Pisa

Wie Florenz liegt auch Pisa am Arno-Fluss, allerdings in unmittelbarer Nähe zur Küste. Pisa, das wesentlich weniger geschäftig ist als Florenz, wird fast vollständig von einer Stadtmauer umrahmt. Die im 7. Jahrhundert gegründete Stadt und frühere Seemacht ist für die meisten Menschen auf der Welt allein wegen eines Bauwerkes ein Begriff: wegen des Schiefen Turms. Der 50 Meter hohe Glockenturm am Dom Santa Maria Assunta sackte schon kurz nach Baubeginn auf einer Seite ab. Grund dafür war nachgiebiges Schwemmland im Untergrund. Etwa 100 Jahre pausierten die Bauarbeiten, dann setzte ein zweiter Baumeister zu Beginn des 13. Jahrhunderts den Bau fort. Um die Turmneigung zu korrigieren, verwendete er auf der sich senkenden Seite leichteres Baumaterial als auf der anderen. Von 1990 bis 2001 wurde der Turm für den Aufstieg für Sanierungsarbeiten gesperrt. Insgesamt schaffte man es in dieser Zeit, den rund 5 Meter von einer senkrechten Linie abweichenden Turm um 45 cm aufzurichten. Heute kann man den Turm auf fast 300 Stufen wieder besteigen. Von oben hat man eine vorzügliche Aussicht auf das Domplatz-Ensemble, die Stadt und an klaren Tagen bis zur Küste.

Neben dem schiefen Campanile vollenden das Ensemble auf dem Domplatz, dem grünleuchtenden Rasenplatz am Rande des Zentrums, der Dom, das Baptisterium und der Monumentalfriedhof Camposanto. Während in vielen anderen Städten diese Freiflächen aus Platzmangel zugebaut wurden, blieben sie in Pisa bestehen. Dieser Platz wurde vom Dichter D'Annunzio als Piazza dei Miracoli (Platz der Wunder) bezeichnet und wird noch heute so genannt. Trotz einer unterschiedlichen Bauzeit von über 200 Jahren wurde durch den gleich bleibenden Baustoff Carrara-Marmor und die einheitliche Fassadengestaltung ein zusammenhängendes Bild geschaffen. Der Dom wurde zum Vorbild für spätere Dombauten in Florenz und Siena und galt jahrhundertelang als monumentalster Bau der christlichen Geschichte.

Das Stadtzentrum von Pisa erstreckt sich über vier historische Stadtviertel, vom Bahnhof im Süden bis zur Piazza dei Miracoli im Norden. Mittelpunkt der historischen Viertel San Martino, Santa Maria, San Francesco und Sant'Antonio ist der Ponte di Mezzo, die zentrale Arno-Brücke. Da sich die meisten Touristen nicht weit vom Schiefen Turm entfernen, findet man in Pisa viele Ecken, die noch recht ursprünglich wirken. Entfernt man sich nur wenige hundert Meter vom Turm sieht man verwinkelte Gassen, Studenten, Bars und die typischen im Pisaner Gelb gestrichenen Häuser, die den ehemaligen Reichtum der Stadt erahnen lassen.

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