Slawenburg Raddusch - Spreewald

Mitten im Spreewald steht sie wie aus einer anderen Zeit: die Slawenburg Raddusch bei Vetschau. Was hier auf den ersten Blick wie eine imposante Befestigungsanlage wirkt, ist tatsächlich eine aufwendig rekonstruierte Holz-Erde-Burg aus dem frühen Mittelalter – und eines der faszinierendsten Geschichtsmonumente der Lausitz. Wer der Alltagshektik den Rücken kehren möchte, findet hier nicht nur spannende Einblicke in die slawische Vergangenheit Brandenburgs, sondern auch atemberaubende Ausblicke über die weite Spreewaldlandschaft.

Geschichte der Slawenburg Raddusch

Die Lausitz verdankt ihren Namen dem slawischen Stamm der Lusizi, der sich im 9. und 10. Jahrhundert n. Chr. in diesem Gebiet ansiedelte. Wie viele slawische Stämme jener Zeit lebten die Lusizi in Burgwällen – kreisförmigen Befestigungsanlagen aus Holz und Erde, die ihnen als Wohnstätte und Schutzanlage zugleich dienten. Die Slawenburg Raddusch ist eine dieser Anlagen – und gehört zu den am besten erforschten ihrer Art in der gesamten Lausitz.

Maße und Aufbau des Burgwalls

Der ursprüngliche Burgwall hatte einen inneren Durchmesser von 38 Metern und einen äußeren von 58 Metern. Um die Anlage zog sich ein rund 5,5 Meter breiter Wassergraben als zusätzlicher Schutz. Der Wall selbst erreichte eine Höhe von etwa 7 Metern und war durch zwei Tunneltore erschlossen – eine für die Epoche typische Konstruktion aus Holzbalken und aufgeschütteter Erde. Im Inneren des Burghofs befanden sich hölzerne Brunnen, von denen einer nahezu 14 Meter in die Tiefe reichte.

Archäologische Ausgrabungen in den 1990er Jahren legten die Reste der mittelalterlichen Anlage frei und schufen die Grundlage für die originalgetreue Rekonstruktion, die heute zu besichtigen ist. Seit der Wiedereröffnung empfängt die Slawenburg Raddusch Besucher aus aller Welt und ist eines der markantesten Kulturdenkmäler der Niederlausitz.

Was erwartet mich bei einem Besuch der Slawenburg Raddusch?

Die Slawenburg Raddusch lässt sich wunderbar als Tagesausflug erkunden. Wer das Tunneltor durchschreitet, taucht sofort in eine andere Welt ein: die Palisaden, der aufgetürmte Burgwall, das Holztor – alles wirkt überraschend authentisch. Und vom Wallkamm schweift der Blick weit über die flache Spreewaldlandschaft, die sich in alle Himmelsrichtungen erstreckt.

  • Burgwall begehbar: Über eine Rampe gelangt man auf den 7 Meter hohen Wall – der Panoramablick ist einzigartig.
  • Zwei Tunneltore: Originalgetreu rekonstruiert und begehbar, mit einem eindrucksvollen Raumgefühl im Inneren.
  • Museale Ausstellung: Im Innenbereich dokumentiert die Dauerausstellung "Archäologie in der Niederlausitz" tausende Jahre Menschheitsgeschichte.
  • Veranstaltungen: Regelmäßige Mittelaltermärkte, Handwerkervorführungen und Festlichkeiten beleben die historische Kulisse.
  • Familien willkommen: Interaktive Elemente und Mitmachaktionen machen die Burg für Kinder besonders erlebnisreich.

Die Burg liegt in unmittelbarer Nähe zur Ortschaft Raddusch in der Gemeinde Vetschau/Spreewald. Parkplätze sind direkt vor Ort vorhanden – der Ausflug ist auch mit dem Auto entspannt zu erreichen.

Tief im Inneren der rekonstruierten Ringburg wartet noch mehr auf neugierige Besucher: eine umfangreiche Dauerausstellung, die auf eine Zeitreise von der Steinzeit bis ins Mittelalter mitnimmt – und dabei weit über die Grenzen der Slawenburg hinausblickt.

Die Ausstellung: Archäologie in der Niederlausitz

Das Herzstück der Slawenburg Raddusch ist die Dauerausstellung "Archäologie in der Niederlausitz". Sie präsentiert Originalfunde aus jahrzehntelangen Ausgrabungen in der Region und nimmt Besucher mit auf eine Reise durch die Epochen – von der Steinzeit bis ins slawische und deutsche Mittelalter. Dabei gelingt es der Ausstellung, Geschichte greifbar und lebendig zu machen, ohne in trockene Fakten zu verfallen.

Was zeigt die Ausstellung im Überblick?

