Städtchen, in dem Wallen­stein die Luft ausging

Wer auf Geschichte steht, der sollte unbedingt nach Eger kommen, direkt hinter der Grenze zu Tschechien. Barocke Architektur, Kopfsteinpflaster und schräge Häuser. Eine mächtige Burg über der Stadt, Wallenstein tat seinen letzten Atemzug und die Geschichte dazu sorgte für Legenden.

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Städtchen, in dem Wallen­stein die Luft ausging

Wer auf Geschichte steht, der sollte unbedingt nach Eger kommen, direkt hinter der Grenze zu Tschechien. Barocke Architektur, Kopfsteinpflaster und schräge Häuser. Eine mächtige Burg über der Stadt, Wallenstein tat seinen letzten Atemzug und die Geschichte dazu sorgte für Legenden.

Der zauberhafte Ort im äußersten Westen Tschechiens hat, ganz praktisch, die unmittelbare Nähe zum Bäder- und Kurort Franzensbad. Im Zentrum von Eger stehen zwei Häuserzeilen, die anmuten, als seien sie "Alice im Wunderland" entsprungen. Errichtet im 13. Jahrhundert in gotischem Stil, später von Kaufleuten besiedelt. "Spalicek", übersetzt "Stöckel", nennt sich das pittoreske, teils in Fachwerk ausgeführte Ensemble. Unten dicker als oben, ein bisschen wellig, in die Länge gezogen und leicht schräg stehend.

Von Kopfstein zu Wallenstein

Tipp für Besucherinnen: Als Schuhwerk sind hübsche Stöckel ganz und gar nicht zu empfehlen, denn das historische Zentrum ist durch und durch mit Kopfsteinpflaster versehen. Berühmtestes Haus im Stadtkern ist das Pachelbelhaus am Marktplatz: Hier wurde (nur Stunden nach seinen Offizieren) Wallenstein ermordet. Eigentlich ja Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, aber durch Schillers Dramen-Trilogie setzte sich die kürzere und bis heute bekanntere Namensform durch. Allerdings soll Wallenstein zu Lebzeiten selbst ab und an mit diesem Namen unterschrieben haben. Er wurde schon damals als "der Wallensteiner" bezeichnet und seine Truppen - natürlich - als "die Wallensteiner". In Eger sind neben seinem Sterbezimmer eine Reihe hochinteressante (und bisweilen makabre) Ausstellungsstücke zu sehen - wie etwa die Partisane, eine Art Lanze, mit der er erstochen wurde.

Ende mit Legende

Nicht zu übersehen ist die Egerer Burg über dem Städtchen. Sie geht zurück auf das Heilige Römische Reich, ist ein echtes Bollwerk und ihr Wahrzeichen ist der "Schwarze Turm". Schwarz, weil seine Mauern aus mächtigen Quadern von in der Nähe gebrochenem Vulkan-Basalt bestehen. Über eine Brücke gelangt man in die äußerst gut erhaltene Festung. Innerhalb der Mauern: Kanonen und Katapulte, eine Schmiede, historische Waffen, eine Folterkammer und die über 800 Jahre alte Doppelkapelle St. Martin. Hier, auf der Egerer Burg fanden 1634 die vier treuesten Offiziere Wallensteins den Tod. Verraten und mit einem Festbankett getäuscht, wurden sie - unbewaffnet und völlig überrascht - noch während des Essens ermordet. Einer Legende nach kehren sie deshalb immer mitternachts in die Burg zurück, um gemeinsam zu spuken.

Stadthaus (Pachelbelhaus), nám. Krále Jirího z Podebrad 514/13, 350 02 Cheb, Tschechien

9.00 - 17.00; Hauptsaison Di. - So., Nebensaison Mi. - So.

Erwachsene CZK 70 (ca. 2,50 Euro), Kinder, Familien und Senioren vergünstigt

Kaiserburg Eger, Hrad Cheb, Dorovského 21, 350 02 Cheb

November - März Sa./So. 10.00 - 15.00/17.00, April - Oktober Di. - So. 10.00 - 17.00/18.00

Erwachsene 80 CZK (ca. 3,- Euro), Kinder, Familien, Senioren vergünstigt

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