Deutsches Bergbau-Museum Bochum – Weltgrößtes Bergbaumuseum
Deutsches Bergbau-Museum Bochum
Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum ist kein Museum, das man besucht, weil man muss. Es ist eines, das man verlässt und sich fragt, warum man nicht früher gekommen ist. Wer hier eintritt, taucht ein in fast 300 Millionen Jahre Erdgeschichte, besteigt ein 71 Meter hohes Fördergerüst und fährt – wenn auch nur virtuell – 1.200 Meter in die Tiefe. Kurz: Es ist das größte Bergbaumuseum der Welt, und das merkt man.
Gegründet 1930 am Rande der Bochumer Innenstadt, hat sich das Museum längst zur wissenschaftlichen Schaltzentrale für alles rund um Bergbau und Georessourcen entwickelt. Seit 2019 zeigt eine komplett neu gestaltete Dauerausstellung über 3.000 Exponate – verteilt auf vier Rundgänge und rund 12.000 m² Ausstellungsfläche. Ein Pflichtprogramm für alle, die das Ruhrgebiet wirklich verstehen wollen. Mehr Bochum-Tipps für deinen nächsten Besuch findest du hier.
Unsere Reiseangebote in Bochum
Das klingt nach viel – und ist es auch. Überzeug dich selbst.
Geschichte: Von der Lehrsammlung zum Weltmuseum
Alles begann nicht mit einem Knall, sondern mit einer Sammlung. 1868 gründete die Westfälische Berggewerkschaftskasse eine bescheidene Lehr- und Schausammlung für den Bergbau – aus der sollte eines Tages das weltgrößte Museum seiner Art werden.
1927 fassten die Stadt Bochum und die WBK einen kühnen Beschluss: Auf dem Gelände eines ehemaligen Schlachthofs sollte ein echtes Bergbaumuseum entstehen. Der Industriearchitekt Fritz Schupp übernahm den Entwurf, und am 1. April 1930 öffnete das Museum erstmals seine Pforten. Keine zehn Jahre später wurde ein Schacht für das Anschauungsbergwerk abgeteuft – ein echter Stollen, 20 Meter unter der Erde.
Im Zweiten Weltkrieg diente der Stollen als Luftschutzbunker. Nach Kriegsende wurde das Museum schrittweise wiederaufgebaut; 1948 war auch das Bergwerk wieder zugänglich. Das markanteste Wahrzeichen folgte 1973/74: Das 71,4 Meter hohe Fördergerüst der Zeche Germania wurde von Dortmund-Marten nach Bochum versetzt und prägt seitdem das Stadtbild. 1976 erhielt das Haus seinen heutigen Namen. Seit 1977 ist das Deutsche Bergbau-Museum eines von acht Leibniz-Forschungsmuseen in Deutschland – Wissenschaft und Publikum unter einem Dach.
Der bisher größte Umbau begann 2014: Der „Masterplan DBM 2020" legte das Fundament für eine komplett neue Dauerausstellung. Im November 2018, pünktlich zum Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus, öffneten die ersten neuen Rundgänge. Juli 2019 folgte die vollständige Wiedereröffnung.
Das Anschauungsbergwerk: 20 Meter unter Bochum
Wer das Bergbau-Museum besucht und das Anschauungsbergwerk auslässt, hat buchstäblich die Hälfte verpasst. Zwanzig Meter unter der Erde wartet ein 2,5 Kilometer langes Streckennetz aus realistisch nachgebildeten Bergwerkstollen – rund 1,2 Kilometer davon sind für Besucher begehbar.
Lorenschienen, Tunnelbohrmaschinen, Presslufthämmer zum Selbstausprobieren, Ampeln, Signaltechnik und Versorgungsleitungen: Der Stollen ist kein Kulissenbau, sondern eine originalgetreue Rekonstruktion des Arbeitsalltags der Bergleute. Unter der Woche führen ehemalige Bergleute durch das Bergwerk – ihre Geschichten machen den Besuch zu etwas, das man so schnell nicht vergisst.
