Schweriner Schloss

Das Schweriner Schloss: Märchenschloss und UNESCO-Welterbe

Türme, Wasser und ein kleiner Kobold: Das Schweriner Schloss hat alles, um als Märchenschloss zu gelten. Die ehemalige Residenz der mecklenburgischen Herzöge begann ihren tausendjährigen Aufstieg zur Traumsehenswürdigkeit um 942 herum als Wallanlage einer slawischen Burg. Heute beherbergt sie ein Museum, den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und ist das Glanzstück des UNESCO Kulturerbes „Residenzensemble Schwerin“.

Wenn Experten vom Schweriner Schloss als bedeutendes Beispiel des Historismus in Deutschland schwärmen, sehen Besucher vor allem ein entzückendes, vieltürmiges Bauwerk, idyllisch gelegen im Schweriner See, umringt von Bäumen. Seit dem 10. Jahrhundert wurde an diesem Ensemble gebaut; es wurde erweitert, restauriert, abgerissen, neugebaut bis es 1913 zum Teil abbrannte und 1919 in Staatsbesitz überging. Schon 1921 konnte das Volk das Schlossmuseum besichtigen, teilweise wurde es als Schule genutzt, während es weiter restauriert wurde.

Warum gilt das Schweriner Schloss als Märchenschloss?

Die märchenhafte Wirkung des Schweriner Schlosses entsteht durch ein einzigartiges Zusammenspiel: Das Schloss thront auf einer Insel im Schweriner See, umgeben von Wasser und altem Baumbestand. Über 15 Türme und Türmchen prägen die verspielte Silhouette, die sich bei Sonnenuntergang im ruhigen See spiegelt. Genau diese Kombination aus Insellage, Türmen und historistischer Baukunst macht das Schweriner Schloss zu einem der schönsten Schlösser Norddeutschlands.

MerkmalDetails
Erste ErwähnungUm 942 n. Chr. als slawische Wallanlage
ArchitekturstilRomantischer Historismus (19. Jahrhundert)
LageSchlossinsel im Schweriner See
Nutzung heuteSchlossmuseum (3 Etagen) & Landtag MV
UNESCO-WelterbeSeit 2024: „Residenzensemble Schwerin"
Räume gesamt635 Räume
HausgeistDas Petermännchen

Goldenes Pappmache

1990 zog schließlich der Landtag ein, 2009 gönnte man der Gartenanlage ein Facelifting zur Bundesgartenschau und 2024 bekam das Schloss endlich den Ritterschlag der UNESCO. Und so ein echtes Schloss hat natürlich auch einen Hausgeist, wobei es unklar ist, ob die UNESCO-Richtlinien das fordern. Auf der Schlossinsel spukt jedenfalls das Petermännchen. Fürchten müssen sich aber nur die Eindringlinge und Diebe, die der Kobold lauthals vertreibt.

Das Schweriner Schloss ist bei weitem nicht die einzige Sehenswürdigkeit der Landeshauptstadt, aber eine der schönsten und ist immer noch top gepflegt. Überall wird gewerkelt, bepflanzt und das Schloss ist Teil des öffentlichen Lebens in der Stadt. Im Sommer werden zum Beispiel im Innenhof Theaterstücke unter freiem Himmel aufgeführt. Bei einer Führung bekommt man das Gebäude von den Bienen auf dem Dach bis zum Plenarsaal im Inneren vorgeführt (und lernt, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Manchmal ist es auch Pappmache). Nicht verpassen sollten Sie die imposante Orangerie, in der sich das Schlosscafé befindet. Ein Cappuccino mit Blick auf den See und die Schweriner Altstadt – das hat man auch nicht jeden Tag.

Das Schlossmuseum: Kunst und Kostbarkeiten auf drei Etagen

Das Schlossmuseum Schwerin befindet sich im Schloss selbst und bietet auf drei Stockwerken einen einzigartigen Einblick in höfisches Leben. Die Ausstellung umfasst:

  • Historische Gemälde der mecklenburgischen Herzöge und ihrer Zeit
  • Wertvolles Meissner Porzellan und feines Tafelgeschirr
  • Prunkvolle Möbel aus verschiedenen Epochen
  • Historische Waffen und Rüstungen
  • Zarte Porzellanfiguren und kunstvolles Handwerk

Durch laufende Restaurierungsarbeiten kommen regelmäßig neue Räume und Exponate hinzu. Die opulente Pracht der Räumlichkeiten lässt die Kunstgegenstände dabei ganz natürlich und selbstverständlich wirken – kein steriles Museum, sondern gelebte Geschichte auf drei Etagen.

