Freizeitpark Rheinaue Bonn

Freizeitpark Rheinaue: Grüne Oase am Rhein

Wer einmal an einem lauen Sommerabend am Rheinauensee gesessen hat, während die Sonne hinter dem Post Tower versinkt und irgendwo in der Ferne ein Floß vorbeizieht, versteht sofort, warum Bonnerinnen und Bonner ihren Park so lieben. Der Freizeitpark Rheinaue ist mehr als eine Grünanlage – er ist ein Lebensgefühl. Auf 160 Hektar zwischen Gronau und Plittersdorf erstreckt sich das größte innerstädtische Naherholungsgebiet der Stadt, kostenlos zugänglich, rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr.

Was einst kahle Rheinwiesen und ein bedrohtes Auwald-Gelände waren, ist heute eines der schönsten Stadtparks Deutschlands – und ein eingetragenes Gartendenkmal. Wie das gelang, welche Schätze der Park birgt und warum es sich lohnt, auch als Bonn-Besucher mehr als ein paar Stunden hier zu verbringen, erfährst du auf dieser Seite. Tipp vorab: Mehr zur Stadt Bonn findest du auf unserer Übersichtsseite.

Die Rheinaue ist nicht über Nacht entstanden. Ihre Geschichte reicht zurück in die frühen 1970er-Jahre und ist eng mit einer politischen Entscheidung verknüpft, die heute kaum noch jemand kennt – obwohl sie den Charakter der ganzen Stadt geprägt hat.

Geschichte der Rheinaue: Von der BUGA zum Gartendenkmal

Die Rheinaue verdankt ihre Existenz einer cleveren Stadtpolitik: Um die damals bedrohten Rheinwiesen vor Bauflächen für das wachsende Parlamentsviertel zu retten, bewarb sich Bonn um die Ausrichtung der Bundesgartenschau 1979. Die Bewerbung hatte Erfolg – und damit begann eine der größten Umgestaltungen, die Bonn je erlebt hat.

Den Entwurfswettbewerb gewann der Münchner Landschaftsarchitekt Gottfried Hansjakob gemeinsam mit seinem Bruder Anton. Ihr Konzept teilte das Gelände in drei Zonen: einen Höhenbereich, einen Parkbereich und den eigentlichen Auenbereich entlang des Rheins. Zwischen 1974 und 1976 wurden die Pflanzen gesetzt, rund 3,2 Millionen Kubikmeter Erde bewegt – ein Großteil davon stammte aus dem Aushub des Autobahnbaus der A59 in Beuel. Am 27. April 1979 wurde der fertige Park zur 15. Bundesgartenschau feierlich eröffnet. Über 6 Millionen Besucher kamen in jenem Sommer.

Doch anders als viele andere BUGA-Geländer wurde die Rheinaue dauerhaft als öffentlicher Park erhalten. Im Dezember 2017 folgte die offizielle Anerkennung: Die Anlage wurde als Gartendenkmal unter Schutz gestellt – ein seltener Status, der die historische und kulturelle Bedeutung des Parks unterstreicht.

Eckdaten auf einen Blick

MerkmalDetails
Eröffnung27. April 1979 (BUGA 15)
Gesamtfläche160 Hektar (linkes + rechtes Rheinufer)
Erdarbeiten3,2 Millionen m³ bewegt
Besucher BUGA 1979über 6 Millionen
Denkmalschutzseit Dezember 2017 (Gartendenkmal)
PlanerGottfried & Anton Hansjakob (München)
Wegenetzca. 45 km Fuß- und Radwege

Was gibt es im Freizeitpark Rheinaue zu erleben?

Kurz gesagt: ziemlich viel. Die Rheinaue ist kein thematischer Freizeitpark mit Achterbahnen und Eintrittsgeld, sondern ein weitläufiger Stadtpark, der für jeden etwas bereithält – von der Familie mit Kindern über Sportler bis hin zu Menschen, die einfach nur spazieren gehen möchten. Hier die wichtigsten Highlights:

Der Rheinauensee

Das Herzstück des Parks. Der künstlich angelegte See ist 15 Hektar groß, 1,3 km lang und rund 155 Meter breit. Sechs Pontonbrücken queren das Gewässer, Wasservögel und Fische sind hier zu Hause. Wer möchte, kann auf dem See Tretboot fahren. Bei Sonnenschein ist die Seepromenade das beliebteste Spaziergelände der ganzen Stadt.

Japanischer Garten

Ein Geschenk der japanischen Regierung an die Stadt Bonn, entworfen vom Architekten Akiro Sato. Der Garten vereint Zen-Elemente, Wasserfälle, Steinlaternen und kunstvolle Bonsaibäume – und eine dreistufige Pagode als stilles Wahrzeichen. Wer den Trubel des Parks einen Moment hinter sich lassen will, ist hier richtig.

Rosengarten und Blindengarten

Der Rosengarten beherbergt rund 6.000 Rosenpflanzen verschiedener Sorten – ein Blütenmeer von Mai bis Oktober. Ganz in der Nähe liegt der Blindengarten, angelegt 1983: Rund 2.000 m² mit über 30 Duft- und Tastpflanzen, konzipiert für Menschen mit Sehbehinderung, aber ein sinnliches Erlebnis für jeden.

