Diana-Aussichtsturm

Diana-Aussichtsturm

Hoch über den Dächern von Karlsbad thront er wie ein alter Bekannter: der Diana-Aussichtsturm, auf Tschechisch schlicht „Rozhledna Diana" genannt. Wer einmal oben steht und den Blick über das elegante Kurtal schweifen lässt, versteht sofort, warum dieser Turm seit über hundert Jahren zu den beliebtesten Ausflugszielen des böhmischen Bäderdreiecks zählt.

Was den Diana-Turm besonders macht? Nicht nur die spektakuläre Aussicht – es ist auch der Weg dorthin. Eine charmante Standseilbahn, die seit 1912 den Hang hinaufklettert, macht den Aufstieg zu einem kleinen Erlebnis für sich. Und wer es sportlicher mag, findet auch einen Wanderweg durch den dichten Buchenwald. Oben angekommen belohnt ein 360°-Panorama über Karlsbad, die Täler und die bewaldeten Hügel Westböhmens.

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Geschichte und Wissenswertes zum Diana-Aussichtsturm

Der Diana-Aussichtsturm wurde am 27. Mai 1914 feierlich eröffnet – errichtet vom Karlsbader Verschönerungsverein nach Plänen von Architekt Anton Breinl. Schon zwei Jahre zuvor, 1912, hatte die zugehörige Standseilbahn ihren Betrieb aufgenommen – damals die längste Standseilbahn der gesamten Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Der Bau galt als Jubiläumsgeschenk für das Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph I.

Seinen heutigen Namen Diana trägt der Turm nach der römischen Göttin der Jagd – passend zu dem waldreichen, einst jagdgeprägten Terrain der „Hohen Freundschaft" (Výšina přátelství). Berühmte Besucher dieser Anhöhe haben übrigens schon Goethe und Sigmund Freud angelockt, lange bevor der Turm entstand. Über die Jahrzehnte wechselte der Name mehrfach: 1926 hieß er kurz Dr.-Kudlich-Warte, nach 1945 Beneš-Aussichtsturm – heute gebräuchlich: schlicht Diana. Das Besondere: Schon bei der Erbauung 1914 wurde ein Fahrstuhl eingebaut – für die damalige Zeit eine technische Besonderheit.

FaktenDetails
Eröffnung Turm27. Mai 1914
Standseilbahn in Betrieb seit1912 (110+ Jahre Betrieb)
BauherrKarlsbader Verschönerungsverein
ArchitektAnton Breinl, Karlsbad
Turmhöhe40 Meter, Plattform auf 35 Metern
Standorthöhe562 m ü. NN. (Výšina přátelství)
Stufen zur Plattform150 Stufen oder Fahrstuhl (kostenlos)
Eintritt TurmKostenlos
Panorama360° bis zu 70 km Sichtweite
Benannt nachDiana, römische Göttin der Jagd

Wie komme ich zum Diana-Aussichtsturm?

Die einfachste und beliebteste Option ist die Standseilbahn Diana (tschechisch: Lanová dráha Diana). Die Talstation liegt direkt neben dem legendären Grandhotel Pupp auf der Mariánská Straße 1218/1 – einfach rechts vom Haupteingang des Hotels durch eine kleine Gasse. Die Fahrt überwindet auf 453 Metern einen Höhenunterschied von 167 Metern und dauert nur wenige Minuten – schon selbst ein kleines Vergnügen. Wer lieber zu Fuß geht: Ein gut ausgeschilderter Waldweg ab der Talstation führt in rund 20 bis 30 Minuten bergauf zum Turm. Besonders schön: mit der Seilbahn hinauf und zu Fuß zurück – oder umgekehrt.

