Hauptplatz Linz
Hauptplatz Linz
Wer in Linz ankommt und sich fragt, wo er zuerst hinschauen soll, bekommt von jedem Einheimischen dieselbe Antwort: Zum Hauptplatz. Und das zu Recht. Mit 13.200 Quadratmetern Fläche gehört er zu den größten vollständig geschlossenen Plätzen Europas – ein barockes Freiluftwohnzimmer, das seit über 800 Jahren das Leben der Donaustadt ordnet und belebt. Hier schlägt das Herz von Linz: laut, bunt, lebendig und ein kleines bisschen stolz auf sich selbst.
Wer den Hauptplatz zum ersten Mal betritt, braucht einen Moment. Nicht weil er überwältigend groß wäre – sondern weil er so vollständig wirkt. Die ringsum geschlossene Fassadenreihe aus Barock, Renaissance und Biedermeier ergibt zusammen mit der zentralen Dreifaltigkeitssäule ein Ensemble, das man sofort als ganzes versteht. Kein störender Lückenbau, kein Anachronismus – einfach ein Platz, der auf Anhieb funktioniert.
Geschichte des Hauptplatzes Linz
Der Linzer Hauptplatz ist keine Erfindung der Neuzeit – er existiert seit dem Mittelalter und war schon immer das Zentrum des städtischen Lebens. Urkundlich wurde Linz 799 erstmals erwähnt, und der Platz entstand im 13. Jahrhundert im Zuge der Stadtgründung als rechteckiger Markt- und Versammlungsort.
Im 15. Jahrhundert war Linz sogar kurzzeitig Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches – Kaiser Friedrich III. residierte hier und ließ die Stadt ausbauen. Der Hauptplatz profitierte von dieser Epoche: Die repräsentativen Bürgerhäuser der Renaissance entstanden in dieser Zeit und prägten das Erscheinungsbild des Platzes nachhaltig.
Besonders prägend für die heutige Gestalt war das Barock. Nach der Pest von 1713, die Linz schwer traf, beschlossen die Stadtbewohner aus Dankbarkeit für das Ende der Seuche den Bau der Dreifaltigkeitssäule – 1723 wurde sie eingeweiht und steht seitdem als weißes Marmorwahrzeichen im Mittelpunkt des Platzes.
Chronik des Hauptplatzes
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 13. Jh. | Entstehung als mittelalterlicher Marktplatz |
| 1489–1493 | Blütezeit unter Kaiser Friedrich III., Linz als Reichshauptstadt |
| 1513 | Bau des Alten Rathauses am Hauptplatz |
| 1713 | Pest in Linz – Gelübde zum Bau der Dreifaltigkeitssäule |
| 1723 | Einweihung der Dreifaltigkeitssäule |
| 19. Jh. | Neugestaltung der Fassaden im Biedermeier-Stil |
| 2009 | Linz ist Kulturhauptstadt Europas – der Platz erlebt neue Aufmerksamkeit |
Bild: © Linz Tourismus / A. Sigalov
Was gibt es am Hauptplatz Linz zu sehen?
Am Hauptplatz Linz gibt es mehr zu entdecken als auf den ersten Blick sichtbar. Der Platz selbst ist die Bühne – aber die eigentlichen Highlights verteilen sich über das gesamte Areal und die angrenzenden Gassen.
- Dreifaltigkeitssäule: Das zentrale Wahrzeichen des Platzes – 20 Meter hoch, aus weißem Marmor, und mit einer beeindruckenden Geschichte (mehr dazu im nächsten Abschnitt)
- Altes Rathaus: Das markante Gebäude mit dem Erkertürmchen stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist heute Sitz des Bürgermeisters sowie Standort des Tourismusbüros
- Bürger- und Kaufmannshäuser: Die ringsum den Platz rahmenden Fassaden zeigen Barock, Renaissance und Biedermeier in einem harmonischen Mix
- Landhaus: Nur wenige Schritte entfernt befindet sich das Renaissance-Juwel des Linzer Landhauses mit seinem prächtigen Arkadenhof – ein absoluter Geheimtipp abseits der Touristenströme
- Wochenmarkt & Events: Regelmäßig verwandelt sich der Hauptplatz in Marktfläche, Konzertbühne oder Festgelände – besonders bekannt ist der Christkindlmarkt im Advent
Der Hauptplatz als Startpunkt für Stadterkundungen
Von hier aus sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in wenigen Gehminuten erreichbar: Das Linzer Schloss liegt auf dem Schlossberg direkt oberhalb, der Mariendom mit seiner neogotischen Fassade ist zehn Minuten zu Fuß entfernt, und die Landstraße – die wichtigste Einkaufsstraße der Stadt – beginnt am östlichen Ende des Platzes. Wer morgens am Hauptplatz startet, kann bis zum Mittag locker fünf oder sechs Sehenswürdigkeiten mitnehmen.
