Petrín - Prag (Tschechien)

Petrín: Rosaroter Blick vom Hügel der Verliebten

Der Aussichtsturm auf dem 318 Meter hohen Petrín-Hügel gehört zum Besten, was Prag an Panoramablicken zu bieten hat. Er wurde als kleine Kopie des Pariser Eiffelturms (im Verhältnis 1:5) anlässlich der Weltausstellung 1891 erbaut. Hinauf geht es per Standseilbahn oder in einer dreiviertel Stunde zu Fuß. Und dann nochmal 299 Stufen, um die oberste Aussichtsplattform zu erreichen. Es lohnt sich.

Der romantischste Ort in Tschechien? Auf jeden Fall "Petrín"! Der kleine, aber immerhin 327 Meter hohe Hügel im westlichen Zentrum von Prag ist das tschechische Mekka für Verliebte. Für Tschechen und Prager ist klar: Einen geeigneteren "Austragungsort" für Rendezvous gibt es nirgends. Woher und wie das überall greifbare Liebesflair auf und zum "Hügel der Verliebten" gekommen ist, weiß heute niemand mehr so richtig. Früher trug Petrín viele andere Namen, einer davon war "Laurenziberg". "Petrín" kommt von petrus (lat.) - der Fels. Fels daher, weil am Petrín bis ins 19. Jahrhundert der für Prag typische Pläner Kalkstein abgebaut wurde. Viele Gebäude und Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel auch die Prager "Hungermauer", bestehen aus diesem Baumaterial.

Vom ehemaligen Steinabbau ist heute natürlich nichts mehr zu sehen, überall am Petrín grünt und blüht es. Der Hügel eignet sich perfekt für ausgiebige und romantische Spaziergänge. Oder aber man besucht das Stefánik-Observatorium und findet seinen persönlichen Glücksstern. Den über 12.000 duftenden Blüten im Petríner Rosengarten kann man sich ohnehin nicht entziehen. Und wessen Statue versteckt sich zwischen den Bäumen? Karel Hynek Mácha war ein tschechischer Dichter der Romantik (wie passend). Sein bekanntes Gedicht "Mai" ist natürlich auch der Liebe gewidmet. Vor seiner Statue küssen sich traditionell verliebte Paare, sogar Schlange stehen wird in Kauf genommen. Am 1. Mai ist der Andrang besonders groß, denn der erste Tag des Monats wird in Tschechien nicht nur als Tag der Arbeit, sondern auch als Tag der Liebe gefeiert.

Der Aussichtsturm

Viele Prag-Touristen besuchen Petrín aber aus einem ganz anderen Grund. Niemand geringeres als der Pariser Eiffelturm höchst persönlich stand Pate für die Architektur und die Konstruktion des Petríner-Aussichtsturms. Mitglieder des sog. Tschechischen Touristenklubs kamen 1889 völlig berauscht von der Pariser Weltausstellung nach Prag zurück und beschlossen kurzum, ihren eigenen "Eiffel-Aussichtsturm" auf dem Petrín zu errichten. Gesagt, getan. Am 16. März 1891 begannen die Arbeiten, nur knapp drei Monate später war der Turm fertig gestellt. Kurz darauf folgten die beliebte Standseilbahn und das Spiegellabyrinth.

Bis zur Spitze der fünfmal kleineren Kopie des französischen Originals sind es immerhin 63, 5 Meter und 299 Stufen. Von der Plattform genießt man einen wunderbaren Blick auf Prag.

"Spätabend war's - es war der erste Mai -
Ein Abendmai - es war der Minne Zeit.
Die Turteltaube lockt' zur Seligkeit
Im duft'gen Kieferhain, so traut und treu.
Von Liebe flüsterten die stillen Moose,
Und Liebeswehe log der Blütenbaum,
Von Liebe sang die Nachtigall der Rose,
Der Abendwind verriet den Rosentraum ..."

Karel Hynek Mácha - Mai

Adresse Seilbahn
von der Ujezd Straße, Straßenbahn Ujezd (6, 9, 12, 20, 22)

Das Spiegellabyrinth

Ein Spaß für die ganze Familie, das 1891 erbaute hölzernes Spiegellabyrinth. Von außen wirkt das Gebäude ganz in der Nähe des Aussichtsturms wie eine kleine Burg, innen ist es ein Irrgarten aus Spiegeln. Berühmt ist auch ein Bild, auf dem die Schlacht der Prager mit den Schweden auf der Karlsbrücke im Jahre 1648 dargestellt wird. Und im „Saal des Lachens“ sehen Sie sich dank der Verzerrung konvexer und konkaver Spiegel mal als dicke Knödel oder als Bohnenstangen.

Adresse Spiegellabyrinth
Petřínské sady, 110 00 Praha 1, Tschechien

Öffnungszeiten Spiegellabyrinth
November – Februar: täglich 10.00 – 18.00 Uhr
März täglich 10.00 – 20.00 Uhr
April – September täglich 10.00 – 22.00 Uhr
Oktober täglich 10.00 – 20.00 Uhr

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