Louvre Paris: Museum & Tuileriengarten

Louvre

Es gibt Museen, die man besucht – und dann gibt es den Louvre in Paris. Schon die gläserne Pyramide von I.M. Pei im Innenhof lässt ahnen, was einen erwartet: über 35.000 ausgestellte Kunstwerke auf fast 72.000 Quadratmetern, mehr als 800 Jahre Geschichte unter einem Dach und jedes Jahr rund neun Millionen Besucher aus aller Welt. Ein Besuch hier ist keine Besichtigung – es ist eine Begegnung mit dem, was Menschen in Jahrtausenden geschaffen haben.

Direkt vor dem Museumseingang erstreckt sich der Jardin des Tuileries, 25 Hektar formaler französischer Garten zwischen Louvre und Place de la Concorde. Wer nach dem Museum noch Kraft hat – oder einfach einen klaren Kopf braucht –, wird hier mit Brunnen, Skulpturen und typisch pariserischem Flair belohnt. Beide Orte gehören untrennbar zusammen und sind unverzichtbar für jeden Paris-Besuch.

Geschichte: Vom Festungsturm zum Weltmuseum

Die Geschichte des Louvre ist eine der faszinierendsten Europas. Was 1190 als schlichter Wehrturm begann – König Philipp II. August ließ ihn als Verteidigungsanlage an der Seine errichten –, wurde im Laufe der Jahrhunderte zum prunkvollsten Königspalast Frankreichs und schließlich zum meistbesuchten Museum der Welt.

Von der Festung zum Königspalast

Im 16. Jahrhundert ließ König François I. den mittelalterlichen Turm abreißen und einen prächtigen Renaissance-Palast errichten. Ludwig XIV. baute die Anlage weiter aus, verlegte seinen Hof dann aber 1682 nach Versailles. Diese königliche Abkehr war paradoxerweise ein Glücksfall: Ohne sie wäre der Louvre womöglich nie zum öffentlichen Museum geworden.

Die Geburtsstunde des Museums

Am 10. August 1793, auf dem Höhepunkt der Französischen Revolution, öffnete das Musée de la République erstmals seine Tore für die breite Öffentlichkeit – damals mit einem Bestand von gerade einmal 537 Gemälden. Napoleon Bonaparte machte das Museum bald zur Schaukammer seiner Feldzugsbeute und ließ es kurzzeitig in Musée Napoléon umbenennen. Nach seinem Sturz wurden viele Werke zurückgegeben, aber die Sammlung wuchs unaufhörlich weiter.

Den modernen Louvre prägt die gläserne Pyramide von I.M. Pei, eingeweiht 1989. Zunächst heiß umstritten – von Teilen der Pariser Kulturwelt scharf kritisiert –, ist sie heute so untrennbar mit dem Louvre verbunden wie die Mona Lisa selbst. Rund 73 Meter hoch, aus 673 rautenförmigen Glasscheiben, wurde sie zum Symbol einer neuen Ära und dient als Haupteingang, der das unterirdische Foyer mit Tageslicht flutet.

Die wichtigsten Kunstwerke im Louvre

Mit über 350.000 Werken in der Sammlung und rund 35.000 dauerhaft ausgestellten Objekten ist eine vollständige Besichtigung schlicht unmöglich – und das ist gar nicht schlimm. Stattdessen lohnt sich ein gezielter Rundgang zu den absoluten Highlights:

KunstwerkKünstler / EpocheStandort im Museum
Mona Lisa (La Joconde)Leonardo da Vinci, um 1503–1517Denon-Flügel, Saal 711
Venus de MiloAntikes Griechenland, ca. 130–100 v. Chr.Sully-Flügel, Saal 346
Nike von SamothrakeHellenismus, ca. 190 v. Chr.Denon-Flügel, Daru-Treppe
Das Floß der MedusaThéodore Géricault, 1819Denon-Flügel
Die Freiheit führt das VolkEugène Delacroix, 1830Denon-Flügel
Codex HammurabiBabylonien, ca. 1754 v. Chr.Richelieu-Flügel, Saal 227
  • Kleiner Schock vorweg: Die Mona Lisa ist überraschend klein – nur 77 × 53 cm. Direkt gegenüber hängt das Hochzeit zu Kana von Veronese (677 × 994 cm), das größte Gemälde im Louvre. Die meisten schauen es kaum an.
  • Dramatischer Auftritt: Die Nike von Samothrake am Ende der Daru-Treppe ist einer der beeindruckendsten Anblicke im gesamten Haus – unverzichtbar, auch für Nicht-Kunstliebhaber.
  • Unterschätztes Meisterwerk: Der Codex Hammurabi aus dem Jahr 1754 v. Chr. enthält 282 Gesetze und ist das älteste erhaltene Rechtswerk der Welt – in Saal 227 oft überraschend wenig beachtet.
  • Ruhige Alternative: Der Richelieu-Flügel (Islamische Kunst, Nordeuropäische Malerei) ist deutlich weniger überlaufen als der Denon-Flügel. Wer Ruhe sucht, wird dort fündig.

