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Käppele Würzburg
Käppele Würzburg – barocke Wallfahrtskirche hoch über der Stadt
Wer in Würzburg ankommt und den Blick über die Dächer schweifen lässt, entdeckt sie fast unweigerlich: zwei schlanke Zwiebeltürme, die sich hoch oben auf dem Nikolausberg über dem Weinberghang erheben. Das Käppele – offiziell die Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung und Schmerzhafte Muttergottes – gehört zu den beeindruckendsten Barockbauten Unterfrankens und zieht seit Jahrhunderten Pilger, Kunstfreunde und Neugierige gleichermaßen an. Wer Würzburg besucht, sollte dem Käppele unbedingt einen Besuch abstatten – nicht nur wegen der Kirche selbst, sondern auch wegen des atemberaubenden Panoramas über die Altstadt.
Der Weg hinauf ist dabei schon ein Erlebnis für sich: Ein geschwungener Treppenaufgang mit fünf Terrassen und 14 Kreuzwegstationen, bevölkert von 77 lebensgroßen Figuren aus Sandstein, führt Schritt für Schritt zur Kirche empor. Ob als stille Andacht, Ausflugsziel oder einfach für den unvergleichlichen Ausblick über Würzburg – das Käppele ist ein Ort, der nachwirkt.
Geschichte und Architektur der Wallfahrtskirche
Die Geschichte des Käppele beginnt bescheiden – und wird rasch wundersam. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges, vermutlich um 1642, soll ein Fischersohn am Mainufer eine hölzerne Pietà gefunden haben. Er brachte die Figur auf den Nikolausberg und stellte sie als Bildstock in den Weinbergen auf. Schon bald berichteten Menschen von Lichterscheinungen und Heilungen an dieser Stelle. Der Zulauf wuchs, und aus dem schlichten Bildstock wurde zunächst eine kleine Kapelle – eben das „Käppele", das fränkische Diminutiv für Kapelle.
Gut hundert Jahre später, ab 1747, erhielt die Wallfahrtsstätte ihr heutiges Gesicht. Balthasar Neumann, der geniale Barockbaumeister, der auch die Würzburger Residenz mitgeprägt hatte, entwarf den Neubau. Fürstbischof Anselm Franz von Ingelheim genehmigte die Pläne, und bereits 1748 erfolgte die Grundsteinweihe. Nur ein Jahr später stand der Rohbau mit der charakteristischen Kuppel. Die beiden schlanken Zwiebeltürme erreichen eine Höhe von 34 Metern, die Kuppel des Zentralbaus misst 25 Meter – ein harmonisches, luftiges Ensemble, das sich perfekt in die Weinbergterrassierung des Nikolausbergs einfügt.
Im Inneren erwartet Besucherinnen und Besucher ein farbenprächtiges Gesamtkunstwerk des fränkischen Barocks. Stuckarbeiten, vergoldete Altäre und Deckenfresken schaffen eine sakrale Atmosphäre, die trotz aller Pracht nie überwältigend wirkt. Im Mittelpunkt steht die Gnadenkapelle: Sie befindet sich genau an der Stelle, an der einst der ursprüngliche Bildstock stand, und bewahrt die verehrte Pietà, um die alles begann.
Ebenso eindrucksvoll ist der äußere Aufgang. Der geschwungene Treppenweg mit fünf Terrassen wurde zwischen 1761 und 1769 von Dominikus Ickelsheimer erbaut. Entlang des Weges stehen die 14 Kreuzwegstationen mit insgesamt 77 lebensgroßen Sandsteinfiguren – ein Werk der Würzburger Bildhauer Johann Peter und Simon Wagner, das zwischen 1767 und 1778 entstand. Dieser Kreuzweg ist nicht nur ein religiöses Kunstwerk, sondern auch ein begehbares Freilichtmuseum des fränkischen Barock.
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Wie kommt man zum Käppele in Würzburg?
Das Käppele liegt an der Adresse Spittelbergweg 21, 97082 Würzburg, hoch oben auf dem Nikolausberg – und genau dieser Aufstieg gehört zum Erlebnis. Der schönste Weg führt zu Fuß über den historischen Kreuzweg: Startpunkt ist die Löwenbrücke in der östlichen Nikolausstraße, von wo aus der geschwungene Treppenaufgang direkt zur Kirche führt. Wer die rund 200 Stufen erklimmt, wird dabei von den eindrucksvollen Kreuzwegstationen begleitet und hat unterwegs bereits schöne Ausblicke auf die Würzburger Altstadt.
Wer lieber mit dem Auto anreist, findet nahe der Kirche einen kleinen Parkplatz. Mit dem Bus ist das Käppele ebenfalls gut erreichbar – die nächste Haltestelle liegt unweit der Aufgangstreppen. Vom Hauptbahnhof aus dauert die Fahrt mit der Straßenbahn und einem kurzen Fußweg etwa 15 bis 20 Minuten.
Für Fahrräder eignet sich der Kreuzwegpfad weniger, da er als reiner Fußweg angelegt ist. Wer in seiner Mobilität eingeschränkt ist, kann die Fahrstraße zum Parkplatz nutzen und von dort ebenerdig zur Kirchenpforte gelangen.
