Wenn wir nicht in 5 Minuten angerufen haben, schenken wir Ihnen einen 20-Euro-Reisegutschein. Bis gleich am Telefon!
Imperia Konstanz
Imperia
Wer mit dem Zug oder dem Schiff in den Hafen von Konstanz einläuft, sieht sie unweigerlich: die Imperia. Mit neun Metern Höhe und 18 Tonnen Beton steht sie auf einer rotierenden Plattform direkt an der Hafeneinfahrt – und das seit 1993. Das Gesicht der Skulptur gehört einer Kurtisane aus Honoré de Balzacs Novelle "La Belle Impéria", die laut Geschichte die Mächtigsten dieser Welt buchstäblich in der Hand hielt.
Seit über drei Jahrzehnten begrüßt die Imperia Ankömmlinge in Konstanz, sorgt für Staunen und Diskussionen – und wurde 2024 sogar unter Denkmalschutz gestellt. Eine der eigenwilligsten Skulpturen Deutschlands und ein absolutes Muss bei jedem Besuch am Bodensee.
Bild: @ Achim Mende, Internationale Bodensee Tourismus GmbH
Was macht die Imperia so besonders?
Die Antwort liegt in der Summe ihrer Teile. Erstens: Sie dreht sich. Eine vollständige Umdrehung dauert vier Minuten – langsam genug, um kaum aufzufallen, aber schnell genug, um nach einer Weile definitiv eine andere Seite zu zeigen. Zweitens: Was sie in den Händen hält. Die beiden kleinen Figuren auf ihren Handflächen ähneln Papst Martin V. und Kaiser Sigismund – den mächtigsten Männern des Konstanzer Konzils (1414–1418). Ausgerechnet die Kurtisane hält die Herrschaft der Welt in der Hand.
Drittens: Sie ist eine Provokation mit Haltung. Bildhauer Peter Lenk erschuf sie als satirischen Kommentar auf Machtmissbrauch und Scheinheiligkeit. Dass Konstanz die Statue anfangs ablehnte, sie heute aber als Wahrzeichen feiert, ist vielleicht der beste Beweis dafür, dass echte Kunst immer etwas Zeit braucht.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Künstler | Peter Lenk |
| Aufgestellt | 1993 |
| Höhe | 9 Meter |
| Gewicht | 18 Tonnen |
| Material | Beton |
| Drehgeschwindigkeit | 1 Umdrehung alle 4 Minuten |
| Denkmalschutz | seit August 2024 |
| Eintritt | kostenlos, jederzeit zugänglich |
Unsere Reisepakete am Bodensee
Geschichte und Entstehung der Imperia-Statue
Das Konstanzer Konzil – der historische Hintergrund
Um die Imperia zu verstehen, braucht man einen kurzen Ausflug in die Vergangenheit. Von 1414 bis 1418 tagte in Konstanz eines der bedeutendsten Kirchenkonzile des Mittelalters. Über vier Jahre lang versammelten sich geistliche und weltliche Würdenträger aus ganz Europa, um das Schisma der Kirche zu beenden – es gab damals gleich drei rivalisierende Päpste. Am Ende des Konzils wurde Papst Martin V. gewählt; die formale Einheit der Kirche war wiederhergestellt.
Was die Geschichtsbücher weniger ausführlich beschreiben: Während Theologen über das Seelenheil der Christenheit berieten, blühte in Konstanz das Vergnügungsgewerbe. Der französische Schriftsteller Honoré de Balzac verarbeitete diese Ära in seiner Novelle "La Belle Impéria" – und machte die Kurtisane Imperia zur Hauptfigur einer beißenden Satire auf Klerus und Adel.
Peter Lenk und die heimliche Aufstellung
Peter Lenk, der Bildhauer aus Sipplingen am Bodensee, griff diese Vorlage auf. In der Nacht vom 23. auf den 24. April 1993 wurde die Statue heimlich aufgestellt – zunächst ohne offizielle Genehmigung, auf privatem Gelände der Deutschen Bahn. Der Aufruhr in der Stadtgesellschaft war erheblich: Manche fanden die Skulptur blasphemisch, andere erkannten sofort ihre Qualität als Kunstwerk. Heute ist die Imperia das bekannteste Wahrzeichen von Konstanz – und seit August 2024 steht sie unter Denkmalschutz.
Bild: © Mathias Hollerbach
Besuch der Imperia – Praktische Informationen
Ein Besuch der Imperia erfordert keine große Planung. Sie steht direkt an der Konstanzer Hafeneinfahrt, ist rund um die Uhr zugänglich und kostet keinen Cent Eintritt. Wer mit dem Zug anreist, ist vom Hauptbahnhof in fünf Gehminuten am Hafen. Wer mit dem Bodensee-Schiff kommt, kann die Statue bereits bei der Einfahrt ins Hafenbecken bewundern.
| Information | Details |
|---|---|
| Adresse | Hafenstraße, 78462 Konstanz |
| GPS-Koordinaten | 47.6565° N, 9.1753° O |
| Öffnungszeiten | Jederzeit zugänglich (24/7) |
| Eintritt | kostenlos |
| Anreise Bahn | ca. 5 Gehminuten vom Hauptbahnhof Konstanz |
| Anreise Schiff | Direkt vom Bodensee-Schiff sichtbar (Anleger Konstanz) |
| Parken | Parkhaus Bahnhof Konstanz (ca. 200 m entfernt) |
| Barrierefreiheit | Ebenerdig erreichbar, befestigter Weg entlang der Hafenpromenade |
Tipp für Fotografen: Die Imperia dreht sich langsam – mit etwas Geduld erwischt man genau den Winkel, den man möchte. Das Morgenlicht von Osten und das Abendlicht von Westen sind gleichermaßen beeindruckend.
