Straßburger Münster
Straßburger Münster – Wahrzeichen und Meisterwerk der Gotik
Wer Straßburg besucht, kommt an einem Ort nicht vorbei: dem Münster. Die gotische Kathedrale ragt 142 Meter in den Elsässer Himmel und ist seit Jahrhunderten das unbestrittene Herzstück der Stadt – und gleichzeitig die meistbesuchte Kirche Frankreichs nach der Pariser Notre-Dame. Vom Mittelalter bis heute zieht sie Besucher aus aller Welt an, und wer einmal vor dieser sandsteinfarbenen Westfassade gestanden hat, versteht sofort warum: Dieses Bauwerk ist schlicht atemberaubend.
Straßburg selbst ist eine Stadt, die unter die Haut geht: romantische Gässchen, Fachwerkhäuser, die Kanäle der Ill und die typisch elsässische Mischung aus französischer Lebensart und deutschem Gemüt. Wer einen Kurzurlaub in der Hauptstadt des Elsass plant, findet alle Reiseangebote für Straßburg auf einen Blick. Auf dieser Seite dreht sich alles um das Herzstück der Stadt – den Straßburger Münster, seine Geschichte, seine Highlights und alles, was man für einen gelungenen Besuch wissen sollte.
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Geschichte und Architektur: Ein Bauwerk für die Ewigkeit
Die Geschichte des Straßburger Münsters beginnt im Jahr 1015, als Bischof Wernher den Bau einer romanischen Kirche auf den Überresten eines frühmittelalterlichen Vorgängerbaus in Auftrag gab. Was als solider Sakralbau begann, entwickelte sich über fast drei Jahrhunderte zu einem der kühnsten Architekturprojekte des Mittelalters.
Ab 1235 entstand der gotische Neubau. Der Name Erwin von Steinbach ist untrennbar mit der berühmten Westfassade verbunden: Der Meisterbaumeister begann 1277 mit der Arbeit an dem filigran verzierten Hauptportal, das noch heute den Weg ins Innere rahmt. Die Rose – ein Rosettenfenster von knapp 14 Metern Durchmesser – gilt als Meisterwerk gotischer Steinmetzkunst und ist eines der eindrucksvollsten Fenster des gesamten Mittelalters.
Das rötliche Baumaterial ist der sogenannte Vogesen-Sandstein (grès des Vosges), der dem Münster seine charakteristische warme Färbung gibt. Das Gestein ist weich genug, um feinste Details einzumeißeln, aber hart genug, um Jahrhunderten zu widerstehen – eine glückliche Kombination für ein Bauwerk, das Kriege, Revolutionen und zwei Weltkriege überstanden hat.
Der einzige fertiggestellte Nordturm wurde 1439 mit seiner achteckigen Spitze vollendet und überragte mit seinen 142 Metern bis 1874 alle anderen Bauwerke der Erde. Das Münster war also nicht nur die höchste Kirche – sondern schlechthin das höchste Gebäude der Welt. Erst der Neubau des Hamburger St.-Nikolai-Turms beendete diese Ära. Der Südturm blieb übrigens nie fertig – was dem Bauwerk heute einen leicht asymmetrischen, aber nicht minder majestätischen Charakter verleiht.
- Baubeginn: 1015 (romanische Vorgängerkirche)
- Gotischer Neubau: ab 1235
- Westfassade: Erwin von Steinbach, ab 1277
- Fertigstellung Turmspitze: 1439
- Höhe: 142 Meter (bis 1874 höchstes Bauwerk der Welt)
- Baumaterial: Vogesen-Sandstein – warm, rötlich, charakteristisch
- UNESCO-Weltkulturerbe: Grande-Île Straßburg seit 1988
Das Innere des Münsters: Staunen auf mehreren Ebenen
Das Innere des Straßburger Münsters ist eine Welt für sich. Wer durch das Hauptportal tritt, steht zunächst einmal still – so eindringlich ist die Wirkung des langen Mittelschiffs mit seinen gotischen Gewölben, dem gedämpften Licht und der Stille, die selbst zu Stoßzeiten spürbar bleibt.
Die Astronomische Uhr
Das absolute Highlight ist die Astronomische Uhr, die im südlichen Querschiff thront. Die erste Uhr stammt aus dem Jahr 1352, die aktuelle Version wurde zwischen 1838 und 1842 von Jean-Baptiste Schwilgué vollständig neu konstruiert – ein Meisterwerk der Mechanik, das bis heute funktioniert. Täglich um 12:30 Uhr beginnt das berühmte Figurenspiel: Apostel ziehen an Christus vorbei, der Tod schlägt die Stunden, und ein Hahn kräht dreimal. Um 12:00 Uhr beginnt zuvor eine kurze Videopräsentation.
| Ticket Astronomische Uhr | Preis |
|---|---|
| Erwachsene | 4 € |
| Kinder / Jugendliche (6–18 J.) | 2 € |
| Kinder unter 6 Jahren | kostenlos |
Der Engelspfeiler
Im südlichen Querschiff steht außerdem der sogenannte Engelspfeiler (Pilier des Anges), ein dreigeschossiger gotischer Pfeiler aus dem 13. Jahrhundert, der das Jüngste Gericht darstellt. Filigrane Figuren winden sich um den Stein – eine der schönsten plastischen Arbeiten der Hochgotik und ein Werk, das man einfach lange anschaut.
