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Kirschgarten - Mainz
Kirschgarten
Mitten in der Mainzer Altstadt verbirgt sich ein Ort, den selbst viele Einheimische als ihren heimlichen Lieblingsplatz bezeichnen: der Kirschgarten in Mainz. Ein kleiner, kopfsteingepflasterter Platz, gesäumt von prächtigen Fachwerkhäusern aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, dessen Charme auf Anhieb in seinen Bann zieht. Wer hier steht, meint fast, die Zeit sei stehen geblieben – und das mitten in einer lebendigen Landeshauptstadt.
Keine Warteschlangen, kein Eintritt, keine Schranken. Nur Pflastersteine, Holzbalken, Erkerfenster und mittendrin der alte Marienbrunnen. Das ist das Rezept des Kirschgartens: bescheiden im Aufwand, gewaltig in der Wirkung. Ein Pflichtbesuch – sowohl für Ersttouristinnen und Ersttouristen als auch für alle, die Mainz schon zu kennen glauben.
Bild: © Landeshauptstadt Mainz
Der Kirschgarten in Mainz zählt zu den schönsten und geschichtsträchtigsten Plätzen der Rhein-Main-Region. Wer durch seine engen Gassen schlendert, betritt buchstäblich einen Ort, der seit dem Mittelalter nahezu unverändert seine Gestalt bewahrt hat – zumindest dem Charakter nach. Die Fachwerkhäuser stehen heute noch so, wie sie einst erbaut wurden: wuchtig, warm, mit viel Holz und Charakter.
Der Platz liegt keine 500 Meter vom Rheinufer entfernt, versteckt zwischen der Augustinerstraße und dem Leichhof. Wer ihn sucht, findet ihn – wer zufällig hineinstolpert, ist verzaubert. Genau diese unerwartete Entdeckung macht den Kirschgarten zu einem der überraschendsten Highlights eines Mainz-Besuchs.
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Was macht den Kirschgarten in Mainz so besonders?
Auf den ersten Blick ist der Kirschgarten nur ein kleiner Platz. Beim zweiten Blick wird er zum Zeitfenster: In kaum einem anderen deutschen Stadtzentrum hat sich ein so geschlossenes Ensemble mittelalterlicher Bürgerhausarchitektur erhalten. Das liegt auch daran, dass Mainz im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört wurde – der Kirschgarten überstand die Bombenangriffe und steht heute als eines der letzten authentischen Zeugnisse der alten Stadt.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Erster urkundlicher Nachweis | 1329 |
| Alter der Häuser | 15. bis 18. Jahrhundert |
| Ältestes Gebäude | Haus zum Aschaffenburg (~1500) |
| Historische Besonderheit | Verbindung zu Johannes Gutenberg |
| Zentrales Element | Kirschgartenbrunnen / Marienbrunnen (1932) |
| Eintritt | Kostenlos, öffentlich zugänglich |
| Beste Reisezeit | Frühling und Sommer |
Dazu kommt eine kuriose historische Verknüpfung: Das Haus zum Aschaffenburg auf dem Kirschgarten diente einmal als Bürgschaft für einen Kredit, den Arnold Gelthus – der Vetter von Johannes Gutenberg – für den berühmten Mainzer Erfinder aufnahm. Gutenberg wohnte in der Nähe, und sein Geist scheint noch über dem Platz zu schweben, der so viel erzählt, wenn man ihm nur zuhört.
Geschichte und Entstehung
Seinen Namen verdankt der Platz nicht etwa Kirschbäumen, sondern einer Quelle namens Kirschborn, die einst am alten Rochushospital entsprang. Der Name „Kirschgarten" taucht erstmals 1329 in Quellen auf – zu einer Zeit, als dieser Teil der Stadt zur sogenannten Nova Civitas gehörte, einer mittelalterlichen Stadterweiterung von Mainz, die bereits im 13. und 14. Jahrhundert dicht bebaut war.
Während der französischen Besatzungszeit unter Napoleon wurde der Platz im Stadtplan als Jardin des cerisiers – Kirschgarten auf Französisch – geführt. Ein schöner Zufall: Der Name hatte sich selbst übersetzt. Nach der napoleonischen Ära lebte der alte deutsche Name wieder auf und blieb bis heute erhalten.
