Johanniskirche - Magdeburg
Johanniskirche Magdeburg
Wer Magdeburg besucht und nur den Dom im Visier hat, verpasst etwas Wesentliches: Die Johanniskirche – Magdeburgs älteste Pfarrkirche – steht am Johannisberg, genauso reich an Geschichte wie der Dom, aber weitaus ruhiger im Touristenstrom. Fünfmal zerstört, fünfmal wiederaufgebaut: Dieses Gotteshaus hat mehr Schicksalsschläge überstanden als manches ganze Stadtquartier. Seit ihrer Wiederröffnung 1999 ist die Johanniskirche kein klassisches Gotteshaus mehr, sondern ein Konzert- und Kulturzentrum mit Aussichtsturm – und einem der außerordentlichsten Kunstfenster-Ensembles Deutschlands.
Wo Martin Luther 1524 predigte und eine ganze Stadt zur Reformation bewegte, kommen heute Konzertbesucher, Kunstfreunde und Aussichtsturm-Kletterer auf ihre Kosten. Die Johanniskirche Magdeburg ist all das gleichzeitig – und das macht sie so besonders.
| Info | Details |
|---|---|
| Adresse | Johannisbergstraße 1, 39104 Magdeburg |
| Öffnungszeiten (März–Okt.) | Di–So 10:00–18:00 Uhr |
| Öffnungszeiten (Nov.–Feb.) | Di–So 10:00–17:00 Uhr |
| Montag | Geschlossen |
| Eintritt Erwachsene | 3,00 € |
| Eintritt Ermäßigt | 2,00 € (Schüler, Schwerbehinderter) |
| Turmhöhe / Stufen | 52 m / 277 Stufen |
| Ersterwähnung | 941 n. Chr. |
| Nutzung heute | Konzert- und Festsaal, Ausstellungen |
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Geschichte der Johanniskirche Magdeburg
Die Johanniskirche ist nicht einfach alt – sie ist Magdeburgs älteste Pfarrkirche und damit ein lebendiges Stück Stadtgeschichte seit fast 1.100 Jahren. Erste urkundliche Erwähnung: 941 n. Chr., als König Otto I. sie Benediktinermönchen schenkte. Im Jahr 1131 entstand eine neue Basilika im romanischen Stil – das Fundament des heutigen Bauwerks.
Fünf Zerstörungen – fünf Wiedergeburten
| Ereignis | Jahr | Folge |
|---|---|---|
| Großer Stadtbrand Magdeburg | 1188 | Schwere Beschädigungen |
| Blitzeinschlag und Brand | 1451 | Wiederaufbau als gotische Hallenkirche |
| Dreißigjähriger Krieg – Magdeburger Hochzeit | 1631 | Stadtbrand durch Tillys Truppen |
| Alliierter Luftangriff | 16. Januar 1945 | Ausgebrannt bis auf Außenmauern |
| Jahrzehnte als Ruine in der DDR | 1945–1990 | Wiederaufbau nach der Wende |
Besonders historisch bedeutsam: Am 26. Juni 1524 predigte Martin Luther in der Johanniskirche. Seine Predigt bewegte die gesamte Stadt Magdeburg zum Übertritt zur Reformation – eine Zäsur für die Religionsgeschichte Mitteldeutschlands.
Nach der Wende übernahm ein eigens gegründetes Kuratorium den Wiederaufbau. Am 2. Oktober 1999 – exakt 46 Jahre nach der Zerstörung am 16. Januar 1945 – wurde die Johanniskirche feierlich wiedereröffnet: als Konzert- und Festsaal unter dem Dach der städtischen MVGM GmbH. Für mehr Reisetipps rund um die Region empfehlen wir einen Blick auf unsere Reiseziele in Sachsen-Anhalt.
Warum ist der Südturm ein absolutes Muss?
Wer die Johanniskirche besucht und nicht auf den Turm steigt, hat mindestens die Hälfte verpasst. Der Südturm ist 52 Meter hoch und bietet nach 277 Stufen eine 360-Grad-Aussicht über Magdeburg – von der Elbe über den Dom bis zum Jahrtausendturm im Elbauenpark und der bunten Silhouette der Grünen Zitadelle.
- Glasfenster-Ensemble von Max Uhlig (2014–2017): 13 moderne Kunstfenster des Dresdner Malers – eines der größten Kirchenfenster-Ensembles der Nachkriegszeit in Deutschland, abstrakt und farbenprächtig
- Otto-von-Guericke-Gedächtnisstätte: Im Kellergewölbe erinnert eine Familiengruft an Magdeburgs berühmtesten Physiker, der im Kirchturm Experimente durchführte
- Reformationsgeschichte hautnah: Der Ort, wo Luther 1524 Magdeburg zum Protestantismus brachte
- Außerordentliche Akustik: Als Konzertort hat die Hallenkirche eine besondere Räumlichkeit
- Aussichtsplattform: Zugänglich bis eine Stunde vor Schließung
Außen wirkt die Kirche monumental-gotisch, innen dominieren Stille und das Lichtspiel der Uhlig-Fenster. Dieser Kontrast – mittelalterliche Hülle, zeitgenössische Kunst – macht den Besuch so besonders. Die Kirche vereint in sich Romanik (Grundstruktur aus dem 12. Jahrhundert) und Gotik (Hallenkirche nach dem Umbau von 1452/53) – zwei Baustile unter einem Dach. Für einen Kurzurlaub in Magdeburg lohnt sich ein Blick auf das aktuelle Magdeburg-Reiseangebot auf spar-mit.com.
