Simon-Loschen-Leuchtturm - Bremerhaven

Simon-Loschen-Leuchtturm: Maritimes Wahrzeichen am Neuen Hafen entdecken

Bremerhaven ohne diesen Turm – das wäre wie Hamburg ohne Hafen oder die Nordsee ohne Wellen. Der Simon-Loschen-Leuchtturm steht seit 1856 am Rand der Neuen-Hafen-Schleuse und hat in dieser Zeit Generationen von Seefahrern sicher durch die Wesermündung geführt. Heute ist er nicht nur ein aktives Schifffahrtsfeuer, sondern das unbestrittene Wahrzeichen einer Stadt, die ihre gesamte Existenz dem Wasser verdankt.

Wer durch das Havenwelten-Viertel in Bremerhaven schlendert, stößt früher oder später auf diese schlanke, neugotische Silhouette aus rotem Backstein. Die Kombination aus sakraler Formensprache und maritimer Funktion ist einzigartig auf dem deutschen Festland – nirgendwo sonst steht ein so alter, so schöner und gleichzeitig noch immer aktiver Leuchtturm an der Nordseeküste.

Geschichte des Simon-Loschen-Leuchtturms

Die maritime Geschichte Bremerhavens ist eng mit dem Simon-Loschen-Leuchtturm verknüpft – er war von Anfang an mehr als nur ein Navigationshilfsmittel. Folge uns durch 170 Jahre Hafengeschichte.

FaktDetail
Baujahr1853–1855
Inbetriebnahme1856
ArchitektSimon Loschen (1818–1902)
Höheca. 37–40 Meter
Denkmalschutzseit 1984 (LfD Bremen ID 1546)
Leitfeuer-Systemseit 1893 zusammen mit dem Bremerhaven-Unterfeuer
Reichweite des Lichts8 Seemeilen

Den Auftrag für den Leuchtturm erhielt der Bremer Architekt Simon Loschen (1818–1902), einer der bedeutendsten Vertreter der norddeutschen Backsteingotik. Es war eine ungewöhnliche Kombination: Ein Architekt, der vor allem Kirchen und repräsentative Bauten entwarf, sollte ein Schifffahrtsfeuer errichten – und das Ergebnis ist bis heute einzigartig in Deutschland.

Die größte Herausforderung war der Untergrund. Bremerhavens Hafenboden ist weich und moorig; für ein Fundament, das Jahrzehnte standhalten sollte, waren 552 Holzpfähle erforderlich, die Anfang der 1850er Jahre in den Boden gerammt wurden. Eine logistische Meisterleistung der Industrialisierungszeit – und bis heute das stabile Fundament des Turms.

Das Leuchtfeuer ging 1856 in Betrieb, als Oberfeuer in einer Leitfeuerlinie, die gemeinsam mit einem Unterfeuer Schiffen half, die gefährliche Biegung des Blexer Bogens in der Weser zu navigieren. Seit 1893 bildet er zusammen mit dem Bremerhaven-Unterfeuer ein präzises Führungssystem für einlaufende Schiffe. Der Turm überstand beide Weltkriege unbeschadet, wurde 1984 als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt und nach einer umfassenden Sanierung in den Jahren 2021/22 erstrahlt er frischer denn je.

Architektur: Backsteingotik am Hafenbecken

MerkmalBeschreibung
StilNorddeutsche Backsteingotik
BaustoffRoter Backstein
GrundrissQuadratisch unten, nach oben verjüngend, oben rund
LaterneAchteckiges grünes Laternengehäuse mit Spitzdach
BesonderheitHistorischer Ausleger für Sturmwarnsignale
LichtcharakterAktives Leitfeuer (grünes Blinklicht)

Was Simon Loschen hier am Hafenbecken erschuf, lässt sich am besten so beschreiben: eine Kirche, die beschlossen hat, Leuchtturm zu werden. Gotische Spitzbogenfenster, Backsteinornamente, eine fast kathedralartige Eleganz – und gleichzeitig ein funktionales Schifffahrtsfeuer, das noch heute seinen Dienst tut. Der Turm verjüngt sich nach oben, geht von einem quadratischen Grundriss in eine runde Form über und trägt ein achteckiges grünes Laternengehäuse mit spitzem Dach.

An der Seite des Turms sitzt ein historischer Ausleger: Mit diesem Stangenkonstrukt wurden früher Sturmwarnsignale für einlaufende Schiffe gesetzt – unterschiedliche Positionen der Kugeln und Laternen codierten den Schweregrad der Wetterlage. Eine Art meteorologischer Telegraf des 19. Jahrhunderts, der heute noch sichtbar, wenn auch nicht mehr in Betrieb ist.

Die Deutsche Post würdigte das Bauwerk 2007 mit einer Sonderbriefmarke (Nennwert 45 Cent) – ein untrügliches Zeichen für den Rang, den dieser Leuchtturm in der deutschen Kulturtopografie einnimmt.

Kann man den Simon-Loschen-Leuchtturm von innen besichtigen?

Die kurze Antwort: Nein – der Innenraum ist regulär nicht für Besucher zugänglich. Die zuständige Behörde schickt lediglich Wartungstechniker, die alle paar Monate hinaufsteigen. Ausnahmen gibt es bei besonderen Ereignissen wie der SAIL Bremerhaven oder den Hafentagen, wenn vereinzelt Führungen angeboten werden – das sind jedoch seltene Gelegenheiten, die man im Vorfeld prüfen sollte.

Die gute Nachricht: Von außen ist der Turm jederzeit frei zugänglich und kostenlos zu besichtigen. Die Lage an der Neuen-Hafen-Schleuse macht ihn zum dankbaren Fotomotiv zu jeder Tages- und Jahreszeit.

