Adersbacher Felsenstadt
Türmende Sandsteinnadeln, enge Schluchten und Felstore wie aus einem Märchen – die Adersbacher Felsenstadt im Nordosten Tschechiens ist eines der faszinierendsten Naturwunder Mitteleuropas. Vor rund 90 Millionen Jahren schufen Erosion, Frost und Wind ein steinernes Labyrinth aus bizarren Felsformationen, die bis zu 100 Meter in die Höhe ragen. Die Einheimischen haben ihnen liebevolle Namen gegeben: der „Bürgermeister", das „Liebespaar" oder der „Zuckerhut" – wer genau hinschaut, erkennt sie sofort.
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Die Felsformationen: Natur als Bildhauer
Die Adersbacher Felsenstadt (tschechisch: Adršpašské skály) liegt im Nordosten Böhmens, unweit der polnischen Grenze. Die Sandsteinformationen entstanden in der Kreidezeit vor rund 90 Millionen Jahren aus einem flachen Meeresgebiet. Als sich das Urmeer zurückzog, blieb ein mächtiges Sandsteinmassiv zurück. Erosion, Frost und Wasser formten im Laufe von Jahrmillionen die heutigen Gesteinstürme – ein Prozess, der noch heute andauert. Das Ergebnis ist ein surreales Panorama, das in dieser Dichte in Mitteleuropa einzigartig ist.
Was die Adersbacher Felsenstadt von anderen Felsgebieten unterscheidet, ist die außergewöhnliche Dichte und Höhe der Formationen. Einige Türme ragen über 70 Meter auf, eng aneinandergereiht, getrennt durch schmale Gassen und tiefe Schluchten. Zwischen den Felsen hat sich ein kleiner See gebildet – der Adersbacher See – den Besucher per Ruderboot erkunden können. Im See spiegeln sich die umliegenden Felswände und erzeugen eine Atmosphäre wie in einer anderen Welt.
Das Gebiet steht seit 1933 unter Naturschutz und ist Teil des Nationalparks Adrsbach-Teplitz. Über Jahrhunderte inspirierten die markanten Felsformationen Dichter, Maler und Abenteurer. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden die Türme von den Bewohnern der umliegenden Dörfer mit Namen versehen – eine Tradition, die bis heute gelebt wird. Die Adersbacher Felsenstadt gehört heute zum Nationalen Naturmonument Böhmens.
Bekannte Felsformationen im Überblick
| Name | Beschreibung | Höhe (ca.) |
|---|---|---|
| Der Bürgermeister | Markante Einzelnadel mit breitem „Hut" | ca. 60 m |
| Das Liebespaar | Zwei eng beieinanderstehende Türme | ca. 70 m |
| Der Zuckerhut | Spitz zulaufende Felsformation | ca. 55 m |
| Die Sphinx | Flach liegender Felsen mit markanter Silhouette | ca. 30 m |
| Das Rathaus | Breit ausladende Felsgruppe im Zentrum | ca. 65 m |
Der Rundweg durch die Adersbacher Felsenstadt
Der gut markierte Rundweg durch die Adersbacher Felsenstadt misst rund 3,5 Kilometer. Einplanen solltest du mindestens zwei bis drei Stunden – nicht wegen der Streckenlänge, sondern weil man an jeder Kurve stehen bleibt. Der Weg führt durch enge Felsgassen, über schmale Felsstege und zu mehreren Aussichtspunkten, von denen der Blick über das Steinstädtchen besonders beeindruckend ist.
Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist der Weg stellenweise schwierig, da es enge Passagen und kurze Kletterpartien gibt. Kinder ab etwa sechs Jahren meistern die Strecke in der Regel problemlos und sind begeistert vom Abenteuer zwischen den Felsen.
Der Rundweg auf einen Blick
- Länge: ca. 3,5 km
- Dauer: 2–3 Stunden
- Schwierigkeit: leicht bis mittel (einige enge Passagen)
- Schuhwerk: festes Wanderschuhwerk empfohlen
- Hunde: an der Leine erlaubt
- Kinderwagen: nicht geeignet
Warum lohnt sich ein Besuch in der Adersbacher Felsenstadt?
Weil hier echte Natur ohne Kitsch wartet: kein Rummel, keine lauten Attraktionen – nur Sandstein, Stille und der Geruch von Fichtenwald. Die Adersbacher Felsenstadt ist ein Ort, der sich einprägt, weil er so gar nicht alltäglich ist. Wer einmal durch die engen Felsgassen gewandert ist und auf einem Aussichtspunkt gestanden hat, versteht, warum das Gebiet seit 1933 unter Naturschutz steht.
