Nürnberg kulinarisch

Wurst unter Artenschutz: Nürnberger Originale

Was dem Bayer die Weißwurst, ist dem Franken die Rostbratwurst. Von Natur aus sind sie keine Vegetarier. Gehaltvoll, derb und deftig darf es sein. Typisch für Nürnberg: Traditionslokale wie "Bratwursthäusle" und "Alte Küchn" sowie Essen auf Rädern. Denn Nürnberg ist die heimliche Hauptstadt der Food Truck-Bewegung. Burger, Burritos und Eintopf gibt's aus liebevoll hergerichteten Lieferwagen - eine beliebte Alternative zu Schäufele und Sauerbraten. Doch erstmal die vier Originale:

Drei im Weggla

Legenden ranken sich um die Rostbratwurst: ein kleines Stück Fleisch, das unter dem geschützten Namen Nürnberger Rostbratwurst nach einer festen, 700 Jahre alten Rezeptur herzustellen ist. Die Metzger sind laut Ratserlass dazu verpflichtet, nur "sweynen lendpraten … in die wurste hacken", also Lendenfleisch vom Schwein. Dass eine sieben bis neun Zentimeter kleine Nürnberger Rostbratwurst allein kaum sättigt, hat auch der Nürnberger gemerkt. "Drei im Weckla", oder fränkisch "Drei im Weggla", ist der Klassiker an der Bratwurst-Bude - drei kleine Würste in ein längs aufgeschnittenes Brötchen gelegt und mit Senf versehen. Auch Dürer liebte zu seiner Zeit die Nürnberger Bratwurstküchen, Goethe mochte sogar zuhause in Weimar nicht darauf verzichten und veranlasste so manche Würstchen-Lieferung.

Nürnberger Krustenschäufele

Am Schwein ist einfach so viel Gutes dran. Lende für die Rostbratwurst, Schulterstück als Braten. Das Nürnberger Krustenschäufele, Nationalgericht im Frankenland, wird komplett mit Knochen und krachender Fettschwarte serviert. Richtig angerichtet, wirft die Haut kleine Bläschen und ist knackig und rösch. Es muss beim Kauen schön knacken! Der Name stammt übrigens vom Knochen, der aussieht aus wie eine kleine Schaufel.

Nürnberger Lebkuchen

Ebenfalls geschützt ist der Begriff einer weiteren Kulinarik-Legende: Nürnberger Lebkuchen. So darf nur heißen, wer auch direkt in Nürnberg hergestellt wurde. Die Nürnberger Lebkuchenindustrie ist zwar heute unromantisch automatisiert. In den Bäckereien der Stadt wird jedoch hie und da noch handgeformt und gestrichen. Viele Sorten sind dem Mittelalter entsprungen, Hauptzutaten bis heute Honig, Haselnüsse, Mandeln, Walnüsse und Gewürze. Ein Höhepunkt aus der fränkischen Zuckerbäckerei ist der "Elisen-Lebkuchen". Im Originalrezept ganz ohne Mehl, nur Nüsse, Orangeat, Zitronat, kandierter Ingwer, Gewürze - was sie so besonders saftig und köstlich macht. Sozusagen der Kaiser unter den Lebkuchen.

Rotbier

Ob die Nürnberger oder die Belgier die Urväter des ersten Rotbieres waren, darüber streiten sie wohl noch ein paar Jahrhunderte. Aber stolz bezeichnet sich die Stadt als "Heimat des Rotbieres", zur Verkostung der untergärigen Spezialität unbedingt einen Rundgang durch die Felsenkeller Nürnbergs buchen. In der Hausbrauerei Altstadthof wird nicht nur das kupferfarbene Gebräu ausführlich vorgestellt und verkostet, sondern auch das Whiskeylager inspiziert. So oder so - Prost!

Foto: Pixabay

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