  • Adresse Talstation: Mariánská 1218/1 – neben Grandhotel Pupp, Karlovy Vary
  • Standseilbahn (März–Okt.): täglich ca. 09:00–19:00 Uhr (saisonal variierend)
  • Winterpause Seilbahn: ca. Anfang Januar bis Anfang Februar geschlossen
  • Ticket Standseilbahn (Erw.): 110 CZK einfach / 165 CZK Hin- und Rückfahrt
  • Ticket Standseilbahn (Kind 6–15 J.): 55 CZK einfach / 85 CZK Hin- und Rückfahrt
  • Eintritt Aussichtsturm: kostenlos! (inkl. Fahrstuhl)

Was erwartet dich oben? Auf der Aussichtsplattform in 35 Metern Höhe öffnet sich ein atemberaubendes 360°-Panorama. Bei klarem Wetter blickt man weit über Karlsbad, das Erzgebirge, den Kaiserwald und das Duppauer Gebirge – die Sichtweite kann bis zu 70 km betragen, bei sehr guter Fernsicht sind sogar Teile Deutschlands erkennbar. Direkt am Turm: das Diana-Restaurant mit böhmischer Küche und Aussichtsterrasse, das Schmetterlingshaus Papilonia (über 300 Schmetterlinge, 30+ Arten) und ein kleines Wildgehege mit Hirschen und Rehen – ein Highlight für Familien.

Karlsbad entdecken: Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Ein Besuch am Diana-Turm lässt sich wunderbar mit einem Bummel durch Karlsbad verbinden. Die Kurstadt gehört seit 2021 als Teil der „Europäischen Kurstädte" zum UNESCO-Weltkulturerbe – und das zu Recht. Wer vom Berg herunterkommt, taucht direkt in eine Welt aus eleganten Kolonnaden, dampfenden Heilquellen und dem unverkennbaren Duft von frisch gebackenen Karlsbader Oblaten ein.

  • Mühlbrunnkolonnade: Das Prachtstück – neoklassizistischer Säulenbau mit fünf Heilquellen
  • Marktkolonnade: Filigrane Holzkonstruktion, die älteste Kolonnade der Stadt
  • Sprudelkolonnade: Hier schießt der heiße Sprudel spektakulär bis zu 12 Meter in die Höhe
  • Parkkolonnade: Direkt an der Standseilbahn-Talstation, ruhige Atmosphäre
  • Jan-Becher-Museum: Die Geschichte von Becherovka, der berühmten „14. Heilquelle"
  • Elisabethbad: Mondänes Kurhaus von 1906 mit modernem Wellness- und Badebereich
  • Burg Loket: Mittelalterliche Burganlage, nur 12 km entfernt – perfekter Tagesausflug

Wer mehr Zeit einplant, sollte auch das westböhmische Bäderdreieck erkunden: Marienbad und Franzensbad liegen nicht weit entfernt und ergänzen Karlsbad zu einer der außergewöhnlichsten Kurregionen Böhmens.

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Geheimtipp: So erlebst du den Diana-Turm unvergesslich

Unser Geheimtipp: Fahre mit der letzten Seilbahn des Abends hinauf – kurz vor Sonnenuntergang. Wenn die goldene Stunde über Karlsbad liegt, die Kurgäste unten auf der Promenade spazieren und die Kolonnaden im warmen Licht leuchten, hat der Diana-Turm eine ganz besondere Magie. Die meisten Touristengruppen sind dann schon wieder unten, du hast die Plattform fast für dich allein. Besonders romantisch: der Blick auf die Lichter der Stadt, wenn die Dämmerung hereinbricht.

Wer noch mehr Ruhe sucht: Frühmorgens ist der Turm ebenfalls nahezu menschenleer. Im Frühherbst legt sich manchmal ein feiner Nebel über das Tal und lässt nur die Türme der Kolonnaden herausragen – ein Anblick, der sich ins Gedächtnis brennt.

Fazit: Der Diana-Aussichtsturm ist mehr als ein Aussichtspunkt – er ist eine kleine Zeitreise und der beste Überblick, den man über Karlsbad bekommen kann. Zusammen mit der historischen Standseilbahn und der einzigartigen Kurpromenade unten im Tal macht er jeden Besuch in der böhmischen Kurstadt zu einem unvergesslichen Erlebnis. Plant mindestens einen halben Tag ein – und wenn ihr schon da seid, bleibt ruhig ein paar Tage länger. Das westböhmische Böhmen hat noch viel mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick ahnt.

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