Kulturhistorisches Museum Magdeburg

Kulturhistorisches Museum Magdeburg: Stadtgeschichte und kaiserliches Erbe entdeck

Magdeburg hat mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick ahnt. Wer die Domstadt an der Elbe besucht und dabei nur den Dom im Blick hat, verpasst eines der spannendsten Stadtmuseen Mitteldeutschlands: das Kulturhistorische Museum Magdeburg. Seit 1906 erzählt es die Geschichte einer Stadt, die für sich beanspruchen darf, das Heilige Römische Reich mitgeprägt zu haben – und doch von Bomben und Zerstörung gezeichnet wurde wie kaum eine andere.

Das Museum in der Otto-von-Guericke-Straße 68–73 ist nicht nur ein Ort für Geschichtsinteressierte. Es ist ein Ort, an dem man begreift, warum Magdeburg zu Recht als Kaiserstadt gilt. Über 380.000 Exponate aus rund 1.200 Jahren Stadtgeschichte, verteilt auf sechs Dauerausstellungen – das ist kein Museum, das man in einer Stunde durchhetzt. Das ist ein Museum, für das man sich Zeit nimmt.

Das Kulturhistorische Museum Magdeburg verbirgt sich hinter einer gründerzeitlichen Fassade – typisch für Häuser dieser Entstehungszeit. Doch was innen wartet, überrascht: sechs Dauerausstellungen, ein Filmvorführraum, Sammlungen zu Archäologie, Kunsthandwerk, Militaria, Münzen und natürlich die Stadtgeschichte Magdeburgs von den ersten urkundlichen Erwähnungen im Jahr 805 bis in die jüngste Vergangenheit. Für Besucher, die mehr über die Hintergründe erfahren möchten, gibt es regelmäßige Führungen und Sonderveranstaltungen.

Geschichte und Gründung – Vom Kaisermuseum zum Stadtgedächtnis

Gegründet wurde das Haus 1906 unter dem Namen Kaiser-Friedrich-Museum – ein kunsthistorisch ausgerichtetes Museum mit dem Auftrag, jedem Stadtbewohner den Zugang zur kulturellen Welt zu erleichtern. Eine Mission, die bis heute gültig ist.

Über die Jahrzehnte wandelte sich das Museum von einer kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlung zum zentralen Stadtmuseum Magdeburgs. Zweimal wurde es durch Krieg und Zerstörung gezeichnet: Im Dreißigjährigen Krieg verlor Magdeburg 1631 fast seine gesamte Bevölkerung – eine der schlimmsten Stadtkatastrophen der deutschen Geschichte. Im Zweiten Weltkrieg fielen weite Teile der Stadt Bomberangriffen zum Opfer. Beides spiegelt sich in der Ausstellung wider – als Mahnung und als Erinnerung zugleich.

JahrEreignis
1906Gründung als Kaiser-Friedrich-Museum
um 1240Entstehung des Magdeburger Reiters (heute Original im Museum)
1631Zerstörung Magdeburgs – zentrales Thema der Stadtgeschichtsausstellung
1945Erneute Zerstörung durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg
heute380.000 Exponate, 6 Dauerausstellungen, ca. 35.000 Besucher pro Jahr

Der Magdeburger Reiter – das älteste Reiterdenkmal nördlich der Alpen

  • Entstanden um 1240 n. Chr. – ältestes freistehend erhaltenes Reiterdenkmal nördlich der Alpen
  • Stellt wahrscheinlich Kaiser Otto I. (Otto den Großen) dar, der 973 in Magdeburg begraben wurde
  • Das Original aus Sandstein ist im Museum sicher verwahrt; auf dem Alten Markt steht eine originalgetreue Kopie
  • Ausgestellt im eigens dafür hergerichteten Kaiser-Otto-Saal
  • Kunsthistorisch bedeutsam: eine der frühesten weltlichen Herrscherskulpturen im deutschsprachigen Raum

Der Magdeburger Reiter ist das unbestrittene Herzstück des Museums – und einer der Gründe, warum ein Besuch hier weit mehr ist als ein Pflichtprogramm. Die Figur, flankiert von zwei weiblichen Begleitfiguren, deren genaue Bedeutung Kunsthistoriker bis heute diskutieren, strahlt eine eigenartige Mischung aus Macht und Rätsel aus. Wer Otto I. verstehen will – den Mann, der Magdeburg zur Lieblingsresidenz machte und das Erzbistum Magdeburg 968 gründete –, der kommt am Originalreiter nicht vorbei.

Der Besuch lässt sich perfekt mit einem Spaziergang zum Alten Markt verbinden, wo die Kopie des Reiters unter freiem Himmel thront. Alles über den Magdeburger Reiter und seine Geschichte gibt es auf unserer Seite.

Die Dauerausstellungen im Überblick

Das Kulturhistorische Museum beherbergt insgesamt sechs Dauerausstellungen, die zusammen ein vollständiges Bild der Stadt und ihrer kulturellen Entwicklung zeichnen. Wer alle in Ruhe besuchen möchte, sollte mindestens drei Stunden einplanen.

