Auerbachs Keller

Teuflisch gut: Leipzigs weltberühmtes Weinlokal

Dichterfürst Goethe war hier, Reformator Luther, Komponist Bach wahrscheinlich auch. Außerdem, glaubt man der Sage, der berühmte Faust aus unseren Schulbüchern (im Original!) samt Teufel Mephisto. Und schon 100 Millionen hungrige Gäste. „Auerbachs Keller“ in der Leipziger Innenstadt gehört zu den bekanntesten Lokalen der Welt.

Wer den Keller betritt, steht in einem gigantischen Gewölbegastraum mit dunklen Holztischen, pompösen Deckenlampen und zahlreichen Wandgemälden. Nebenan liegen die vier historischen Weinstuben, darüber die Mephisto-Bar. Das alte Gasthaus öffnete schon 1525, vor 500 Jahren. Anfangs wurde nur Wein ausgeschenkt. Heute futtern die Gäste allein 36.000 Rindsrouladen und 11.000 Quarkkäulchen pro Jahr, dazu gehen je 90.000 Liter Bier und Wein über den Tresen. Das sind fast 100 Rouladen und 500 Liter Bier und Wein pro Tag. Teuflischer Beliebtheit erfreut sich auch "Mephistos Kaffeeklatsch" - mit kurzer Führung durch die Weinstuben und weltberühmter Mephistotorte.

Der Name stammt von einem Ort in Bayern

Weltberühmt wurde das Restaurant durch Goethe. Der studierte ab 1765 Jura in Leipzig und war Stammgast im Weinkeller. Ihn faszinierte die Sage über den Magier Dr. Faustus, der angeblich ein Weinfass aus dem Keller geholt hatte, indem er auf ihm nach oben ritt. Goethe ließ Auerbachs Keller in sein Werk "Faust 1" einfließen. Darin bekommen vier zechende Studenten Besuch von Faust und dem Teufel. Die Studenten unterhalten sich heute am Eingang - als Bronzeskulptur. Gegenüber stehen Faust und Mephisto. Wer Fausts Schuh berührt, so heißt es, wird nach Leipzig zurückkehren.

Das Lokal hieß übrigens schon immer so. Der erste Eigentümer war ein Arzt, der aus Auerbach in der Oberpfalz stammte und den alle "Dr. Auerbach" nannten. Mehrmals wechselte der Besitzer. Der Komplex war mal ein italienisches Restaurant, später ein sowjetisches Reisebüro. 1994 musste "Auerbachs Keller" Konkurs anmelden. Die Mädler-Passage und das Lokal hatten zum Imperium des Pleitemaklers Jürgen Schneider ("Baulöwe") gehört. Die "New York Times" schrieb damals: "Das Restaurant überlebte fast 500 Jahre mit Kriegen, Pest und Diktaturen, aber die Ankunft des Kapitalismus im Osten Deutschlands war zu viel."

Heute gehört auch diese Episode zur Chronik des Restaurants. "Auerbachs Keller" lebt weiter - mit ganz vielen Rouladen, Wein und uralten Geschichten.

Auerbachs Keller, Grimmaische Straße 2-4, 04109 Leipzig (in der Mädlerpassage direkt am Neumarkt)

Täglich ab 12.00, Reservierung empfohlen

Das besondere Erlebnis: 11.30 Uhr "Auf den Spuren von Goethe und Faust", ca. 30-minütige Führung durch die Historischen Weinstuben und den Großen Keller, im Anschluss wird das aktuelle Tagesgericht im Großen Keller serviert, zum Mitnehmen gibt es einen "süßen" Mephistotaler, p. P. 17,50 Euro.

15.00 Uhr "Mephistos Kaffeeklatsch" ca. 30-minütige Führung durch die Historischen Weinstuben und den Großen Keller, anschließend eine Tasse Kaffee und ein Stück weltberühmte Mephisto-Torte, zum Mitnehmen gibt es einen "süßen" Mephistotaler, p. P. 12,50 Euro. Buchbar am Souvenirstand im Großen Keller oder telefonisch unter 0341 21 61 00.

Foto: Pixabay

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