Nationalpark Riesengebirge

Nationalpark Riesengebirge – Wandern & Natur in Tschechien

Der Nationalpark Riesengebirge – auf Tschechisch Krkonošský národní park, kurz KRNAP – ist einer der ältesten Nationalparks Mitteleuropas. Gegründet 1963, schützt er rund 550 Quadratkilometer wilder Berglandschaft im Norden Böhmens, direkt an der Grenze zu Polen. Weite Hochmoore, blühende Bergwiesen, dichte Fichtenwälder – und mittendrin die Schneekoppe (Sněžka), mit 1.603 Metern der höchste Gipfel Tschechiens. Einen umfassenden Überblick über Urlaub in Tschechien findest du auf unserer Themenseite.

Das Riesengebirge ist Winterski-Revier und Sommer-Wanderparadies in einem. Die Landschaft ist wuchtig und sanft zugleich: abgerundete Kämme, die im Winter unter meterhohem Schnee verschwinden und im Sommer von Millionen Wildblumen übersät sind. Dazu eine Tierwelt mit Luchs, Schwarzstorch und Wanderfalke – und die unverwüstliche Legende des Rübezahl, der nach Volksglauben noch immer hier sein Unwesen treibt.

Bild: © Pixabay

Was macht den Nationalpark Riesengebirge so besonders?

Der Nationalpark Riesengebirge ist kein gewöhnliches Schutzgebiet – er ist ein Gebirge mit zwei Gesichtern. Im Winter ein Ski-Revier mit internationalem Ruf, im Sommer ein Wanderparadies voller Überraschungen. Die Besonderheit liegt in der Kombination aus Zugänglichkeit und echter Wildheit: Morgens kannst du mit der Seilbahn auf die Schneekoppe fahren, nachmittags durch ein fast menschenleeres Hochmoor wandern – in dem Torfmoose wachsen, die seit der letzten Eiszeit hier existieren.

Außerdem ist der Park grenzüberschreitend: Auf der polnischen Seite schließt der Nationalpark Karkonosze nahtlos an. Zusammen bilden sie eines der wenigen echten grenzüberschreitenden Biosphärenreservate Mitteleuropas – seit 1992 von der UNESCO anerkannt.

MerkmalInfo
Gegründet1963
Flächeca. 55.000 ha (inkl. Pufferzone)
Höchster PunktSchneekoppe / Sněžka (1.603 m)
LageNordböhmen, Tschechien / Grenzgebiet Polen
UNESCO-StatusBiosphärenreservat seit 1992
HauptzugangsorteSpindlermühle, Pec pod Sněžkou, Harrachov, Vrchlabí
NationalparkzentrumVrchlabí (Hohenelbe)

Wandern im Riesengebirge: Trails und Gipfel

Rund 700 Kilometer markierter Wanderwege durchziehen den Nationalpark und sein Umland. Der Hauptkamm-Weg (Hřebenová cesta) gehört zu den schönsten Höhenwegen Mitteleuropas und verbindet auf über 30 Kilometern den Schneekoppe-Gipfel mit Harrachov. Ob Gipfeljäger, Familienwanderer oder Naturbeobachter – hier findet jeder seinen Rhythmus.

  • Schneekoppe (1.603 m): Das absolute Highlight. Zu Fuß in ca. 3–4 Stunden von Pec pod Sněžkou erreichbar, oder entspannt per Seilbahn. Oben wartet die futuristische Bergstation – und bei Glück ein 360°-Panorama bis weit nach Polen.
  • Elbquelle (Pramen Labe): Die Elbe beginnt hier auf 1.386 Metern. Ein kleines Holzhäuschen, ein sprudelndes Bächlein, viel Symbolik. Pflichttermin für alle, die Berlin oder Hamburg kennen und sich fragten: Wo fängt das eigentlich an?
  • Mummelfall (Mumlavský vodopád): Einer der schönsten Wasserfälle des Riesengebirges, bei Harrachov. Gut erreichbar und bei der Schneeschmelze besonders dramatisch.
  • Hochmoor-Lehrpfad: Das Černohorské rašeliniště (Schwarzenberg-Moor) ist durch einen Holzbohlenweg schonend erschlossen – faszinierend für alle, die Ökosysteme lieber anfassen als beschreiben.
  • Schwarzenberg-Kanal: Historisches Wasserbauprojekt aus dem 18. Jahrhundert, heute ein charmanter Wanderweg durch Wälder und lichte Bergwiesen.
WanderwegSchwierigkeitLängeHighlight
Schneekoppe-Aufstieg (ab Pec)Mittelca. 8 kmGipfelaussicht, Bergstation
Hauptkamm-Weg (Hřebenová cesta)Mittelca. 30 kmGrenzüberschreitend CZ/PL
Mummelfall-Runde (Harrachov)Leichtca. 6 kmSpektakulärer Wasserfall
Elbquelle-TourLeichtca. 4 kmSymbolischer Ursprung der Elbe
Hochmoor-LehrpfadLeichtca. 3 kmEinzigartiges Moorökosystem

Wichtig: In den Kernzonen ist das Verlassen markierter Wege verboten – Infotafeln an den Zugängen weisen auf die jeweiligen Regeln hin.

Flora und Fauna im Nationalpark Riesengebirge

Das Riesengebirge ist ein Paradies für Naturfotografen und alle, die Wildnis mögen – ohne wochenlange Expedition. Die Vegetation folgt klaren Höhenstufen: Unten buchendominierte Laub- und Mischwälder, ab 1.000 Metern Fichtenwälder, darüber die subalpine Zone mit Krummholzkiefern, Moorheide und artenreichen Bergwiesen.

