Wenn wir nicht in 5 Minuten angerufen haben, schenken wir Ihnen einen 20-Euro-Reisegutschein. Bis gleich am Telefon!
Zittauer Schmalspurbahn
Zittauer Schmalspurbahn – Dampfbahn ins Zittauer Gebirge
Mit quietschendem Rad und weißen Dampfwolken kämpft sich die Zittauer Schmalspurbahn seit über 130 Jahren durch das kleinste Mittelgebirge Deutschlands – und das in einem Tempo, das zum Genießen einlädt. Auf knapp 750 mm Spurweite verbindet die historische Dampfbahn die Stadt Zittau mit den Kurorten Oybin und Jonsdorf, zwei idyllischen Orten am Rande der sächsisch-böhmischen Grenze. Wer einmal mitgefahren ist, versteht den Spitznamen sofort: „Zug ohne jegliche Eile".
Dabei steckt hinter der gemächlichen Fahrt mehr als nostalgischer Charme: Die Zittauer Schmalspurbahn ist ein technisches Denkmal, eine naturnahe Verbindung in ein beinahe vergessenes Gebirge und ein lebendiges Stück Eisenbahngeschichte. Für Familien, Wanderer, Eisenbahnfreunde und alle, die dem Alltag entfliehen wollen, ist sie eine Reise wert – am besten mehrfach und zu verschiedenen Jahreszeiten.
Geschichte der Zittauer Schmalspurbahn
Die Geschichte der Zittauer Schmalspurbahn beginnt am 10. November 1890, als die erste Fahrt von Zittau nach Oybin stattfand. Bereits drei Jahre zuvor hatte man mit dem Bau begonnen – ein gewagtes Projekt, denn die Strecke musste über kurvige Gebirgspassagen und durch enge Täler gelegt werden. Man entschied sich für die sächsische Schmalspur mit 750 mm Spurweite, die kostengünstiger zu bauen und zu betreiben war als das damalige Normalspur-Netz.
Im Jahr 1892 folgte die Verlängerung nach Bertsdorf, von wo aus eine Abzweigung zum Kurort Jonsdorf gebaut wurde. Damit entstand eine einzigartige Konfiguration: Von Bertsdorf fahren seither Züge in zwei verschiedene Richtungen – nach Oybin und nach Jonsdorf. Der Bahnhof Bertsdorf ist heute noch der einzige Knotenbahnhof im sächsischen Schmalspurnetz.
Die DDR-Zeit hinterließ ihre Spuren: Teile der Infrastruktur wurden vernachlässigt, der Dampfbetrieb phasenweise durch Dieseltraktion ersetzt. Nach der Wiedervereinigung erlebte die Bahn eine Renaissance. Die Südostbayerische Eisenbahn GmbH (SOEG) und der Verein zur Förderung sächsischer Schmalspurbahnen sorgten gemeinsam dafür, dass die Dampfloks zurückkehrten und die Bahn als touristisches Highlight weiterentwickelt wurde.
Technische Daten auf einen Blick
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Eröffnung | 10. November 1890 |
| Gesamtlänge | 16,8 km |
| Strecke Zittau – Oybin | 12,23 km |
| Strecke Bertsdorf – Jonsdorf | 3,8 km |
| Spurweite | 750 mm (Sächsische Schmalspur) |
| Höhenunterschied | ca. 158 m (bis Oybin), ca. 218 m (bis Jonsdorf) |
| Höchstgeschwindigkeit | 30 km/h |
| Bahnhöfe | Zittau, Zittau Süd, Zittau Vorstadt, Olbersdorf Oberdorf, Bertsdorf, Kurort Oybin, Kurort Jonsdorf |
Unsere Reisepakete in der Oberlausitz
Die Strecke: Zittau – Bertsdorf – Oybin und Jonsdorf
Die Fahrt beginnt am Zittauer Hauptbahnhof und führt zunächst durch das Stadtgebiet. Schon nach wenigen Minuten lässt die Bahn die Stadt hinter sich und taucht in die Landschaft des Zittauer Berglandes ein. Die ersten Haltestellen – Zittau Süd, Zittau Vorstadt und Olbersdorf Oberdorf – bieten Einstiegsmöglichkeiten für Tagesausflügler, Wanderer und Einheimische gleichermaßen.
