekomplex. Das benachbarte Gasometer I, das als „Arena am Panometer" seit 2012 als Open-Air-Kulturort fungiert, ergänzt das Ensemble – Konzerte, Sommerkino und Theateraufführungen finden hier unter freiem Himmel statt.
Connewitz selbst ist Leipzigs bekanntestes Alternativ-Viertel: kleines Cafés, Buchläden, Vintage-Shops und Musikklubs prägen das Bild. Wer nach dem Panorama-Besuch einen Kaffee oder ein Bier in einer Eckkneipe braucht, ist hier genau richtig.
Weitere Ausflugstipps in der Nähe:
- Völkerschlachtdenkmal (ca. 2 km) – eines der größten Denkmäler Europas, errichtet 1913 zur Erinnerung an die Völkerschlacht 1813. Thematisch naheliegend, da das Panometer bereits ein eigenes Leipzig-1813-Panorama zeigte.
- Wildpark Leipzig – ein Wildgehege im Auenwald nahe Connewitz, ideal für Familien mit Kindern
- Clara-Zetkin-Park – einer der beliebtesten Stadtparks Leipzigs, ein paar Minuten stadteinwärts
- Südfriedhof – ein architektonisch bedeutendes Kulturdenkmal, einen kurzen Spaziergang entfernt
- Zoo Leipzig – weltbekannt, besonders für die Gondwanaland-Tropenhalle; ca. 4 km entfernt
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Häufige Fragen zum Panometer Leipzig
Wie lange dauert ein Besuch im Panometer Leipzig?
Ein Besuch dauert in der Regel 90 bis 120 Minuten. Der 15-Minuten-Licht-Zyklus des Panoramas – von gleißendem Mittagslicht bis zur Polarnacht – entfaltet sich erst mit etwas Verweilzeit. Wer zudem die Begleitausstellung und den Besucherturm nutzt, sollte mindestens 2 Stunden einplanen.
Wann hat das Panometer Leipzig geöffnet?
Das Panometer Leipzig ist täglich geöffnet – auch montags und an Feiertagen – von 10:00 bis 17:00 Uhr. Der letzte Einlass ist um 16:00 Uhr. Am 24. Dezember bleibt es geschlossen, am 31. Dezember gelten verkürzte Öffnungszeiten (10–15 Uhr). Aktuelle Infos: panometer.de
Wie komme ich zum Panometer Leipzig?
Das Panometer Leipzig befindet sich in der Richard-Lehmann-Straße 114, 04275 Leipzig im Stadtteil Connewitz/Südvorstadt. Mit dem Bus (Linie 70, Haltestelle „Altenburger Straße") sind es ca. 3 Minuten zu Fuß. Kostenlose Parkplätze für PKW und Reisebusse sind direkt am Gebäude vorhanden.
Was kostet der Eintritt im Panometer Leipzig?
Der Eintrittspreis beträgt 16 Euro für Erwachsene, 14 Euro ermäßigt (Studenten, Rentner, Schwerbehinderte) und 8 Euro für Kinder von 6 bis 16 Jahren. Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Für Gruppen ab 10 Personen gilt ein reduzierter Gruppenpreis von 13 Euro pro Person.
Ist das Panometer Leipzig für Kinder geeignet?
Ja, das Panometer Leipzig ist für Kinder sehr gut geeignet. Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Die gigantischen Dimensionen und die Licht- und Klanginstallation faszinieren erfahrungsgemäß auch jüngere Besucher. Führungen werden täglich viermal angeboten (11, 12, 14 und 15 Uhr). Der Eingang und die Ausstellung sind vollständig barrierefrei zugänglich.
Geheimtipp: Morgenlicht und Sonderabende
Wer das Panometer schon einmal besucht hat und wiederkommen möchte: Es gibt vereinzelte Abendöffnungen und Event-Formate, bei denen Musik live im Panorama gespielt wird – der Klang trifft in der runden Halle ganz besonders. Diese Veranstaltungen sind meist schnell ausgebucht; ein Blick in den Veranstaltungskalender auf panometer.de lohnt sich.
Ein weiterer Insidertipp: Der Gasometer selbst ist von außen fotografisch sehr interessant – besonders in den frühen Morgenstunden, wenn das Licht noch tief steht und die alten Industriefassaden in warmem Orange leuchten. Wer einen Morgenspaziergang durch den Leipziger Süden einplant, kann das Panometer von außen erleben, bevor er hineingeht.
Noch ein letzter Tipp für Entschleunigungssuchende: Setz dich einfach auf den Boden des Saals, lehn den Kopf nach hinten und schau nach oben. Das Panorama reicht bis unter die Decke. Von dieser Perspektive bekommt man ein Gefühl dafür, wie winzig man selbst in diesem Bild ist – und was das Besondere an Asisis Kunst ist: Sie macht einen klein, aber nicht bedeutungslos.