Gläserne Scheune Viechtach

Gläserne Scheune Viechtach – Glaskunst im Bayerischen Wald

Eine alte Scheune, sechs Glaswände, mehr als 200 Quadratmeter bemalte Glasfläche – und dahinter steckt das Lebenswerk eines einzelnen Mannes. Die Gläserne Scheune in Viechtach ist eines der ungewöhnlichsten Kunstprojekte im Bayerischen Wald: Seit 1980 verwandelte Glaskünstler Rudolf Schmid eine schlichte Scheune Schritt für Schritt in ein leuchtendes Gesamtkunstwerk – mit Sagen, Legenden und Waldgeistern aus dem Herzen des Böhmerwaldes.

Wer hier hineingeht, betritt keine klassische Galerie. Man taucht ein in Geschichten: in die Legende des Räubers Heigl, in die Prophezeiungen des Mühlhiasl, in religiöse Bilder und handgeschnitzte Holzarbeiten. Kurz gesagt: In Viechtach wartet ein Kulturerlebnis, das man so schnell nicht vergisst.

Die Gläserne Scheune – Kunst, Legende und Leidenschaft

Was 1980 als persönlicher Traum begann, ist heute eine der eigenwilligsten Sehenswürdigkeiten Bayerns. Rudolf Schmid, Glaskünstler aus Überzeugung, installierte in den alten Balken einer Scheune sechs große Glaswände und begann zu malen – beharrlich, über viele Jahre, gemeinsam mit seiner Familie. Was anfangs vielleicht wie eine Spinnerei klang, wurde zu einem kulturellen Schatz des Bayerischen Waldes.

Das Ergebnis sind über 200 Quadratmeter bemalte Glasfläche, verteilt auf sechs Wände, die gemeinsam eine zusammenhängende visuelle Welt bilden. Die Motive stammen direkt aus der regionalen Mythologie und Geschichte. Der berühmteste Held ist der Räuber Heigl – der „Robin Hood des Bayerischen Waldes". Sein Porträt misst stolze 7 × 6 Meter und dominiert eine ganze Wand mit kräftigen Farben und epischer Wirkung.

Daneben thronen zwei Monumentalwerke über den Mühlhiasl – einen Waldpropheten aus dem Bayerischen Wald, dessen Weissagungen so präzise gewesen sein sollen, dass manche davon bis heute noch nicht eingetroffen sind. Das erste Bild misst 9 × 7 Meter, das zweite sogar 10 × 7 Meter – damit ist es das größte Glasgemälde der gesamten Scheune. Wer vor diesen Bildern steht, begreift, warum Menschen hier den Atem anhalten.

Neben der Glasmalerei begeistern handgeschnitzte Holzarbeiten mit Motiven aus Jagd und Raunächten sowie religiöse Kunstobjekte aus dem Leben des heiligen Franziskus. Die Scheune ist kein Museum im klassischen Sinne – sie ist ein Gesamterlebnis, das alle Sinne anspricht.

Für alle, die lieber eigenständig erkunden: Es gibt einen kostenlosen Smartphone-Audioguide mit 33 Kapiteln zum Download. Für Gruppen ist eine Führung von 45 bis 60 Minuten inklusive im Eintrittspreis inbegriffen.

Kunstwerke auf Glas – Die Highlights der Gläsernen Scheune

Die Hauptwerke im Überblick

  • Räuber Heigl (7 × 6 m): Monumentale Glasmalerei über den legendären Räuber und Wohltäter der Armen im Bayerischen Wald – einer der bekanntesten Volkshelden der Region
  • Mühlhiasl I (9 × 7 m): Darstellung des Waldpropheten und seiner Weissagungen – mit faszinierenden Details zu Geschichte und Symbolik
  • Mühlhiasl II (10 × 7 m): Das größte Bild der Scheune – eine zweite, noch detailliertere Interpretation des Propheten
  • Holzschnitzereien: Handgefertigte Werke mit Jagdmotiven und mystischen Winterszenen aus den Raunächten
  • Religiöse Kunst: Glasobjekte und Bilddarstellungen aus dem Leben des Heiligen Franziskus
  • Smartphone-Audioguide: 33 Kapitel, kostenlos zum Download – ideal für Einzelbesucher

Für wen lohnt sich die Gläserne Scheune?

ZielgruppeWarum es passt
KunstinteressierteEinmaliges Gesamtkunstwerk mit großformatiger Glasmalerei aus einer Hand
Familien mit KindernSpannende Sagen und Legenden, Kinder unter 9 Jahren kostenlos
KulturreisendeAuthentischer Einblick in die Mythologie des Bayerischen Waldes
RollstuhlfahrerBeide Etagen per Rampe zugänglich (max. 80 cm Breite)
GruppenKostenlose Führung (45–60 Min.) inklusive im Eintrittspreis
Technik-FansModerner Smartphone-Audioguide mit 33 Kapiteln

Lohnt sich ein Besuch der Gläsernen Scheune Viechtach?

Kurz gesagt: Ja – und zwar deutlicher als man vielleicht erwartet. Die Gläserne Scheune ist kein klassisches Museum, kein touristischer Massenmagnet und schon gar keine Instagram-Kulisse für schnelle Selfies. Hier begegnet man einem echten Lebenswerk, das ohne Fördergelder und Marketingabteilung entstanden ist – einfach, weil es einem Menschen wichtig war.

Genau das macht den Besuch so besonders: die Unmittelbarkeit, das Handgemachte, die Passion dahinter. Man spürt, dass jede Linie auf dem Glas mit Absicht gesetzt wurde. Wer gerade mal eine Stunde übrig hat, ist bestens bedient. Wer die Führung mitmacht, kommt sicher zwei Stunden nicht raus – und nimmt eine Menge Geschichten mit, die man so schnell nicht vergisst.

