Sopron-Infos kompakt (Ungarn)

Sopron ist eine 55.000 Einwohner zählende Stadt an der österreichischen Grenze, nur 60 km von Wien und 220 km von Budapest entfernt. Sie gilt als eine der ältesten Städte des Landes und ragt wie ein Sporn in österreichisches Staatsgebiet. Beinahe wäre sie nach dem Ersten Weltkrieg zur Hauptstadt vom Burgenland geworden. Dies wurde allerdings durch eine Volksabstimmung verhindert, bei der sich im Dezember 1921 65,2 % der Bürger für Ungarn entschieden. Daher bekam das "Treuetor" seinen Namen, das direkt beim Wahrzeichen der Stadt, dem Feuerturm zu finden ist.

Was historische Gebäude betrifft, ist Sopron eine der reichsten Städte. Zu diesen gehört das Rathaus, das wie der Heldenplatz in Budapest, 1896 anlässlich des ungarischen Millenniums erbaut wurde. Das gegenüber stehende Stornó-Haus beherbergt eine bedeutende Sammlung aus dem Nachlass der reichen Soproner Familie Storno. In der Ziegen-Kirche (kecske templom) fanden im 17. Jahrhundert Krönungen und Nationalversammlungen statt. In Sopron finden Sie verschiedene Stilarten nebeneinander, wodurch der historische Charakter der Stadt entstanden ist. So wurde die Dreifaltigkeitssäule im barocken Stil errichtet, wohingegen die Ursulinenkirche im neugotischen Stil erbaut wurde. Ein Rundgraben, genannt "Grabenrunde" (Várkerület) umgibt die historische Altstadt und wurde entlang des ehemaligen Burggrabens angelegt. Die innere Häuserreihe folgt der Linie der Burgmauer.

Aufgrund der zahlreichen schönen Gebäude und der vielen Museen, gilt Sopron auch als "Stadt der Museen". Wer sich die alten Bürgerhäuser nicht nur von außen ansieht, bekommt einiges geboten: das Apothekenmuseum, das Bergbau- und forstwirtschaftliche Museum, das Bäckermuseum, in den Kirchen das Evangelische Museum und die katholiche kirchengeschichtliche Sammlung, ganz zu schweigen von den zahlreichen Kunstgalerien.

War die exponierte Lage der Stadt zur Zeit des Eisernen Vorhanges ein massiver Nachteil, hat sich dies heute völlig geändert. Aufgrund ihrer nunmehr günstigen Verkehrslage gilt Sopron als Brücke zwischen West und Ost und entwickelt sich zu einem aufstrebenden Wirtschaftsstandort in Westungarn. Die Straßenschilder des Ortes sind zweisprachig auf ungarisch und deutsch verfasst. Diese offizielle Zweisprachigkeit hat historische Gründe, wodurch sich auch die beträchtliche deutsche Minderheit begründet. In den 90er Jahren war die Stadt ein attraktives Einkaufsziel für die Bewohner des Ballungsraumes Wien, was der Stadt auch den Kosenamen Shop-ron einbrachte, der der ungarischen Aussprache entspricht.

Einst ist Sopron durch Franz Liszt bekannt geworden, denn der berühmte ungarische Komponist gab hier sein erstes Konzert. Daher trägt das Konferenz- und Kulturzentrum der Stadt seinen Namen. Einen gewissen Bekanntheitsgrad hat aber auch die jüngere Vergangenheit mit sich gebracht, denn am 19. August 1989 fand in Sopron das "Paneuropäische Picknick” statt, bei dem etwa 600 DDR-Bürger über die Grenze nach Österreich flohen. Am Ort dieses historischen Ereignisses werden jährlich Gedenkfeiern veranstaltet.

Neben den Besonderheiten der Stadt darf auch die Lage der Stadt nicht vernachlässigt werden: Sie liegt am Fuße der Alpen, in unmittelbarer Nähe des Neusiedler Sees und in einer bekannten Weingegend, in der man fast überall den Blaufränkischen (Kékfrankos) genießen kann. Hier finden die Gäste zahlreiche bewaldete Spazierwege und Aussichtspunkte, die neben dem Stadtleben eine willkommene Abwechslung bieten.

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