Oper Graz
Oper Graz
Wer nach Graz kommt und über den Kaiser-Josef-Platz spaziert, dem fällt unweigerlich ein imposantes Gebäude ins Auge: das Opernhaus Graz. Seit 1899 prägt das neobarocke Haus das Stadtbild der steirischen Landeshauptstadt – und begeistert Einheimische wie Besucher gleichermaßen mit Weltklasse-Aufführungen in einem der schönsten Theaterhäuser Österreichs.
| Info | Details |
|---|---|
| Adresse | Kaiser-Josef-Platz 10, 8010 Graz |
| Eröffnet | 16. September 1899 |
| Architekten | Fellner & Helmer |
| Kapazität | ca. 1.400 Zuschauer |
| Baustil | Neobarock |
| Ticketkasse | Mo–Fr 9–18 Uhr, Sa 9–13 Uhr |
| Telefon | +43 (0)316/8000 |
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Die Oper Graz ist weit mehr als ein Konzertsaal – sie ist ein lebendiges Kulturerbe, das Generationen von Musikliebhabern begeistert hat. Hier erfährst du alles über ihre bewegte Geschichte, die prachtvolle Architektur und was du bei einem Besuch keinesfalls verpassen solltest.
Geschichte der Oper Graz
Die Geschichte der Oper Graz reicht weit in die Vergangenheit zurück. Bereits im 17. Jahrhundert lassen sich Opernaufführungen in Graz nachweisen – zunächst in umgebauten Räumlichkeiten der Hofstallungen, mangels eines eigenen Hauses.
1776 eröffnete das erste offizielle Nationaltheater am Freiheitsplatz. Gut 90 Jahre später, im Jahr 1864, zog die Oper in die sogenannte Thalia am Stadtpark um – einen ungewöhnlichen, zwölfeckigen Zirkusbau mit fast 2.000 Plätzen, der als direkter Vorläufer des heutigen Hauses diente.
Das heutige Opernhaus am Kaiser-Josef-Platz stammt aus der Feder des renommierten Wiener Architektenduos Ferdinand Fellner und Hermann Helmer, das damals in ganz Europa für seinen Theaterbau gefragt war. Am 16. September 1899 wurde das Haus feierlich eröffnet – mit Schillers Wilhelm Tell. Einen Tag später folgte Richard Wagners Lohengrin. Finanziert wurde der Bau von der Steiermärkischen Sparkasse, die der Stadt Graz das Opernhaus als großzügiges Geschenk überließ.
- 1906: Österreichische Erstaufführung von Richard Strauss Salome – dirigiert vom Komponisten selbst
- Zweiter Weltkrieg: Ein Bombentreffer zerstörte den Säulenvorbau; die Fassade wurde vereinfacht wiederhergestellt
- 1983–1985: Umfangreiche Renovierung mit Modernisierung der Bühnentechnik
- 2001: Auszeichnung als Opernhaus des Jahres
- 2015: Finalist bei den International Opera Awards
Architektur und Ausstattung des Opernhauses
Das Opernhaus Graz gilt als eines der schönsten Theaterhäuser des deutschen Sprachraums. Hinter einer verhältnismäßig schlichten Fassade – der originale Säulenvorbau fiel im Zweiten Weltkrieg einem Bombentreffer zum Opfer – verbirgt sich ein Interieur von atemberaubendem Reichtum.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Baustil | Neobarock |
| Theatertyp | Ranglogentheater |
| Zuschauerplätze | ca. 1.400 |
| Logen | über 40 |
| Innenausstattung | Gold, Weiß und Rot im Barock- und Rokoko-Stil |
| Rang in Österreich | Zweitgrößtes Opernhaus nach der Wiener Staatsoper |
Das Haus ist als klassisches Ranglogentheater konzipiert: Die Zuschauer sitzen auf mehreren Rängen und in über 40 Seitenlogen, von denen aus man das Geschehen auf der Bühne genauso gut im Blick hat wie das gesellschaftliche Treiben im Saal selbst. Diese festliche Anordnung war typisch für die repräsentativen Opernhäuser der Gründerzeit.
Das Deckengemälde, die Goldverzierungen und die Stuckelemente im Innenraum erinnern an die große Blütezeit der Wiener Jahrhundertwende. Nach der Wiener Staatsoper ist das Opernhaus Graz das zweitgrößte Opernhaus Österreichs.
Was wird in der Oper Graz gespielt?
Die Oper Graz ist ein Mehrspartenhaus: Neben klassischen Opernproduktionen stehen Ballett, Operette und Musical auf dem Spielplan. Das Repertoire spannt einen weiten Bogen von den Klassikern der Opernliteratur bis hin zu zeitgenössischen Werken und populären Musicals.