  • Eurasischer Luchs: Einer der letzten tschechischen Standorte mit natürlichem Luchsvorkommen. Wer früh morgens oder in der Dämmerung unterwegs ist, hat eine kleine, aber echte Chance auf eine Begegnung.
  • Riesengebirgs-Enzian: Das Symbol des Nationalparks – wächst auf den Bergwiesen und blüht leuchtend blau zwischen Juli und August.
  • Schwarzstorch: Scheuer als sein weißer Verwandter, aber im Riesengebirge heimisch. Erkennbar am glänzend schwarzen Gefieder und dem roten Schnabel.
  • Torfmoose: In den Hochmooren wachsen Moosarten, die seit der letzten Eiszeit hier existieren – stilles, faszinierendes Urzeitzeugnis.
  • Bergwiesen (Loucí): Über Jahrhunderte durch traditionelle Mahd entstanden, sind sie heute artenreiche Biotope mit über 400 Pflanzenarten. Der Nationalpark pflegt diese Wiesen weiterhin – mit Sense, versteht sich.

Tipp für Vogelbeobachter: Neben dem Schwarzstorch beherbergt der Park Wanderfalke, Steinadler und den scheuen Uhu. Die beste Beobachtungszeit ist der frühe Morgen von April bis Juni – ein gutes Fernglas gehört unbedingt ins Gepäck.

Praktische Reiseinfos – Anreise, Eintritt & Öffnungszeiten

InfoDetails
EintrittKostenlos (kein Eintrittsgeld)
Beste ReisezeitMai–Oktober (Wandern), Dezember–März (Ski)
Anreise mit AutoVon Dresden ca. 2 Std., von Prag ca. 1,5 Std.
Anreise mit ÖPNVBus von Trutnov oder Vrchlabí in die Hauptorte
NationalparkzentrumVrchlabí (Hohenelbe) – Ausstellung & Information
SpracheTschechisch; Deutsch und Englisch in Touristenzentren
WährungTschechische Krone (CZK), Kartenzahlung meist möglich
MobilfunkGut in Tallagen, Funklöcher am Hauptkamm
WildcampenVerboten – offizielle Campingplätze in den Ortschaften
HundeErlaubt mit Leine; in Kernzonen teils verboten

Der Park hat keine Tore, keine Einlassbeschränkungen – ihr könnt einfach losfahren. Die schönsten Unterkünfte direkt im Nationalpark findet ihr in unseren Angeboten weiter oben und unten auf dieser Seite.

Direkt im Herzen des Nationalparks und an seinen Toren liegen einige der beeindruckendsten Berghotels und Wellnessresorts Tschechiens. Von Spindlermühle über Pec pod Sněžkou bis nach Harrachov – die Region bietet Unterkünfte für jeden Geschmack, ob gemütliche Pension oder luxuriöses Spa-Resort mit Panoramablick auf den Hauptkamm.

Geheimtipp: Das Riesengebirge abseits der Touristenpfade

Die meisten Besucher stürmen die Schneekoppe – absolut verständlich. Aber das eigentliche Riesengebirge entdeckt man im Tal der Schwarzen Elbe (Černohorská kotlina): ein Talkessel im Inneren des Nationalparks, der von Tagesbesuchern kaum betreten wird. Uralte Fichtenwälder, ein kleines Bachnetz und eine Stille, die man heute selten noch so findet. Der Zugang ist markiert, die Schwierigkeit moderat – aber eine Offline-Karte (z. B. Mapy.cz) ist Pflicht, denn das Mobilfunknetz schläft hier ebenfalls gerne.

Noch ein Insidertipp: Das Besucherzentrum in Vrchlabí ist deutlich besser als sein Ruf. Die Dauerausstellung zur Naturgeschichte des Riesengebirges ist modern, gut gemacht und kostet fast nichts. Wer danach noch Lust hat: Das Café nebenan serviert böhmische Kolatsche, die jeden Reiseführer vergessen lassen – das ist kein Werbeslogan, das ist Einheimischen-Wissen.

Und noch etwas, das kaum jemand weiß: Im Riesengebirge wächst Arnika! Die orangegelbe Heilpflanze der Hochlagen taucht auf den Bergwiesen ab Juni auf. Fotografieren erlaubt – pflücken strengstens verboten und auch gar nicht nötig, denn der Anblick ist Therapie genug.

Häufige Fragen zum Nationalpark Riesengebirge (FAQ)

Ist der Nationalpark Riesengebirge ganzjährig geöffnet?

Ja! Der Park ist das ganze Jahr zugänglich. Im Winter können einzelne Höhenwege gesperrt sein. Wandersaison: Mai bis Oktober, Skisaison: Dezember bis März.

Wie komme ich auf die Schneekoppe?

Von Pec pod Sněžkou zu Fuß (ca. 3–4 Stunden) oder per Seilbahn. Von der polnischen Seite (Karpacz) ebenfalls möglich. Der Gipfel liegt auf der tschechisch-polnischen Grenze.

Darf man im Nationalpark zelten?

Wildcampen ist verboten. Offizielle Campingplätze gibt es in Spindlermühle, Harrachov und Pec pod Sněžkou.

Was ist die beste Reisezeit?

Wanderer: Mai bis Oktober. Wildblumen blühen Juni bis August, Krokuswiesen im Mai besonders schön. Wintersport: Dezember bis März.

Kostet der Eintritt etwas?

Nein! Der Nationalpark ist kostenlos zugänglich. Seilbahn zur Schneekoppe und Parkplätze kosten extra.

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