Rathaus Basel

Rathaus Basel

Es ist schwer, am leuchtend roten Basler Rathaus einfach vorbeizugehen. Dabei probieren das täglich Tausende von Menschen – und scheitern. Denn das Gebäude, das seit über 500 Jahren den Marktplatz von Basel beherrscht, hat eine magnetische Wirkung: Die knallrote Sandsteinfassade, die reich verzierten Wandmalereien und das goldene Türmchen aus dem Jahr 1507 machen das Rathaus zum imposantesten Blickfang der Stadt.

Gebaut wurde es zwischen 1504 und 1514 – kurz nachdem Basel der Schweizerischen Eidgenossenschaft beigetreten war. Wer als neues Mitglied Eindruck hinterlassen will, tut das am besten mit einem Gebäude, das man nicht so schnell vergisst. Basel tat das auf seine betont selbstbewusste Art: mit einem der schönsten Rathäuser nördlich der Alpen. Bis heute ist der Bau nicht nur Denkmal, sondern lebendiges Herz der Basler Politik – hier tagen Grosser Rat und Regierungsrat, und der Innenhof steht Besuchern kostenlos offen.

Bild: © Basel Tourismus

Geschichte und Architektur: Basels rotes Wahrzeichen

Dass Basel 1501 der Eidgenossenschaft beitrat, war kein bescheidenes Ereignis. Die Kaufmannsstadt am Rheinknie war wirtschaftlich bedeutend, geistig offen – die Universität war 1460 gegründet worden – und architektonisch ehrgeizig. Das Rathaus, dessen Bau 1504 begann, war die steingewordene Visitenkarte dieser Ambitionen.

Erbaut aus rotem Sandstein – einem Material, das durch seine intensive Farbe jeden Betrachter sofort in seinen Bann zieht – entstand ein Gebäude, das architektonisch zwischen Spätgotik und früher Renaissance changiert. Das goldene Türmchen des Mittelbaus stammt aus dem Jahr 1507 und ist eines der ältesten noch erhaltenen Elemente. Die erste Turmuhr ließ man 1511 einbauen; Meister Wilhelm hieß der Mann, der sie schuf.

MerkmalDetail
Erbaut1504–1514, mit Erweiterungen 1608 und 1898–1904
BaustilSpätgotik mit Renaissance-Elementen
MaterialRoter Sandstein
Turmhöhe47 Meter (erbaut 1899–1901)
Erste Turmuhr1511, erbaut von Meister Wilhelm
FassadengemäldeHans Bock der Ältere, 1608–1611
Innenhof-StatueLucius Munatius Plancus, 1580 von Hans Michel
Anlass des BausBeitritt Basels zur Eidgenossenschaft, 13. Juli 1501
Funktion heuteSitz von Grossem Rat und Regierungsrat Basel-Stadt

Die große Erweiterung des 19. Jahrhunderts brachte den heutigen 47 Meter hohen Turm, der zwischen 1899 und 1901 entstand. Das Fresko von Wilhelm Balmer an der Turmfassade zeigt den Basler Bannerträger Hans Bär in der Schlacht von Marignano (1515) – einer Niederlage, die für die Schweizer Eidgenossenschaft das Ende der Expansionspolitik markierte. Geschichte als Mahnmal in Stein und Farbe.

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Was erwartet mich beim Besuch des Basler Rathauses?

Der Besuch des Basler Rathauses ist kostenlos – und das gilt nicht nur für den Blick von außen. Der prachtvolle Innenhof steht montags bis freitags frei zugänglich offen. Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert, eine Renaissance-Arkade und eine Statue, die einen Mann ehrt, der die Stadt eigentlich gar nicht gegründet hat – das Rathaus hält mehr Überraschungen bereit, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Die leuchtend rote Fassade und die Wandmalereien

Was Besucher zuerst trifft, ist die Farbe. Der rote Sandstein der Fassade leuchtet an einem Sonnentag wie frisch gestrichen – dabei ist er über 500 Jahre alt. Das war durchaus Absicht: Rot signalisierte in der damaligen Stadtpolitik Autorität und republikanische Selbstbestimmung. Unter den Zinnen des Gebäudes sind die Wappen der zwölf Eidgenössischen Kantone angebracht, die zur Zeit des Baus zur Gemeinschaft gehörten.

Die Wandmalereien der Fassade wurden zwischen 1608 und 1611 vom Basler Künstler Hans Bock dem Älteren geschaffen. Sie zeigen Allegorien der Tugenden, Siegesgöttinnen mit Palmzweigen und einen Kinderfestumzug – ein ikonographisches Programm, das die politische Botschaft des Gebäudes visuell unterstreicht.

Im Innenhof erwarten Sie weitere Highlights: Der dreigeschossige Arkadeninnenhof mit filigranem Maßwerk-Geländer und polygonalem Treppenturm gilt als eines der schönsten Renaissance-Juwelen Basels. Die Fresken von Hans Bock (1608/09) unter den Arkaden zeigen moralische Szenen – eine bewusste Mahnung an Richter und Ratsherren, gerecht zu urteilen. Im Zentrum steht die Statue von Lucius Munatius Plancus, dem angeblichen Stadtgründer. Die Inschrift ist charmant ungenau: Plancus gründete tatsächlich die Colonia Raurica (heute Augst), nicht das heutige Basel – aber die Basler lassen sich ihre Stadtgründerlegende gern.

