Bad Kudowa

Bad Kudowa – Kurpark, Schädelkapelle & Heuscheuergebirge

Bad Kudowa – auf Polnisch Kudowa Zdrój – liegt im schlesischen Bergland nahe der tschechischen Grenze, eingebettet in das sanfte Vorland des Heuscheuergebirges. Was diese Kleinstadt so besonders macht: Hier verbinden sich Kur- und Naturerlebnis auf eine Weise, die kaum ein anderer Ort in der Region bietet. Das kohlensäurereiche Mineralwasser, der weitläufige Kurpark, die bizarre Schädelkapelle und die wilden Felsformationen des umliegenden Gebirges machen Bad Kudowa zu einem Reiseziel, das mehr als einen Tag verdient.

Der Kurpark von Bad Kudowa – mehr als nur ein Spaziergang

Das Herzstück von Kudowa Zdrój ist der Kurpark, der sich auf rund 14 Hektar am Fuß des Góra Parkowa erstreckt. Schon beim ersten Schritt in diesen Park merkt man: Hier atmet man tiefer. Kiefern, Tannen, Eichen und ausgedehnte Flächen wilder Bärlauch geben der Luft eine frische, herb-würzige Note – ein natürliches Inhalatorium, das die Kurärzte hier seit dem 19. Jahrhundert schätzen.

Architektonisches Highlight ist die 1853 erbaute Trinkhalle im neogotischen Stil, an die sich eine Wandel- und Badehalle anschließt. Besucher können das Wasser aus vier verschiedenen Mineralquellen verkosten – darunter das kohlensäurereiche Wasser der Quellfassung Marchlewski. Kein Geringerer als Karol Wojtyła, der spätere Papst Johannes Paul II., ließ sich regelmäßig mit diesen Heilquellen behandeln.

Im Park selbst verstecken sich echte Naturschätze: Eine 400 Jahre alte Eibe, eine 220 Jahre alte Rotbuche hinter der Statue von Stanisław Moniuszko und ein 140-jähriger Ginkgo beim Badehaus III sind lebende Denkmäler, die man auf einem Rundgang erwandern kann. Wer im Sommer hier ist, erlebt auf der offenen Bühne Teatr pod Blachą – dem Theater unterm Blech – stimmungsvolle Kurkonzerte unter freiem Himmel.

Was darf man bei einem Besuch in Bad Kudowa nicht verpassen?

Bad Kudowa hat mehr zu bieten als Kurparkidylle. Wer einmal hier ist, sollte sich Zeit nehmen für die folgenden Highlights:

  • Kurpark mit Trinkhalle: Spaziergang, Mineralwasser verkosten, historische Architektur erleben
  • Schädelkapelle Czermna: Eines der außergewöhnlichsten Bauwerke Polens – Kapelle mit Schädeln und Gebeinen tausender Gefallener
  • Tafelgebirge (Góry Stołowe): Bizarre Sandsteinformationen, gut ausgebaute Wanderpfade und Aussichtspunkte
  • Froschmuseum (Muzeum Żaby): Skurril und einmalig – eine Sammlung von über 3.000 Froschfiguren aus aller Welt
  • Museum alter Berufe: Handwerks- und Alltagsgeschichte der schlesischen Region
  • Volksmuseum Kudowa: Einblick in die schlesische Volkskultur und Brauchtumspflege
  • Grenzregion Böhmen: Tagesausflüge ins tschechische Náchod oder nach Adršpach problemlos möglich

Wer mehrere Tage bleibt, kann zudem Ausflüge in die Grafschaft Glatz (Kłodzko) und zur Burgruine Homolka unternehmen.

Die Schädelkapelle – ein Ort zwischen Schauer und Geschichte

Nur wenige Gehminuten vom Kurpark entfernt liegt eine der ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten Polens: die Schädelkapelle von Czermna (Kaplica Czaszek). Erbaut zwischen 1776 und 1804 vom Dorfpfarrer Václav Tomáš und einem Totengräber, entstand sie als stilles Mahnmal für die Opfer der schlesischen Kriege, der Pest und des Dreißigjährigen Krieges.

Über 3.000 Schädel und Knochen bedecken die Wände und die Decke des kleinen Kirchenschiffs. Unter dem Fußboden lagern die Überreste von weiteren rund 21.000 Menschen. Was auf den ersten Blick makaber wirkt, ist in Wahrheit ein ergreifendes Zeugnis der Vergänglichkeit – und eines der meistbesuchten Denkmäler der Region.