Drei Flügel, unzählige Schätze

Der Louvre gliedert sich in drei Flügel mit acht kuratorischen Abteilungen:

  • Denon-Flügel: Europäische Malerei, griechische und römische Antike – hier befinden sich die Mona Lisa und die Nike von Samothrake.
  • Sully-Flügel: Ägyptische Altertümer, das mittelalterliche Louvre-Fundament und die Venus de Milo.
  • Richelieu-Flügel: Islamische Kunst, nordeuropäische Malerei und dekorative Künste – ruhiger und oft weniger überlaufen.

Wer keine lange Warteschlange an der Glaspyramide möchte: Der Eingang über das unterirdische Carrousel du Louvre oder die Porte des Lions (Südseite des Denon-Flügels) ist oft deutlich kürzer. Ein Blick wert ist auch die Pyramide Inversée – die nach unten weisende Glaspyramide im Untergeschoss des Carrousel du Louvre, ein überraschendes architektonisches Gegenstück zur großen Pyramide oben, das viele Besucher schlicht übersehen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Besuch im Louvre?

Kurze Antwort: von November bis März (außerhalb der Schulferien), mittwochs oder freitags abends. Aber es geht auch besser – mit diesen konkreten Tipps:

  • Beste Wochentage: Mittwoch und Donnerstag sind erfahrungsgemäß ruhiger. Mittwoch und Freitag bieten Abendöffnung bis 21:45 Uhr – die ruhigste Zeit des Tages.
  • Beste Uhrzeit: Direkt zur Öffnung um 9 Uhr oder nach 17 Uhr. Wer zur Mona Lisa will, sollte sie in den ersten 30 Minuten aufsuchen – danach ist der Saal regelmäßig überfüllt.
  • Tickets vorbuchen: Auf ticket.louvre.fr bis zu 90 Tage im Voraus. In der Hochsaison (Juni–August) sind beliebte Zeitslots oft Wochen vorher ausverkauft.
  • Alternativer Eingang: Nicht die Hauptpyramide nutzen, sondern den Eingang über das Carrousel du Louvre oder die Porte des Lions (Südseite Denon-Flügel) – deutlich kürzere Warteschlangen.
  • Kostenloser Eintritt: Am ersten Freitag jedes Monats ist der Eintritt von 18 bis 21 Uhr frei (außer im Sommer). Am Bastille-Tag (14. Juli) haben alle freien Eintritt.

Öffnungszeiten Musée du Louvre (2026)

TagÖffnungszeiten
Montag, Donnerstag, Samstag, Sonntag9:00 – 18:00 Uhr
Mittwoch und Freitag9:00 – 21:45 Uhr (Abendöffnung)
DienstagGeschlossen
1. Januar, 1. Mai, 25. DezemberGeschlossen

Eintrittspreise (2026)

KategoriePreis
Erwachsene (EWR-Bürger)22 €
Erwachsene (Nicht-EWR)32 €
Unter 18 Jahre (weltweit)kostenlos
Unter 26 Jahre (EWR-Bürger/innen)kostenlos
Menschen mit Behinderung + Begleitungkostenlos

Adresse: Musée du Louvre, 75058 Paris, Frankreich
Métro: Palais Royal – Musée du Louvre (Linien 1 und 7)

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Louvre

Wie viel kostet der Eintritt in den Louvre?
Der Eintritt kostet 22 Euro für EWR-Bürger und 32 Euro für alle anderen. Kinder unter 18 Jahren haben weltweit freien Eintritt, ebenso EU-Bürger unter 26 Jahren.
Wann hat der Louvre geöffnet?
Montag, Donnerstag, Samstag, Sonntag: 9–18 Uhr. Mittwoch und Freitag: 9–21:45 Uhr. Dienstags geschlossen.
Wie lange braucht man für einen Louvre-Besuch?
Mindestens 2–3 Stunden für die Highlights, ein ganzer Tag für eine vertiefte Erkundung.
Ist der Tuileriengarten kostenlos?
Ja, täglich kostenlos – im Sommer bis 21 Uhr, im Winter bis 19:30 Uhr.
Wie kommt man am besten zum Louvre?
Per Métro, Station Palais Royal – Musée du Louvre (Linien 1 und 7), direkt am Museum.

