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Glottertal im Schwarzwald – Wein, Natur & Schwarzwaldklinik
Was macht das Glottertal so besonders?
Das Glottertal liegt im südlichen Schwarzwald, eingebettet zwischen bewaldeten Hängen und sanften Talhängen, nur etwa 12 Kilometer nordöstlich von Freiburg im Breisgau. Was dieses Tal so unverwechselbar macht, lässt sich schwer auf einen einzigen Punkt bringen: Es ist die Mischung aus lebendiger Geschichte, einzigartiger Weinkultur, filmreifer Kulisse und echter Schwarzwälder Natur.
Auf gerade einmal rund 2.800 Einwohner verteilt sich hier so viel, dass Besucher oft überrascht sind, wie viel Tiefe ein kleines Tal haben kann. Bergbau aus dem Mittelalter, die höchsten Weinberge Deutschlands, eine Fernsehserie, die Millionen begeisterte, und ein Wanderwegenetz, das keine Wünsche offen lässt – das ist Glottertal im Schwarzwald.
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Bergbau im Glottertal – Geschichte unter Tage
Wer heute durch das Glottertal wandert, ahnt kaum, was sich einst tief im Inneren der umgebenden Berge abspielte. Bereits im Mittelalter – wahrscheinlich ab dem 12. oder 13. Jahrhundert – wurde hier intensiv Bergbau betrieben. Silber, Eisen und Zink waren die begehrten Rohstoffe, die dem Tal Wohlstand und überregionale Bedeutung brachten.
Die Bergbautätigkeit hinterließ sichtbare Spuren in der Landschaft, die bis heute zu entdecken sind:
- Stolleneingänge an den Hängen des Tals zeugen von jahrhundertelanger Arbeit unter Tage
- Abraumhalden als charakteristische Hügelformationen erinnern an die Fördertätigkeit
- Historische Hüttenstandorte, an denen das Erz weiterverarbeitet wurde
- Der Bergbaulehrpfad Glottertal führt Interessierte zu den wichtigsten Stationen
Der Bergbau brachte dem Tal nicht nur Wohlstand, sondern auch Arbeiter und Handwerker aus anderen Regionen – ein früher Impuls für die kulturelle Vielfalt, die das Glottertal bis heute auszeichnet. Im 18. Jahrhundert erlosch der Abbau allmählich, als die Vorkommen erschöpft waren und der Bergbau wirtschaftlich nicht mehr rentabel war.
Bergbaugeschichte selbst erleben
Wer die Bergbaugeschichte hautnah erleben möchte, sollte unbedingt dem ausgeschilderten Lehrpfad folgen. Informationstafeln erklären die historischen Zusammenhänge, und an einigen Stellen sind noch originale Mauerreste und Strukturen sichtbar. Ein bemerkenswertes Stück Industriegeschichte mitten im idyllischen Schwarzwald.
Weinberge auf 500 Metern: Glotterts Spätburgunder als Schwarzwald-Geheimtipp
Die Rebhänge rund um das Glottertal zählen zu den höchsten Weinbergen Deutschlands. Auf Lagen bis zu 500 Metern über dem Meeresspiegel gedeihen hier seit mehr als 500 Jahren Weinreben – eine Seltenheit in diesem Höhenbereich. Die beiden bekanntesten Weinlagen heißen Roter Bur und Eichberg und liegen an den nach Süden ausgerichteten Steilhängen des Tals.
Der Spätburgunder Weißherbst – eine regionale Spezialität
Die absolute Spezialität aus Glottertal ist der Spätburgunder Weißherbst, ein rosafarbener Wein mit fruchtiger Note, der aus der Spätburgundertraube (Pinot Noir) gewonnen wird. Die intensive Sonneneinstrahlung auf den Steilhängen sorgt für optimale Reifebedingungen und verleiht den Weinen eine besondere Tiefe und Eleganz.
Ein Überblick über die wichtigsten Fakten zum Glotterer Weinbau:
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Höhe der Weinberge | bis zu 500 m ü. NN |
| Anbaudauer | über 500 Jahre |
| Hauptsorte | Spätburgunder |
| Besonderheit | Spätburgunder Weißherbst |
| Lagen | Roter Bur, Eichberg |
| Ausrichtung | nach Süden, steil |
Neben dem Weißherbst werden in Glottertal auch hervorragende Rotweine erzeugt, die bei Weinliebhabern großen Anklang finden. Wer die Glotterer Weine persönlich kennenlernen möchte, findet bei den örtlichen Winzern oft die Möglichkeit zur Weinprobe – ein Erlebnis, das den Besuch im Tal abrundet und lange in Erinnerung bleibt.
Die Schwarzwaldklinik: Wie eine TV-Serie ein Dorf veränderte
Was für die meisten Besucher der eigentliche Magnet des Glottertals ist, verdankt das Dorf einer Fernsehserie: der Schwarzwaldklinik. Zwischen 1985 und 1989 lief die ARD-Serie mit Prof. Dr. Brinkmann (gespielt von Klausjürgen Wussow) zu besten Sendezeiten und erreichte regelmäßig über 28 Millionen Zuschauer. Zum Vergleich: Die gesamte damalige Bundesrepublik hatte rund 61 Millionen Einwohner.