Die Silbermann-Orgel
Die Orgel an der Westempore ist ein Werk des Orgelbauers Andreas Silbermann aus dem Jahr 1716. Mit 40 Registern und 2.602 Pfeifen gehört sie zu den bedeutendsten historischen Orgeln Frankreichs. Wer Glück hat, erwischt einen der regelmäßigen Orgelkonzerte im Münster – das ist ein Klangerlebnis, das man in keinem Konzertsaal nachahmen kann.
Die Buntglasfenster
Das nördliche Seitenschiff beherbergt Original-Glasfenster aus dem 13. Jahrhundert – ein faszinierendes Zeugnis mittelalterlicher Glasmalerei, das trotz Kriegen und politischem Wandel bis heute erhalten geblieben ist. Das Licht, das durch diese Fenster fällt, taucht das Schiff in ein unwirkliches Blau und Rot.
- Astronomische Uhr: täglich Figurenspiel 12:30 Uhr (außer So/Feiertage)
- Engelspfeiler: Jüngstes Gericht in Stein, 13. Jahrhundert
- Silbermann-Orgel: 1716, 40 Register, 2.602 Pfeifen
- Kanzel: Hans Hammer, 1486, weißer Sandstein, Spätgotik
- Buntglasfenster: Original 13. Jahrhundert im nördlichen Seitenschiff
Die Turmbesteigung: 332 Stufen für einen unvergesslichen Ausblick
332 Stufen. Das klingt nach Schweißperlen, aber der Blick von der 66 Meter hohen Plattform des Straßburger Münsters macht jeden einzelnen davon wett. Wer oben ankommt, schaut auf ein 360-Grad-Panorama, das bei gutem Wetter bis in die Vogesen im Westen und den Schwarzwald im Osten reicht – zwei Mittelgebirge, eine Stadt dazwischen. Ein Ausblick, der lange im Gedächtnis bleibt.
Die Plattform selbst ist gut gesichert: Gitter und kräftige Geländer sorgen dafür, dass auch leicht Höhenempfindliche den Aufstieg wagen können. Wer es wirklich nicht schafft, hat zumindest die gotische Turmfassade aus der Nähe studiert – auch das allein lohnt sich.
Tickets für die Turmbesteigung werden am Place du Château auf der rechten Seite der Kathedrale verkauft.
| Saison | Öffnungszeiten | Letzter Aufstieg |
|---|---|---|
| April – September | 9:30 – 20:00 Uhr | 19:15 Uhr |
| Oktober – März | 10:00 – 18:00 Uhr | 17:15 Uhr |
| Ticket Turmbesteigung | Preis |
|---|---|
| Erwachsene | 10 € |
| Kinder / Jugendliche (6–18 J.) | 6 € |
| Kinder unter 6 Jahren | kostenlos |
Wann lohnt sich der Besuch des Straßburger Münsters am meisten?
Der Besuch des Straßburger Münsters lohnt zu jeder Jahreszeit – aber einige Zeitpunkte sind besser als andere. Die ruhigsten Stunden sind werktags vor 10 Uhr morgens: Dann haben die Reisebusse noch nicht entladen, und man kann die Kathedrale fast für sich allein genießen. Das Mittagsband zwischen 11 und 14 Uhr ist am vollsten – was bei der Astronomischen Uhr verständlich, aber auch anstrengend ist.
Im Sommer ist das Münster abends besonders stimmungsvoll: Die Abendsonne taucht die Westfassade in ein warmes Orange. Zur Weihnachtszeit verwandelt sich der Platz vor dem Münster in den ältesten Weihnachtsmarkt Frankreichs (seit 1570!) – dann ist Straßburg laut, bunt und magisch, und das Münster als Kulisse ist schlicht unschlagbar.
| Was | Öffnungszeiten | Eintritt |
|---|---|---|
| Hauptschiff (freier Besuch) | Mo–Sa 8:30–11:15 & 12:45–17:45 Uhr / So & Feiertage 14:00–17:15 Uhr | kostenlos |
| Astronomische Uhr | Film 12:00 Uhr, Figurenspiel 12:30 Uhr (nicht So/Feiertage) | 4 € / Kinder 2 € |
| Turmbesteigung | Apr–Sep 9:30–20:00 Uhr / Okt–Mär 10:00–18:00 Uhr | 10 € / Kinder 6 € |
Adresse: Place de la Cathédrale, 67000 Strasbourg, Frankreich
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Rund ums Münster: Das Beste der Straßburger Altstadt
Das Straßburger Münster steht nicht allein – es ist das Zentrum einer historischen Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Grande-Île, die Insel im Herzen der Stadt, wurde 1988 als erste vollständige Stadtmitte in das Welterbe aufgenommen. Eine Entdeckungstour rund ums Münster lohnt sich in alle Richtungen.