Ein Aufenthalt in Paris lässt sich wunderbar mit einem Besuch im Louvre und dem Tuileriengarten verbinden. Die Stadt bietet unzählige weitere Möglichkeiten – von der Opéra Garnier über Montmartre bis zum lebhaften Marais-Viertel. Wer auf der Suche nach einer unvergesslichen Städtereise ist, findet in Paris den idealen Ausgangspunkt für alle Facetten Frankreichs.

Jardin des Tuileries – Grüne Lunge zwischen Louvre und Concorde

Schon der Name verrät die Geschichte: Tuileries kommt vom französischen tuilerie – der Dachziegelbrennerei, die einst an dieser Stelle stand. 1564 ließ Königin Katharina von Medici auf dem Gelände einen formalen Garten anlegen. Ein Jahrhundert später gab Ludwig XIV. seinem Hoflandschaftsarchitekten André Le Nôtre den Auftrag, ihn komplett neu zu gestalten – derselbe Mann, der auch die Gartenanlagen von Versailles schuf.

Das Ergebnis: 25 Hektar formaler Garten in strenger Achsensymmetrie, der sich über einen Kilometer vom Louvre bis zur Place de la Concorde erstreckt. Breite Kieswege, geometrische Blumenbeete, beschnittene Kastanien- und Lindenbäume, zwei große Zierbecken. Der Garten ist Teil des UNESCO-Welterbes Ufer der Seine in Paris und wird täglich von Zehntausenden Menschen aufgesucht – bei freiem Eintritt.

Highlights im Tuileriengarten

  • Bassin Octogonal: Das achteckige Becken am Westende – Generationen von Pariser Kindern lassen hier kleine Segelboote treiben (für wenige Euro vor Ort zu mieten).
  • 18 Bronzeskulpturen von Aristide Maillol: Über den gesamten Garten verteilt – eine kostenlose Freilicht-Skulpturensammlung, die viele Besucher gar nicht als solche wahrnehmen.
  • Musée de l'Orangerie: Am Südwesteck des Gartens findet ihr Monets monumentale Seerosen-Wandbilder in zwei eigens dafür entworfenen ovalen Sälen. Eines der intensivsten Kunsterlebnisse in ganz Paris – Eintritt separat.
  • Jeu de Paume: Das gegenüberliegende Museum (Nordwestecke) zeigt zeitgenössische Fotografie und visuelle Kunst. Kleiner, feiner und deutlich ruhiger als der Louvre.

Geheimtipp: Das mittelalterliche Louvre

Die meisten Besucher hetzen direkt zur Mona Lisa – und verpassen dabei einen der ruhigsten und beeindruckendsten Orte im gesamten Haus: Tief unter dem Sully-Flügel, auf Ebene -1, liegen die Überreste der mittelalterlichen Festung Philipps II. von 1190. Der Burgfried, der Graben, die Fundamente der Rundtürme – alles originalgetreu freigelegt und begehbar. Wer dort hinuntersteigt, verlässt das Museum und betritt buchstäblich das Mittelalter. Fast immer menschenleer, und im regulären Eintrittspreis inklusive.

Ebenfalls kaum bekannt: die Pyramide Inversée im Carrousel du Louvre – die nach unten weisende Glaspyramide im Untergeschoss der Shopping-Galerie. Sie ist das architektonische Gegenstück zur großen Pyramide oben und ein überraschend fotogener Ort, den die meisten Touristen schlicht übersehen.

Fazit: Der Louvre und der Tuileriengarten sind zwei Seiten derselben Münze – und gemeinsam ergeben sie das vielleicht beeindruckendste Museumsensemble der Welt. Plant mindestens einen vollen Tag, bucht Tickets im Voraus und lasst euch nicht von der schieren Größe erschlagen. Alle Infos und Angebote für Paris findet ihr auf unserer Paris-Seite – oder ihr sichert direkt einen Kurzurlaub in Paris mit Bootsfahrt auf der Seine.

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