Die tiefgreifende Sanierung der Häuser fand zwischen 1976 und 1979 statt. Dabei wurde das Fachwerk freigelegt, das bis dahin unter mehreren Putzschichten verborgen gewesen war – was dem Platz seinen heutigen, so charakteristischen Anblick gab.
Bild: © Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH
Architektur: Die Fachwerkhäuser des Kirschgartens
Die Gebäude rund um den Kirschgarten sind keine Kulisse, sondern echte Bürgerhäuser mit langer Geschichte. Das älteste noch erhaltene ist das Haus zum Aschaffenburg, das um 1500 errichtet wurde und damit als das älteste Fachwerkhaus von Mainz gilt. Die typischen Erkerfenster, die Holzschnitzereien an den Türen und die schlichten, aber stattlichen Proportionen erzählen von einer Baukunst, die ganz ohne Beton und Glas auskam.
- Fachwerkhäuser aus dem 15. bis 18. Jahrhundert
- Haus zum Aschaffenburg: ältestes erhaltenes Fachwerkhaus Mainz (~1500)
- Geschnitzte Holztüren als kunsthandwerkliches Highlight
- Erkerfenster mit Blumenkästen – oft noch mit Originalsubstanz
- Kopfsteinpflasterplatz mit zentralem Marienbrunnen (1932)
- Der Marienbrunnen trägt eine Kopie der Harxheimer Madonna
- Historische Hausnamen statt Hausnummern: Zum Aschaffenburg, Zum Grünen Hut, Zur Goldenen Glocke
Der Marienbrunnen – offiziell Kirschgartenbrunnen – wurde am 3. September 1932 vom Mainzer Verschönerungsverein gestiftet und ersetzte einen älteren, nicht mehr funktionsfähigen Eisenbrunnen. Das Brunnenmädchen obenauf ist eine Kopie der Harxheimer Madonna und gibt dem Platz eine stille, fast andächtige Mitte.
Gut zu wissen: Kirschgarten Mainz besuchen
Der Kirschgarten ist eine öffentliche Fläche – kein Museum, kein Eintritt, keine festen Öffnungszeiten. Das macht ihn zu einem der unkompliziertesten Ausflugsziele, die Mainz zu bieten hat. Er ist zu Fuß von nahezu jeder Mainzer Sehenswürdigkeit in wenigen Minuten erreichbar.
| Info | Details |
|---|---|
| Adresse | Kirschgarten, 55116 Mainz |
| Öffnungszeiten | Öffentlicher Platz, jederzeit frei zugänglich |
| Eintritt | Kostenlos |
| Parken | Tiefgarage Markt oder Römerpassage in der Nähe |
| ÖPNV | Straßenbahn / Bus: Haltestelle Dom/Liebfrauenplatz oder Schillerplatz |
| Anreise mit dem Zug | Mainz Hauptbahnhof, dann ca. 15 Minuten zu Fuß oder Tram |
| Beste Tageszeit | Morgens für Ruhe, mittags für Atmosphäre und Cafés |
| Barrierefreiheit | Kopfsteinpflaster, eingeschränkt rollstuhlgerecht |
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Mainz entdecken – der Kirschgarten und seine Umgebung
Wer den Kirschgarten besucht, steht im Herz der Mainzer Altstadt. Und das ist im doppelten Sinne schön: Einerseits ist der Platz selbst ein Genuss, andererseits liegt er perfekt für einen ausgedehnten Altstadtspaziergang. Keine 300 Meter trennen den Kirschgarten vom mächtigen Dom St. Martin – mit seinen romanischen Türmen und rund 1.000 Jahren Baugeschichte ein unverzichtbares Ziel jedes Mainz-Besuchs.
Wer Zeit mitbringt, sollte auch die St. Stephanskirche nicht verpassen: Dort hängen neun leuchtend blaue Glasfenster von Marc Chagall – die einzigen Chagall-Fenster in ganz Deutschland, entstanden zwischen 1978 und 1985. Ein unvergesslicher Anblick, gerade am Nachmittag, wenn das Licht durch das blaue Glas fällt.
