Burg Hohenzollern (Schwäbische Alb)

Eine Bilderbuchburg - auferstanden aus Ruinen

Sie schaut aus wie eine Vorzeige-Ritterburg: Dutzende heroische Türme streben dem Himmel entgegen, stolz thront das bizarre, verschachtelte Gebäude auf einem 855 Meter hohen Berg. Und doch ist Burg Hohenzollern eine Phantasieburg ähnlich Neuschwanstein. Ihre zwei Vorläufer wurden zerstört, der heutige neogotische Prachtbau erst Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet.

Wer nahe Hechingen diesen magischen Moment erlebt, macht vielleicht das Foto seines Lebens: Bei Tiefnebel scheint die Burg Hohenzollern wie eine Fata Morgana über dieser Welt zu schweben. Ein Meer von Watte trägt den Stammsitz des preußischen Königshauses und der Fürsten von Hohenzollern. Die Burg gehört auch ohne Mystik-Szenario zu den imposantesten und meistbesuchten Anlagen Europas. Rund 300.000 Besucher erklimmen jedes Jahr den "Zoller", wie der Berg genannt wird.

Spektakulärer Fall: Preußenschatz gestohlen

Es ist nicht ganz, wie es scheint. Das Alter trügt, erbaut wurde das Prachtschloss erst vor 150 Jahren, der erste Vorgänger stammt aus dem 13. Jahrhundert, diese dritte Version ist Preußenkönig Friedrich-Wilhelm IV. zu verdanken. Eine Besichtigung der Innenräume ist nur im Rahmen einer Führung möglich. Die Außenanlage, die beiden Burg-Kapellen und die Kasematten können auch im Alleingang entdeckt werden. Äußerst spannend ist in jeden Fall, was vom Dynastie-Schatz übrig blieb. Den Zweiten Weltkrieg überstand dieser noch gut versteckt im Keller der Kleinbremener Kirche, später, 1953 und zurück auf der Burg, wurden auf mysteriöse Weise kiloweise Gold und Juwelen gestohlen. Darunter auch viele der berühmten kostbaren Edelmetall-Tabaksdosen des Alten Fritz. Der Dieb, ein "Schlangenmensch" vom Zirkus, wurde gefasst und hatte das meiste bereits zerschlagen und verkauft. In Vitrinen und hinter dickem Panzerglas können heute die geretteten Kostbarkeiten bewundert werden. Glanzstück: die preußische Königskrone.

Risiko-Immobilie: Bebengefahr

Die größte Gefahr ist allerdings nicht menschliche Gier. Sie kommt von unten. Immer wieder bewegt sich hier die Erde: Eine Bebenzone verläuft mitten durch den Burgberg, die europäische Platte trifft auf die afrikanische Platte. Das letzte Mal wackelte es 1978. Nun wird hochmodern überwacht und im besten Falle vorher reagiert. Man darf sich also in Ruhe und mit Filzpantoffeln umschauen. Ein Rundgang mit Führung dauert etwa 45 Minuten und wird in allen Weltsprachen, sogar auf Schwäbisch, angeboten. Auch klasse: Theateraufführungen, Mittelalterfeste, Konzerte, Weihnachtsmarkt und Open-Air-Kino im historischen Ambiente. Hervorragend kombinierbar ist der Burgbesuch mit einer Wanderung auf einem der neun "Traufgänge", den Premiumwanderwegen auf der Schwäbischen Alb. Man kann aber auch einfach nur im Restaurant oder Burg-Biergarten verweilen und die fantastische Aussicht genießen - so kein Nebel ist.

72379 Burg Hohenzollern

16. 3. - 31. 10. täglich 10.00 - 17.30, 1. 11. - 15. 3. täglich 10.00 - 16.30 (in der Adventszeit bis Neujahr teilweise veränderte Öffnungszeiten)

Erwachsene 7,- Euro, Kinder 5,- Euro (Parkplatz 2,- Euro pro Tag)

Tägliche Führungen für Einzeltouristen

Vom Bahnhof Hechingen sowie vom Stadtzentrum verkehren regelmäßig Linienbusse zum oberen Besucherparkplatz

Foto: Burg Hohenzollern

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