Mariendom Linz

Mariendom Linz - die größte Kirche Österreichs

Wer zum ersten Mal vor dem Mariendom in Linz steht, versteht sofort, warum die Oberösterreicher so stolz auf ihn sind. Die neugotischen Türme, der warmrote Sandstein, die schieren Dimensionen – das hier ist keine Kirche, das ist ein Statement. Österreichs größtes Kirchengebäude überragt alles in der Altstadt und zieht Blicke von weit her auf sich.

Dabei ist der Mariendom weit mehr als ein Fotomotiv. Über 40 farbige Glasfenster tauchen den Innenraum in ein unwirkliches Licht, die Geschichte des Baus liest sich wie ein Roman über Glauben, Geduld und Beharrlichkeit – und wer die 395 Stufen zur Turmgalerie erklimmt, blickt weit über Linz und die Donau bis in die Alpen. Diese Seite gibt Ihnen alles, was Sie für einen unvergesslichen Besuch brauchen.

Warum ist der Mariendom das größte Kirchengebäude Österreichs?

Gemessen am Volumen ist der Mariä-Empfängnis-Dom – so sein offizieller Name – die flächenmäßig größte Kirche Österreichs. Auf einer bebauten Fläche von 5.851 m² finden bis zu 20.000 Menschen Platz. Zum Vergleich: Der berühmte Stephansdom in Wien ist weltbekannter, aber kleiner. Nur beim Turm gibt der Mariendom knapp nach – er bleibt zwei Meter unter der Turmhöhe des Wiener Wahrzeichens, angeblich aus Respekt vor der Hauptstadt.

MerkmalAngabe
Offizielle BezeichnungMariä-Empfängnis-Dom (Mariendom)
Bebaute Fläche5.851 m²
Fassungsvermögenbis zu 20.000 Personen
Turmhöhe134,8 m (2 m niedriger als der Stephansdom)
BaustilNeugotik
ArchitektVincenz Statz (Köln)
Grundsteinlegung1. Mai 1862
Weihe29. April 1924
Bauzeit62 Jahre

Geschichte des Mariendoms – 62 Jahre Glaube, Stein und Geduld

Die Geschichte des Mariendoms beginnt mit einer päpstlichen Bulle und einem entschlossenen Bischof. Nachdem Papst Pius IX. 1854 das Dogma der Unbefleckten Empfängnis verkündet hatte, beschloss Bischof Franz Joseph Rudigier: Linz braucht einen Dom, der dieser Botschaft gerecht wird. 1862 rammte er den ersten Spatenstich – und setzte damit ein Bauprojekt in Gang, das er selbst nie fertig erleben sollte.

Die Bauphasen zogen sich über sechs Jahrzehnte:

  • 1862–1869: Krypta und Votivkapelle – Letztere wurde 1869 geweiht. Anton Bruckner komponierte eigens seine berühmte e-Moll-Messe für diesen Anlass.
  • 1870–1885: Bau des Presbyteriums
  • 1886–1901: Der mächtige Turm wächst in den Himmel
  • 1902–1924: Querhaus und Langhaus werden fertiggestellt

Das Besondere: Der gesamte Bau wurde ausschließlich aus Spenden der Gläubigen finanziert – kein Staat, keine Kirche als Institution, nur ein Verein namens Dombauverein. Am 29. April 1924 wurde der Dom schließlich geweiht, 62 Jahre nach der Grundsteinlegung. Der Kölner Architekt Vincenz Statz, der den neugotischen Entwurf schuf, hatte den Abschluss ebenfalls nicht mehr erlebt.

Bild: © Linz Tourismus / Kest

Die Glasfenster des Mariendoms – ein Lichtspiel aus 40 Bilderwelten

Wer den Mariendom betritt, den trifft der erste Eindruck wie ein Schlag: Das Licht. Über 100 Glasfenster – die großen davon werden „Gemäldefenster" genannt – filtern das Tageslicht in ein Spektakel aus Blau, Rot, Gold und Grün. Sie entstanden in mehreren Epochen zwischen 1868 und 1994 und erzählen Geschichten aus der Bibel, der Kirchengeschichte und aus der Geschichte Oberösterreichs.

Einige besonders sehenswerte Fenster:

FensterBesonderheit
Das Linzer FensterZeigt historische Stadtansichten und oberösterreichische Geschichte – quasi ein Stadtportrait in Glas
Das KaiserfensterPorträt des Kaiserhauses, gestiftet zu Ehren von Kaiser Franz Joseph I. – ein Zeugnis der k. u. k. Ära
Ost-Rosette (Friedensfenster)Tugenden und Werke der Barmherzigkeit
West-Rosette (Kriegsfenster)Kriegssymbole und Hauptsünden als mahnendes Gegenstück
Kapellenkranzfenster (1994)Moderner, abstrakter Stil als Denkmal für 50 Friedensjahre

Eine Besonderheit: Viele der Lang- und Querhausfenster (1910–1924) wurden nach realen Fotografien gefertigt – die Gesichter darin sind echte Porträts oberösterreichischer Persönlichkeiten der Epoche. Für die Glasfensterführungen (jeden 1. Samstag im Monat, 13:00 Uhr) empfiehlt sich eine Voranmeldung über das Domcenter.