Dreifaltigkeitssäule: Das Wahrzeichen des Hauptplatzes
Mitten auf dem Hauptplatz, wo alle Blicke zusammenlaufen, erhebt sich die Dreifaltigkeitssäule aus weißem Marmor. Mit ihren rund 20 Metern Höhe überragt sie selbstbewusst die umliegenden Café-Schirme und ist das erste, was man beim Betreten des Platzes wirklich wahrnimmt.
Entstehungsgeschichte
Die Säule entstand als Dankmal nach dem Ende der Pestepidemie, die Linz in den Jahren 1712–1713 heimsuchte und zahlreiche Menschenleben forderte. Die Bürger der Stadt gelobten, zum Dank für das Ende der Seuche – und als Schutz gegen Feuer, Krieg und Pest – ein monumentales Denkmal zu errichten. 1723 wurde es feierlich eingeweiht.
Fakten auf einen Blick
- Höhe: ca. 20 Meter
- Material: Weißer Marmor
- Eingeweiht: 1723
- Anlass: Dank für das Ende der Pest (1712–1713)
- Künstler: Skulpturen von Antonio Gleißner und Johann Wolfgang Hagenauer
- Schutzpatrone: Heilige Dreifaltigkeit, dargestellt mit zahlreichen Heiligenfiguren
Die Säule ist kein Museum – man kann einfach davorstehen, nach oben schauen und kurz nachdenken, wie viel in fast 300 Jahren an diesem Punkt der Stadt passiert ist. Das kostet nichts und gelingt auch mit dem stärksten Jetlag.
Bild: © LinzTourismus / Röbl
Sehenswürdigkeiten rund um den Hauptplatz Linz
Der Hauptplatz liegt im Herzen der Linzer Altstadt – und das ist buchstäblich zu verstehen. Von hier aus sind die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Ein Radius von 500 Metern reicht, um eine beeindruckende Dichte an Geschichte, Kunst und Architektur zu erleben.
Die wichtigsten Ziele in der Nähe
| Sehenswürdigkeit | Entfernung (Fußweg) | Besonderheit |
|---|---|---|
| Linzer Schloss | ca. 5 Minuten | Mittelalterliche Burg auf dem Schlossberg, heute Landesmuseum mit Panoramablick auf die Donau |
| Alter Dom (Jesuitenkirche) | ca. 3 Minuten | Barockes Meisterwerk, einst Bischofskirche – Anton Bruckner war hier Organist |
| Landhaus Linz | ca. 2 Minuten | Eleganter Renaissance-Bau mit prächtigem Arkadenhof, Tagungsort des Landtags |
| Nordico Stadtmuseum | ca. 4 Minuten | Stadtgeschichte von der Römerzeit bis heute, im barocken Palais untergebracht |
| Mariendom | ca. 10 Minuten | Größte Kirche Österreichs, neogotische Kathedrale mit farbenprächtigen Fenstern |
| Pöstlingbergbahn (Talstation) | ca. 15 Minuten (Tram) | Steilste Adhäsionsbahn Europas, fährt auf den 537 m hohen Pöstlingberg |
Besonders empfehlenswert ist ein Spaziergang entlang der Linzer Donaupromenade – sie verbindet Hauptplatz und Donau auf direktem Weg und bietet herrliche Ausblicke auf den Fluss und das gegenüberliegende Ufer von Urfahr.
Bild: © OÖ Landesmuseen
Praktische Tipps für deinen Besuch am Hauptplatz Linz
Der Hauptplatz ist rund um die Uhr frei zugänglich und kostet keinen Eintritt – Linz ist in dieser Hinsicht großzügig. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die deinen Besuch deutlich angenehmer machen.
