Panometer Leipzig

Die Welt aus der Pollen-Perspektive

Es ist das persönlichste Naturpanorama Yadegar Asisis. Nach dem viel zu frühen Tod einer geschätzten Mitarbeiterin vergrößerte der berühmte Illusionskünstler ihr grünes Großstadt-Refugium. Ein mikroskopisches Wunderwerk, eine Hommage an das Leben und die Verneigung vor einer Frau.

In Leipzig konnten Besucher bereits durch den Regenwald gehen, den Mount Everest besteigen und die gesunkene Titanic besuchen – dank Yadegar Asisis gigantischen 360-Grad-Panoramen. „Carolas Garten – eine Rückkehr ins Paradies“ klingt bescheidener, ist aber ebenso gigantisch, gewaltig, verblüffend. Besucher erleben das Werden, Wachsen und Vergehen der üppigen Pracht eines Gartens, hyperrealistisch verdichtet und künstlerisch inszeniert in der Asisi-typischen Tag- und Nacht-Lichtsimulation und im Zyklus der vier Jahreszeiten.

Das Paradies vor der Haustür

Besucher können das 32 Meter hohe Rundgemälde von einer 15 Meter hohen Plattform bestaunen. Um sie herum meterhohe Pflanzen, liegen gelassenes Spielzeug, Insekten größer als Elefanten, bizarre Naturkompositionen - ein bildgewaltiger, hoch aufgelöster Kosmos. Die Hauptakteurin ist unverkennbar eine 25 Meter große Biene, die gerade am Bestäuben einer Blüte ist. In diesem Reigen fühlt sich der Besucher wie eine Polle. Musik, Geräusche und Lichteffekte verstärken das Gefühl von einem Paradies vor der Haustür.

Dreamteam Asisi und Leipzig

Er sei der Michelangelo des 21. Jahrhunderts, loben Kollegen. Seit 2003 erschafft der in Berlin lebende Künstler die größten Panoramen der Welt. Er belebte damit ein Medium wieder, das im 19. Jahrhundert eine absolute Massenattraktion war. Der in Wien geborene Sohn persischer Eltern ist Künstler, Architekt, Visionär – aber vor allem ein Großmeister der 360°-Bilder. Asisi war der erste, der alte Gasspeicher für außergewöhnliche Projekte nutzte. „Panometer“ ergibt sich dabei als Kunstwort aus Panorama und Gasometer. Die ersten Panoramen hingen in Leipzig und Dresden, später kamen Berlin, Pforzheim, Wittenberg, Hannover und Rouen dazu. Ob Great Barrier Reef, Rom im Jahr 312, Dresden im Barock, Amazonien oder die Berliner Mauer – er lenkt den Blick stets in eine ferne Welt und setzt es philosophisch in ein neues Licht. Zu Leipzig hat Yadegar Asisi eine ganz besondere Beziehung. Hier realisierte er sein allererstes Rundbild, das Mount-Everest-Panorama „8848“ (2003 – 2005) und verbrachte ein Stück seiner Kindheit in der Messestadt.

Eintritt inklusive Begleitausstellung

Wie schafft es Asisi aber, in einer Welt voller virtueller Rundgänge, 4D-Abenteuer und Videospiele, dennoch so zu faszinieren? Dazu muss man Begleitausstellung und Making of-Filme gesehen haben (im Eintritt enthalten). Was der Architekt und Künstler umsetzt, erforscht und analysiert er mit einem Team akribisch. Gräbt sich tief in die Archive ein, skizziert, fotografiert, sucht Originalstätten auf, nähert sich Stück für Stück. Er war am Everest, mehrmals in Amazonien und Australien, tauchte und fotografierte am Great Barrier Reef. Malerei, Architektur, Fotografie und Computertechnik - alles für die perfekte Illusion.

Adresse Panometer Leipzig
Richard-Lehmann-Straße 114, 04275 Leipzig

Öffnungszeiten Panometer Leipzig
Montag - Freitag 10.00 - 17.00 Uhr
Samstag, Sonn-/Feiertag 10.00 - 18.00 Uhr

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