Batavialand

Batavialand: Ahoi im Freilichtmuseum

Das Meer – für die Niederländer Quelle des Wohlstands, aber auch ärgster Feind. Das merkt man besonders hier, in der Provinz Flevoland, dem größten Landgewinnungsprojekt aller Zeiten. Das Freilichtmuseum Batavialand zeigt den Kampf mit dem Wasser um das wertvolle Land. Und sogar ein gesunkenes Schiff kann man betreten.

Flevoland hat eine wechselhafte Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes: 7.000 Jahre lang war das Gebiet mal bewohnbares Land, mal ein flaches Meer – bis die Niederländer im 20. Jahrhundert beim größten Landgewinnungsprojekt der Welt die Zuiderzee durch ein riesiges Netzwerk an Deichen, Poldern und Wasserpumpanlagen trockenlegten. Die Zuiderzeewerke gelten als eines der sieben Wunder der modernen Welt. Das Freilichtmuseum Batavialand in Lelystad, nahe Amsterdam, zeigt die spannende Geschichte der Region. Zum Beispiel mit einem Film über Cornelis Lely, Politiker und Ingenieur, der das Mammutprojekt schon im 19. Jahrhundert ins Rollen brachte. Der Film im Retrolook zeigt, wie die Nahrungsmittelknappheit im Ersten Weltkrieg und die Sturmflut von 1916 die Umsetzung der ehrgeizigen Pläne förderten. Auf der „Flevowand“, einer großen Installation, und an interaktiven Stationen können Sie die Geschichte hautnah erleben – natürlich auch auf Deutsch. Auch Funde aus dem Meer sind hier ausgestellt: Vasen, Kämme und Schmuck, die bei der Trockenlegung wieder ans Tageslicht kamen. Erst mal genug der Theorie? Dann geht es auf den Indoor-Wasserspielplatz, in die Schmiede oder nach draußen zur Werft.

Meuterei auf der „Batavia“

Am Anlegesteg finden Sie das Prunkstück des Museums: die VOC „Batavia“. Der Nachbau eines Segelschiffes der Niederländischen Ostindien-Kompanie (Vereenigde Oostindische Compagnie, abgekürzt VOC) liegt hier vor Anker, kann betreten und erforscht werden. Alles ist möglichst originalgetreu nachgebaut, und zwar genauso wie vor 400 Jahren. Bei einer Führung erfahren Sie nicht nur, wie das Schiff in mühevoller Handarbeit zwischen 1985 und 1995 entstand und welche Erkenntnisse man dabei über alte Handwerkskunst gewann. Auch die kurze, aber ereignisreiche Geschichte des „Ostindienfahrers“ wird erzählt. Der sank nämlich gleich auf seiner Jungfernfahrt 1629 vor der australischen Küste durch einen Navigationsfehler. Damit nicht genug: Die Überlebenden retteten sich auf eine Insel und eine Gruppe brach mit einem Beiboot nach Java auf – immerhin 1.500 Meilen entfernt. Es gelang, Hilfe zu holen, doch in der Zwischenzeit hatte ein Offizier der „Batavia“ unter den überlebenden Besatzungsmitgliedern und Passagieren eine Terrorherrschaft errichtet. Die Meuterer hatten Männer, Frauen und Kinder getötet, um sich an den Schätzen des Schiffes zu bereichern – eine gruselige Geschichte und eines Hollywoodfilms würdig. Doch die heutige „Batavia“ ist kein bisschen gruselig, sondern ein toller Spielplatz für alle Seefahrer und solche, die es mal werden wollen. Auf ans Deck, die Nase in den Wind – so macht der Museumsbesuch Spaß!

Adresse Batavialand
Oostvaardersdijk 01-09, 8242 PA Lelystad, Niederlande

Öffnungszeiten Batavialand
täglich 11.00 – 17.00 Uhr

Reisepakete werden geladen