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Schloss Weikersheim: Geschichte, Garten & Tipps Das prunkvolle Renaissanceschloss im Taubertal mit berühmtem Barockgarten – alle Infos zu Öffnungsze
Schloss Weikersheim
Im Herzen der Romantischen Straße, wo die Tauber sanft durch das gleichnamige Tal mäandert, erhebt sich eines der besterhaltenen Renaissanceschlösser Deutschlands: Schloss Weikersheim. Wer die schmucke Kleinstadt Weikersheim besucht, trifft auf ein Ensemble aus prunkvoller Architektur, barockem Schlossgarten und einer beeindruckenden Sammlung fürstlicher Kunstschätze – alles so gut erhalten, als wäre die Zeit hier einfach stehen geblieben. Schon beim Betreten des weitläufigen Schlosshofes spürt man, warum dieser Ort Generationen von Reisenden in seinen Bann gezogen hat. Die sanft geschwungenen Giebel der Renaissance, der weitläufige Barockgarten mit seiner berühmten Zwergengalerie und der herrliche Blick über die Steinriegelhänge des Taubertals machen Weikersheim zu einem echten Geheimtipp für alle, die Kultur und Natur in perfekter Harmonie erleben wollen. Dieser Reiseführer gibt dir alle Infos, die du für deinen Besuch brauchst – von Öffnungszeiten über Sehenswürdigkeiten bis zu den schönsten Ausflügen in der Umgebung.
Schloss Weikersheim liegt an einem der schönsten Abschnitte der Romantischen Straße, jener legendären Ferienroute, die von Würzburg bis nach Füssen führt und dabei das Beste der deutschen Geschichte und Kultur vereint. Wer hier einen Ausflug plant, kann gleich die ganze Region erkunden: Das mittelalterliche Rothenburg ob der Tauber ist nur rund 30 Kilometer entfernt, das Kurbad Bad Mergentheim liegt in direkter Nachbarschaft, und das sanfte Hohenloher Land mit seinen Weinbergen, Burgen und Klostergärten lädt zu ausgedehnten Erkundungstouren ein. Weikersheim selbst ist ein kleines Städtchen mit einer charmanten Altstadt und dem Marktplatz direkt vor dem Schlosstor – ideal für eine Kombination aus Kultur und Genuss.
Geschichte und Architektur
Von der Wasserburg zum Renaissanceschloss
Die Geschichte von Schloss Weikersheim reicht weit ins Mittelalter zurück. Bereits im 12. Jahrhundert stand an dieser Stelle eine Wasserburg im Stau der Tauber – Stammsitz der Herren von Hohenlohe, einem der bedeutendsten fränkischen Adelsgeschlechter. Den entscheidenden Wandel brachte Graf Wolfgang II. von Hohenlohe-Weikersheim: Ab 1595 ließ er die alte Burg zu einem repräsentativen Renaissanceschloss umgestalten. Inspiriert von Reisen nach Frankreich, England und Österreich, wollte er dem Zeitgeist der Renaissance gerecht werden und einen Landsitz schaffen, der Kunst, Wissenschaft und höfische Kultur gleichermaßen verkörperte.
Meisterwerke der Renaissance und des Barock
Das architektonische Herzstück des Schlosses ist der große Rittersaal – mit 42 Metern Länge einer der bedeutendsten Renaissancesäle nördlich der Alpen. Die bemalten Stuckdecken und der mächtige Kamin mit Tierszenen zeugen von höchstem handwerklichem Können. Nachfolgende Generationen der Hohenlohes ergänzten das Schloss um barocke Elemente: Die prunkvolle Innenausstattung mit erlesenen Möbeln, Gemälden und Porzellansammlungen ist bis heute fast vollständig erhalten – ein kulturhistorischer Schatz von unschätzbarem Wert. Nach dem Zweiten Weltkrieg erwarb das Land Baden-Württemberg das Schloss 1967; seitdem kümmern sich die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg um Erhalt und Betrieb.
Die Hohenlohes und ihre Bedeutung
Das Haus Hohenlohe war über Jahrhunderte eine der prägenden Dynastien Süddeutschlands. Ihr Einfluss erstreckte sich über weite Teile Frankens und des heutigen Baden-Württemberg. Weikersheim war dabei mehr als nur Wohnsitz – es war ein kulturelles Zentrum, an dem Künstler, Gelehrte und Handwerker zusammenkamen. Noch heute spürt man beim Gang durch die Prunkräume diese einzigartige Verbindung von Machtbewusstsein und Kunstsinn.
Der Barockgarten – Europas besterhaltener Renaissancegarten?