Öffnungszeiten, Führungen und Besucherinfos

ThemaDetails
Innenhof / TreppenhausMo–Fr 08:00–12:30 Uhr und 13:30–17:00 Uhr, kostenlos
Öffentliche RatssitzungenBesuchergalerie zugänglich, keine Anmeldung nötig; Gruppen: +41 61 267 85 71
Geführte TourenSa 15:30 Uhr (Deutsch) und 16:30 Uhr (Englisch), je ca. 30 Min.
EintrittKostenlos
AdresseMarktplatz 9, 4001 Basel, Schweiz
Telefon+41 61 267 81 81
Anreise per TramLinien 8, 11 oder 14 bis Haltestelle Marktplatz
Anreise zu FußCa. 20 Minuten vom Bahnhof Basel SBB

Bild: © Basel Tourismus

Das Rathaus und seine Nachbarn: Die Basler Altstadt entdecken

Das Rathaus steht nicht allein. Der Marktplatz, auf dem es thront, ist montags bis samstags von einem farbenprächtigen Wochenmarkt belebt – einem der schönsten in der Schweiz. Und von hier aus sind alle wichtigen Basler Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erreichbar.

SehenswürdigkeitEntfernungHighlight
Basler Münsterca. 5 Min.Romanisch-gotische Kathedrale; im Kreuzgang liegt Erasmus von Rotterdam; Turmbesteigung mit Panoramablick
Pfalz (Münsterterrasse)ca. 7 Min.Aussichtsplattform über dem Rhein; Blick auf Elsass und Schwarzwald
Mittlere Brückeca. 5 Min.Älteste Rheinbrücke Basels (1225); das historische Käppelijoch in der Mitte
Barfüsserplatzca. 3 Min.Historisches Museum Basel im ehemaligen Franziskanerkloster; belebter Treffpunkt
Kunstmuseum Baselca. 8 Min.Älteste öffentliche Kunstsammlung der Welt; Werke von Holbein, Picasso, Monet
Spalentorca. 10 Min.Prächtigstes erhaltenes Stadttor (um 1400); Teil der mittelalterlichen Befestigung
Tinguely Museumca. 15 Min.Kinetische Kunst direkt am Rheinufer; vom Architekten Mario Botta entworfen

Wer Basel wirklich kennenlernen möchte, sollte auch auf die andere Rheinseite wechseln: Kleinbasel zeigt das entspanntere, jüngere Gesicht der Stadt – mit Galerien, Szenekneipen und dem wohl schönsten Blick auf die Altstadtsilhouette überhaupt.

Bild: © Basel Tourismus

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Ob mit Blick auf den Rhein oder direkt in der Altstadt: Basel hat für jeden Geschmack das richtige Hotel. Die meisten zentralen Unterkünfte liegen in wenigen Gehminuten vom Rathaus entfernt – ideal für einen Abendspaziergang zum beleuchteten Rathausplatz.

Ist der Eintritt ins Basler Rathaus kostenlos?

Ja, der Innenhof und das Treppenhaus des Basler Rathauses sind kostenlos zugänglich – montags bis freitags zwischen 08:00 und 17:00 Uhr (mit Mittagspause). Öffentliche Führungen finden samstags statt (auf Deutsch um 15:30 Uhr, auf Englisch um 16:30 Uhr) und können über Basel Tourismus angemeldet werden.

Kann ich das Basler Rathaus von innen besichtigen?

Ja! Der prachtvolle Innenhof mit seinen Renaissance-Arkaden und den historischen Wandmalereien von Hans Bock steht Besuchern frei zugänglich offen. Der Grossratssaal (Parlamentssaal) und der Regierungsratssaal – mit dem originalen Bundesbrief von 1501 – können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch des Basler Rathauses?

Das Rathaus ist das ganze Jahr über sehenswert. Besonders eindrucksvoll ist es an einem sonnigen Tag, wenn der rote Sandstein in der Mittagssonne leuchtet. Zur Basler Fasnacht (Februar/März) wird der Marktplatz zur Bühne des berühmten Morgestraichs – eines der faszinierendsten Volksfeste Europas. Auch der Wochenmarkt auf dem Marktplatz (Mo–Sa) verleiht der Umgebung ein besonderes Flair.

Wie komme ich am besten zum Basler Rathaus?

Das Rathaus liegt direkt am Marktplatz im Herzen von Groß-Basel. Per Tram (Linien 8, 11 oder 14) bis zur Haltestelle Marktplatz sind Sie in wenigen Minuten dort. Vom Bahnhof Basel SBB erreichen Sie das Rathaus zu Fuß in ca. 20 Minuten. Direktzugverbindungen bestehen aus Freiburg i. Br. (ca. 45 Min.), Zürich (ca. 55 Min.) und Bern (ca. 1 Std.).

Bild: © Basel Tourismus

Geheimtipp: Die verborgene Turmstube des Rathauses

Das bestgehütete Geheimnis des Basler Rathauses ist nicht die Wandmalerei, nicht der originale Bundesbrief von 1501 und auch nicht die Statue mit der etwas ungenauen Inschrift. Es ist die Turmstube.

Ganz oben im siebengeschossigen Rathausturm, 47 Meter über dem Marktplatz, befindet sich ein lichtdurchfluteter Raum mit Panoramablick in alle vier Himmelsrichtungen. Wer hier steht, sieht Basel so, wie es wenige je sehen: Münster und Rhein, Altstadt und Kleinbasel, Schwarzwald und Vogesen in einem einzigen Blick. Der Raum ist mit Stühlen ausgestattet, die einst aus einer Basler Polizeistation stammen und mit geschnitzten Falken verziert sind – ein absurdes, charmantes Detail, das perfekt zum Basler Sinn für unaufgeregte Grandeur passt.

Das Problem: Die Turmstube ist für normale Besucher nicht frei zugänglich. Sie lässt sich nur im Rahmen von Sonderführungen erleben – auf Anfrage beim Kanton Basel-Stadt. Wer eine Gruppe zusammenstellt, hat gute Chancen. Es lohnt sich, nachzufragen.

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