Ars Electronica Center Linz
Ars Electronica Center Linz - Museum der Zukunft
Wer nach Linz kommt und nach einem Hinweis sucht, warum diese Stadt mehr ist als Strudel und Schloss, findet ihn direkt am Donauufer: Das Ars Electronica Center streckt sich wie ein riesiger, leuchtender Kristall dem Fluss entgegen – und macht schon von weitem klar, dass hier etwas Ungewöhnliches wartet. Österreich hat viele Museen, aber kein anderes fragt so konsequent: Was macht uns als Menschen aus – und wie verändert Technologie unsere Zukunft?
Das AEC ist kein Museum im klassischen Sinne. Hier gibt es keine ruhigen Säle mit verglasten Exponaten und Hustenverbot. Stattdessen: Roboter, die einem in die Augen schauen, Projektionen, die den ganzen Raum füllen, und Ausstellungen, bei denen die Finger kribbeln – weil man einfach anfassen und ausprobieren will. Seit 1996 ist das Ars Electronica Center die Heimat einer Idee: dass Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft nicht getrennt voneinander gedacht werden können.
Bild: © TV Linz / Lukas Eckerstorfer
Was ist das Ars Electronica Center?
Das Ars Electronica Center entstand 1996 als physisches Zuhause der Ars Electronica – einer Initiative, die bereits 1979 als avantgardistisches Musikfestival begann und sich seither zur weltweit bedeutendsten Plattform für Medienkunst entwickelt hat. Heute ist das AEC weit mehr als ein Museum: Es ist ein Forschungslabor, eine Spielwiese für Ideen und ein Ort, der zeigt, wie Zukunft aussehen könnte – und was sie mit uns macht.
Das Gebäude – Architektur als Statement
2009, im Jahr als Linz Europäische Kulturhauptstadt war, wurde das heutige Gebäude von TREUSCH architecture fertiggestellt. Die Fassade besteht aus rund 5.200 m² Glas mit 40.000 eingebetteten LEDs in 1.100 einzeln steuerbaren Elementen – damit gehört sie zu den größten Medienfassaden Europas. Nach Einbruch der Dunkelheit verwandelt sich das Gebäude in ein leuchtendes Kunstwerk und illuminiert die Uferpromenade auf der Nordseite der Donau.
Das Ars Electronica Futurelab
Im Innern des AEC arbeitet das Ars Electronica Futurelab – ein Forschungs- und Entwicklungsatelier an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technologie. Das Futurelab entwickelt Prototypen und Installationen für Institutionen weltweit und hat mit Projekten auf jedem Kontinent Spuren hinterlassen.
| Fakten auf einen Blick | |
|---|---|
| Eröffnung | 1996 (aktuelles Gebäude: 2009) |
| Architektur | TREUSCH architecture, Wien |
| Medienfassade | 5.200 m² Glas, 40.000 LEDs |
| Adresse | Ars-Electronica-Straße 1, 4040 Linz |
| Träger | Ars Electronica GmbH |
| Auszeichnung | UNESCO City of Media Arts (Linz seit 2014) |
Deep Space 8K und die Ausstellungen
Das absolute Herzstück des Ars Electronica Centers liegt im Erdgeschoss: der Deep Space 8K. Die Dimensionen sprechen für sich: eine 16 x 9 Meter große Wand- und Bodenprojektion in 8K-Auflösung mit 33 Millionen Pixeln, stereoskopischem 3D und präzisem Laser-Tracking. Ob virtueller Flug durchs Sonnensystem, Tauchgang in die Mikrowelt einer Zelle oder eine interaktive Kunstinstallation, die auf Körperbewegungen reagiert – der Deep Space 8K schafft Erlebnisse, für die es kein anderes Medium gibt. Wer einmal darin war, versteht, warum das AEC als Museum der Zukunft gilt.
Wichtig für die Planung: Die täglichen Shows finden um 11:00 und 15:00 Uhr statt (Dienstag bis Sonntag). Sie sind sehr begehrt – eine Vorabreservierung wird dringend empfohlen.