Garten und Geist

Sommers wie winters ist ein Bummel durch die Gartenanlagen vorbei an der künstlich angelegten Grotte und der Kirche der perfekte Abschluss für einen Besuch. Vorher aber unbedingt noch in das Museum gehen. Zwar kann man nicht alle 635 Räume besichtigen, aber auf drei Etagen präsentiert das Museum Gemälde, Skulpturen und kostbare Möbel. Zarte Porzellanfiguren, wertvolles Geschirr, historische Waffen – hier gibt es einiges zu sehen und durch die fortlaufenden Restaurierungen kommt immer etwas Neues dazu. Eine unglaubliche Pracht, die aber in den opulenten Räumen ganz natürlich wirken. Konkurrenzlos schön ist das Schweriner Schloss also – die Einheimischen lehnen deswegen auch Spitznamen „Neuschwanstein des Nordens“ ab. Schließlich ist ihr Schloss viel besser: Es hat einen Garten! Und einen Geist.

Schweriner Schloss besuchen: Anreise und Tipps

Das Schweriner Schloss ist das ganze Jahr über einen Besuch wert – Sommer wie Winter hat die Anlage ihren ganz eigenen Charme. Ein paar Hinweise für Ihre Planung:

  • Anreise mit dem Auto: Das Schloss liegt zentral in Schwerin; Parkplätze finden sich am Alten Garten und in der Innenstadt.
  • Anreise mit der Bahn: Vom Hauptbahnhof Schwerin sind es rund 15 Gehminuten oder eine kurze Busfahrt zum Schloss.
  • Museumstipp: Planen Sie mindestens 2 Stunden für Museum und Gartenanlagen ein – die drei Etagen des Schlossmuseums sind weitläufig.
  • Schlossparktheater: Im Sommer finden Aufführungen unter freiem Himmel im Innenhof statt. Lohnt sich!
  • Orangerie: Das Schlosscafé in der Orangerie bietet einen unvergesslichen Blick auf den Schweriner See und die Altstadt.
  • Weiße Flotte: Schiffsrundfahrten auf dem Schweriner See ermöglichen einen einzigartigen Blick auf das Schloss vom Wasser aus.

Adresse Schweriner Schloss
Lennéstraße 1, 19053 Schwerin

Öffnungszeiten Schweriner Schloss
Die aktuellen Öffnungszeiten finden Sie hier

Öffnungszeiten Schlossmuseum
15. April bis 14. Oktober: Di. – So. 10.00 – 18.00 Uhr
15. Oktober bis 14. April: Di. – So. 10.00 –17.00 Uhr

Häufig gestellte Fragen zum Schweriner Schloss

Was kostet der Eintritt ins Schweriner Schloss?

Die Eintrittspreise für das Schlossmuseum variieren je nach Saison. Bitte informieren Sie sich vorab auf der offiziellen Website des Staatlichen Museums Schwerin über aktuelle Preise sowie mögliche Ermäßigungen für Kinder, Studenten und Senioren.

Wie lange sollte man für einen Besuch des Schweriner Schlosses einplanen?

Für einen vollständigen Besuch mit Museum, Schlossgarten und Orangerie sollten Sie mindestens 2 bis 3 Stunden einplanen. Mit einem Café-Stopp in der Orangerie und einem ausgiebigen Spaziergang durch den Schlossgarten kann der Aufenthalt auch gut einen halben Tag in Anspruch nehmen.

Ist das Schweriner Schloss wirklich UNESCO-Welterbe?

Ja – seit 2024 gehört das Residenzensemble Schwerin zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Ensemble umfasst neben dem Schloss auch den Schlossgarten, die Orangerie, die Staatskanzlei und weitere historische Gebäude des Residenzkomplexes.

Geheimtipp: Das Schweriner Schloss im Morgenlicht

Geheimtipp für echte Schloss-Liebhaber: Kommen Sie früh am Morgen – am besten kurz nach Sonnenaufgang. Dann liegt der Schweriner See noch in der Stille, das Schloss spiegelt sich im ruhigen Wasser, und Sie haben die Promenade praktisch für sich allein. Besonders schön ist der Blick vom Südufer des Pfaffenteichs auf das Schloss im Morgendunst.

Auch eine Fahrt mit der Weißen Flotte auf dem Schweriner See lohnt sich sehr – das Schloss vom Wasser aus zu erleben ist ein ganz eigenes Erlebnis. Und falls Sie dem Petermännchen begegnen sollten: Seien Sie ehrlich zu ihm. Der Hausgeist soll ein ausgezeichnetes Gedächtnis haben.

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