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Kap Arkona
Kap Arkona – Leuchttürme & Steilküste auf Rügen
Wer einmal ganz oben auf Rügen stehen will – im buchstäblichen wie im geografischen Sinne –, kommt am Kap Arkona nicht vorbei. Das nördlichste Kap der Insel thront über der Ostsee, schaut gleichzeitig nach Schweden und zurück auf Jahrtausende Geschichte. Drei markante Türme, eine wilde Steilküste und das Echo slawischer Götter: Kap Arkona ist ein Ort, an dem sich Natur und Vergangenheit auf ungewöhnliche Weise berühren.
Wer Rügen kennenlernen möchte, findet auf der Insel Rügen noch viele weitere Highlights – von den Kreidefelsen bei Jasmund bis zum mondänen Ostseebad Binz. Kap Arkona aber ist das, wovon Reisende später noch erzählen.
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Was ist Kap Arkona?
Kap Arkona liegt an der nördlichsten Spitze der Insel Rügen, in der Gemeinde Putgarten im Landkreis Vorpommern-Rügen. Die Halbinsel Wittow, auf der das Kap liegt, ragt wie ein Zeigefinger in die Ostsee – und endet abrupt an Steilklippen, die bis zu 45 Meter in die Tiefe fallen. Bei klarem Wetter ist von hier aus die schwedische Küste ebenso sichtbar wie die Insel Hiddensee im Westen.
Was die wenigsten wissen: Der Begriff „Arkona" stammt aus der slawischen Sprache und bedeutet so viel wie „vorspringende Landspitze". Eine treffendere Beschreibung gibt es kaum.
Jaromarsburg – das letzte Heiligtum der Slawen
Lange bevor Schinkel hier Pläne zeichnete, war Kap Arkona eines der mächtigsten religiösen Zentren der slawischen Welt. Die Jaromarsburg, ein gewaltiger Ringwall aus dem 9. bis 12. Jahrhundert, schützte den Tempel des vierköpfigen Gottes Svantevit – dem höchsten Heiligtum der Rügenslawen. Im Jahr 1168 erstürmte der dänische König Waldemar I. gemeinsam mit Bischof Absalon die Burg, zerstörte den Tempel und christianisierte die Bevölkerung. Heute sind die mächtigen Erdwälle des Ringwalls noch sichtbar und zeugen von jener untergegangenen Welt. Ein kurzer Spaziergang vom Parkplatz der Türme reicht, um die Anlage zu erkunden – Schautafeln erklären die Geschichte.
Die drei Türme am nördlichsten Kap
Was Kap Arkona von anderen Kaps unterscheidet: Es stehen hier gleich drei historische Türme fast nebeneinander – und jeder hat seine eigene Geschichte zu erzählen.
Der Schinkelturm (Alter Leuchtturm)
Der älteste Turm des Kaps wurde 1827 nach Entwürfen des preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel errichtet. Der achteckige, rund 20 Meter hohe Ziegelbau war von 1828 bis 1905 als Leuchtturm in Betrieb. Heute beherbergt er ein kleines Museum und kann bestiegen werden – mit herrlichem Ausblick über die Steilklippen. Schinkels charakteristische Handschrift ist überall zu spüren: klare Formen, roter Backstein, preußische Nüchternheit mit einem Hauch Pathos.
Der Neue Leuchtturm
Als der Schinkelturm für den wachsenden Schiffsverkehr zu schwach wurde, baute man 1902 einen neuen, kräftigeren Leuchtturm: 35 Meter hoch, rund, aus Backstein – und mit einer Leuchte, die bei guten Bedingungen bis zu 47 Seemeilen weit sichtbar ist. Er ist der einzige der drei Türme, der noch aktiv in Betrieb ist. Besucher können ihn besteigen und werden mit einem Panorama über die Ostsee und die Steilküste belohnt.
Der Peilturm
Der jüngste der drei Türme wurde 1927 errichtet und diente der nautischen Peilung – Schiffe konnten mithilfe der Funkanlage im Turm ihre Position in der Ostsee bestimmen. Der 21 Meter hohe Rundbau aus Beton ist heute als Museum zugänglich und erzählt die Geschichte der Seefahrtsnavigation an der Rügener Küste. In seinen besten Zeiten koordinierte er den maritimen Verkehr durch die Gewässer zwischen Rügen und Schweden.
Bild: © Tourismuszentrale Rügen / Christian Thiele
Wandern, Kutschfahrt & mehr: Aktivitäten am Kap Arkona
Kap Arkona ist kein Erlebnispark – und das ist sein größtes Plus. Was hier zählt: gute Luft, weite Blicke und der unwiderstehliche Drang, einfach an der Steilküste entlangzuspazieren.
- Türme besteigen: Alle drei Türme sind saisonal zugänglich (ca. April bis Oktober). Schinkelturm und Peilturm haben Museumsausstellungen, der Neue Leuchtturm bietet den besten Panoramablick aus 35 Metern Höhe.
- Steilküstenweg: Ein markierter Wanderweg führt entlang der Klippen. Besonders eindrucksvoll ist der Weg Richtung Westen mit Blick auf Hiddensee.
