Holländisches Viertel - Potsdam

Holländisches Viertel: Ein Stück Holland in Brandenburg

Bei Potsdamern und Touristen gleichermaßen beliebt ist das Holländische Viertel – das größte geschlossene holländische Bauensemble außerhalb der Niederlande. Es besteht aus vier Karrees mit 134 zweistöckigen Backsteinhäusern, errichtet zwischen 1734 und 1742 im Auftrag des Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. Überall im Quartier finden sich hübsche Cafés, szenige Läden mit Kunsthandwerk und​​ individuellen Mitbringeln, Galerien, Boutiquen und Antiquariate.

Das europaweit einzigartige Bauensemble wurde zwischen 1734 und 1742 für holländische Handwerker erbaut, die König Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, nach Potsdam geholt hatte. Den Bau des Viertels leitete Johann Boumann, von dessen Arbeit ein Museum in der Mittelstraße 8 zeugt. Schlendern Sie durch das Viertel und entdecken Sie die vielen exklusiven Läden und gemütlichen Cafés und Restaurants, die neben der Architektur das besondere Flair des Viertels ausmachen.

Architekt Johann Boumans große Zeit

Mit 26 Jahren wurde Architekt Johann Boumann 1732 nach Potsdam berufen, um dort u.a. im königlichen Auftrag das Holländische Viertel zu errichten. Nach dem Regierungsantritt von König Friedrich II. (Preußen) konnte er sich dann vor Aufträgen nicht mehr retten. In den Jahren 1747 bis 1750 schuf er den Alten Dom und erneuerte die Gebäude der Akademie der Wissenschaften.

Zwischen 1748 und 1753 errichtete er in Berlin für Prinz Heinrich von Preußen ein Palais, das heute das Hauptgebäude der Humboldt-Universität beherbergt. 1752 schuf Bouman das Berliner Tor und im darauffolgendem Jahr das Potsdamer Rathaus. Sein letzter großer Auftrag war der Bau der St. Hedwigskathedrale. Nach dem Entwurf von Jean Laurent Legeay vollendete Boumann in den Jahren 1770 bis 1773 diesen Kirchenbau. Auch wenn Boumans spätbarocker Baustil eine unverwechselbare Nüchternheit und Strenge zeigt, war er doch anderen Architekten wie z. B. Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff ebenbürtig.

Zum zweiten Mal heiratete Bouman in Berlin 1772 Maria Louise Elisabeth, die Witwe des Kaufmanns Konrad Donner. Mit ihr hatte er zwei Söhne: die späteren Architekten Michael Philipp Bouman und Georg Friedrich Bouman. Der Schriftsteller Ludwig Boumann war sein Enkel. Im Alter von ungefähr 70 Jahren starb Johann Bouman am 6. September 1776 in Berlin.

Das Holländische Viertel heute: bunt und individuell

Nach der Wende wurde das Holländische Viertel in großem Stil restauriert, das satte Rot der Fassaden und das Weiß der Sprossenfenster strahlen Wette, dazu viele hübsche Blumentöpfe, bunte Stühle und Holztische vor den Häusern, Fahrräder an der Wand – ein Klein-Holland wie aus dem Bilderbuch. Shoppen ist gleichfalls ein Vergnügen, es gibt tolle Boutiquen mit Selbstgeschneidertem, Second-Hand-Läden, Antiquariate, Bars und Restaurants, eine Weinhandlung, Schmuck und Spielzeug. Das Jan-Bouman-Haus präsentiert Spannendes über die Entstehung des Holländischen Viertels und das Potsdam-Museum zeigt Gemälde, Fotos und Grafiken. Für Einheimische und Potsdam-Gäste gibt es drei Kultur-Höhepunkte im Jahr: das Tulpenfest im April, im September der Töpfermarkt und im Advent der holländische Weihnachtsmarkt, das Sinterklaas-Fest. Auch wenn ein ganz normaler Tag ist, an dem sie kommen: Unbedingt den hiesigen Käsekuchen und eine heiße Schokolade probieren. Sollen die besten der Stadt sein.

Adresse Holländisches Viertel
Benkertstraße 6 - 12, 14467 Potsdam

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