Ausstellungen im Überblick
| Ausstellung | Inhalt |
|---|---|
| Deep Space 8K | Immersive 8K-Visualisierung: Weltraum, Mikrowelt, Kunst und Architektur |
| Understanding AI | Neuronale Netze selbst trainieren – ohne Vorkenntnisse, mit echter Wirkung |
| Connected Earth | Klimawandel und Ökosysteme: Wie alles auf diesem Planeten zusammenhängt |
| Kids Research Laboratory | 3D-Druck, Coding und Robotik für Kinder ab 4 Jahren – Mitmachen, nicht Zuschauen |
| Neurobionics | Brain-Computer-Interfaces, Rehabilitation und Mensch-Maschine-Verbindung |
| Me and the Machines | Mensch-Maschine-Beziehungen aus psychologischer Sicht |
| AI x Music | Wie künstliche Intelligenz musikalische Kreativität verändert |
- Für Familien: Das Kids Research Laboratory ist speziell für Kinder von 4 bis 14 Jahren – echtes Forschen statt passives Staunen
- Für Technikbegeisterte: In Understanding AI lässt sich ein eigenes neuronales Netz trainieren – Vorkenntnisse nicht erforderlich
- Für Kunstinteressierte: Wechselausstellungen verbinden digitale Kunst mit gesellschaftlichen Fragen
- Zeitplanung: Mindestens 3 bis 4 Stunden einplanen – das AEC ist deutlich größer als erwartet
Bild: © Linz Tourismus / Röbl
Wann lohnt sich ein Besuch ins Ars Electronica Center ?
Das AEC hat Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet – montags bleibt es geschlossen. Die kurze Antwort auf die Frage: Ein Wochentag zwischen Dienstag und Freitag ist ideal. Dann ist weniger los, die Deep Space 8K Shows lassen sich entspannter erleben, und man kann sich wirklich Zeit nehmen. Wochenend-Nachmittage dagegen sind die belebtesten Zeiten. Wer das volle Erlebnis will, plant mindestens einen halben Tag ein – besser einen ganzen.
Eintrittspreise im Überblick
| Kategorie | Preis |
|---|---|
| Erwachsene (Vollpreis) | 14,00 € |
| Ermäßigt (Studierende bis 26, Senioren ab 65, Menschen mit Behinderung, Ö1-Club) | 12,00 € |
| Kinder und Jugendliche (6–19 Jahre) | 5,50 € |
| Kinder unter 6 Jahren | kostenlos |
| Schulklassen (pro Kind) | 5,50 € |
| Gruppen ab 15 Personen | 12,00 € pro Person |
| Jahreskarte (Vollpreis) | 42,00 € |
| Jahreskarte (ermäßigt) | 36,00 € |
| Aktivpass Linz | 1,00 € |
- Linz Card: Freier Eintritt ins AEC – plus öffentliche Verkehrsmittel und weitere Attraktionen inklusive
- 24-Stunden-Ticket: Das Ticket gilt einen ganzen Tag – nachmittags rein, abends die LED-Fassade bestaunen, am nächsten Morgen weitermachen
- Deep Space 8K Shows: Täglich um 11:00 und 15:00 Uhr – Vorabreservierung dringend empfohlen
- Geschlossen: 24.–25. Dezember, 31. Dezember, 1. Januar und 1. Mai
Anreise und Linz entdecken
Das Ars Electronica Center liegt an der Ars-Electronica-Straße 1, 4040 Linz – direkt am nördlichen Donauufer, gegenüber dem Lentos Kunstmuseum. Die Anreise funktioniert am besten mit dem Zug: Von Wien ist Linz mit dem Railjet in rund 90 Minuten erreichbar, aus München dauert es etwa 2,5 Stunden.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
- Straßenbahn: Linie 1, 2, 3 oder 4 bis Haltestelle Hauptplatz, dann über die Nibelungenbrücke – ca. 5 Gehminuten
- Bus: Linien 33, 33a, 38 oder 102 bis Haltestelle Rudolfstraße (in Sichtweite des AEC)
- Auto: Parkhaus Neues Rathaus in der Nähe, Urfahranermarkt-Parkplatz mit ca. 118 Stellplätzen
- Fahrrad: Direkt am Donauradweg gelegen, Fahrradständer vorhanden
Was gibt es noch in der Nähe?
Das AEC liegt ideal für einen ganzen Linz-Tag. Direkt gegenüber – nur über die Nibelungenbrücke – liegt das Lentos Kunstmuseum mit einer der bedeutendsten Sammlungen moderner Kunst Österreichs. In der historischen Altstadt wartet der Hauptplatz, einer der größten Barockplätze Österreichs. Wer noch höher hinaus will: Die Pöstlingbergbahn fährt seit 1898 auf den Hausberg von Linz – mit Panoramablick über die Donaustadt. Und das Schlossmuseum auf dem Schlossberg bietet Österreichs Geschichte von der Steinzeit bis ins 20. Jahrhundert.
