Deutsche Uhrenstraße
Die Deutsche Uhrenstraße zieht sich auf rund 320 Kilometern durch den Schwarzwald und die Baar – vorbei an kleinen Uhrmacherdörfern, eindrucksvollen Museen und lebendigen Werkstätten. Wer diese Ferienstraße bereist, taucht ein in die faszinierende Geschichte der Schwarzwälder Uhrmacherkunst, die seit dem 17. Jahrhundert das Gesicht der Region prägt. Heute verbindet die Route mehr als 20 Orte und macht Urlaub hier zu einem kulturellen Erlebnis der besonderen Art.
Geschichte und Entstehung der Deutschen Uhrenstraße
Die Uhrmacherei im Schwarzwald hat ihre Wurzeln im 17. Jahrhundert. Lange Winter, wenig landwirtschaftliche Arbeit und gut verfügbares Holz bewogen die Bauern dazu, Uhren in Heimarbeit herzustellen. Die sogenannten Schilderuhren – Holzuhren mit bemaltem Zifferblatt – fanden reißenden Absatz und wurden von den berühmten Uhrenträgern zu Fuß in alle Teile Europas gebracht. Aus diesem Handwerk entstand eine blühende Industrie, die den Schwarzwald weltbekannt machte.
1991 wurde die Deutsche Uhrenstraße offiziell gegründet. Ein Kollegium aus Orten, Museen und Unternehmen entlang der Route rief die Ferienstraße ins Leben, um das kulturelle Erbe der Schwarzwälder Uhrmacherkunst für Besucherinnen und Besucher erlebbar zu machen. Seitdem verbindet die Route mehr als 20 Orte zwischen Schramberg im Norden und Lenzkirch im Süden.
Fakten auf einen Blick
- Gründungsjahr: 1991
- Streckenlänge: ca. 320 Kilometer
- Region: Schwarzwald und Baar (Baden-Württemberg)
- Highlights: Uhrenmuseen, Kuckucksuhren, Uhrmacherwerkstätten
- Beste Reisezeit: Mai bis Oktober
- Geeignet für: Kulturreisende, Familien, Radfahrer, Wanderer
Die Stationen entlang der Route
Die Stationen der Deutschen Uhrenstraße lassen sich gut individuell oder als organisierte Rundreise erkunden. Von Nord nach Süd durchquert die Route den gesamten Schwarzwald und verbindet Orte, die durch ihre gemeinsame Uhrengeschichte ein einzigartiges Netz an Erlebnissen bilden. Wer genügend Zeit mitbringt, kann die gesamte Strecke in einer Woche abfahren – mit ausreichend Zeit für jeden Halt.
Ausgewählte Stationen im Überblick
| Ort | Highlight |
|---|---|
| Schramberg | Stadtmuseum mit Uhrensammlung, historische Industriekultur |
| Schonach | Weltgrößte Kuckucksuhr (eine von zwei), traditionelle Fertigung |
| Triberg | Weltgrößte Kuckucksuhr, Schwarzwaldmuseum, Triberger Wasserfälle |
| Furtwangen | Deutsches Uhrenmuseum – größte Uhrensammlung Deutschlands |
| Villingen-Schwenningen | Uhrenindustriemuseum, lebendige Stadtgeschichte |
| Lenzkirch | Naturkulisse, Lenzkircher Uhrentradition |
| St. Märgen | Klosterkirche, Ausblicke auf den Hochschwarzwald |
| Simonswald | Heimatliche Handwerkstradition, Wandergebiet |
Alphabetisch geordnet liegen folgende Orte an der Deutschen Uhrenstraße: Deißlingen, Eisenbach, Furtwangen, Gütenbach, Hornberg, Königsfeld, Lauterbach, Lenzkirch, Niedereschach, Rottweil, Schönwald, Schonach, Schramberg, Simonswald, St. Georgen, St. Märgen, St. Peter, Tennenbronn, Titisee-Neustadt, Triberg, Trossingen, Villingen-Schwenningen, Vöhrenbach und Waldkirch.
Was macht die Deutsche Uhrenstraße so besonders?
Die Deutsche Uhrenstraße ist weit mehr als eine touristische Route – sie ist ein lebendiges Fenster in ein Handwerk, das den Schwarzwald geprägt hat wie kaum etwas anderes. Wer sie bereist, kann nicht nur Exponate hinter Glas bestaunen, sondern echten Uhrmachern bei der Arbeit zuschauen, in Werkstätten selbst Hand anlegen und die Atmosphäre jahrhundertealter Tradition unmittelbar erleben.
Anders als viele Ferienstraßen führt die Uhrenstraße nicht durch eine homogene Landschaft, sondern verbindet Täler, Hochlagen und belebte Orte wie Triberg oder Furtwangen. Wer die Route mit dem Auto oder Fahrrad erkundet, wechselt zwischen dichten Tannenwäldern, offenen Hochflächen und idyllischen Dorfkernen – das macht jeden Abschnitt zu einem kleinen Abenteuer für sich.