Besonders lohnt sich der Besuch im Frühling (April/Mai), wenn das Laub austreibt und die Wege noch nicht überfüllt sind, oder im Herbst (September/Oktober) mit dem goldenen Blätterdach zwischen den Felsen. Im Sommer kommen zwar die meisten Besucher, doch wer früh aufsteht und kurz nach der Öffnung da ist, erlebt das Naturwunder oft fast allein. Im Winter sind Teile des Weges bei Eis und Schnee gesperrt – dafür haben die vereisten Felstürme einen ganz eigenen, mystischen Reiz.
Die Adersbacher Felsenstadt spricht alle Sinne an: das Rauschen des Wassers in engen Felsspalten, der kühle Schattenwurf hoher Sandsteinwände, das Moosgrün auf altem Gestein. Für Familien mit Kindern ist das Felsenstädtchen ein echtes Abenteuerprogramm – für Paare ein romantischer Ausflug abseits bekannter Touristenpfade. Und für Naturfotografen ein endloser Schatz an Motiven, der sich mit Tages- und Jahreszeit immer neu erfindet.
Ein weiterer Pluspunkt: Die Region rund um Adersbach punktet mit guter Gastronomie und charmanten Unterkünften. Das nächste größere Städtchen Náchod bietet Einkaufsmöglichkeiten, ein historisches Schloss und weitere Sehenswürdigkeiten. Und wer bis an die polnische Grenze weiterfährt, kann auch die Kurstadt Kudowa Zdroj besuchen – eine entspannte Ergänzung zu einem aktiven Wandertag.
Adersbach und Weckelsdorf gemeinsam entdecken
Die Adersbacher Felsenstadt ist nicht allein: Nur wenige Kilometer entfernt liegt das Weckelsdorfer Felsenlabyrinth (tschechisch: Teplické skály). Beide Gebiete zusammen bilden das Adrsbach-Teplitzer Felsgebiet, ein Naturschutzgebiet von europäischem Rang. Wer beide Teile erkunden möchte, plant am besten zwei volle Tage ein – dann bleibt auch Zeit für den idyllischen Fußweg entlang der Metau, der beide Felsenreiche verbindet.
| Merkmal | Adersbacher Felsenstadt | Weckelsdorfer Felsenlabyrinth |
|---|---|---|
| Charakter | Einzelne Felstürme, enge Schluchten | Weitläufiges, verwunschenes Labyrinth |
| Rundweg | ca. 3,5 km | ca. 5 km |
| Highlights | Adersbacher See, Felsnadeln mit Namen | Teplitzer Teiche, breite Felsformationen |
| Eintritt | ca. 120 CZK | ca. 120 CZK |
Praktische Infos für deinen Besuch in Adersbach
Die Adersbacher Felsenstadt liegt im Nordosten Böhmens, nahe der Grenze zu Polen. Von der Riesengebirgsregion aus ist das Felsgebiet gut als Tagesausflug erreichbar.
| Info | Details |
|---|---|
| Anreise per Auto | Über Náchod (CZ) oder Glatz/Kłodzko (PL); Parkplatz direkt am Eingang |
| Anreise mit Bahn & Bus | Zug nach Teplice nad Metují, dann Bus nach Adrsbach |
| Beste Reisezeit | Mai–Oktober; im Hochsommer früh morgens besuchen |
| Verpflegung | Kleines Restaurant und Kiosk am Eingang |
| Rollstuhl/Kinderwagen | Nicht geeignet (enge Gassen, Stufen) |
| Parken | Großer Parkplatz am Eingang, Gebühr ca. 80 CZK |
Adresse Adersbacher Felsenstadt
Adrsbach 55, 549 57 Adrsbach (Tschechien)
Öffnungszeiten
April–Oktober: täglich 8:00–18:00 Uhr
November–März: nur bei günstigen Wetterbedingungen zugänglich
Eintrittspreise
Erwachsene: ca. 120 CZK | Kinder (6–15 Jahre): ca. 60 CZK
Kinder unter 6 Jahren: kostenfrei
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Häufig gestellte Fragen zur Adersbacher Felsenstadt (FAQ)
Geheimtipp: Die Adersbacher Felsenstadt bei Morgendämmerung
Wer wirklich ungestört durch die steinernen Gassen spazieren möchte, kommt kurz nach der Öffnung um 8 Uhr morgens. Im Sommer sind die Hauptwege bereits gegen 10 Uhr gut besucht. Bei frühem Start liegt noch Morgennebel zwischen den Felsen – ein Anblick, den man so schnell nicht vergisst. Ein besonderer Tipp für Fotografen: Die Lichtverhältnisse am frühen Morgen lassen die Sandsteintürme in warmem, fast goldenem Licht leuchten. Wer außerdem einen ruhigeren Zugang sucht, kommt am Haupteingang vorbei an den meisten Reisegruppen.