Sehenswerte Schlösser Wiesloch

Das Schloss Bruchsal (oben) ist die einzige geistliche Barockresidenz am Oberrhein. Erbaut wurde das Schloss ab 1720 von Fürstbischof Damian Hugo von Schönborn, der es zum Mittelpunkt seiner absolutistischen Herrschaft machte. In der Zeit nach 1836 standen die zahlreichen Bauten leer; nach den Zerstörungen 1945 gelang es dem Land Baden-Württemberg, zwischen 1964 und 1975 das Hauptgebäude mit seiner prunkvollen Ausstattung zu rekonstruieren.

Der Ruhm des Bruchsaler Schlosses wird von seinen Innenräumen mit ihren meisterhaften Raumschöpfungen und Dekorationen begründet. Man betritt den Mittelteil des Hauptbaus durch die Eingangshalle (Intrada), ein Vorraum, der von dorischen Säulen umgeben ist. Außer den plastischen Simsen sind alle weiteren Architekturteile nur Scheinarchitektur und durch Illusionsmalerei dargestellt. Das rekonstruierte Deckengemälde zeigt den Sieg der weltlichen und theologischen Tugenden über das Laster. Die Grotte liegt in der Mitte des in seitlichen Ovalen aufsteigenden Treppenraums. Die vielfältigen Raumeindrücke verbinden sich mit den phantastischen Malereien, die der Freskomaler Giovanni Francesco Marchini schuf, zu einem subtil gestalteten Gewölbe. Diesem Raum schließt sich der Gartensaal (Sala Terrena) an, der auf die Schlossterrasse und in den Garten führt. Wie in der Grotte finden sich hier Illusionsmalereien und Scheinarchitekturen zu einem kostbaren Raum, über dem im Deckenbild der Götterolymp dargestellt ist.

Die Anfänge des Schwetzinger Schlosses (unten) liegen in einem kleinen ritterlichen Wasserschloss und reichen durch eine wechselvolle Geschichte bis zur höchsten Blüte höfischen Glanzes unter der Regierung von Kurfürst Carl Theodor (1724-1799). Die ehemalige Sommerresidenz liegt inmitten eines europaweit einmaligen Schlossgartens. Er lädt heute noch die Besucherinnen und Besucher zu einem Spaziergang durch die Kulturepochen des 17. und 18. Jahrhunderts ein.

Viele Herrscher haben im Schloss Schwetzingen ihre Spuren hinterlassen. Sie ergänzten Vorhandenes, bauten Zerstörtes wieder auf, aber sie verwischten mit Renovierungen auch so manche kunsthistorisch bedeutsame Hinterlassenschaft ihrer Vorgänger. In den Jahren 1975 bis 1991 wurde der alte Hauptbau des Schlosses, das Corps de Logis, einer gründlichen Restaurierung unterzogen. Man entschied sich, als historischen Zeitpunkt für die Wiederherstellung das Jahr 1775 zu wählen. In diese Zeit fällt die Blüte Schwetzingens unter Kurfürst Carl Theodor.

Um nun die Ausstattung der damaligen Zeit detailgetreu zu rekonstruieren, studierte man die vorhandenen Inventare (Bestandslisten) von 1775. So konnte man sowohl die Ausstattung der Wände als auch die mobile Ausstattung nachvollziehen. In jedem Raum wurden zunächst die ursprünglichen Farben und Tapeten wiederhergestellt. Langwierige Recherchen verfolgten die Spuren der Originalmöbel. Inzwischen zerstörtes Mobiliar wurde durch zeitlich passende Originale oder Nachbildungen ersetzt. Nicht nur Prunkräume erstehen so heute vor den Augen der Besucher; auch einfache Raumtypen geben einen einzigartigen Einblick in die Alltagswelt des Hofes im 18. Jahrhundert.

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