Ein Besuch lohnt sich besonders in Kombination mit einem Ausflug zum Großen Pfahl, der nur wenige Kilometer entfernt liegt. Zusammen ergibt das einen abwechslungsreichen Halbtag, der Geschichte, Natur und Kunst auf schöne Weise verbindet.

Öffnungszeiten, Preise & Anfahrt auf einen Blick

Öffnungszeiten

ZeitraumÖffnungszeiten
Karfreitag bis 31. OktoberTäglich 10:00 – 16:00 Uhr (letzter Einlass 15:30 Uhr)
November bis KarfreitagGeschlossen

Eintrittspreise

PersonengruppePreis
Erwachsene7,50 €
Jugendliche (10–17 Jahre)3,50 €
Kinder unter 9 JahrenKostenlos (mit Elternteil)
Gruppen ab 20 Personen6,00 € (Erw.) / 3,50 € (Jugendliche)
AktivCard-InhaberKostenlos

Anfahrt & Kontakt

  • Adresse: Rauhbühl 3, 94234 Viechtach
  • Lage: ca. 5 km nordöstlich von Viechtach Richtung Schönau, Ortsteil Rauhbühl
  • Telefon: +49 9942 8147
  • E-Mail: info@glaeserne-scheune.de
  • Barrierefreiheit: Beide Etagen über ca. 30 m lange Außenrampe zugänglich (Rollstuhl bis 80 cm Breite)
  • Hinweis: Keine Hunde erlaubt, kein Behinderten-WC vorhanden
  • Parken: Kostenloser Parkplatz direkt vor Ort

Viechtach und der Bayerische Wald – Was die Region noch zu bieten hat

Viechtach nennt sich selbst gern „Kulturhauptstadt des Bayerischen Waldes" – und das ist nicht zu hoch gegriffen. Wer schon mal da ist, sollte ein paar Stunden länger bleiben. Die Stadt hat ganze neun Museen, darunter das Kristallmuseum mit über 2.000 Mineralien und einer begehbaren Kristallgrotte sowie das Nostalgie-Haus mit antikem Küchenkram und Spielzeug aus vergangenen Jahrzehnten.

Draußen wartet der Große Pfahl – ein weißer Quarzrücken, der sich wie ein Rückgrat durch die Landschaft zieht und als Naturdenkmal einzigartiger Art gilt. Wanderer sind hier in ihrem Element, der Pfahl-Wanderweg ist auch für Familien gut zu begehen. Für Wasserratten gibt es den Höllensteinsee – sechs Kilometer lang, ideal zum Rudern, Fischen oder einfach am Ufer sitzen und die Stille genießen. Und von den zwei Burgruinen oberhalb der Stadt aus sieht man bei klarem Wetter bis in den Böhmerwald und weit zu den Alpengipfeln.

Die gesamte Region des Bayerischen Waldes hat dabei deutlich mehr zu bieten als nur Wanderwege: Glasmacher-Traditionen in Frauenau und Zwiesel, den Nationalpark Bayerischer Wald mit seinen uralten Wäldern, die Waldwipfelweg-Hängebrücke in Sankt Englmar – alles erlebenswert. Wer noch weiter in Niederbayern schaut, findet in Bad Füssing, Bad Birnbach und Bad Griesbach außerdem eine der größten Thermalbade-Landschaften Europas.

Bild: Wanderer am Kleinen Arbersee © Stefan Gruber, Landratsamt Cham

FAQ – Häufige Fragen zur Gläsernen Scheune Viechtach

Wann ist die Gläserne Scheune Viechtach geöffnet?

Die Gläserne Scheune ist von Karfreitag bis 31. Oktober täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet (letzter Einlass 15:30 Uhr). Von November bis Karfreitag bleibt sie geschlossen.

Was kostet der Eintritt?

Erwachsene zahlen 7,50 €, Jugendliche (10–17 Jahre) 3,50 €, Kinder unter 9 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen haben freien Eintritt. Gruppen ab 20 Personen zahlen 6,00 € pro Erwachsenem. AktivCard-Inhaber kommen ebenfalls kostenlos rein.

Ist die Gläserne Scheune barrierefrei?

Ja. Beide Etagen sind über eine ca. 30 Meter lange Außenrampe erreichbar (Rollstuhlbreite max. 80 cm). Ein behindertengerechtes WC ist leider nicht vorhanden.

Gibt es Führungen?

Ja – Gruppenführungen von 45 bis 60 Minuten sind kostenlos im Eintrittspreis inbegriffen. Alternativ gibt es einen kostenlosen Smartphone-Audioguide mit 33 Kapiteln zum Download.

Wie komme ich hin?

Die Scheune liegt im Ortsteil Rauhbühl, ca. 5 km nordöstlich von Viechtach Richtung Schönau (Rauhbühl 3, 94234 Viechtach). Kostenfreies Parken direkt vor Ort.


Geheimtipp

Der echte Geheimtipp für die Gläserne Scheune? Komm an einem ruhigen Wochentag, am besten vormittags. Die Scheune fasst nicht viele Besucher gleichzeitig, und an einem stillen Dienstag- oder Mittwochvormittag entfaltet die Stimmung in den Glasräumen eine ganz andere Qualität. Man hört die eigenen Schritte, und das Licht durch das bemalte Glas – je nach Tageszeit und Wetter – verändert die Bilder jedes Mal neu. Wer mit dem Auto kommt, kann den Besuch hervorragend mit einer Wanderung entlang des Großen Pfahls kombinieren.

Wer die Region noch tiefer erkunden möchte: Im Bayerischen Wald und in Niederbayern gibt es viele weitere Ausflugsziele – von Thermalbädern über Nationalparks bis hin zu historischen Städtchen am Donauufer.

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