- Oper: Mozart, Verdi, Puccini, Wagner, Strauss und zeitgenössische Komponisten
- Operette: Klassiker von Johann Strauß, Lehár und Franz von Suppè
- Musical: Große Broadway- und Westend-Produktionen
- Ballett: Klassisches und zeitgenössisches Tanztheater
- Sonderprogramm: Silvesterkonzerte, Kinderoper, Matineen und Studiovorstellungen
Besonders bekannt ist das Haus für seinen Mut zu Uraufführungen und österreichischen Erstaufführungen. Bereits 1906 dirigierte Richard Strauss hier persönlich die österreichische Erstaufführung seiner Salome – ein Ereignis, das die internationale Strahlkraft des Hauses eindrucksvoll unter Beweis stellt. Diese Tradition der Weltoffenheit und des künstlerischen Wagemuts wird bis heute gepflegt.
Besondere Veranstaltungsformate wie die Kinderoper oder Matineen mit Einführungen machen das Haus auch für Erstbesucher und Familien zugänglich. So ist die Oper Graz alles andere als ein verstaubtes Kulturinstitut – sie lebt, überrascht und begeistert.
Besuch & Tickets: Alles, was du wissen musst
Einen Besuch in der Oper Graz zu planen ist unkomplizierter als gedacht. Das Ticketzentrum liegt direkt am Kaiser-Josef-Platz 10 – mit guten Öffnungszeiten und mehreren Buchungswegen.
| Service | Details |
|---|---|
| Adresse | Kaiser-Josef-Platz 10, 8010 Graz |
| Kasse | Mo–Fr 9–18 Uhr, Sa 9–13 Uhr |
| Telefon | +43 (0)316/8000 |
| tickets@ticketzentrum.at | |
| Online-Buchung | Verfügbar; Rabattcode ABINDIEOPER für Vergünstigungen |
| Öffentliche Führungen | Ausgewählte Samstage um 17 Uhr (Treffpunkt: Foyer) |
| Gruppenführungen | Ab 7 Personen, Mo–Fr nach Voranmeldung |
Die öffentlichen Führungen an ausgewählten Samstagen sind ein besonderes Erlebnis: Man erkundet das Opernhaus vom eleganten Foyer bis hinter die Kulissen der Bühne – inklusive Einblicken in Technik, Geschichte und den täglichen Theaterbetrieb.
Die zentrale Lage am Kaiser-Josef-Platz macht es leicht, einen Opernbesuch mit einem Stadtspaziergang zu verbinden. Die Grazer Stadtrundfahrt mit dem Elektrobus startet nur wenige Gehminuten entfernt und führt an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten der UNESCO-Welterbestadt vorbei. Wer tiefer in die Museumslandschaft eintauchen möchte, sollte dem Universalmuseum Joanneum einen Besuch abstatten – Österreichs ältestes Museum mit 17 Sammlungen an zwölf Standorten.
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Geheimtipp: Was die meisten Besucher verpassen
Wer wirklich in die Welt der Oper eintauchen möchte, sollte nach Probenbesuchen Ausschau halten. Die Bühnen Graz öffnen gelegentlich die Türen zu Hauptproben – manchmal auch für die breite Öffentlichkeit. Ein kurzer Anruf beim Ticketzentrum lohnt sich auf jeden Fall.
Zweiter Tipp für Spontanbesucher: An der Abendkasse sind oft noch Restkarten erhältlich – manchmal sogar Stehplätze für wenige Euro. Wer also abends zufällig am Kaiser-Josef-Platz vorbeiläuft und die Lichter der Oper sieht, darf ruhig schauen, ob noch etwas geht.
Und der vielleicht schönste Geheimtipp: Direkt neben der Oper befindet sich der Kaiser-Josef-Markt, einer der schönsten und lebendigsten Wochenmärkte der Steiermark. Ein Samstag mit frischem Marktfrühstück und anschließender Opernführung am Nachmittag – das ist ein Graz-Tag, den man so schnell nicht vergisst.
Häufig gestellte Fragen zur Oper Graz
Wo befindet sich die Oper Graz?
Am Kaiser-Josef-Platz 10, 8010 Graz – direkt im Herzen der Altstadt, fußläufig vom Hauptbahnhof und allen wichtigen Sehenswürdigkeiten.
Wann wurde die Oper Graz eröffnet?
Das Operngebäude wurde nach Plänen von Fellner & Helmer errichtet und am 16. September 1899 mit Schillers Wilhelm Tell eröffnet – das Haus blickt damit auf über 125 Jahre Geschichte zurück.
Wie viele Plätze hat die Oper Graz?
Rund 1.400 Plätze auf Parkett, mehreren Rängen und über 40 Logen.
Kann man die Oper ohne Vorstellung besichtigen?
Ja – an ausgewählten Samstagen um 17 Uhr finden öffentliche Führungen statt. Individuelle Gruppenführungen ab 7 Personen sind werktags nach Anmeldung möglich.
Was gibt es in der Nähe zu erleben?
Kaiser-Josef-Markt, Schlossberg mit Uhrturm, Murinsel, Kunsthaus und Landeszeughaus – alles fußläufig erreichbar in einer UNESCO-Welterbestadt.