Sport, Spiel und Kulturgeschichte

  • Minigolf „Die Rheinpiraten": 18-Loch-Anlage mit abenteuerlichem Thema
  • Skaterbahn: Halfpipe und Freifläche für Boardsport-Fans
  • Boule-Plätze: Klassisches Pétanque unter alten Bäumen
  • Spielplätze: Mehrere Kletteranlagen für Kinder unterschiedlicher Altersgruppen
  • Beethoven-Denkmal: Sitzende Figur des Bonner Musikgenies, seit 1938 im Park
  • Kanadischer Totempfahl: 1979 von einem indigenen Häuptling geschnitzt, 2018 restauriert
  • Bienenhaus: Ca. 70.000 Bienen hautnah beobachten, pädagogisches Programm inklusive
  • Rheinpromenade: 6 km Uferweg entlang des Rheins – ideal für Radfahrer und Läufer

Außerdem verbindet der Park über sein ausgedehntes Radwegenetz mit dem Rhein-Radweg und dem Fernwanderweg Rheinsteig – für alle, die den Ausflug in eine mehrstündige Tour ausweiten möchten.

Anreise und praktische Besucherinfos

Einer der größten Vorteile der Rheinaue: Sie kostet keinen Cent Eintritt und ist immer geöffnet. Kein Kassenhäuschen, kein Sperrgitter, kein letzter Einlass. Das macht die Planung einfach.

InfoDetails
AdresseLudwig-Erhard-Allee 20, 53175 Bonn (Stadtteil Gronau)
EintrittKostenlos
ÖffnungszeitenGanzjährig, rund um die Uhr
ParkplätzeEntlang der Ludwig-Erhard-Allee; Post Tower Besuchergarage (200 kostenlose Plätze)
ÖPNVBuslinien 610, 611, 631, 66, 68 (VRS)
GastronomieParkrestaurant Rheinaue direkt im Park
HundeErlaubt (Leinenpflicht)
FahrräderErlaubt auf Radwegen

Mit dem ÖPNV ist die Rheinaue bequem aus der Bonner Innenstadt erreichbar – die Fahrt dauert keine zehn Minuten. Wer mit dem Fahrrad anreist, hat gleich den richtigen Einstieg in den Park: Über den Rhein-Radweg lässt sich die Anlage bequem in eine größere Tour entlang des Flusses einbetten. Wer mehr über Nordrhein-Westfalen erkunden möchte, findet auf unserer Seite weitere Reiseinspirationen.

Die Rheinaue ist nicht nur ein Ort zum Erholen – sie ist auch eine der bedeutendsten Veranstaltungsflächen Bonns. Wer den Park zu einem besonderen Anlass besucht, erlebt ihn in einer völlig anderen Dimension:

  • Rheinkultur-Festival: Das jährliche Großereignis lockt bis zu 200.000 Besucher an und gilt als eines der größten kostenlosen Musikfestivals Deutschlands.
  • Rhein in Flammen: Das pyrotechnische Spektakel auf dem Fluss ist Pflichtprogramm für alle, die in der richtigen Nacht in Bonn sind.
  • Rheinauen-Flohmarkt: Jeden dritten Samstag von April bis Oktober (8–18 Uhr) wird die Rheinaue zum riesigen Open-Air-Marktplatz – einer der größten Flohmärkte Deutschlands.
  • Bonner Bierbörse & Ballonfestival: Zwei weitere Highlights im Veranstaltungskalender der Stadt.

Wer also seinen Besuch mit einem dieser Events verbinden kann, sollte das unbedingt tun – die Rheinaue verwandelt sich dann in ein einzigartiges Festgelände unter freiem Himmel.

Häufig gestellte Fragen zur Rheinaue Bonn

Ist die Rheinaue hundefreundlich?
Ja, Hunde sind im Park willkommen – müssen aber an der Leine geführt werden. Es gilt außerdem ein offizielles Fütterungsverbot für Wasservögel und Nutrias.

Gibt es Parkplätze an der Rheinaue?
Ja, entlang der Ludwig-Erhard-Allee gibt es Stellplätze. Besonders praktisch: die Post Tower Besuchergarage mit 200 kostenlosen Parkplätzen.

Geheimtipp: Die Rheinaue im Oktober-Nebel

Die meisten Bonn-Besucher kommen im Sommer – Sonnenschein, Picknick, Seeblick. Wer aber wirklich unvergessliche Bilder mit nach Hause nehmen möchte, sollte die Rheinaue an einem nebligen Herbstmorgen erleben. Wenn der Rheinauensee im Morgennebel liegt, die Pappeln ihre Blätter verlieren und kein Laut außer Wasservögeln zu hören ist, wirkt der Park wie ein völlig anderer Ort. Fast schon unwirklich schön. Perfekt für Fotografen – und für alle, die einen Moment ganz für sich brauchen.

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