Ruhpolding

Ruhpolding – Biathlon, Wandern & Skifahren im Chiemgau

Wer Ruhpolding das erste Mal sieht, versteht sofort, warum Einheimische diese kleine Gemeinde im Chiemgau so abgöttisch lieben. Eingebettet zwischen dem Hochfelln, dem Rauschberg und dem Sonntagshorn liegt das Dorf wie aus dem Bilderbuch: barocke Dorfkirche, blumengeschmückte Häuser, und ringsum Berge, die je nach Jahreszeit unter Schnee strahlen oder in sattestem Grün erstrahlen. Ruhpolding ist keine laute Touristenfestung – es ist ein echter Ort, der zufällig einer der schönsten Flecken Bayerns ist.

Bekannt wurde Ruhpolding durch den Biathlon-Weltcup in der Chiemgau Arena, der seit 1980 regelmäßig ausgetragen wird und jedes Jahr tausende Fans aus ganz Europa anzieht. Doch wer Ruhpolding nur auf Biathlon und Skifahren reduziert, verpasst einiges: über 130 Kilometer Langlaufloipen, drei glasklare Bergseen, Almhütten mit frischem Kaiserschmarrn und ein Wanderwegenetz, das selbst hartgesottene Alpinisten glücklich macht.

Was macht Ruhpolding so besonders?

Ruhpolding liegt auf 660 bis 700 Metern Höhe im Landkreis Traunstein, nur etwa 100 Kilometer von München entfernt – und damit fast erschreckend nah an der Großstadt. Trotzdem hat sich das Dorf mit seinen knapp 7.000 Einwohnern eine ländliche Authentizität bewahrt, die in der bayerischen Alpenregion nicht mehr selbstverständlich ist. Hier fährt man noch Ski ohne VIP-Lounge-Attitüde, und die Almwirtin kennt einen nach dem zweiten Besuch beim Vornamen.

MerkmalDaten
LageChiemgauer Alpen, Landkreis Traunstein, Oberbayern
Höhe660–700 m ü. NN
Einwohnerca. 7.000
Entfernung Münchenca. 100 km / 90–100 Min. mit dem Auto
Höchste ErhebungSonntagshorn, 1.961 m
Loipennetzüber 130 km Langlaufloipen
Skipisten22 km Abfahrtspisten, 12 Lifte
Biathlon-Weltcupseit 1980, jährlich im Januar (Chiemgau Arena)

Die Pfarrkirche St. Georg ist ein weiteres Zeugnis für Ruhpoldings besondere Stellung: Das Rokoko-Juwel aus dem 18. Jahrhundert beherbergt die Ruhpoldinger Madonna, eine Marienstatue aus dem Jahr um 1220, die zu den bedeutendsten mittelalterlichen Holzskulpturen Bayerns zählt. Kurz gesagt: Ruhpolding hat Substanz – sportlich, kulturell und kulinarisch.

Biathlon-Weltcup und Wintersport in Ruhpolding

Die Chiemgau Arena – Ruhpoldings Heiligtum des Biathlons

Die Chiemgau Arena ist Deutschlands renommierteste Biathlon-Anlage. Seit 1980 trägt Ruhpolding regelmäßig Weltcup-Rennen aus; bereits 1979 fand hier die erste Biathlon-Weltmeisterschaft statt. Die Anlage verfügt über 30 Schießstände, auf denen die Athletinnen und Athleten aus 50 Metern auf fünf Scheiben zielen. Wer je live dabei war, wenn tausende Fans die Loipe säumen und bei jedem Treffer jubeln, der weiß: Biathlon ist in Ruhpolding kein Sport – es ist eine Lebenshaltung. Der nächste Weltcup ist für den 6.–10. Januar 2027 geplant.

Langlauf – das Herzstück des Ruhpoldinger Winters

Ruhpolding gilt als Langlauf-Hauptstadt Deutschlands – und das zu Recht. Das über 130 Kilometer lange Loipennetz gehört zu den ausgedehntesten und schneesichersten in ganz Deutschland. Ob klassischer Stil oder Skating, ob Genussloipe durch schneebedeckte Wälder oder sportliche Herausforderung entlang der drei Bergseen: Hier findet jeder seine Traumrunde.

  • Über 130 km gepflegte Langlaufloipen für alle Könnensstufen
  • Klassisch und Skating – beide Stile auf separaten Spuren
  • 3-Seen-Loipe: traumhafte Route vorbei an Löden-, Mitter- und Weitsee
  • Loipenpässe und Skiverleih direkt im Ort
  • Langlaufschulen für Anfänger und Fortgeschrittene

Skifahren und Snowboard für Familien

Ruhpoldings Skigebiete am Unternberg, Maiergschwendt und Westernberg sind kein Hochleistungsskizentrum – und das ist auch gut so. Die 18 Pisten mit insgesamt 22 Kilometern Abfahrt eignen sich perfekt für Familien, Skianfänger und alle, die lieber entspannt wedeln als die nächste Schwarzpiste zu bezwingen. Zwölf Lifte verteilen sich auf die sanften Hänge, und der Kaiserschmarrn in der Berghütte schmeckt immer noch besser als in jedem Münchner Café.

Sommer in Ruhpolding: Wandern und Almkultur

Wenn der letzte Schnee taut, verwandelt sich Ruhpolding in ein Wanderparadies. Über 32 markierte Routen führen durch die Chiemgauer Alpen – von der entspannten Familienrunde am See bis zur konditionsfordernden Gipfeltour auf das Sonntagshorn (1.961 m). Die Entscheidung, welchen Berg man zuerst besteigt, ist das schwierigste Problem des Urlaubs.