Sehenswürdigkeiten rund ums Käppele
Wer das Käppele besucht, steht im Herzen einer der schönsten Städte Frankens. Der Ausblick von den Terrassen der Wallfahrtskirche hinunter auf Würzburg ist ein Highlight für sich: Die Türme des Doms, die barocke Fassade der Residenz, die steinerne Alte Mainbrücke mit ihren Heiligenfiguren – alles liegt wie ein Gemälde zu Füßen des Besuchers.
Unmittelbar in der Nähe lohnt sich der Abstieg in Richtung Festung Marienberg, die auf dem gegenüberliegenden Mainufer-Hügel thront und ebenfalls zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört. Vom Käppele aus ist die Festung über Weinbergwege in rund 20 Gehminuten erreichbar.
Die Würzburger Residenz, eines der bedeutendsten Barockschlösser Europas und UNESCO-Weltkulturerbe, liegt in der Innenstadt und ist vom Käppele-Aufgang bequem zu Fuß zu erreichen. Das berühmte Treppenhaus mit dem weltgrößten Deckenfresko von Giovanni Battista Tiepolo beeindruckt jeden Besucher.
Wer sich nach dem Aufstieg etwas gönnen möchte, findet in der Würzburger Altstadt zahlreiche fränkische Weinstuben und Straußenwirtschaften – ideal, um den regionalen Silvaner oder Müller-Thurgau aus den umliegenden Weinbergen zu probieren. Der Blick vom Käppele auf die terrassierten Weinberge erinnert daran, dass Würzburg inmitten des größten zusammenhängenden Weinbaugebiets Bayerns liegt.
Praktische Informationen auf einen Blick
| Information | Details |
|---|---|
| Adresse | Spittelbergweg 21, 97082 Würzburg |
| Öffnungszeiten | Täglich ab 8:00 Uhr; Sommer bis 18:00 Uhr, Winter bis 16:00 Uhr; Sonn- und Feiertage bis 18:30 Uhr |
| Eintritt | Kostenlos (freiwillige Spenden willkommen) |
| Anfahrt mit Bus | Haltestelle nahe Löwenbrücke / Nikolausstraße |
| Parken | Kleiner Parkplatz am Spittelbergweg |
| Baujahr | Ab 1747 (Grundsteinweihe 1748), Architekt: Balthasar Neumann |
| Kreuzweg | 14 Stationen, 77 Sandsteinfiguren (Johann Peter und Simon Wagner, 1767–1778) |
| Turmhöhe | 34 Meter (Zwiebeltürme), 25 Meter (Kuppel) |
| Besonderheit | Gnadenkapelle mit original Pietà von ca. 1642 |
- Der Aufstieg über den Kreuzweg dauert etwa 10–15 Minuten
- Der Ausblick auf die Würzburger Altstadt ist von den Kirchenterrassen besonders schön
- Gottesdienste finden regelmäßig statt – Besuchszeiten beachten
- Fotografieren im Kircheninneren ist mit Rücksicht auf Andächtige möglich
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FAQ – Häufige Fragen zum Käppele
Ist das Käppele ganzjährig geöffnet?
Ja, die Wallfahrtskirche ist das ganze Jahr über täglich geöffnet. Im Sommer von 8:00 bis 18:00 Uhr, im Winter bis 16:00 Uhr. An Sonn- und Feiertagen bleibt sie bis 18:30 Uhr geöffnet.
Ist der Eintritt kostenlos?
Ja, der Besuch des Käppele ist vollkommen kostenlos. Freiwillige Spenden zur Erhaltung des barocken Denkmals sind herzlich willkommen.
Wer hat das Käppele erbaut?
Der berühmte Barockarchitekt Balthasar Neumann entwarf die heutige Wallfahrtskirche, die ab 1747 errichtet wurde. Die Grundsteinweihe fand 1748 statt.
Wie lange dauert der Aufstieg zum Käppele?
Der Aufstieg über den Kreuzweg mit seinen rund 200 Stufen dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Wer möchte, kann auch per Auto über den Spittelbergweg zum Parkplatz nahe der Kirche fahren.
Geheimtipp: Was die wenigsten über das Käppele wissen
Das Käppele ist viel mehr als eine Kirche – es ist ein Aussichtspunkt erster Güte, der selbst von vielen Würzburgern kaum frequentiert wird. Wer frühmorgens kurz nach der Öffnung um 8:00 Uhr heraufsteigt, hat die Anlage meist ganz für sich: Die Weinberge leuchten im Morgenlicht, der Main glänzt silbern in der Tiefe, und über der Residenz liegt noch der Morgendunst. Ein magisches Bild, das kein Touristenführer beschreibt.
Noch ein Insidertipp: Der seitliche Blick von der nördlichen Terrasse hinüber zur Festung Marienberg ist fotografisch kaum zu übertreffen – beide barocken Wahrzeichen Würzburgs in einem Bild, dazwischen der grüne Weinberghang. Diesen Standpunkt finden nur wenige Besucher, weil er etwas abseits des direkten Aufgangs liegt.
Wer außerdem weiß, wo er schauen muss, entdeckt im Kircheninneren eine kleine Besonderheit: Die ursprüngliche hölzerne Pietà aus dem 17. Jahrhundert ist bis heute erhalten und in der Gnadenkapelle zu sehen. Sie ist der eigentliche Ursprung von allem – ein schlichtes Holzbildnis, das eine ganze Wallfahrtskirche aus dem Boden stampfte.