Anreise und Parken
- Öffentliche Verkehrsmittel: Linz hat ein dichtes Straßenbahnnetz. Die Linie 3 verbindet Hauptbahnhof, Landstraße und Hauptplatz – ideal und günstig
- Mit dem Auto: Die Innenstadt ist keine Selbstverfahrerzone, aber Parken ist teuer. Empfehlung: Parkhäuser am Hauptbahnhof oder am Urfahraner Markt nutzen und mit der Tram weiterfahren
- Zu Fuß: Wer im Zentrum übernachtet, hat den Hauptplatz meist in 5–10 Gehminuten – und spart sich sämtliche Parkprobleme
Beste Besuchszeit
| Jahreszeit | Besonderheit | Tipp |
|---|---|---|
| Frühling (April–Mai) | Mild, belebte Terrassen, Tulpen auf dem Platz | Ideale Zeit für ausgedehnte Stadtspaziergänge |
| Sommer (Juni–Aug.) | Belebte Außengastronomie, Events und Konzerte | Morgens früh kommen, bevor die Hitze zunimmt |
| Herbst (Sept.–Nov.) | Ruhiger, goldenes Licht in der Altstadt | Perfekte Fotolichtbedingungen nachmittags |
| Advent/Winter | Einer der schönsten Christkindlmärkte Österreichs | Abends kommen – die Beleuchtung ist märchenhaft |
Das Tourismusbüro am Hauptplatz 1 (Altes Rathaus) ist täglich von 10–17 Uhr geöffnet und gibt kostenlose Stadtpläne sowie Tipps für die aktuelle Veranstaltungslage aus. Wer eine Linz Card erwägt: Sie enthält Museumseintritt und ÖPNV-Nutzung für 1 oder 2 Tage und lohnt sich bei einer längeren Stadtreise. Entsprechende Linz-Pakete mit Linz Card gibt es auch als Reiseangebot buchbar.
Bild: © Linz Tourismus / Kest
FAQ – Häufige Fragen zum Hauptplatz Linz
Ist der Eintritt zum Hauptplatz Linz kostenlos?
Ja, der Hauptplatz Linz ist ein öffentlicher Platz und rund um die Uhr frei zugänglich. Es gibt keine Eintrittsgebühren.
Wie groß ist der Hauptplatz in Linz?
Der Hauptplatz Linz umfasst ca. 13.200 Quadratmeter und gilt damit als einer der größten vollständig geschlossenen Plätze Europas.
Wann wurde die Dreifaltigkeitssäule am Hauptplatz errichtet?
Die Dreifaltigkeitssäule wurde 1723 eingeweiht – als Dankmal der Linzer Bürger nach dem Ende der Pest von 1712–1713. Sie ist ca. 20 Meter hoch und aus weißem Marmor gefertigt.
Wie komme ich am besten zum Hauptplatz Linz?
Am einfachsten mit der Straßenbahn Linie 3 ab Hauptbahnhof bis zur Haltestelle Hauptplatz/Pflasterhof. Mit dem Auto empfiehlt sich ein Park-and-Ride-Parkhaus, da das Zentrum verkehrsberuhigt ist.
Was ist der Hauptplatz Linz besonderes in der Weihnachtszeit?
Im Advent verwandelt sich der Hauptplatz in einen der schönsten Weihnachtsmärkte Österreichs. Rund 80 Stände mit Kunsthandwerk, Kulinarik und Glühwein machen ihn zum stimmungsvollen Ausflugsziel – besonders abends unter der Beleuchtung.
Geheimtipp: Der Arkadenhof des Landhauses
Wer am Hauptplatz steht und die Zeit etwas dehnen möchte, biegt links in die Klosterstraße ein. Nach wenigen Metern liegt rechts der Eingang zum Landhaus – und dahinter verbirgt sich einer der schönsten Innenhöfe Österreichs. Der Renaissance-Arkadenhof aus dem 16. Jahrhundert ist tagsüber frei zugänglich, kaum bekannt und fast immer leer. Die Touristenströme bleiben draußen, die Stille bleibt drinnen. Im Sommer gibt es hier manchmal kostenlose Konzerte. Einfach reinspazieren, staunen, und so tun, als wüsste man das schon lange.
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