In Bertsdorf angekommen, erwartet die Fahrgäste das Herzstück der Strecke: die Doppelausfahrt. Hier teilt sich die Strecke, und in regelmäßigen Abständen verlassen zwei Züge gleichzeitig den Bahnhof – einer in Richtung Oybin, der andere nach Jonsdorf. Dieses Schauspiel begeistert Eisenbahnfans und Familien gleichermaßen.
Oybin – der Berg mit der Klosterruine
Der Endpunkt der längeren Strecke liegt direkt am Fuß des Bergs Oybin, einer einzigartigen Felsformation mit dem Wahrzeichen der Region: den Ruinen der Burg und des Zisterzienserklosters aus dem 14. Jahrhundert. Eine kurze Wanderung vom Bahnhof führt hinauf zu den Ruinen, von wo aus sich ein fantastischer Blick über das gesamte Zittauer Gebirge bietet.
Jonsdorf – Wandern im Felsenmeer
Das kleinere Jonsdorf beeindruckt mit seinem Netz an Wanderwegen durch bizarre Felstürme und tiefe Schluchten. Das sogenannte „Jonsdorfer Felsenmeer" zieht Kletterer und Wanderer aus dem gesamten Dreiländereck Deutschland, Polen und Tschechien an. Vom Jonsdorfer Bahnhof starten mehrere markierte Routen direkt in die Natur.
Was erlebt man an Bord der Dampflok?
Das Besondere an der Fahrt mit der Zittauer Schmalspurbahn ist das unmittelbare Erlebnis. Man hört das Stampfen der Kolben, riecht den Dampf der Lokomotive, spürt das leichte Schaukeln des Waggons. In historischen Personenwagen sitzt man eng zusammen und kommt schnell ins Gespräch – mit Einheimischen, Wanderern, Familien und Eisenbahnfans aus aller Welt.
Für Kinder ist die Dampflok ein unvergessliches Erlebnis: hautnah erleben sie, wie ein Heizer die Feuerkammer befüllt und der Lokführer geduldig durch Kurven navigiert. Besonders an Wochenenden und in der Ferienzeit lohnt es, früh zu erscheinen – die Wagen füllen sich schnell.
- Dampfloks: Historische Lokomotiven aus den 1920er und 1950er Jahren, aufwendig restauriert
- Personenwagen: Teils original erhaltene Holzwagen, teils modernisierte Wagen mit Komfort
- Sonderzüge: Nikolausfahrten, Osterfahrten, Nebelzüge im Herbst und weihnachtliche Adventsfahrten
- Gastronomie: An den Bahnhöfen in Oybin und Jonsdorf gibt es Cafés und Restaurants
- Fahrradmitnahme: In speziellen Wagen möglich – Platz ist begrenzt, frühzeitig anfragen
Die Fahrt von Zittau nach Oybin dauert rund 55 Minuten, nach Jonsdorf etwa 45 Minuten. Das macht einen Tagesausflug mit Hin- und Rückfahrt plus Wanderung gut umsetzbar – selbst für Familien mit kleinen Kindern.
Wann ist die beste Reisezeit für die Zittauer Schmalspurbahn?
Die Zittauer Schmalspurbahn fährt ganzjährig – aber jede Jahreszeit bringt ihr eigenes Erlebnis:
- Frühling (März–Mai): Erwachende Wälder, gut begehbare Wanderwege, wenige Touristen und frische Luft
- Sommer (Juni–August): Hochsaison mit häufigen Fahrten, volle Züge, herrliches Wetter für Wanderungen und Ausflüge
- Herbst (September–November): Goldenes Laub, Nebelstimmung im Gebirge, besonders fotogen und stimmungsvoll
- Winter (Dezember–Februar): Schneekappen auf Basaltfelsen, Nikolauszüge, weihnachtliches Ambiente an den Bahnhöfen
Besonders empfehlenswert sind die Sonderzüge im Advent und die sogenannten „Nebelzüge" im Oktober, wenn Nebelfetzen durch die Täler ziehen und die Landschaft besonders mystisch wirkt. Im Sommer sollte man Tickets möglichst vorab buchen oder früh am Tag fahren, um sicher einen Platz zu bekommen.