Ja, so lautet zumindest das Urteil vieler Gartenhistoriker! Der Schlossgarten von Weikersheim gehört zu den außergewöhnlichsten historischen Gartenanlagen Deutschlands. Graf Carl Ludwig von Hohenlohe-Weikersheim ließ ihn im frühen 18. Jahrhundert nach dem Vorbild von Versailles anlegen – mit geometrisch angelegten Parterres, Springbrunnen, kunstvoller Wasserkunst und aufwendigen Skulpturenprogrammen. Besonderes Highlight ist die berühmte Zwergengalerie: 32 steinerne Zwerge, die Teile des gräflichen Hofstaats karikieren, säumen die Terrassen und sorgen noch heute für Schmunzeln und Staunen.
Abgeschlossen wird die Gartenanlage von der 1723 fertiggestellten Orangerie, die als stattliches Baudenkmal das südliche Ende der Hauptachse markiert. Über diese Zentralachse hinweg öffnet sich ein atemberaubender Blick auf die sanften Steinriegelhänge des Taubertals. Die Gartenanlage ist von April bis Oktober täglich geöffnet – ein Spaziergang hier ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis.
| Bereich | Besonderheit |
|---|---|
| Barockes Parterre | Geometrische Beete mit historischen Rosensorten |
| Zwergengalerie | 32 steinerne Figuren, ca. 1710–1720 entstanden |
| Springbrunnen | Historische Wasserkunst mit rekonstruierter Technik |
| Orangerie (1723) | Barockes Prachtgebäude am Gartenende |
| Panoramablick | Aussicht auf das Taubertal und die Weinberge |
Was kann ich in Schloss Weikersheim erleben?
Schloss Weikersheim ist weit mehr als ein Museum – es ist ein lebendiger Ort der Geschichte, der Kunst und der Begegnung. Die Innenräume sind ausschließlich im Rahmen von Führungen zugänglich, die von erfahrenen Gästeführern angeboten werden. Dabei öffnen sich Türen zu Prunkräumen, die sonst verschlossen bleiben: der mächtige Rittersaal, die herzoglichen Privatgemächer, die Porzellansammlungen und die barocken Interieurs erzählen packende Geschichten aus Jahrhunderten fürstlichen Lebens.
Neben den Standardführungen bietet das Schloss das ganze Jahr über Sonderveranstaltungen: Konzerte im Rittersaal, Kleinkunstfestivals im Schlossgarten, historische Märkte und Kinderführungen machen das Schloss zu einem vielseitigen Kulturort. Besonders beliebt sind die Abendführungen bei Kerzenschein, bei denen die Prunksäle in besonders stimmungsvolles Licht getaucht werden.
| Zeitraum | Öffnungszeiten | Führungen |
|---|---|---|
| April – Oktober | Di–So, 9–18 Uhr | Jede volle Stunde |
| November – März | Di–So, 10–17 Uhr | Jede volle Stunde |
| Montags | Geschlossen | – |
| Ticket | Erwachsene | Ermäßigt | Familie |
|---|---|---|---|
| Kleine Schlossführung + Garten | 8,00 € | 4,00 € | 20,00 € |
| Nur Schlossgarten (Apr–Okt) | 4,00 € | 2,00 € | 10,00 € |
Rund um Schloss Weikersheim: Das Taubertal entdecken
Die Lage von Weikersheim im Taubertal macht den Ort zu einem idealen Ausgangspunkt für eine unvergessliche Rundreise entlang der Romantischen Straße. Das malerische Taubertal selbst lädt zu ausgedehnten Radtouren und Wanderungen ein – der Taubertal-Radweg ist einer der beliebtesten Radfernwege Deutschlands und führt direkt an Weikersheim vorbei.
Die schönsten Ausflugsziele in der Umgebung
Rothenburg ob der Tauber (ca. 30 km): Die mittelalterliche Stadt mit ihrer nahezu vollständig erhaltenen Stadtmauer ist ein absolutes Muss für jeden Besucher der Region. Die engen Gässchen, die pittoresken Fachwerkhäuser und der Blick von der Stadtmauer über das Taubertal gehören zu den eindrucksvollsten Bildern Frankens.
Bad Mergentheim (ca. 15 km): Das ehemalige Deutschordensschloss und die barocke Stiftskirche machen Bad Mergentheim zu einem lohnenden Tagesausflug. Dazu kommen ausgedehnte Kurparks und ein lebendiges Stadtleben. Der Hohenloher Freizeitpark in der Nähe ist vor allem für Familien mit Kindern ein Highlight.
