Haarlem-Infos kompakt

Kunst und Gemütlichkeit auf Holländisch

Wenn eine Stadt das erste und älteste Museum des Landes besitzt, ist das schon viel. Aber Haarlem legt die besten Kunstwerke des niederländischen Goldenen Zeitalters obendrauf. Und bezaubert mit historischen Fassaden und gemütlichen Hofjes (Wohnhöfe). Ach ja, noch ein Joker - und der geht an alle Ladies: Haarlem wurde zur schönsten Einkaufsstadt der Niederlande gewählt. Wir hoffen also, Sie haben viel Zeit mitgebracht.

Nur 19 Kilometer von Amsterdam und 13 Kilometer vom Flughafen Schiphol entfernt, ist Haarlem ein außerordentliches Leuchtpünktchen auf der holländischen Reisekarte. Da wäre zunächst das Teylers Museum. Seit seiner Eröffnung 1784 ist das Gebäude unverändert, das Museum das älteste der Niederlande. Für Kunstliebhaber ein absoluter Höhepunkt: das Frans-Hals-Museum mit Meisterwerken aus dem 17. Jahrhundert. Einfach zauberhaft das Ambiente der Stadt, mit den gemütlichen Grachten und Hofjes. Wenn schon die Innenstadt bummelfreundlich autofrei und den Titel "Schönste Einkaufsstadt der Niederlande" trägt (mehrfach verteidigt), dann sind drei Straßenzüge auf jeden Fall Pflicht: Grote Houtstraat, Barteljorisstraat und Zijlstraat - letztere wurde sogar im niederländischen Monopoly-Spiel verewigt.

Verneigung vor Kunst und Kultur

Außen ein Hingucker, innen lebt das Goldene Zeitalter der Niederlande weiter: im Haarlemer Frans-Hals-Museum. Hier versammelt sich das Best of der Haarlemer Künstler aus dem 16. / 17. Jahrhundert. Allen voran Werke des bedeutenden Porträtmalers Frans Hals. Und das in einem traumhaften Altmännerhaus im Stil des 17. Jahrhunderts.

Das Teylers Museum entführt in eine Zeit, in der Wissenschaftler die ganze Welt erforschen wollten. Als groß geträumt und viel experimentiert wurde. Der Geruch nach alten Büchern und gesammeltem Wissensdurst steigt schon beim Eintreten in die Nase. Begleitet Besucher durch den Ovalen Saal, der ohne elektrisches Licht auskommt.

Starke Frauen und unselbstständige Männer

Das gibt es nur in Holland: Hofjes. Wohnhöfe aus dem 14. Jahrhundert. Gebaut für fromme, arme Frauen, die dort ihren Lebensabend verbrachten. Männer waren nicht willkommen. Und konnten nach Ansicht der Gesellschaft auch nicht selbst für sich sorgen. Ob dem zuzustimmen ist, lässt sich bei einem Spaziergang zu Haarlems 21 Hofjes überdenken. Besonders sehenswert und ein Geheimtipp der Einwohner: das älteste Hofje van Bakenes, erbaut 1395. Die gute Nachricht: Auch Männer dürfen heute gucken.

Fotos: NBTC

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