Marktkirche - Hannover

Marktkirche Hannover: Backsteingotik und Geschichte im Herzen der Altstadt

Die Marktkirche Hannover zählt zu den bedeutendsten gotischen Backsteinkirchen Norddeutschlands und ist seit fast 700 Jahren das Herzstück der hannoverschen Altstadt. Mit ihren markanten Türmen prägt sie das Stadtbild der niedersächsischen Landeshauptstadt und zieht jährlich Hunderttausende von Besuchern an. Als lebendiger Ort des Glaubens, der Kultur und der Geschichte verbindet die Marktkirche Vergangenheit und Gegenwart auf einzigartige Weise – ein absolutes Muss für jeden Hannover-Besucher.

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Geschichte der Marktkirche Hannover

Seit fast 900 Jahren steht an dieser Stelle in der hannoverschen Altstadt ein Gotteshaus. Die heutige gotische Hallenkirche wurde im 14. Jahrhundert erbaut und gilt als eines der bedeutendsten Zeugnisse norddeutscher Backsteingotik. Ihr Bau begann um 1350 und wurde bis ins frühe 15. Jahrhundert vollendet – eine Epoche, in der Hannover als aufstrebende Handelsstadt zur Hanse gehörte und reiche Kaufmannsfamilien den Kirchenbau großzügig förderten.

Vom mittelalterlichen Bau zur heutigen Gestalt

Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Marktkirche schwere Schäden: Bombenangriffe zerstörten den Großteil der Innenausstattung und beschädigten die historische Bausubstanz erheblich. Der aufwendige Wiederaufbau dauerte bis in die 1950er Jahre. Dabei wurden bewusst sowohl originale mittelalterliche Elemente als auch moderne Zutaten kombiniert – als sichtbares Zeichen von Zerstörung und Neuanfang. Besonders bekannt ist das wiederhergestellte Mittelportal mit seinen beeindruckenden gotischen Maßwerkfenstern sowie der wuchtige Westturm, der als Wahrzeichen der Stadt gilt.

Bedeutung als Stadtkirche

Die Marktkirche war von Beginn an eng mit dem städtischen Leben verknüpft. Direkt am Marktplatz gelegen, war sie nicht nur Gotteshaus, sondern auch Ort der bürgerlichen Gemeinschaft, des Handels und der politischen Versammlungen. Die Reformation erreichte Hannover 1533 – die Marktkirche wurde zur lutherischen Hauptkirche der Stadt. Diese evangelisch-lutherische Tradition prägt die Kirche bis heute.

MerkmalDetails
BaustilNorddeutsche Backsteingotik
Baubeginnum 1350
KonfessionEvangelisch-lutherisch
Turmhöheca. 97 Meter (Westturm)
LageHanns-Lilje-Platz, Altstadt Hannover
ÖffnungszeitenMo–Fr 10–18 Uhr, Sa 10–17 Uhr, So 9:30–18 Uhr

Architektur und Kunstschätze der Marktkirche

Die Marktkirche beeindruckt bereits von außen durch ihre imposante Silhouette: Der mächtige Westturm erhebt sich rund 97 Meter in den Himmel und ist weithin sichtbar. Das Äußere der Kirche ist aus roten Backsteinen gefügt – typisch für die norddeutsche Gotik, die ohne den in Süddeutschland üblichen hellen Sandstein auskommt und stattdessen auf das regionale Ziegelmaterial setzt.

Das Innere – Raum für Glauben und Kunst

Der Innenraum der Marktkirche ist als dreischiffige Hallenkirche konzipiert, bei der Mittelschiff und Seitenschiffe nahezu gleich hoch sind. Diese Form erzeugt ein einheitliches, weiträumiges Raumgefühl, das Licht und Offenheit betont. Besondere Aufmerksamkeit verdienen:

  • Das Retabel des Hochaltars: Ein bemaltes Schnitzretabel aus dem 14. Jahrhundert, das zu den bedeutendsten Kunstwerken mittelalterlicher Sakralkunst in Niedersachsen gehört
  • Die gotischen Maßwerkfenster: Trotz der Kriegszerstörungen blieben Teile der originalen Glasmalerei erhalten oder wurden nach historischen Vorlagen rekonstruiert
  • Die Orgel: Die beeindruckende Kirchenorgel ist Mittelpunkt eines lebendigen Konzert- und Musikprogramms – Orgelkonzerte locken regelmäßig Musikfreunde aus der ganzen Region
  • Der Taufstein: Ein romanisches Überbleibsel, das an die früheren Kirchenbauten auf diesem Platz erinnert

Sakraler Raum mit zeitgenössischer Kunst

Die Marktkirche versteht sich als offener Kulturort. Neben der historischen Ausstattung werden regelmäßig zeitgenössische Kunstinstallationen gezeigt, die den Dialog zwischen Glauben, Geschichte und Gegenwart anstoßen. Dieser Ansatz macht die Kirche zu einem außergewöhnlichen Begegnungsort, der weit über ein klassisches Kirchengebäude hinausgeht.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der Marktkirche Hannover?

