Alte Mainbrücke Würzburg

Bild: © Stadt Würzburg

Alte Mainbrücke: Auf einen Schoppen mit Aussicht

In Würzburg ist die Alte Mainbrücke Kult. Hier trifft man sich, um ein Glas Frankenwein zu trinken, eine Bratwurst zu essen und den Sonnenuntergang zu beobachten.

Die aktuelle Mainbrücke ist eigentlich die Neue, denn die erste Brücke über den Fluss wurde hier schon 1120 errichtet. Hochwasser und Holzstämme, die auf dem Main transportiert wurden, setzten der Konstruktion jedoch so zu, dass ein Neubau hermusste, die heutige Alte Mainbrücke. Bis 1886 war sie sogar Würzburgs einziger Flussübergang. 1476 begann man mit dem Neubau. Bis ins 18. Jahrhundert war sie komplett mit Buden bebaut, wie die Krämerbrücke in Erfurt. In der Barockzeit wurden dann die Tore und Türme abgerissen und durch Heiligenfiguren ersetzt, die bis heute den Anblick prägen. Die Schäden aus dem Jahr 1945 restaurierte man in der Nachkriegszeit und seit 1990 ist die Alte Mainbrücke für den Straßenverkehr gesperrt.

Chillen mit Mainblick

Seitdem ist die Brücke der Treffpunkt für Würzburger. Direkt vor Ort wird der Brückenshoppen gegen 5 Euro Pfand to go ausgeschenkt, auch eine Mühlenbratwurst bekommt man für ein paar Euro auf die Hand. Unbezahlbar ist dagegen die Aussicht auf die Festung, Käppele und Würzburgs Weinberge. Eine schönere Kulisse für den abendlichen Absacker kann man sich nicht wünschen.

Würzburg lohnt sich als Reiseziel allemal – die Angebote oben zeigen dir passende Reisepakete für deinen Franken-Kurztrip. Und jetzt zu dem, was die Alte Mainbrücke wirklich besonders macht.

Was macht die Alte Mainbrücke so besonders?

Die Alte Mainbrücke ist weit mehr als ein Verkehrsweg – sie ist seit Jahrhunderten das soziale Zentrum Würzburgs. Drei Dinge machen sie unverwechselbar:

  • Der Brückenschoppen: Würzburgs bekannteste Freiluft-Weinstube direkt auf der Brücke. Gegen ein kleines Pfand bekommst du deinen Frankenwein im Bembel, die Mühlenbratwurst gibt es für ein paar Euro dazu.
  • Die Aussicht: Von der Brücke aus siehst du gleichzeitig die Festung Marienberg, das Käppele auf dem Nikolausberg, die Würzburger Weinberge und die Altstadt – kaum eine Kulisse in Franken schlägt das.
  • Die Geschichte: Über 900 Jahre Brückengeschichte stecken in diesem Übergang. Die heutige Steinbrücke stammt von 1476, die zwölf Barockskulpturen wurden im 18. Jahrhundert aufgestellt.

Hinzu kommt: Seit 1990 ist die Brücke für den Autoverkehr gesperrt. Das macht sie zu einem der wenigen wirklich autofreien Treffpunkte in einer deutschen Innenstadt – ein Ort, an dem man einfach stehen, reden und schauen kann, ohne auf Autos achten zu müssen. Würzburg ohne Alte Mainbrücke ist schlicht undenkbar.

Bild: © Würzburg

Die Heiligenfiguren der Alten Mainbrücke

Zwölf überlebensgroße Barockskulpturen stehen auf den Brüstungen der Alten Mainbrücke. Sie wurden im frühen 18. Jahrhundert aufgestellt und ersetzen die früheren Tore und Türme, die in der Barockzeit abgerissen worden waren. Alle Figuren haben einen Bezug zu Würzburg, zum Bistum oder zur Kirchengeschichte Frankens.

Heilige/r Bedeutung
Hl. Kilian Patron des Bistums Würzburg, irischer Wanderbischof, 689 n. Chr. in Würzburg martyrisiert
Hl. Kolonat Gefährte Kilians, ebenfalls Märtyrer von Würzburg
Hl. Totnan Dritter der Würzburger Märtyrer, Begleiter des Hl. Kilian
Hl. Johann von Nepomuk Klassischer Brückenpatron – erkennbar an Sternenkranz und Kreuz
Hl. Burkard Erster Bischof von Würzburg (742–754), Freund des Hl. Bonifatius
Hl. Josef Nährvater Jesu, beliebter Patron der Barockzeit
Weitere Figuren Heilige aus der fränkischen und gesamtkirchlichen Tradition

Besonders markant ist die Figur des Hl. Johann von Nepomuk – der böhmische Priester und Märtyrer, der zum Schutzheiligen der Brücken wurde. Man erkennt ihn an einem Sternenkranz, der auf seine Legende zurückgeht: Als sein Leichnam in den Fluss geworfen wurde, sollen Sterne das Wasser erhellt haben. Auf fast jeder historischen Steinbrücke Mitteleuropas ist er zu finden – in Würzburg ist er besonders präsent.