Besucherinformationen: So planst du deinen Besuch

InformationDetail
AdresseAn der Neuen-Hafen-Schleuse, 27568 Bremerhaven
AußenbesichtigungJederzeit frei zugänglich, kostenlos
InnenbesichtigungNicht regulär möglich; nur bei SAIL/Hafentagen
Anreise ÖPNVStraßenbahn Linie 1 oder 5, Haltestelle „Havenwelten"
ParkplätzeParkhaus Havenwelten (gebührenpflichtig)
Anreise per BahnVon Bremen ca. 45 Min., von Hamburg ca. 1,5 Std.
FahrradfreundlichJa – der gesamte Hafenbereich ist gut befahrbar

Bremerhaven ist ideal für einen Kurzurlaub an der Nordsee. Der Simon-Loschen-Leuchtturm liegt im Kern des Havenwelten-Viertels, das mit dem Deutschen Auswandererhaus, dem Klimahaus Bremerhaven 8° Ost und dem Zoo am Meer weitere Highlights auf kleinstem Raum versammelt. Ein Kurzbesuch reicht für den Leuchtturm selbst – plane für das gesamte Viertel lieber zwei bis drei Tage ein.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Simon-Loschen-Leuchtturms

Der Simon-Loschen-Leuchtturm liegt mitten im Herzen von Bremerhavens Havenwelten-Viertel – einem der dichtesten Tourismusgebiete Norddeutschlands. Auf wenigen Hundert Metern trifft maritime Geschichte auf moderne Erlebnisarchitektur.

SehenswürdigkeitFußwegHighlight
Zoo am Meer Bremerhavenca. 3 Min.Polarbären, Seehunde und Pinguine direkt am Hafenbecken
Deutsches Auswandererhausca. 5 Min.Preisgekröntes Museum zur europäischen Emigrationsgeschichte
Klimahaus Bremerhaven 8° Ostca. 8 Min.Interaktive Klimareise entlang des 8. Längengrads
Deutsches Schifffahrtsmuseumca. 10 Min.Nationales Meeresmuseum mit historischen Originalschiffen
Schaufenster Fischereihafenca. 15 Min.Fisch, Restaurants und echte Hafenromantik
Historisches Museum Bremerhavenca. 12 Min.Stadtgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart

Besonders empfehlenswert ist die Kombination aus Leuchtturm-Besuch am frühen Morgen und einem anschließenden Museumsbesuch im Havenwelten-Viertel. Wer mit Kindern unterwegs ist, wird den Zoo am Meer mit seinen Polarbären und Seehunden kaum vor Ablauf von drei Stunden wieder verlassen. Und wer noch mehr maritime Atmosphäre erleben möchte: Ein Spaziergang entlang des Weserdeiches in Richtung Fischereihafen lohnt sich immer.

FAQ: Häufige Fragen zum Simon-Loschen-Leuchtturm

Was ist der Simon-Loschen-Leuchtturm?

Der Simon-Loschen-Leuchtturm ist der älteste noch aktive Festland-Leuchtturm an der deutschen Nordseeküste. Er wurde 1853–1855 nach Plänen des Bremer Architekten Simon Loschen erbaut und ging 1856 in Betrieb. Er steht am Rand der Neuen-Hafen-Schleuse in Bremerhaven und gilt als das Wahrzeichen der Stadt.

Wie hoch ist der Simon-Loschen-Leuchtturm?

Der Simon-Loschen-Leuchtturm ist ca. 37–40 Meter hoch. Er ist aus rotem Backstein im Stil der norddeutschen Backsteingotik erbaut und trägt ein achteckiges grünes Laternengehäuse mit Spitzdach.

Ist der Simon-Loschen-Leuchtturm noch aktiv?

Ja, der Simon-Loschen-Leuchtturm ist noch immer als aktives Navigationsfeuer in Betrieb. Sein Licht trägt bei guter Sicht bis zu 8 Seemeilen weit. Er bildet zusammen mit dem Bremerhaven-Unterfeuer ein Leitfeuersystem für die Einfahrt in den Hafen.

Kostet die Besichtigung des Leuchtturms Eintritt?

Die Außenbesichtigung des Simon-Loschen-Leuchtturms ist kostenlos und jederzeit möglich. Der Innenbereich ist für die Öffentlichkeit nicht regulär zugänglich. Ausnahmen gibt es bei besonderen Veranstaltungen wie der SAIL Bremerhaven oder den Hafentagen.

Geheimtipp: Der Leuchtturm im Morgengrauen

Frühmorgendliches Licht, Nebel über dem Hafenbecken, das Leitfeuer noch aktiv: Wer in den frühen Morgenstunden zum Simon-Loschen-Leuchtturm kommt, erlebt ihn in seiner schönsten, ungestörtesten Form – bevor die ersten Touristengruppen ankommen. Die beste Fotoposition ist übrigens nicht von vorne, sondern von der Schleusenbrücke aus: Von dort bekommt man den Turm gegen das Morgenrot, mit dem ruhigen Schleusenwasser im Vordergrund. Und noch ein Tipp: Bei stürmischem Regenwetter sieht dieser Leuchtturm genauso beeindruckend aus wie bei Sonnenschein – vielleicht sogar dramatischer.

Simon-Loschen-Leuchtturm Bremerhaven
An der Neuen-Hafen-Schleuse
27568 Bremerhaven

Außenbesichtigung: Jederzeit kostenlos zugänglich
Innenbesichtigung: Nicht regulär möglich
Baujahr: 1853–1855
Inbetriebnahme: 1856
Architekt: Simon Loschen (1818–1902)
Höhe: ca. 37–40 Meter
Denkmalschutz: seit 1984

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