Hotels und Unterkünfte in der Oberlausitz
Wer die Zittauer Schmalspurbahn in Ruhe erkunden möchte, sollte mindestens eine Nacht im Zittauer Gebirge oder der Oberlausitz einplanen. Die Kurortsgemeinden Oybin und Jonsdorf bieten Pensionen und kleine Hotels direkt an der Strecke. In Zittau selbst gibt es eine größere Auswahl an Unterkünften. Auch Bautzen und Görlitz – zwei der schönsten Städte der Oberlausitz – sind gut erreichbar und bieten faszinierende Ausflugsziele in Kombination mit einer Bahnfahrt.
Unsere Hotels in der Oberlausitz
Egal wo du übernachtest: Die Kombination aus einer mehrtägigen Wanderung durch das Zittauer Gebirge und täglichen Ausflügen mit der Schmalspurbahn macht aus einem kurzen Trip eine echte Entdeckungsreise im Dreiländereck Deutschland – Polen – Tschechien.
FAQ: Häufige Fragen zur Zittauer Schmalspurbahn
Wie viel kostet eine Fahrt mit der Zittauer Schmalspurbahn?
Die Ticketpreise variieren je nach Strecke und Tarif. Eine einfache Fahrt von Zittau nach Oybin kostet für Erwachsene rund 8–12 Euro, für Kinder entsprechend weniger. Tageskarten und Gruppentickets sind erhältlich. Aktuelle Preise und Fahrpläne findest du direkt beim Betreiber SOEG.
Fährt die Zittauer Schmalspurbahn täglich?
Ja, die Zittauer Schmalspurbahn verkehrt ganzjährig täglich. Die genauen Abfahrtszeiten variieren je nach Saison und Wochentag. Im Sommer und an Feiertagen gibt es häufigere Verbindungen als im Winter. Sonderzüge wie Nikolaus- oder Adventsfahrten ergänzen den regulären Fahrplan.
Kann man Fahrräder in der Zittauer Schmalspurbahn mitnehmen?
Fahrräder können in speziellen Wagen mitgenommen werden. Die Kapazität ist begrenzt, daher empfiehlt sich eine Reservierung besonders in der Hauptsaison. Eine vorherige Anfrage beim Betreiber SOEG wird empfohlen.
Ist die Zittauer Schmalspurbahn barrierefrei?
Die historischen Wagen sind aufgrund ihrer Bauweise nur eingeschränkt barrierefrei zugänglich. Für Reisende mit eingeschränkter Mobilität empfiehlt sich eine vorherige Kontaktaufnahme mit dem Betreiber SOEG, um die aktuellen Möglichkeiten zu erfragen.
Geheimtipp: Die Fahrt im offenen Aussichtswagen
Wer das volle Erlebnis sucht, sollte unbedingt im offenen Aussichtswagen mitfahren – einem speziell umgebauten Wagen ohne Dach und Seitenwände. Hier spürt man den Fahrtwind, riecht den Dampf direkt und erlebt die Landschaft ohne Glasscheiben. Der Wagen ist im Sommer besonders beliebt, aber auch im Herbst bei gutem Wetter ein unvergessliches Erlebnis. Tipp: Die besten Plätze sind am hinteren Ende des Wagens, wo man den gesamten Zug und die Dampfwolke der Lokomotive im Blick hat.
Noch ein Insidertipp für Aktive: die Wanderung auf dem Oberlausitzer Bergweg von Oybin zurück nach Zittau. Die rund 15 km lange Route lässt sich in etwa 4–5 Stunden bewältigen und zeigt die Landschaft aus einer ganz anderen Perspektive – zu Fuß, ohne Motorenlärm, nur mit dem gelegentlichen Pfeifen einer Dampflok in der Ferne.