Bild: © Stadt Würzburg

Rund um die Alte Mainbrücke: Tipps für deinen Besuch

Die Alte Mainbrücke ist rund um die Uhr und kostenlos zugänglich – keine Öffnungszeiten, keine Tickets. Hier ein paar Tipps, damit dein Besuch wirklich erinnerungswürdig wird:

  • Beste Uhrzeit: Kurz vor Sonnenuntergang, wenn die Festung Marienberg im goldenen Abendlicht leuchtet und die Weinberge sich ins Warme tauchen. Die Atmosphäre auf der Brücke ist dann besonders stimmungsvoll.
  • Brückenschoppen: Den fränkischen Wein gibt es direkt vor Ort gegen ein kleines Pfand. Eine Mühlenbratwurst kostet ein paar Euro. Kein Restaurant in der Stadt hat diese Aussicht.
  • Anreise: Die Brücke liegt fußläufig von der Innenstadt und dem Marktplatz. Vom Hauptbahnhof sind es ca. 20 Minuten zu Fuß oder wenige Minuten mit dem Bus. Parken in der Nähe ist kostenpflichtig – öffentliche Verkehrsmittel empfehlen sich.
  • Hochsaison: Im Sommer kann es besonders abends sehr voll werden. Wer entspannter schauen möchte, kommt am frühen Morgen – die Brücke im Morgenlicht ist ein ganz anderes Erlebnis.
  • Foto-Tipp: Das beste Bild der Brücke mit Festung im Hintergrund entsteht nicht auf der Brücke selbst, sondern vom Mainufer aus – einfach ein paar Meter vom Brückenkopf entfernt nach links oder rechts gehen und den richtigen Winkel suchen.

Würzburg als Übernachtungsort macht Sinn – denn die Alte Mainbrücke bei Sonnenuntergang, danach ein Abendessen in einem fränkischen Restaurant und am nächsten Morgen entspannt durch die Residenz schlendern ist ein anderes Erlebnis als der Tagesausflug. Die Hotels oben zeigen dir passende Unterkünfte direkt in Würzburg. Mehr zu Reisen nach Würzburg findest du auf unserer Übersichtsseite.

Sehenswürdigkeiten rund um die Alte Mainbrücke

Wer die Alte Mainbrücke besucht, ist automatisch mitten im schönsten Teil Würzburgs. Zu Fuß sind von der Brücke aus viele weitere Sehenswürdigkeiten erreichbar:

  • Festung Marienberg: Direkt gegenüber der Brücke thront die Festung auf einem Weinberghügel. Zu Fuß sind es ca. 15 Minuten bergauf – oder man nimmt den historischen Weinbergpfad. Von oben hat man den besten Blick auf die Brücke und die Altstadt.
  • Residenz Würzburg: Das UNESCO-Welterbe liegt nur wenige Gehminuten von der Brücke entfernt. Das weltgrößte Deckenfresko von Giovanni Battista Tiepolo im Treppenhaus ist allein schon eine Reise wert.
  • Käppele: Die weiße Wallfahrtskirche auf dem Nikolausberg ist von der Brücke aus zu sehen. Über einen langen Treppenaufgang erreichbar – mit Panoramablick über ganz Würzburg als Belohnung.
  • Dom St. Kilian: Eine der vier großen romanischen Kathedralen Deutschlands, keine zehn Minuten zu Fuß entfernt. Der Eintritt ist kostenlos.
  • Marktplatz mit Marienkapelle: Das gotische Meisterwerk und das barocke Falkenhaus prägen Würzburgs lebendigen Marktplatz – ebenfalls fußläufig von der Brücke.

Bild: © Stadt Würzburg

FAQ – Häufige Fragen zur Alten Mainbrücke

Wo liegt die Alte Mainbrücke in Würzburg?
Die Alte Mainbrücke liegt im Herzen der Würzburger Altstadt und verbindet die Innenstadt mit dem Mainviertel auf der westlichen Mainseite. Sie ist fußläufig vom Hauptbahnhof (ca. 20 Minuten) und vom Marktplatz (ca. 5 Minuten) erreichbar.

Wie alt ist die Alte Mainbrücke?
Die erste Brücke an dieser Stelle wurde bereits 1120 errichtet. Die heutige Steinbrücke entstand ab 1476 und ist damit über 500 Jahre alt. Die zwölf Barockskulpturen wurden im 18. Jahrhundert hinzugefügt.

Kostet der Besuch der Alten Mainbrücke Eintritt?
Nein, der Besuch ist kostenlos und die Brücke rund um die Uhr zugänglich. Keine Öffnungszeiten, keine Eintrittskarten, keine Voranmeldung.

Was ist der Brückenschoppen?
Der Brückenschoppen ist eine fränkische Tradition direkt auf der Alten Mainbrücke: Frankenwein im Bembel gegen ein kleines Pfand, dazu eine Mühlenbratwurst. Im Sommer besonders abends sehr beliebt.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?
Kurz vor Sonnenuntergang, wenn die Festung Marienberg im goldenen Abendlicht leuchtet. Wer mehr Ruhe möchte, kommt früh morgens – die Brücke ist dann fast menschenleer.

Geheimtipp: Die Brücke in der blauen Stunde

Die meisten Besucher kommen zur goldenen Stunde vor Sonnenuntergang – das ist schön, aber auch laut. Wer die Alte Mainbrücke wirklich für sich erleben will, kommt etwa 30 Minuten nach Sonnenuntergang, in der sogenannten blauen Stunde. Das dunkle Himmelblau hinter der beleuchteten Festung Marienberg ist eine der schönsten Stadtkulissen Deutschlands – und kaum jemand kennt diesen Moment, weil die meisten dann schon im Restaurant sitzen.

Noch ein zweiter Tipp: Am frühen Samstagmorgen ist die Brücke fast menschenleer. Kein Brückenschoppen, kein Lärm – nur der Nebel über dem Main, die ersten Sonnenstrahlen, die die Festung anleuchten, und die Möglichkeit, in aller Ruhe die Heiligenfiguren zu betrachten. Danach noch kurz zum Grünen Markt auf dem Marktplatz und frisches Brot und fränkischen Käse kaufen. Das ist Würzburg von seiner besten Seite.

Reisepakete werden geladen