Bild: © Linz Tourismus / A. Sigalov

Besuch im Mariendom – Öffnungszeiten, Preise und Turmbesteigung

Der Mariendom ist täglich geöffnet und der Eintritt in die Kirche selbst ist kostenlos. Für Turmbesteigung und Führungen fallen kleine Gebühren an.

WasWannPreis
KirchenbesuchMo–Sa 7:30–19:00 Uhr, So/Feiertage 8:00–19:15 Uhrkostenlos
Turmbesteigung (395 Stufen, 68 m)Sa/So/Feiertage 14:00 Uhr, Do 16:00 UhrErw. 7,50 € | Kinder 4,50 €
GlasfensterführungJeden 1. Samstag im Monat, 13:00 UhrErw. 6,50 € | Kinder 4,00 €
Domführung (ca. 1 Stunde)auf AnfrageErw. ca. 9,50 € | Kinder ca. 5,50 €
Höhengängeführung (15 m Höhe)auf Anfrageauf Anfrage

Tipp zur Turmbesteigung: Die 395 Stufen führen auf die Turmgalerie in 68 Metern Höhe. Auf dem Weg nach oben passieren Sie die prächtige Turmrosette mit der Heiligen Cäcilia – und oben erwartet Sie bei klarem Wetter ein Panorama über Linz und die Donauebene bis in die Alpen. Treffpunkt ist am Domcenter (Domplatz). Kontakt: Tel. +43 732 946100.

Sehenswürdigkeiten rund um den Mariendom

Der Mariendom liegt mitten in der Linzer Altstadt, eingebettet in ein dichtes Netz aus Sehenswürdigkeiten, die sich alle gut zu Fuß erkunden lassen.

  • Alter Dom (Jesuitenkirche): Nur wenige Gehminuten entfernt – der barocke Gegenentwurf zum neugotischen Mariendom. Anton Bruckner spielte hier jahrzehntelang als Domorganist.
  • Hauptplatz und Dreifaltigkeitssäule: Linz' gute Stube – einer der größten Stadtplätze Österreichs, mit Marmorsäule und historischen Bürgerhäusern.
  • Linzer Schloss: Auf dem Hügel über der Donau thront das Schloss mit dem Oberösterreichischen Landesmuseum – Stadtgeschichte mit Panoramablick inklusive.
  • Lentos Kunstmuseum: Der gläserne Kubus an der Donaulände glänzt tagsüber sachlich und nachts farbig beleuchtet. Internationale Ausstellungen auf höchstem Niveau.
  • Pöstlingbergbahn: Vom Hauptplatz aus führt die historische Bergbahn auf den Pöstlingberg – Linz' Hausberg mit märchenhaftem Zwergenland und Aussichtsplattform.
  • Ars Electronica Center: Digitale Kunst, Wissenschaft und Zukunftstechnologie – dieses Museum am Donauufer ist weltweit einzigartig.

Wer Linz als Städtereiseziel in Österreich entdecken möchte, findet hier eine perfekte Mischung aus Geschichte, Kultur und Moderne – und das auf einem Stadtgebiet, das sich ideal zu Fuß erkunden lässt. Die Reiseangebote von spar-mit.com für Linz bieten eine tolle Basis für Ihren Aufenthalt.

Bild: © Linz Tourismus / A. Sigalov

Geheimtipp und häufige Fragen zum Mariendom Linz

Geheimtipp: Die Krypta und die weltgrößte Domkrippe

Fast alle Mariendom-Besucher schauen sich den Innenraum an – und verlassen den Dom wieder, ohne je die Treppe in die Krypta hinunterzusteigen. Das ist ein echter Fehler. Denn unter dem Hauptschiff verbirgt sich ein zweites, stilles Gotteshaus mit den Grabstätten der Linzer Bischöfe. Und darin steht das eigentliche Highlight: die Weihnachtskrippe von Sebastian Osterrieder, einem Münchner Bildhauer. Sie ist 12 Meter lang und 5 Meter tief – eine der größten und wertvollsten Krippen der Welt. Das Beste: Sie ist das ganze Jahr über aufgestellt und die meisten Besucher finden sie nie.

Weiterer Tipp: Bei der Höhengängeführung (auf Anfrage) spazieren Sie auf dem Triforium – einem Laufgang in 15 Metern Höhe direkt über dem Kirchenschiff. Eine Innenperspektive auf Glasfenster, Gewölbe und Altar, die kaum jemand kennt.

Wie viele Stufen hat der Turm des Mariendoms?
395 Stufen bis zur Turmgalerie in 68 m Höhe – mit historischen Glocken und Turmrosette auf dem Weg nach oben.

Ist der Eintritt kostenlos?
Ja! Der Kirchenbesuch ist gratis. Turmbesteigung kostet 7,50 € (Erw.), Glasfensterführung 6,50 € (Erw.).

Wann wurde der Mariendom geweiht?
Am 29. April 1924 – nach 62 Jahren Bauzeit ab Grundsteinlegung am 1. Mai 1862.

Wie viele Glasfenster hat der Dom?
Über 100, entstanden zwischen 1868 und 1994. Darunter das Kaiserfenster und das historische Linzer Stadtansichts-Fenster.

Wie komme ich zum Mariendom?
Domplatz 1, 4020 Linz. Straßenbahn Linie 1–4 bis Mozartkreuzung. Tipp: Mit dem Linz-Städtereisepaket von spar-mit.com inklusive Linz-Card komfortabel und günstig anreisen.

Bild: © TV Linz / Lukas Eckerstorfer

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