Unsere Hotels am Bodensee
Konstanz entdecken – Sehenswürdigkeiten rund um die Imperia
Konstanz ist eine Stadt, die vom Zweiten Weltkrieg fast unberührt geblieben ist. So nah an der Schweizer Grenze konnten die alliierten Bomber im Dunkeln nicht sicher sein, ob sie gerade Deutschland oder die neutrale Schweiz im Visier hatten. Das Ergebnis: eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Altstädte Südwestdeutschlands.
Weitere Highlights in Konstanz
- Konstanzer Münster: Romanische Kathedrale mit begehbarem Turm und Panoramablick über Stadt und See. Das Münster war während des Konzils ein zentraler Tagungsort.
- Konzilgebäude: Das historische Warenlagerhaus direkt am Hafen, in dem 1417 Papst Martin V. gewählt wurde – heute Veranstaltungszentrum, untrennbar mit der Imperia verbunden.
- Archäologisches Landesmuseum: Eine der bedeutendsten archäologischen Sammlungen Südwestdeutschlands, besonders die Pfahlbauten-Sammlung ist sehenswert.
- Niederburg: Das mittelalterliche Viertel mit engen Gassen, Fachwerkarchitektur und gemütlichen Cafés.
- Bodensee-Uferpromenade: Vom Hafen aus lässt sich die gesamte Promenade zu Fuß erkunden – mit Blick auf die Schweizer Berge.
Tagesausflüge von Konstanz
Die Insel Mainau – Deutschlands Blumeninsel mit Barockschloss und tropischem Palmengarten – ist per Linienbus oder Schiff erreichbar. Die Insel Reichenau, UNESCO-Weltkulturerbe mit drei romanischen Kirchen, liegt nur wenige Kilometer westlich. Das Städtchen Meersburg mit seiner mittelalterlichen Burg ist per Fähre in nur acht Minuten zu erreichen.
Bild: © MTK-Dagmar-Schwelle
Geheimtipp: Das solltest du rund um die Imperia noch entdecken
Die beste Tageszeit für die Imperia ist die blaue Stunde kurz nach Sonnenuntergang. Wenn die Tagestouristen den Hafen verlassen und die Hafenbeleuchtung langsam übernimmt, wirft die rotierende Skulptur lange Schatten übers ruhige Wasser. Der Hafen atmet dann anders – stiller, fast meditativ.
Wer von weiter weg anreist: Die schönste Art, die Imperia das erste Mal zu sehen, ist die Einfahrt mit dem Bodensee-Schiff aus Richtung Meersburg oder Bregenz. Aus der Ferne taucht die Figur langsam im Blickfeld auf, dreht sich in Zeitlupe – und man hat einen Moment lang das Gefühl, in einem anderen Jahrhundert anzulanden.
Ein weiterer Tipp für Neugierige: Unter der Plattform befindet sich der Motor, der die Rotation antreibt. Bei ruhigem Wind kann man am Sockel leise das Summen der Mechanik hören – ein Detail, das viele übersehen, aber das die ganze Konstruktion auf einmal sehr real werden lässt.
Häufige Fragen zur Imperia in Konstanz
- Dreht sich die Imperia wirklich?
- Ja. Die Imperia steht auf einer motorisierten Plattform und dreht sich kontinuierlich – eine vollständige Umdrehung dauert etwa vier Minuten.
- Was kostet der Besuch der Imperia?
- Der Besuch ist kostenlos. Die Skulptur steht im öffentlich zugänglichen Hafenbereich von Konstanz und ist jederzeit zugänglich.
- Wer hat die Imperia erschaffen?
- Die Imperia wurde vom deutschen Bildhauer Peter Lenk erschaffen und am 23./24. April 1993 aufgestellt. Lenk lebt in Sipplingen am Bodensee.
- Was hält die Imperia in den Händen?
- Sie hält zwei Figuren, die Papst Martin V. und Kaiser Sigismund ähneln. Die Kurtisane, die die Herrschaft der Welt in den Händen hält, ist eine Satire auf Machtmissbrauch und die Doppelmoral des Klerus beim Konstanzer Konzil (1414–1418).
- Wie komme ich zur Imperia?
- Direkt an der Hafeneinfahrt Konstanz, ca. 5 Gehminuten vom Hauptbahnhof. GPS: 47.6565° N, 9.1753° O.