Rundfunkmuseum Fürth

Nostalgie pur: Mustergeräte aus Omas Zeiten

Damals war’s ... Es ist ein Museum für die gute alte Flimmerkiste, für die Musikbox und den Volksempfänger. Liebevoll dokumentiert das Rundfunkmuseum Fürth die Meilensteine der TV- und Radiogeschichte. Hier stehen Geräte mit echter Patina und Geschichte. Geschichtsträchtig auch der Boden, auf dem Sie laufen: Besucher durchstreifen das einstige Fernsehlabor der Grundig-Direktion.

Rundfunks und Fürth – das gehört einfach zusammen. Max Grundig gründete im Mittelfränkischen seinen berühmten Elektronik-Riesen und wurde zu einem Symbol des westdeutschen Wirtschaftswunders. Er entwickelte einen Bausatz, den jeder  nach dem Krieg zum Radio zusammenbasteln konnte – den legendären „Heinzelmann“. Nicht nur dieses Exponat begeistert im Fürther Museum. Auf 750 Quadratmetern sind kuriose, originale und funktionstüchtige Pioniergeräte der Fernseh- und Radiogeschichte aus fast einhundert Jahren zu sehen.

Die Farbfernseh-Revolution

Alles beginnt immer mit dem Startzeichen. So brauchte auch das Farbfernsehen  einen symbolischen Knopfdruck. Willy Brandt übernahm diese Aufgabe und drückte zur Funkausstellung in Berlin am 25. August 1967 um 10.57 Uhr den roten Knopf. Auch diese skurrile Reliquie gehört zu den Besonderheiten der Fürther Schau.  Von der Erfindung der Nipkow-Scheibe 1884 bis zum heutigen Top-Modell mit HD und 3D – die Schau zeigt, erklärt und begeistert.

Schräge Musikmöbel, rare Originaltöne

Wer hier eintaucht, entdeckt einiges aus der eigenen Wohnstube. Großeltern sehen die Flimmerkisten ihrer Kindheit wieder, Eltern die Plattenspieler ihrer Jugend. Als voll retro und cool geht zumindest manches Modell für die junge Generation durch. Das schmuckste Stück ist eine fast surreale Erscheinung: der „Kuba Komet“, das Heimkino der 50er. Zauberhaft all die zeittypisch dekorierten Szenen, das 60er-Jahre-Kofferradio beim Campingurlaub in Italien, die gute alte Jukebox. Ja, gelächelt und geseufzt wird viel. Gut, dass auch an die profanen leiblichen Dinge gedacht wurde. Wo einst Grundigs Schreibtisch stand, wird heute Kaffee und Kuchen bestellt – im Museumscafé. Wiederkommen lohnt sich definitiv. Großartige Sonderausstellungen erzählen von gescheiterten Modellen der Unterhaltungselektronik bis zum Merchandising. Und auf der Heimfahrt nicht vergessen: Laut Radio aufdrehen!

Rundfunkmuseum Fürth, Kurgartenstraße 37a

Di.– Fr. 12.00 –17.00, Sa./ So. 10.00 – 17.00, jeden 1. Donnerstag im Monat 12.00 – 22.00

Erwachsene 4,- Euro, ermäßigt 3,- Euro

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