- Mainzer Dom: ca. 5 Minuten zu Fuß, Eintritt frei
- Augustinerkirche: direkt benachbart, beeindruckender Barockbau
- St. Stephanskirche: Chagall-Fenster, einzigartig in Deutschland
- Hollagäßchen: malerische Nebengasse in der Altstadt
- Leichhof: historischer Nachbarplatz mit eigenem Brunnen
- Rheinufer: ca. 500 m entfernt, herrliches Panorama und Promenade
Bild: © Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH
Mainz ist kompakt genug, um in einem Kurzurlaub wirklich viel zu erleben – und gleichzeitig groß genug, um eine gute Hotelauswahl zu bieten. Wer zentral wohnt, hat den Kirschgarten, den Dom und die Rheinpromenade in wenigen Gehminuten.
Geheimtipp: Was nur wenige Mainz-Besucher wissen
Unser Geheimtipp: Besucht den Kirschgarten am frühen Morgen unter der Woche – möglichst zwischen 8 und 9 Uhr. Dann ist der Platz noch nahezu menschenleer, die ersten Cafés öffnen ihre Türen, und das Morgenlicht fällt schräg auf die alten Holzfassaden. Eine kurze Stille mitten in der Stadt, die man so selten findet.
Wer genau hinschaut, entdeckt an einigen Häusern des Kirschgartens noch die alten Hausnamen, die früher statt Hausnummern zur Orientierung dienten: Zum Aschaffenburg, Zum Grünen Hut, Zur Goldenen Glocke. Diese Tradition geht auf das Mittelalter zurück und macht den Kirschgarten zu einem kleinen kulturhistorischen Rätsel für Neugierige. Wer möchte, kann dabei auf den Spuren von Johannes Gutenberg wandeln – die Verbindung des berühmten Mainzer Erfinders zu diesem Platz macht jeden Besuch ein Stückchen bedeutsamer.
Wo befindet sich der Kirschgarten in Mainz?
Der Kirschgarten liegt im Herz der Mainzer Altstadt, zwischen Augustinerstraße und Leichhof, nur wenige Gehminuten vom Mainzer Dom und rund 500 Meter vom Rheinufer entfernt. Die Adresse lautet: Kirschgarten, 55116 Mainz.
Was kostet der Eintritt zum Kirschgarten in Mainz?
Der Kirschgarten ist ein öffentlicher Platz und kostenlos zugänglich – rund um die Uhr, an jedem Tag des Jahres. Es gibt weder Eintrittsgebühren noch feste Öffnungszeiten.
Warum heißt es Kirschgarten, obwohl es keine Kirschbäume gibt?
Der Name leitet sich nicht von Kirschbäumen ab, sondern von der Quelle Kirschborn, die einst am alten Rochushospital in diesem Bereich entsprang. Erstmals urkundlich belegt wurde der Name 1329. Während der Napoleonischen Zeit wurde der Platz als Jardin des cerisiers (Kirschgarten auf Französisch) im Stadtplan geführt.
Was gibt es am Kirschgarten in Mainz zu sehen?
Der Kirschgarten beeindruckt mit einem geschlossenen Ensemble aus Fachwerkhäusern aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, dem historischen Marienbrunnen (Kirschgartenbrunnen, 1932) und dem ältesten erhaltenen Fachwerkhaus von Mainz, dem Haus zum Aschaffenburg aus etwa 1500. Zudem gibt es Cafés, kleine Läden und eine besondere historische Verbindung zu Johannes Gutenberg.
Wie komme ich zum Kirschgarten in Mainz?
Mit dem ÖPNV: Straßenbahn oder Bus bis zur Haltestelle Dom/Liebfrauenplatz oder Schillerplatz, dann ca. 5 Minuten zu Fuß. Mit dem Zug: Mainz Hauptbahnhof, dann Tram oder ca. 15 Minuten Fußweg durch die Altstadt. Mit dem Auto: Tiefgarage Markt oder Römerpassage – der Kirschgarten ist von dort fußläufig erreichbar.