Der Drehort war das Schwarzwaldklinik Glottertal, ein echtes Rehabilitationszentrum, das im markanten Karlsbau von 1914 untergebracht ist. Das imposante Gebäude thront an einem Hang und ist heute noch der Hingucker des Tals schlechthin. Die Serienproduktion hatte massive Auswirkungen auf Glottertal:
- Unzählige Fans pilgerten in das kleine Tal, um die Kulissen zu sehen
- Hotels und Pensionen erlebten einen nie dagewesenen Buchungsansturm
- Glottertal wurde in Japan, den USA und ganz Europa bekannt
- Der Begriff "Schwarzwaldklinik" ist bis heute untrennbar mit dem Ort verbunden
Was Besucher heute noch sehen können
Wer die Schwarzwaldklinik besucht, sollte wissen: Das Gebäude ist noch immer ein aktives Rehabilitationszentrum und nicht öffentlich zugänglich. Aber von außen lässt sich das historische Gebäude bestens fotografieren und bewundern. Rund um die Klinik verlaufen ausgeschilderte Nordic-Walking-Strecken, die durch herrliche Schwarzwaldlandschaft führen – und fast so schön aussehen wie die Filmkulissen.
Wandern, Radeln und Erholen im Glottertal
Glottertal ist kein Ort, an dem man einfach nur sitzt. Die Natur rund um das Tal lädt dazu ein, sie aktiv zu erleben – ob gemächlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad durch steile Hänge. Das Wegenetz ist gut ausgebaut und für jeden Anspruch geeignet.
Wanderwege im Glottertal
Alle örtlichen Wanderwege sind einheitlich mit einer gelben Raute markiert – ein bewährtes System, das die Orientierung im Wald erleichtert. Die Trails variieren von einfachen Talrundwegen bis zu anspruchsvollen Auf- und Abstiegen zu den Gipfeln der Umgebung.
- Glotterbach-Weg: Flacher Spazierweg entlang des Bächleins, ideal für Familien
- Weinberg-Rundweg: Führt über die historischen Lagen Roter Bur und Eichberg
- Höhenwanderweg: Verbindet das Glottertal mit den Berggipfeln der Region
- Nordic-Walking-Routen rund um die Schwarzwaldklinik
Radfahren im Tal
Für Radfahrer gibt es sowohl leichte Strecken im Tal selbst als auch anspruchsvolle Mountainbike-Touren auf die umliegenden Höhen. Die Steigungen des Schwarzwalds fordern auch geübte Radler – umso schöner sind die Abfahrten zurück ins Tal.
Ausflüge in die Umgebung
Wer Glottertal als Ausgangspunkt nutzt, hat hervorragende Möglichkeiten für Tagesausflüge:
| Ziel | Entfernung | Highlight |
|---|---|---|
| Freiburg im Breisgau | ca. 12 km | Münster, Altstadt, Bächle |
| Elsass (Frankreich) | ca. 45 km | Colmar, Straßburg, Weinstraße |
| Basel (Schweiz) | ca. 70 km | Kunstmuseum, Altstadt, Rhein |
| Titisee-Neustadt | ca. 45 km | Titisee, Schwarzwald-Hochstraße |
Häufige Fragen zum Glottertal
Wo liegt das Glottertal genau?
Das Glottertal befindet sich im südlichen Schwarzwald in Baden-Württemberg, rund 12 Kilometer nordöstlich von Freiburg im Breisgau.
Was ist die Schwarzwaldklinik in Glottertal?
Ein echtes Rehabilitationszentrum, das als Kulisse der ARD-Erfolgsserie (1985–1989) mit über 28 Millionen Zuschauern weltbekannt wurde. Der historische Karlsbau von 1914 ist von außen besichtigbar.
Warum hat Glottertal die höchsten Weinberge Deutschlands?
Die Lagen Roter Bur und Eichberg liegen auf bis zu 500 Metern Höhe. Die nach Süden ausgerichteten Steilhänge garantieren trotz der Höhe genügend Sonnenstunden für erstklassigen Weinbau.
Welche Wanderwege gibt es im Glottertal?
Alle Wege sind mit einer gelben Raute markiert – vom einfachen Talspaziergang bis zum Höhenwanderweg. Rund um die Schwarzwaldklinik gibt es zusätzlich Nordic-Walking-Routen.
Wann ist die beste Reisezeit für Glottertal?
Das Tal ist das ganze Jahr reizvoll. Weinliebhaber kommen im Herbst zur Erntezeit auf ihre Kosten, Wanderer genießen Frühjahr und Sommer besonders.
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Geheimtipp: Der Bergbaulehrpfad – Glottert als stilles Industriedenkmal
Die meisten Besucher kommen wegen der Schwarzwaldklinik oder der Weinberge nach Glottertal – und verpassen dabei einen der stillen Schätze des Tals. Der Bergbaulehrpfad führt auf rund 4 Kilometern an die Orte des einstigen mittelalterlichen Bergbaus heran: verlassene Stolleneingänge, Abraumhalden, die in der Landschaft als merkwürdige Hügelketten erscheinen, und alte Schmelzplätze, die kaum jemand als solche erkennt.
Der Pfad ist kaum touristisch erschlossen, Informationstafeln erklären auf Deutsch die historischen Zusammenhänge. Wer früh morgens dort unterwegs ist, hat die Ruhe ganz für sich – kein Klinikauto, kein Weinbergstrubel. Nur Wald, Geschichte und die Stille des Schwarzwalds. Für alle, die neben dem Offensichtlichen das Besondere suchen: ein absoluter Geheimtipp.