Creglingen (ca. 20 km): Das Herrgottskirchle mit Tilman Riemenschneiders Marienwunderer ist eines der bedeutendsten Kunstwerke der Spätgotik. Ein Besuch lohnt sich unbedingt.
Schwäbisch Hall (ca. 50 km): Die Großstadt im Hohenloher Land bietet mit dem Freilichtmuseum Wackenhausen, dem Stadtbild an der Kocher und einer lebendigen Gastronomie viel für einen Tagesausflug.
Anreise nach Weikersheim
Weikersheim liegt im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg und ist gut mit dem Auto zu erreichen. Von der A7 (Ausfahrt Bad Mergentheim) sind es nur wenige Kilometer. Wer lieber mit der Bahn reist, fährt bis Bad Mergentheim oder Weikersheim (Tauber) – von dort sind es nur wenige Gehminuten zum Schloss. Mit dem Fahrrad ist Weikersheim über den Taubertal-Radweg ideal erreichbar; der Radweg führt direkt an der Schlossanlage vorbei.
Praktische Informationen auf einen Blick
Das Schloss verfügt über einen kostenlosen Parkplatz in unmittelbarer Nähe. Im Schloss selbst gibt es ein kleines Café sowie einen Museumsladen mit Büchern, Postkarten und regionalen Spezialitäten. Gruppen können Sonderführungen und Veranstaltungen direkt über die Schlossverwaltung buchen. Barrierefreiheit: Der Schlossgarten und Teile des Erdgeschosses sind rollstuhlgerecht zugänglich; die Führungen in den Obergeschossen setzen jedoch Treppengehen voraus.
Geheimtipp: Weikersheim beim Schlossgartenfest erleben
Wer wirklich etwas Besonderes erleben möchte, sollte Weikersheim zur Zeit des alljährlichen Schlossgartenfests besuchen. In der warmen Jahreszeit verwandelt sich der barocke Schlossgarten in eine Open-Air-Bühne für Konzerte, Kleinkunst und kulinarische Genüsse. Lokale Weingüter aus dem Taubertal präsentieren ihre Weine unter freiem Himmel, und das Schloss öffnet für besondere Abendveranstaltungen seine Tore. Die Stimmung bei Sonnenuntergang, wenn das goldene Licht die Orangerie und die Zwergenreihe in ein märchenhaftes Licht taucht, ist schlicht unvergesslich. Wer außerdem früh morgens oder kurz vor Schließung kommt, erlebt den Schlossgarten ganz für sich allein – der perfekte Moment für unvergessliche Fotos und tiefe Stille.
Häufige Fragen zu Schloss Weikersheim
- Wann ist Schloss Weikersheim geöffnet?
- Schloss Weikersheim ist von Dienstag bis Sonntag geöffnet. Von April bis Oktober von 9 bis 18 Uhr, von November bis März von 10 bis 17 Uhr. Montags bleibt das Schloss geschlossen. Die Innenräume sind nur im Rahmen von Führungen zu besichtigen, die jeweils zur vollen Stunde starten.
- Was kostet der Eintritt in Schloss Weikersheim?
- Die Kleine Schlossführung inklusive Schlossgarten kostet für Erwachsene 8,00 Euro, ermäßigt 4,00 Euro und für Familien 20,00 Euro. Der Schlossgarten allein (April bis Oktober) ist für Erwachsene für 4,00 Euro, ermäßigt für 2,00 Euro und für Familien für 10,00 Euro zugänglich.
- Was ist das Besondere am Schlossgarten in Weikersheim?
- Der barocke Schlossgarten von Weikersheim gehört zu den besterhaltenen historischen Gartenanlagen Deutschlands. Besonders bekannt ist die sogenannte Zwergengalerie mit 32 steinernen Figuren aus dem frühen 18. Jahrhundert sowie die 1723 fertiggestellte Orangerie. Der Garten bietet zudem einen herrlichen Panoramablick über das Taubertal.
- Wie komme ich nach Weikersheim?
- Weikersheim ist per Auto über die A7 (Ausfahrt Bad Mergentheim) gut erreichbar. Mit der Bahn hält der Regionalexpress am Bahnhof Weikersheim (Tauber), der in wenigen Gehminuten vom Schloss entfernt liegt. Radfahrer erreichen Weikersheim bequem über den Taubertal-Radweg.
- Gibt es Führungen für Kinder in Schloss Weikersheim?
- Ja, Schloss Weikersheim bietet spezielle Kinderführungen und altersgerechte Programme an. Kinder erleben die Räume des Schlosses auf spielerische Weise und entdecken die Geheimnisse des Rittersaals und des Schlossgartens. Details zu aktuellen Angeboten erfährt man direkt beim Schloss.