Petite France
Das wohl meistfotografierte Viertel Straßburgs liegt nur wenige Gehminuten vom Münster entfernt. Die Petite France ist ein Netz aus engen Gassen, bunten Fachwerkhäusern und Kanälen, über denen sich alte Gerber- und Müllergebäude spiegeln. Früh am Morgen, wenn die Touristengruppen noch schlafen, ist es hier besonders schön: Dann liegt leichter Nebel über dem Wasser, und man hat die Brücken ganz für sich allein.
Palais Rohan
Direkt neben dem Münster steht das barocke Palais Rohan aus dem 18. Jahrhundert – einst Residenz der Straßburger Bischöfe, heute Heimat gleich dreier Museen: Archäologisches Museum, Museum der Dekorativen Künste und Museum der Schönen Künste. Wer nach dem Münster-Besuch noch mehr Kultur braucht: hier ist sie, kompakt und beeindruckend.
Place Gutenberg
Nur wenige Schritte vom Münster entfernt steht die Bronzestatue Johannes Gutenbergs, des Erfinders des Buchdrucks, der in Straßburg an seiner Presse tüftelte. Der Platz ist eine entspannte Insel inmitten der Altstadt – mit einem gelegentlichen Wochenmarkt und dem typischen Treiben einer lebendigen Fußgängerzone.
Bild: © alsace-tourisme / AAA Zvardon
Barrage Vauban
Am westlichen Ende der Petite France liegt das Barrage Vauban, ein altes Wehrsperrwerk aus dem 17. Jahrhundert. Auf der Dachterrasse des Bauwerks hat man einen der schönsten kostenlosen Ausblicke auf die Ponts Couverts – die alten gedeckten Brücken über die Ill. Der Aufstieg ist kostenlos, der Blick schlicht unbezahlbar.
Elsässische Küche und Winstubs
Wer sich nach dem Sightseeing eine Auszeit gönnen möchte, findet in der Straßburger Altstadt zahlreiche Winstubs – die typisch elsässischen Gaststätten, in denen Tarte flambée, Baeckeoffe und ein Glas Riesling auf den Tisch kommen. Das Elsass ist frankophil mit Augenzwinkern: Man trinkt lokalen Wein, spricht manchmal noch Elsässisch und genießt ein Stück Kugelhopf zum Kaffee. Besser lässt es sich kaum essen.
Häufige Fragen zum Straßburger Münster
- Wie lange brauche ich für einen Besuch?
- Für Hauptschiff und Astronomische Uhr mindestens 1–1,5 Stunden; mit Turmbesteigung insgesamt 2–2,5 Stunden.
- Ist der Eintritt kostenlos?
- Das Hauptschiff ist kostenlos. Astronomische Uhr: 4 € (Kinder 2 €). Turmbesteigung: 10 € (Kinder 6 €).
- Wann ist das Figurenspiel der Astronomischen Uhr?
- Täglich um 12:30 Uhr – außer Sonn- und Feiertagen. Frühzeitig kommen!
- Wie kommt man hin?
- Mit der Straßenbahn (Tram A/D, Haltestelle Langstross Grand Rue) oder zu Fuß durch die Altstadt. Parkhaus Place du Château direkt nebenan.
- Ist das Münster UNESCO-Welterbe?
- Die gesamte Grande-Île (Innenstadt) ist seit 1988 UNESCO-Weltkulturerbe – das Münster ist ihr Herzstück.
Geheimtipp: Das Münster in einem anderen Licht
Das Straßburger Münster ist tagsüber prachtvoll – aber bei Einbruch der Dunkelheit wird es geradezu magisch. Wenn das Flutlicht eingeschaltet wird, leuchtet der Vogesen-Sandstein in einem warmen Goldton, und die Fassadenreliefs treten mit einer Plastizität hervor, die man tagsüber kaum wahrnimmt. Der beste Standpunkt dafür ist nicht direkt vor dem Portal, sondern ein Stück zurück auf dem Place de la Cathédrale – oder von der kleinen Brücke in der Nähe des Palais Rohan.
Noch ein Insider-Tipp: Wer die Turmbesteigung plant, sollte einen Tag mit guter Fernsicht abwarten. Im Herbst nach einem Regen ist die Sicht oft besonders klar – dann erkennt man die Weinkuppen der Vogesen und die dunklen Wälder des Schwarzwalds gleichzeitig, und man begreift, warum diese Stadt schon immer eine Brücke zwischen zwei Kulturen war.
Das Straßburger Münster ist ein Erlebnis, das auf keine Liste gehört – weil Listen nicht helfen, wenn man vor dem Hauptportal steht und einfach nur nach oben schaut. Wer Straßburg besucht, sollte dem Münster mindestens einen Halbtagsbesuch schenken: einmal durch das Innere schlendern, die Astronomische Uhr erleben, auf die Plattform steigen – und dann unten einen Café crème trinken und auf das Gebäude schauen, bis man wirklich glaubt, was man da gerade gesehen hat.
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