Linz ist außerdem ein idealer Ausgangspunkt für Urlaub in Österreich: Das Salzkammergut liegt nur eine Autostunde entfernt, Salzburg ist in 90 Minuten erreichbar. Die Stadt ist kompakter als Wien, lebendiger als ihr Ruf und kulturell weit reichhaltiger als die meisten erwarten.
Bild: © Linz Tourismus / GM
Das Ars Electronica Festival
Einmal im Jahr – immer im September – verwandelt sich ganz Linz in einen riesigen Veranstaltungsort: Das Ars Electronica Festival ist seit 1979 das weltweit bedeutendste Treffen an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft. Was als avantgardistisches Musikfestival begann, ist heute fünf Tage purer Gedankenfreiheit: Ausstellungen, Konzerte, Performances, Workshops und Symposien bespielen das gesamte Stadtgebiet von Linz.
Der Prix Ars Electronica – seit 1987 der älteste und renommierteste Wettbewerb für digitale Kunst weltweit – präsentiert seine Preisträger jährlich während des Festivals. 2025 gab es 3.987 Einreichungen aus 98 Ländern. Das nächste Festival findet vom 9. bis 13. September 2026 unter dem Motto "And the Future Begins" statt. Wer Linz während des Festivals besucht, erlebt die Stadt in einem Ausnahmezustand – auf die allerbeste Art.
Alle Infos und das aktuelle Programm: ars.electronica.art
Häufig gestellte Fragen zum Ars Electronica Center Linz
- Was ist das Ars Electronica Center?
- Ein interaktives Museum für Kunst, Technologie und Gesellschaft – eröffnet 1996 am nördlichen Donauufer in Linz. Herzstück ist der Deep Space 8K mit 8K-Projektionen auf Wand und Boden.
- Wann ist das AEC geöffnet?
- Dienstag bis Sonntag, 10:00–17:00 Uhr. Montag geschlossen. Auch geschlossen: 24./25. Dez., 31. Dez., 1. Jan. und 1. Mai.
- Was kostet der Eintritt?
- Erwachsene 14 €, ermäßigt 12 €, Kinder und Jugendliche (6–19 J.) 5,50 €, unter 6 Jahren kostenlos. Linz Card Inhaber: freier Eintritt.
- Was ist der Deep Space 8K?
- Ein 16 x 9 Meter Projektionsraum mit 33 Millionen Pixeln, stereoskopischem 3D und Laser-Tracking. Shows täglich um 11:00 und 15:00 Uhr – Vorabreservierung dringend empfohlen!
- Wie kommt man zum AEC?
- Straßenbahn (Linie 1, 2, 3 oder 4) bis Hauptplatz, dann 5 Minuten zu Fuß über die Nibelungenbrücke. Adresse: Ars-Electronica-Straße 1, 4040 Linz.
Bild: © Linz Tourismus / Schmidt
Geheimtipp: Das Ars Electronica Center nach Sonnenuntergang
Die meisten Besucher sehen das Ars Electronica Center nur tagsüber – dabei entfaltet es seine ganze Magie erst nach Einbruch der Dunkelheit. 40.000 LEDs in 1.100 einzeln steuerbaren Glaselementen verwandeln das Gebäude in ein riesiges, pulsierendes Kunstwerk aus Licht. Der beste Aussichtspunkt? Die Mitte der Nibelungenbrücke.
Von dort aus hat man beide Donauufer im Blick: rechts das illuminierte Lentos Kunstmuseum, links das strahlende Ars Electronica Center – und dazwischen das dunkle, ruhige Band der Donau. Kein Eintritt, keine Anmeldung, kein Stress. Einfach hingehen, staunen und stehen bleiben. Das kostet genau 0 Euro und ist eines der schönsten kostenlosen Erlebnisse in ganz Linz.
Ein weiterer Tipp: Wer etwas früher aufsteht, erlebt die LED-Fassade in der Morgendämmerung, wenn das erste Tageslicht das Glas zum Leuchten bringt – deutlich weniger Publikum als abends, aber genauso eindrucksvoll. Direkt neben dem AEC betreibt die Stadtwerkstatt einen frei zugänglichen Grillplatz – ein echter Linzer Geheimtipp für Sommerabende, der in keinem Reiseführer steht.
Ars Electronica Center Linz
Ars-Electronica-Straße 1, 4040 Linz, Österreich
Telefon: +43 732 7272 51
E-Mail: center@ars.electronica.art
Website: ars.electronica.art/center
Öffnungszeiten: Di–So 10:00–17:00 Uhr | Mo geschlossen
Eintritt Erwachsene: 14,00 € | Ermäßigt: 12,00 € | Jugendliche (6–19 J.): 5,50 € | Kinder unter 6 J.: kostenlos