Die drei großen Gipfel rund um Ruhpolding

BergHöheBesonderheitAufstieg
Hochfelln1.674 mSeilbahn, Gipfelkapelle, Alpenpanoramaca. 3 h / 1.000 Hm
Rauschberg1.671 mSeilbahn, Mountainbike-Routen, schroffe Felsenca. 3 h Aufstieg
Sonntagshorn1.961 mHöchster Gipfel der Chiemgauer Alpen, alpine RouteAnspruchsvoll, Bergausrüstung empfohlen

Bergseen, Almhütten und Sommerspaß

Das Almhopping – das Wandern von Hütte zu Hütte mit kulinarischen Pausen – hat in Ruhpolding Tradition. Die Almwirtinnen und Almwirte servieren frischen Kaiserschmarrn, hausgemachten Obatzda, Brotzeiten mit Bergkäse und kühles Bier mit Panoramablick. Das ist kein Tourismus, das ist Bayern wie es sein soll.

  • Bergseen: Löden-, Mitter- und Weitsee – ideal zum Schwimmen und Picknicken
  • 25 Mountainbike-Trails für alle Schwierigkeitsstufen
  • Sommer-Rodelbahn: 1.100 Meter Fahrspaß mit bis zu 40 km/h
  • Tandem-Paragliding vom Unternberg und Rauschberg
  • Canyoning in alpinen Gebirgsbächen
  • Walderlebnispark mit Kletterrouten und Seilgärten

Hochfellnbahn – mit der Gondel auf 1.674 Meter Höhe

Die Hochfellnbahn ist nicht nur ein Transportmittel, sondern ein Erlebnis: In rund zehn Minuten gleitet man von der Talstation auf 1.674 Meter Höhe, wo sich ein atemberaubendes Panorama über die Chiemgauer Alpen, den Chiemsee und an klaren Tagen bis zu den Zentralalpen öffnet. Eine Einzelfahrt kostet 17 Euro, die Gondeln fahren alle 30 Minuten ab 09:00 Uhr. Oben warten eine kleine Kapelle, ein Bergrestaurant und ein verzweigtes Wanderwegenetz.

Tipp für frühe Aufsteher: Ein Gipfelbesuch ist besonders morgens lohnenswert, wenn das Alpenrosen-Farbspiel im Sonnenaufgang die Bergwiesen in zartes Rosa taucht – und man noch fast allein oben ist. Informationen zum Ruhpolding-Urlaub und zur Hochfellnbahn findet man auf der offiziellen Tourismusseite.

Bild: © Chiemgau Tourismus e.V.

Der Chiemsee – das bayerische Meer – liegt nur 20 Kilometer von Ruhpolding entfernt und lädt zu einem Tagesausflug mit Fährfahrt zur Fraueninsel oder zum Schloss Herrenchiemsee ein. Wer in der Region unterkommt, hat gleich mehrere Weltklasse-Destinationen in Tagesreichweite: Berchtesgaden und der Königssee im Südosten, das mondäne Salzburg nur eine Autostunde entfernt und Inzell – ebenfalls für Biathlon und Wintersport bekannt – gleich um die Ecke.

Geheimtipp und praktische Reisetipps für Ruhpolding

Geheimtipp: Das Glockenschmiede-Museum und die Märchenwaldpfade

Während die meisten Besucher die bekannten Gipfel erklimmen, wartet Ruhpolding mit echten Insidertipps auf: Das Glockenschmiede-Museum, versteckt im Wald an einem kleinen Bach gegenüber dem Freizeitpark, ist ein kleines, feines Museum zur Geschichte der Glockenschmiedekunst – und hier trifft man fast nie andere Touristen. Ebenso sehenswert sind die Märchenwaldpfade: Ein 3,9 km langer Sagenweg ab der Staudigl-Hütte in Vorderbrand erzählt mit Hinweisschildern uralte Ruhpoldinger Volksgeschichten – ideal für Familien mit Kindern. Der abgelegene Zellersee ist bei Einheimischen ein gut gehütetes Geheimnis: ein kleiner Waldsee, ideal für ein stilles Picknick fernab der touristischen Pfade.

Anreise nach Ruhpolding

  • Mit dem Auto: Von München über A8 Richtung Salzburg, Abfahrt Traunstein/Siegsdorf, dann über B306 nach Ruhpolding – ca. 90–100 Minuten.
  • Mit der Bahn: München Hbf → Rosenheim → Traunstein → Ruhpolding, Gesamtdauer ca. 2 Stunden.
  • Vom Flughafen München: ca. 120 km, 90 Minuten mit dem Auto oder Bahn und Shuttle.
  • Aus Salzburg: ca. 60 km, rund 45 Minuten mit dem Auto.

Häufige Fragen zu Ruhpolding

Wann findet der Biathlon-Weltcup in Ruhpolding statt?
Jedes Jahr Anfang Januar in der Chiemgau Arena. Der nächste Weltcup ist für den 6.–10. Januar 2027 geplant.
Wie kommt man von München nach Ruhpolding?
Mit dem Auto über A8 Richtung Salzburg, dann via Traunstein – ca. 90–100 Minuten. Mit der Bahn über Rosenheim und Traunstein ca. 2 Stunden.
Was kann man in Ruhpolding im Sommer machen?
Wandern, Mountainbiking, Hochfellnbahn, Bergseen, Almhütten, Sommer-Rodelbahn und Paragliding – Ruhpolding ist kein reiner Winterort.
Wie lang ist das Loipennetz?
Über 130 Kilometer gepflegte Langlaufloipen für klassischen Stil und Skating – eines der größten Loipennetze Deutschlands.

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