AusstellungThema
Magdeburg – Geschichte der StadtStadtentwicklung von 805 bis in die Neuzeit
Der Magdeburger ReiterDas Original-Reiterdenkmal aus dem 13. Jahrhundert im Kaiser-Otto-Saal
KunstverführungKunsthandwerk, Malerei und Sammlungsgeschichte
Schulgeschichte:nSchul- und Bildungsgeschichte der Region Sachsen-Anhalt
Archäologische SammlungFunde aus der Region Magdeburg und Sachsen-Anhalt
Barocke WeihnachtskrippeKunstvolles Ensemble aus dem 17./18. Jahrhundert mit 62 Figuren

Besonders die Ausstellung zur Stadtgeschichte ist kompromisslos ehrlich: Sie verschweigt nicht die dunklen Kapitel – den Dreißigjährigen Krieg, die nationalsozialistische Zeit und die DDR-Geschichte. Wer erwartet, dass ein Stadtmuseum nur die Sonnenseiten zeigt, wird hier positiv überrascht.

Wann hat das Kulturhistorische Museum Magdeburg geöffnet?

Das Kulturhistorische Museum Magdeburg ist an fünf Tagen pro Woche geöffnet. Montag ist Ruhetag – Besuch bitte entsprechend planen.

TagÖffnungszeiten
Dienstag – Freitag10:00 – 17:00 Uhr
Samstag – Sonntag10:00 – 18:00 Uhr
Montaggeschlossen

Eintrittspreise:

  • Erwachsene: 6,00 €
  • Ermäßigt: 3,00 €
  • Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre: freier Eintritt

Adresse: Otto-von-Guericke-Straße 68–73, 39104 Magdeburg
Telefon: +49 (0)391 540 35 30

Tipp: Mit der Magdeburg TouristCard – erhältlich bei verschiedenen Hotels der Stadt – profitieren Besucher von Rabatten in Museen und Sehenswürdigkeiten. Viele Reisepakete für Kurzurlaub in Sachsen-Anhalt beinhalten eine solche Karte direkt.

Magdeburg entdecken – Sehenswürdigkeiten rund ums Museum

Das Kulturhistorische Museum liegt mitten im historischen Zentrum Magdeburgs – und damit direkt vor den Türen zu einigen der schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wer ein ganzes Wochenende plant, kann problemlos mehrere Höhepunkte kombinieren.

Magdeburger Dom (ca. 10 Gehminuten): Der älteste gotische Dom auf deutschem Boden, Grundsteinlegung 1209, ist nicht nur architektonisch beeindruckend – hier liegt auch Kaiser Otto I. begraben, dessen Reiterstandbild gerade im Museum zu bewundern war. Eine fast zu logische Kombination. Mehr Infos: Magdeburger Dom auf spar-mit.com.

Kloster Unser Lieben Frauen (ca. 5 Gehminuten): Das älteste erhaltene Bauwerk Magdeburgs, heute als Kunstmuseum genutzt. Wer romanische Architektur schätzt, sollte unbedingt eine Runde durch den Kreuzgang drehen – bei gutem Wetter einer der schönsten Orte der Stadt.

Grüne Zitadelle: Hundertwassers letztes großes Werk liegt ebenfalls in der Innenstadt – ein buntes, organisches Gebäude, das so gar nicht zu Magdeburgs sonst eher nüchternem Stadtbild passt. Genau das macht es faszinierend.

Weiße Flotte Magdeburg: Eine Schiffsrundfahrt auf der Elbe bietet die Stadt aus einer ganz anderen Perspektive – besonders schön im Sommer. Alle Details: Weiße Flotte Magdeburg auf spar-mit.com.

Geheimtipp: Der Möllenvogteigarten

Kaum bekannt, aber wunderschön: Der Möllenvogteigarten liegt direkt hinter dem Dom und bietet eine der schönsten Aussichten auf den Magdeburger Dom mit dem historischen Remtergang. Ein ruhiger Ort zum Durchatmen zwischen zwei Museumsbesuchen – und fast immer angenehm menschenleer. Wer ein ungestörtes Foto des Doms ohne Touristengedränge sucht, ist hier genau richtig.

Für einen vollständigen Städtetrip lässt sich ein Besuch im Kulturhistorischen Museum wunderbar mit einer Übernachtung in Magdeburg verbinden. Die Hotelauswahl in der Domstadt ist breiter, als man vielleicht erwartet – von modernen Stadthotels bis zu komfortablen Häusern mit Flair.

Häufig gestellte Fragen zum Kulturhistorischen Museum Magdeburg

Wie viel kostet der Eintritt in das Kulturhistorische Museum Magdeburg?
Erwachsene zahlen 6,00 €, ermäßigt 3,00 €. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

Wann ist das Kulturhistorische Museum Magdeburg geöffnet?
Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Montags ist das Museum geschlossen.

Wo befindet sich das Kulturhistorische Museum Magdeburg?
Das Museum liegt in der Otto-von-Guericke-Straße 68–73, 39104 Magdeburg, in der Innenstadt nahe dem Dom.

Was ist das bekannteste Exponat im Kulturhistorischen Museum Magdeburg?
Das Herzstück ist der Magdeburger Reiter aus dem 13. Jahrhundert – das älteste freistehend erhaltene Reiterdenkmal nördlich der Alpen, vermutlich eine Darstellung Kaiser Ottos I.

Ist das Kulturhistorische Museum Magdeburg barrierefrei zugänglich?
Das Museum ist teilweise barrierefrei: Der Eingang ist über eine Rampe erreichbar, barrierefreie WCs sind vorhanden, Mobilitätshilfen können auf Anfrage bereitgestellt werden.

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