- Jaromarsburg erkunden: Der slawische Ringwall liegt nur wenige Gehminuten von den Türmen entfernt und ist kostenlos zugänglich.
- Pferdekutsche & Bimmelbahn: Da das Kap ab Putgarten Fußgängerzone ist, kommt man entweder zu Fuß (ca. 2 km, etwa 20–25 Min.) oder bequem per Pferdekutsche bzw. Touristenbahn.
- Fotografieren: Das goldene Licht zum Sonnenuntergang über den Türmen ist legendär. Früh morgens gehört das Kap fast allein dir.
- Ausflug nach Wiek: Das kleine Fischerdorf Wiek liegt nur wenige Kilometer entfernt und eignet sich wunderbar als entspannte Ergänzung zum Kap-Besuch.
Wer Zeit mitbringt, kombiniert den Besuch mit einem Abstecher nach Breege oder ans Kap Nordperd – zwei Orte, die das nordische Flair von Rügens Nordspitze besonders gut einfangen.
Bild: © Krüger, Torsten / Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern
Anreise, Parken & Praktische Infos zu Kap Arkona
| Adresse Parkplatz | Putgarten, 18556 Putgarten (Rügen) |
| Parkplatz → Kap | ca. 2 km (Fußweg: ~25 Min.) |
| Transport | Pferdekutsche oder Bimmelbahn (kostenpflichtig, saisonal) |
| ÖPNV | Bus 403 ab Bergen auf Rügen bis Putgarten |
| Öffnungszeiten Türme | Ca. April–Oktober, 10:00–18:00 Uhr (saisonal variierend) |
| Eintritt Türme | Ca. 3–6 € pro Turm, Kombiticket erhältlich |
| Ringwall (Jaromarsburg) | Kostenlos, ganzjährig zugänglich |
| Hunde | Erlaubt im Außenbereich, in Türmen i. d. R. nicht |
| Gastronomie | Bistro und Café am Kap, saisonal geöffnet |
Wer mit dem Rad anreist, findet auf der deutschen Ostseeküste gut ausgeschilderte Radrouten bis ans Kap. Der Ostseeküstenradweg führt durch Wiek direkt zur Nordspitze Rügens.
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Geheimtipp: Was die meisten Kap-Besucher verpassen
Die meisten Besucher kommen mittags, schauen sich die Türme an, knipsen ein Selfie und fahren wieder. Wer wirklich früh aufsteht – kurz nach Sonnenaufgang –, hat das Kap für sich. Das Licht ist anders, die Luft ist ruhiger, und die Kormorankolonie auf den Klippen im Westen lässt sich ungestört beobachten.
Ein echter Geheimtipp für Geschichtsbegeisterte: Der Jaromarsburg-Kulturtag, ein jährlich stattfindendes Festival, bei dem Darsteller das Leben der Rügenslawen im frühen Mittelalter lebendig werden lassen. Handwerk, Musik und historische Kostüme – hier begegnet man echter Geschichtsatmosphäre, keinem Touristenkitsch. Den genauen Termin findest du im Veranstaltungskalender der Gemeinde Putgarten.
Und für Fernblick-Romantiker: Von Kap Arkona kann man an klaren Tagen mit einem Fernglas die Halbinsel Falsterbo an der schwedischen Küste erkennen. Schweden und Rügen – getrennt durch etwa 100 Kilometer Ostsee und ein paar Jahrhunderte Geschichte.
FAQ: Häufige Fragen zu Kap Arkona
- Wie komme ich zum Kap Arkona?
- Mit dem Auto bis Putgarten fahren, dort parken (kostenpflichtig), dann ca. 2 km zu Fuß, per Pferdekutsche oder mit der Bimmelbahn zum Kap. Öffentlich: Bus 403 ab Bergen auf Rügen bis Putgarten.
- Was kostet der Eintritt?
- Für die einzelnen Türme gibt es separate Eintritte (ca. 3–6 € je Turm) sowie ein Kombiticket für alle drei Türme. Der Außenbereich und die Jaromarsburg sind kostenlos zugänglich.
- Kann ich die Leuchttürme besteigen?
- Ja, der Neue Leuchtturm (35 m) und der Schinkelturm sind besteigbar. Der Neue Leuchtturm bietet mit Abstand den besten Panoramablick über Ostsee und Steilküste.
- Wann ist die beste Reisezeit für Kap Arkona?
- Frühling (Mai/Juni) und Herbst (September/Oktober) sind ideal: weniger Besucherandrang, klare Luft und wunderschönes Licht. Im Hochsommer kann es an Wochenenden sehr voll werden.
- Ist Kap Arkona für Kinder geeignet?
- Ja! Besonders die Bimmelbahn und die Pferdekutsche begeistern Kinder. An der Steilküste sollte man mit kleinen Kindern vorsichtig sein und die Absperrungen beachten.
- Gibt es Unterkunft in der Nähe?
- Direkt am Kap nicht, aber in Putgarten und Wiek gibt es Ferienwohnungen und kleine Pensionen. Für mehr Auswahl empfiehlt sich ein Blick auf das Angebot auf ganz Rügen.