Praktische Hinweise zum Anschauungsbergwerk
- Montag bis Freitag: nur mit Führung (letzte Grubenfahrt 16:00 Uhr)
- Wochenenden & NRW-Schulferien: frei begehbar ohne Führung
- Im Eintrittspreis enthalten
- Festes Schuhwerk empfohlen – es ist kühl und feucht
- Tipp: Unter der Woche kommen, wenn ehemalige Bergleute führen (11–15 Uhr)
Das Fördergerüst: Bochums grüner Gigant
Es ist grün, es ist riesig, und es steht mitten in Bochum – das Fördergerüst des Deutschen Bergbau-Museums ist eines der bekanntesten Industriedenkmäler Deutschlands. 71,4 Meter hoch, 650 Tonnen schwer, erbaut 1944 für die Zeche Germania in Dortmund-Marten. Seit 1973/74 steht es auf dem Museumsgelände und ist seitdem aus dem Bochumer Stadtbild nicht mehr wegzudenken.
Auf zwei Aussichtsplattformen (50 und 62 Meter Höhe) wartet bei gutem Wetter ein Panoramablick über das gesamte Ruhrgebiet. Bei schlechter Witterung bleibt der Turm allerdings geschlossen – also lieber einen sonnigen Tag abwarten. Anfang 2024 wurde das Fördergerüst nach 333 Tagen unter der Plane vollständig saniert und erstrahlt seitdem in neuem Glanz. Letzte Turmfahrt täglich um 17:00 Uhr.
Kleines Rechenbeispiel für die Schwindligen unter uns: 71 Meter entsprechen etwa 23 Stockwerken. Wer also auf den Turm steigt, tut das auf eigene Verantwortung – und mit dem garantiert besten Blick auf Bochum.
Vier Rundgänge: Was dich in der Ausstellung erwartet
Seit der Neueröffnung 2019 führen vier thematische Rundgänge durch das Museum – und durch Jahrmillionen der Menschheitsgeschichte. Über 3.000 Exponate verteilen sich auf rund 12.000 m² Ausstellungsfläche:
| Rundgang | Thema |
|---|---|
| Steinkohle | Entstehung, Abbau und wirtschaftliche Bedeutung der Kohle |
| Bergbau | Techniken, Maschinen, Werkzeuge und der Arbeitsalltag der Bergleute |
| Bodenschätze | Weltweit abgebaute Rohstoffe – von der Steinzeit bis heute |
| Kunst | Kunst im Kontext des Bergbaus, u. a. Barbara-Sammlung und Porzellansammlung |
Das absolute Highlight für Adrenalin-Suchende: der Seilfahrtsimulator. Er simuliert eine Fahrt in 1.200 Meter Tiefe – inklusive Vibrationen, Licht und Luftzug. Dazu ein echter Schuppenbaum aus dem Karbon (rund 300 Millionen Jahre alt) und historische Fördermaschinen. Für mindestens drei Stunden – eher vier.
Öffnungszeiten & Eintrittspreise
| Tag | Öffnungszeiten |
|---|---|
| Dienstag – Sonntag | 09:30 – 17:30 Uhr |
| 1. Donnerstag im Monat | 09:30 – 20:30 Uhr (Abendöffnung) |
| Montag | Geschlossen |
| Kategorie | Preis |
|---|---|
| Erwachsene | 15 € |
| Kinder/Jugendliche (5–17 J.), Studierende, Azubis | 8 € |
| Kinder bis 4 Jahre | kostenlos |
| Familie (2 Erw. + bis zu 4 Kinder, 5–17 J.) | 40 € |
Anfahrt
- ÖPNV: U-Bahn U35, Haltestelle „Deutsches Bergbau-Museum" – direkt vor der Tür
- Auto A 40: Ausfahrt Bochum-Zentrum
- Auto A 43: Ausfahrt Bochum Riemke/Zentrum
- Adresse: Europaplatz 1, 44791 Bochum
Lohnt sich der Besuch im Bergbau-Museum Bochum für Familien?