Was Besucherinnen und Besucher erwartet
- Authentische Einblicke in historisches Uhrmacherhandwerk
- Museen für alle Altersgruppen – von der Kuckucksuhr bis zum Präzisionswerk
- Kombinierbar mit Wandern, Radfahren und Wellnessangeboten im Schwarzwald
- Natur und Kultur auf engstem Raum
- Besondere Mitbringsel: Uhren, Kuckucksuhren und Holzschnitzereien direkt vom Hersteller
Deutsches Uhrenmuseum in Furtwangen
Das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen gilt als Herzstück der Deutschen Uhrenstraße. Mit über 8.000 Exponaten beherbergt es die umfangreichste Uhrensammlung Deutschlands – von den ältesten erhaltenen Schwarzwälder Holzräderuhren aus dem 18. Jahrhundert bis hin zu modernen Designeruhren des 21. Jahrhunderts.
Besonders sehenswert ist die Abteilung zu den Schilderuhren – den bunten Holzuhren, die Schwarzwälder Uhrenträger einst auf dem Rücken durch ganz Europa trugen. Das Museum zeigt eindrücklich, wie aus einem Bauernhandwerk eine weltbekannte Industrie wurde. Interaktive Stationen laden Familien ein, das Innenleben einer Uhr selbst zu erkunden und die Faszination des Tickens zu begreifen.
Praktische Infos: Deutsches Uhrenmuseum
- Adresse: Robert-Gerwig-Platz 1, 78120 Furtwangen im Schwarzwald
- Öffnungszeiten: täglich 10–17 Uhr (April–Oktober), Di–So 10–17 Uhr (November–März)
- Eintritt: Erwachsene ca. 6 €, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei
- Tipp: Regelmäßige Führungen und Mitmachaktionen für Kinder
Die weltgrößte Kuckucksuhr in Triberg
In Triberg und im benachbarten Schonach gibt es gleich zwei Anwärter auf den Titel der weltgrößten Kuckucksuhr – und das führt zu einem freundlichen Wettkampf, der Besucherinnen und Besucher seit Jahrzehnten entzückt. Beide Uhren sind begehbar und bieten einen einzigartigen Einblick in das Innenleben einer Kuckucksuhr in überlebensgroßem Maßstab.
Triberg selbst begeistert nicht nur mit seinen Uhren: Die Triberger Wasserfälle gehören zu den höchsten Wasserfällen Deutschlands und locken täglich Tausende Besucher an. Das Schwarzwaldmuseum in der Innenstadt dokumentiert das traditionelle Leben im Schwarzwald – von Trachten über Holzschnitzerei bis hin zur Uhrmacherkunst. Wer die Uhrenstraße bereist, sollte sich für Triberg mindestens einen halben Tag Zeit nehmen.
Tipps für Triberg
- Morgendlicher Besuch der Wasserfälle – dann ist weniger Trubel
- Flanieren durch die Fußgängerzone mit ihren Kuckucksuhr-Läden
- Schwarzwaldmuseum für einen umfassenden Kultureinblick
- Direkt weiterfahren nach Schonach, um beide Kuckucksuhren zu vergleichen
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Geheimtipp: Das Tal von Simonswald
Wer die Deutsche Uhrenstraße abseits der bekannten Hotspots entdecken möchte, sollte das stille Simonswald im Elztal nicht auslassen. In diesem beschaulichen Schwarzwalddorf haben einige Familien die Tradition der Uhrenherstellung in Heimarbeit bis heute lebendig gehalten. Wer Glück hat, bekommt auf Anfrage Einblick in eine private Werkstatt – ein Erlebnis, das so in keinem Reiseführer steht.
Das Dorf liegt eingebettet zwischen bewaldeten Hängen und ist ein idealer Ausgangspunkt für stille Wanderungen abseits des Trubels. Außerdem veranstaltet der lokale Heimatverein gelegentlich Schwarzwälder Uhrenträgertage, bei denen Gäste in historischen Kostümen die alten Handelsrouten nachgehen können – eine ungewöhnliche Art, die Geschichte der Deutschen Uhrenstraße hautnah zu erleben.
Häufige Fragen zur Deutschen Uhrenstraße
Wie lang ist die Deutsche Uhrenstraße?
Die Route erstreckt sich über rund 320 Kilometer durch den Schwarzwald und die Baar – von Schramberg im Norden bis Lenzkirch im Süden.
Was ist das bekannteste Museum an der Route?
Das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen ist das Herzstück der Uhrenstraße mit über 8.000 Exponaten – der ideale Einstieg in die Welt der Schwarzwälder Uhren.
Wo ist die weltgrößte Kuckucksuhr?
Gleich zwei Orte beanspruchen diesen Titel: Triberg und Schonach. Beide haben begehbare Kuckucksuhren und liegen nah beieinander.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die schönste Zeit ist Mai bis Oktober, wenn die Landschaft grün leuchtet und alle Museen täglich geöffnet haben. Im Winter lockt der verschneite Schwarzwald mit eigenem Charme.
Kann man die Route auch mit dem Fahrrad erkunden?
Ja – Teile der Deutschen Uhrenstraße lassen sich hervorragend mit dem Rad fahren. Bei der hügeligen Topografie empfehlen sich E-Bikes als komfortable Wahl.