Die Marktkirche Hannover ist das ganze Jahr über geöffnet und bietet zu jeder Jahreszeit ein besonderes Erlebnis. Unter der Woche (Montag bis Freitag) ist die Kirche von 10 bis 18 Uhr zugänglich, am Samstag von 10 bis 17 Uhr und am Sonntag bereits ab 9:30 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Besonders lohnenswert ist ein Besuch:

  • Im Frühling und Sommer: Das Licht fällt ideal durch die hohen Maßwerkfenster – perfekte Bedingungen für Fotos und die Betrachtung der Glasmalerei
  • Zur Adventszeit: Der historische Weihnachtsmarkt direkt vor der Kirche auf dem Marktplatz schafft eine einmalige Atmosphäre
  • Bei Orgelkonzerten: Das regelmäßige Konzertprogramm verwandelt die Kirche in einen Konzertsaal von besonderer Akustik
  • An Wochentagen vormittags: Wer die Ruhe und Stille des Raumes genießen möchte, meidet die Mittagsstunden und Wochenenden, wenn mehr Besucher kommen

Hinweis: Bei Gottesdiensten und Sonderveranstaltungen kann die Besichtigung eingeschränkt sein. Ein Blick auf den Online-Kalender der Kirche wird empfohlen.

Die Marktkirche als Kultur- und Begegnungszentrum

Die Marktkirche Hannover ist weit mehr als ein Sakralbau – sie versteht sich als lebendiges Zentrum der Gemeinschaft und Kultur. Mit einem vielseitigen Programm aus Gottesdiensten, Konzerten, Kunst und sozialen Angeboten spricht sie Menschen aller Altersgruppen und Hintergründe an.

Musik und Konzerte

Die Kirche besitzt eine hervorragende Akustik und nutzt diese für ein reichhaltiges Musikprogramm. Orgelkonzerte, Choraufführungen und klassische Konzerte locken regelmäßig Musikliebhaber in den historischen Raum. Die Kantorei der Marktkirche gehört zu den renommierten Kirchenchören in Niedersachsen.

Spirituelle Angebote und Gemeinschaft

Neben den regulären Gottesdiensten – darunter Morgenandachten und das Mittagsgebet – bietet die Marktkirche offene Gesprächsrunden, einen Willkommenskreis für Neuankömmlinge in der Stadt sowie besondere Gottesdienste für verschiedene Zielgruppen. Der Gedanke der offenen Kirche, die niemanden ausschließt, steht im Mittelpunkt.

Soziales Engagement

Als Stadtkirche mitten im Trubel Hannovers engagiert sich die Marktkirche auch sozial: Sie ist Anlaufstelle für Menschen in Notsituationen und unterstützt verschiedene Hilfswerke. Das Kirchencafé lädt zu informellen Begegnungen ein und macht die Kirche zu einem echten Nachbarschaftsort.

Geheimtipp: Die Marktkirche abseits der Touristenpfade

Die meisten Besucher kommen zur vollen Stunde, wenn Reisegruppen die Kirche bevölkern. Wer hingegen werktags kurz nach der Öffnung um 10 Uhr erscheint, erlebt die Marktkirche in völliger Stille und kann die beeindruckende Raumwirkung der gotischen Hallenkirche ganz für sich genießen. Ein besonderer Moment: das Mittagsgebet um 12 Uhr, zu dem sich täglich eine kleine Gruppe von Stammgästen und neugierigen Besuchern zusammenfindet – eine meditative Pause inmitten des städtischen Lebens.

Wer die Umgebung erkunden möchte, sollte nach dem Kirchenbesuch einen Spaziergang durch die Altstadt Hannover einplanen: Das historische Fachwerkviertel rund um die Marktkirche mit dem Ballhof, dem Alten Rathaus und dem Leibniztempel bietet weiteres Flair und lässt sich bestens zu Fuß erkunden. Kombiniert mit einem Besuch des neuen Rathauses und eines Spaziergangs am Maschsee ergibt sich ein unvergesslicher Hannover-Tag.

Häufige Fragen zur Marktkirche Hannover

Häufige Fragen zur Marktkirche Hannover

Ist der Eintritt in die Marktkirche Hannover kostenlos?
Ja, der Eintritt in die Marktkirche Hannover ist kostenlos. Die Kirche ist für alle Besucher frei zugänglich. Spenden für den Erhalt des Gebäudes sind willkommen.
Wo befindet sich die Marktkirche Hannover?
Die Marktkirche Hannover befindet sich am Hanns-Lilje-Platz in der Altstadt von Hannover, direkt am historischen Marktplatz neben dem Alten Rathaus. Sie ist bequem zu Fuß vom Hauptbahnhof erreichbar (ca. 10 Minuten).
Wann wurde die Marktkirche Hannover gebaut?
Der Bau der heutigen gotischen Hallenkirche begann um 1350. Zuvor stand an dieser Stelle bereits fast 700 Jahre lang ein Kirchengebäude. Die Kirche gehört damit zu den ältesten Bauwerken Hannovers.
Welche Öffnungszeiten hat die Marktkirche Hannover?
Die Marktkirche Hannover ist Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, Samstag von 10 bis 17 Uhr und Sonntag von 9:30 bis 18 Uhr geöffnet. Bei Gottesdiensten und Veranstaltungen kann die Besichtigung eingeschränkt sein.
Gibt es Führungen durch die Marktkirche Hannover?
Ja, die Marktkirche Hannover bietet regelmäßig Führungen an. Aktuelle Termine finden Sie auf der offiziellen Website der Kirche. Gruppenführungen können auch individuell gebucht werden.

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