Öffnungszeiten & Eintritt der Johanniskirche
| Zeitraum | Öffnungszeiten |
|---|---|
| März – Oktober | Di–So 10:00–18:00 Uhr |
| November – Februar | Di–So 10:00–17:00 Uhr |
| Montag | Geschlossen |
| Veranstaltungstage | Für Besucher geschlossen |
| Turmbesteigung | Bis 1 Stunde vor Schließzeit |
- Erwachsene: 3,00 €
- Ermäßigt (Schüler, Schwerbehinderte): 2,00 €
Anreise zur Johanniskirche
Adresse: Johannisbergstraße 1, 39104 Magdeburg
Straßenbahn: Linien 4 und 6 (Haltestelle Allee-Center, direkt gegenüber)
Auto: Parkplätze direkt am Objekt sowie in der Tiefgarage des Allee-Centers
Barrierefreiheit: Erdgeschoss barrierefrei zugänglich, Turm nicht rollstuhlgerecht
Sehenswürdigkeiten rund um die Johanniskirche
Die Johanniskirche liegt im Herzen der Magdeburger Altstadt – von hier aus sind alle bedeutenden Sehenswürdigkeiten der Stadt zu Fuß erreichbar.
- Magdeburger Dom (Dom St. Mauritius und Katharina): Nur wenige Gehminuten entfernt – einer der ältesten Dome Deutschlands, beeindruckend im gotischen Stil, mit dem Grabmal Kaiser Ottos I.
- Alter Markt mit Magdeburger Reiter: Das älteste Reiterstandbild nördlich der Alpen – direkt im Stadtzentrum
- Grüne Zitadelle: Das bunte Hundertwasser-Gebäude – moderner Kontrast zur historischen Kirche, vom Turm aus gut zu sehen
- Elbe und Elbpromenade: Ein Spaziergang entlang der Elbe direkt vom Kirchengelände aus ist besonders empfehlenswert
- Jahrtausendturm im Elbauenpark: Ebenfalls vom Kirchturm aus sichtbar – lohnt einen separaten Ausflug
- Kloster Unser Lieben Frauen: Für Kunstliebhaber und Geschichtsinteressierte in unmittelbarer Nähe
Ein Tagesausflug durch Magdeburg verbindet die Johanniskirche hervorragend mit einem Besuch des Doms und einem Bummel entlang des Alten Markts. Kombiniert mit einem Schiff der Weißen Flotte auf der Elbe ergibt das einen vollständigen Städtetrip. Wer auch übernachten möchte, findet auf spar-mit.com attraktive Magdeburg-Reiseziele.
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Geheimtipp: Was viele Besucher nicht wissen
Wenige Besucher wissen, dass die Johanniskirche regelmäßig Konzerte veranstaltet – und dass die Akustik des historischen Hallenraums für Kammermusik und Chorkonzerte schlichtweg unschlagbar ist. Die MVGM GmbH veröffentlicht ihr Konzertprogramm auf ihrer Website. Wer also nicht nur die Steine, sondern die Seele des Raums erleben möchte, schaut beim nächsten Besuch in den Veranstaltungskalender.
Ein weiterer Tipp: Der Südturm ist besonders in der blauen Stunde kurz nach Sonnenuntergang ein Erlebnis. Dann leuchten die Lichter Magdeburgs, die Elbe spiegelt den Abendhimmel – und das alles ganz ohne Menschenmassen. Wer mag, kann den Abend mit einem Spaziergang entlang der Elbpromenade ausklingen lassen.
Noch ein Insider-Tipp für Reformationsbegeisterte: Die Johanniskirche ist Station des Lutherwegs in Sachsen-Anhalt – einem Pilgerpfad, der bedeutende Lutherstätten durch das Bundesland verbindet. Die Kirche steht hier stellvertretend für Magdeburgs Schritt in die protestantische Geschichte.
Häufige Fragen zur Johanniskirche Magdeburg
- Ist die Johanniskirche in Magdeburg eine aktive Kirche?
- Nein. Seit ihrer Wiederröffnung 1999 wird die Johanniskirche nicht mehr als Gotteshaus genutzt, sondern als Konzert- und Festsaal der Stadt Magdeburg (betrieben von der MVGM GmbH). Gottesdienste finden hier nicht mehr statt.
- Wie viele Stufen hat der Turm der Johanniskirche?
- Der Südturm der Johanniskirche hat 277 Stufen und ist 52 Meter hoch. Die Aussichtsplattform bietet ein Panorama über die gesamte Stadt.
- Wann hat Martin Luther in der Johanniskirche gepredigt?
- Luther predigte am 26. Juni 1524 in der Johanniskirche Magdeburg. Seine Predigt war der Auslöser dafür, dass die gesamte Stadt zum Protestantismus übertrat.
- Was kostet der Eintritt in die Johanniskirche?
- Der Eintritt beträgt 3,00 € für Erwachsene und 2,00 € für Ermäßigte (Schüler, Schwerbehinderte).
- Wie oft wurde die Johanniskirche Magdeburg zerstört?
- Die Johanniskirche wurde insgesamt fünfmal zerstört und jedes Mal wieder aufgebaut – zuletzt 1945 beim Luftangriff auf Magdeburg. Der Wiederaufbau nach der Wende wurde 1999 abgeschlossen.