InfoDetails
Adresseul. Wojska Polskiego 3, Czermna (Teil von Kudowa Zdrój)
ÖffnungszeitenDi–So 9:00–17:00 Uhr (saisonale Abweichungen möglich)
Eintrittca. 5–8 PLN pro Person
AnfahrtZu Fuß in ca. 25 Minuten vom Kurpark

Das Heuscheuergebirge rund um Bad Kudowa

Direkt vor der Tür des Kurortes beginnt das Góry Stołowe – das Tafelgebirge, auf Deutsch als Heuscheuergebirge bekannt. Dieser Nationalpark überrascht mit Sandsteinformationen, die aussehen, als hätte eine Riesenhand bizarre Skulpturen in die Landschaft gestellt. Besonders beeindruckend sind die Błędne Skały (Verirrte Felsen): ein Labyrinth aus engen Gängen, Höhlen und Felsüberhängen, durch das man sich regelrecht hindurchwinden muss.

Vom Aussichtspunkt auf dem Szczeliniec Wielki – dem höchsten Punkt des Tafelgebirges auf 919 Metern – bietet sich bei klarem Wetter ein Panorama über das böhmisch-schlesische Grenzland, das tief in Erinnerung bleibt. Gut ausgebaute Wanderwege verbinden Bad Kudowa direkt mit dem Nationalpark. Man braucht kein Auto: Einige der schönsten Routen starten fußläufig vom Kurort aus.

Die beste Reisezeit für Bad Kudowa

Bad Kudowa empfängt Gäste das ganze Jahr über – jede Saison hat ihren Reiz:

JahreszeitBesonderheitenEmpfehlung
Frühling (Apr–Mai)Bärlauch blüht im Kurpark, Felsen im Nationalpark frisch begrüntIdeal für Wanderungen und Kuraufenthalte
Sommer (Jun–Aug)Kurkonzerte, Parkveranstaltungen, Hochbetrieb im KurparkFür Familien und Kulturinteressierte
Herbst (Sep–Okt)Goldenes Laub im Kurpark, ruhigere AtmosphärePerfekt für Naturfreunde und Fotografen
Winter (Nov–Feb)Verschneite Felsformationen, günstigere PreiseFür Paare und Ruhesuchende

Die Hauptsaison liegt zwischen Mai und September. Wer die Ruhe liebt und günstigere Unterkünfte sucht, ist im Frühling oder Herbst oft besser aufgehoben.

Anreise und praktische Infos zu Bad Kudowa

Bad Kudowa liegt in der Woiwodschaft Niederschlesien, rund 110 Kilometer südwestlich von Breslau (Wrocław) und nur wenige Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt. Die Anreise mit dem Auto ist am komfortabelsten: Von Breslau folgt man der Route über Świdnica und Kłodzko – die Strecke dauert etwa eineinhalb bis zwei Stunden.

  • Mit dem Zug: Stündliche Verbindungen von Breslau nach Kłodzko, von dort regionaler Bus nach Kudowa Zdrój (ca. 45 Min.)
  • Mit dem Auto: Von Breslau via Świdnica und Kłodzko, gute Ausschilderung
  • Aus Deutschland: Über Görlitz oder Zittau via tschechische oder polnische Route – ca. 3–4 Stunden aus dem östlichen Deutschland
  • Tagesausflug aus Prag: Von der tschechischen Hauptstadt sind es rund 150 Kilometer – gut machbar

Vor Ort bewegt man sich am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Der Kurort ist übersichtlich, und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander.

Häufig gestellte Fragen zu Bad Kudowa

Geheimtipp: Der Wildpark Kudowa Zdrój

Wer mit Kindern reist oder einfach abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten etwas entdecken möchte, sollte den kleinen Wildpark Kudowa Zdrój nicht übersehen. Versteckt am Rand des Ortskerns beherbergt er heimische Tiere wie Hirsche, Rehe, Wildschweine und Füchse – in einer Anlage, die mehr Naturreservat als Zoo ist. Besonders ruhig und schön ist er an Werktagen im Frühling, wenn kaum Besucher kommen und die Tiere noch nahe an den Zäunen stehen. Der Eintritt ist sehr günstig, und gerade Familien mit kleinen Kindern erfreuen sich an den Begegnungen mit echten schlesischen Waldtieren aus nächster Nähe.

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