Kurz gesagt: Ja, unbedingt. Das Museum ist für Kinder wie für Erwachsene gleichermaßen spannend – und das liegt vor allem am Mitmach-Faktor. Presslufthämmer ausprobieren, durch echte Stollen laufen, in den Seilfahrtsimulator steigen: Das ist keine passive Museumsrunde, das ist ein Erlebnistag.
Die Familien-Tageskarte kostet 40 € für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder (5–17 Jahre). Kinder bis vier Jahre zahlen nichts. Ein paar Tipps für den Familienbesuch:
- Mindestens drei Stunden einplanen – eher vier, wenn ihr auch auf den Förderturm möchtet
- Das Café im Museum ist praktisch, aber man kann auch Verpflegung mitbringen
- Für Schulklassen und Kindergartengruppen gibt es spezielle Programme – vorab reservieren unter +49 234 5877-126
- Festes Schuhwerk für das Bergwerk mitbringen – es ist kühl und feucht
Unsere Hotels in Bochum
Wer das Bergbau-Museum als Ausgangspunkt für einen ganzen Wochenendtrip nutzt, findet in Bochum genug Programm für zwei volle Tage – und mit dem richtigen Hotel mittendrin läuft das wie am Schnürchen.
Drumherum: Was du in Bochum noch entdecken kannst
Das Bergbau-Museum liegt direkt am Stadtpark – einem großzügigen Grünstreifen, der das Museum mit dem Zeiss Planetarium verbindet. Wer nach dem Museum noch nicht genug hat, dem sei das Planetarium ans Herz gelegt: eines der modernsten seiner Art in Deutschland, ein paar Gehminuten entfernt.
Bochum hat mehr zu bieten, als viele erwarten:
- Zeiss Planetarium: Direkt im Stadtpark, modernste Projektionstechnik, abends Sonderprogramme
- Kemnader See: Ruhrsee im Süden für Spaziergänge, Radtouren und Wassersport
- MediTherme Bochum: Sauna- und Wellnesswelt für den perfekten Ausklang – alle Infos zur MediTherme Bochum
- Starlight Express: Seit 1988 läuft das Weltrekord-Musical ununterbrochen in Bochum – hier findest du alle Infos zu Starlight Express
- Bermuda3Eck: Das lebendige Kneipenviertel Bermuda3Eck in der Innenstadt – ideal für den Abend nach dem Museumsbesuch
Das Bergbau-Museum ist außerdem Teil der Route der Industriekultur – wer von hier aus weiterfährt, entdeckt das gesamte Ruhrgebiet als spannende Industriekulturregion.
Häufige Fragen zum Deutschen Bergbau-Museum Bochum
- Wie lange sollte man einplanen?
- Mindestens drei Stunden – eher vier, wenn man auch das Anschauungsbergwerk und den Förderturm besuchen möchte.
- Wie kommt man hin?
- Am bequemsten mit der U-Bahn U35 bis zur Haltestelle „Deutsches Bergbau-Museum". Mit dem Auto über A 40 (Ausfahrt Bochum-Zentrum) oder A 43 (Ausfahrt Riemke).
- Was kostet der Eintritt?
- Erwachsene 15 €, ermäßigt 8 €, Familienkarte 40 €. Kinder bis 4 Jahre frei. Das Anschauungsbergwerk ist im Eintritt enthalten.
- Ist das Museum barrierefrei?
- Weitgehend ja. Für Details zu Bergwerk und Fördergerüst vorab anrufen: +49 234 5877-126.
Geheimtipp: Der erste Donnerstag im Monat
Einmal im Monat öffnet das Bergbau-Museum bis 20:30 Uhr – immer am ersten Donnerstag. Abends ist das Haus deutlich ruhiger als tagsüber, das Licht im Museum bekommt eine andere Qualität, und die langen Schatten am Fördergerüst wirken atmosphärisch wie in einem Industriefilm. Wer also den Massentourismus der Ferienzeit meiden möchte: Ein Donnerstagabend in der Nebensaison ist oft fast menschenleer – und der Eintrittspreis ist derselbe wie immer. Dazu ein Tipp für Nachtschwärmer: Das Bermuda3Eck in der Bochumer Innenstadt wartet danach mit allem, was ein guter Abend braucht.