EpocheThemen & Exponate
AltsteinzeitWerkzeuge aus Feuerstein, Jagdszenen, Lebensweise der ersten Menschen in der Region
Bronze- und EisenzeitKeramik, Schmuck, Hortfunde der Lausitzer Kultur
Slawisches FrühmittelalterRekonstruktionen von Alltagsgegenständen, Burgbau, Kultobjekte der Lusizi
Deutsches MittelalterÜbergang zur deutschen Besiedlung, Keramik, Münzen und Urkunden

Neben echten Fundstücken zeigt die Ausstellung auch Multimedia-Stationen, die historische Zusammenhänge veranschaulichen. Besonders beeindruckend: die maßstabsgetreuen Rekonstruktionen slawischer Alltagsgegenstände, die man teils anfassen darf. Für Schulklassen gibt es spezielle Führungsangebote – eine Voranmeldung ist empfehlenswert.

Der Spreewald rund um die Slawenburg

Die Slawenburg Raddusch liegt im Herzen des Spreewaldes – und allein das ist schon Grund genug für einen Besuch. Das UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald mit seinem weit verzweigten Netz aus über 1.000 Fließen und Kanälen gehört zu den einzigartigsten Naturlandschaften Deutschlands. Wer einmal durch dieses wasserreiche Labyrinth geglitten ist – ob per Kahn, Kanu oder Fahrrad – versteht, warum die Menschen hier seit Jahrhunderten nicht weichen wollen.

Ausflugsziele rund um die Slawenburg

  • Kahnfahrten: Auf dem Wasser durch den Spreewald gleiten – klassisch mit dem Kahn und einem erfahrenen Fährmann. Startpunkte in Burg, Lübbenau oder Lehde.
  • Gurkenradweg: Der 254 Kilometer lange Radweg führt durch die schönsten Ecken des Spreewaldes – von Märkisch Buchholz bis Bad Muskau.
  • Freilandmuseum Lehde: Originale Spreewälder Bauernanwesen aus dem 19. Jahrhundert, direkt auf einer Insel im Spreewald gelegen.
  • Burg Spreewald: Das "Hauptstadtdorf" des Spreewaldes mit Restaurants, Gurkenmarkt und lebendiger touristischer Infrastruktur.
  • Raddusch-Hafen: Direkt bei der Slawenburg – von hier starten kleine Kahntouren ohne große Vorplanung.

Und natürlich: Spreewälder Gurken. Ob beim Bauern direkt, auf dem Markt oder als Highlight im Restaurant – die berühmte Delikatesse aus dem Fass schmeckt hier anders als irgendwo sonst. Ein Ausflug in die Region lohnt sich zu jeder Jahreszeit: Im Sommer lockt das Wasser, im Herbst das goldene Laub über den Fließen, im Winter die stille Schneelandschaft des Biosphärenreservats.

Häufige Fragen zur Slawenburg Raddusch

Was ist die Slawenburg Raddusch?

Die Slawenburg Raddusch ist eine originalgetreu rekonstruierte slawische Ringburg aus dem 9./10. Jahrhundert bei Vetschau im Spreewald. Sie beherbergt heute eine Dauerausstellung zur Archäologie in der Niederlausitz und ist für Besucher geöffnet.

Wann kann ich die Slawenburg Raddusch besuchen?

Die Slawenburg Raddusch hat saisonale Öffnungszeiten. Die aktuellen Zeiten findest du direkt auf der offiziellen Website der Slawenburg.

Wie komme ich zur Slawenburg Raddusch?

Die Slawenburg Raddusch befindet sich in Zur Slawenburg 1, 03226 Vetschau/Spreewald. Mit dem Auto ist sie gut über die A15 (Cottbus–Berlin) erreichbar – Parkplätze sind direkt vor Ort vorhanden. Mit dem ÖPNV ist Raddusch über Vetschau erreichbar.

Ist die Slawenburg Raddusch für Kinder geeignet?

Ja, absolut. Es gibt kindgerechte Führungen, Mitmachstationen in der Ausstellung und die begehbare Burganlage bietet viel Raum zum Entdecken und Staunen.

Geheimtipp: Der frühe Morgen gehört dir

Wer die Slawenburg Raddusch abseits der Touristenströme erleben möchte, sollte kurz nach der Öffnungszeit kommen – am besten an einem Wochentag außerhalb der Ferienzeit. Dann hat man den Burgwall oft ganz für sich. Der Blick in der Morgenstille über den Spreewald, wenn noch leichter Nebel über den Fließen liegt, ist unvergesslich. Und das Beste: Der nahe gelegene Hafen Raddusch lädt danach direkt zu einer spontanen Kahnfahrt ein – ganz ohne Warteschlange.

Adresse Slawenburg Raddusch Vetschau
Zur Slawenburg 1, 03226 Vetschau/Spreewald

Öffnungszeiten Slawenburg Raddusch Vetschau
Die aktuellen Öffnungszeiten finden Sie hier

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