Zürichsee: Geschichte, Highlights & Tipps

Zürichsee

Wer einmal mit der Fähre von Meilen nach Horgen übergesetzt hat und dabei die Alpenkette im Morgenlicht beobachten durfte, der versteht sofort, warum der Zürichsee so viele Besucher anzieht. Der fünftgrößte See der Schweiz erstreckt sich auf rund 88 Quadratkilometern zwischen den Kantonen Zürich, St. Gallen und Schwyz – und verbindet dabei Großstadtatmosphäre mit tiefer Beschaulichkeit. Ob Bootsfahrt, Badespaß oder Ausflug in mittelalterliche Städtchen: Dieser See macht kein falsches Versprechen. Alle Schweiz-Reisen auf spar-mit.com zeigen dir, wie du die Region am besten erlebst.

Diese Seite führt dich durch Geschichte, Geographie und Geheimnisse eines Sees, der von 25 Gemeinden gerahmt wird – und trotzdem nie eng wirkt.

Geschichte und Entstehung des Zürichsees

Ein See entsteht – Eiszeiten und Gletscherkraft

Vor etwa 18.000 Jahren zog sich der mächtige Linthgletscher aus dem Alpenmassiv zurück – und hinterließ ein tief ausgeschürftes Becken, das sich langsam mit Schmelzwasser füllte. Heute liegt der Seespiegel auf 406 Metern über dem Meer, und die maximale Tiefe von 136 Metern zeugt noch immer von der rauen Kraft des Eises, das den Fels einst formte. Der Zürichsee gehört damit zur Gruppe der Alpenrandseen – wie Bodensee, Genfer See und Vierwaldstättersee – Seen, die ihre imposante Tiefe der eiszeitlichen Erosion verdanken.

Pfahlbauten und frühe Siedler

Der See war früh besiedelt. 1854 machte der Dorfschullehrer Johannes Aeppli in Obermeilen eine Entdeckung, die die europäische Archäologie aufhorchen ließ: Im Seeboden kamen Pfahlbautenreste aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit zutage – die ersten dieser Art in der Schweiz überhaupt. Was zunächst wie zufällige Holzpflöcke im Schlamm wirkte, entpuppte sich als Teil eines weitreichenden Siedlungssystems, das vor rund 5.000 Jahren blühte. Heute zählen die Pfahlbausiedlungen rund um den Zürichsee zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Mittelalter und Handelsrouten

Im Hochmittelalter entwickelte sich die Seeschifffahrt zu einem bedeutenden Erwerbszweig. Der Zürichsee lag an einer wichtigen Handelsroute zwischen Rheinland, Basel, Graubünden und Norditalien. Güter wie Getreide, Wein und Salz wurden auf Schiffen transportiert, und Marktorte wie Rapperswil und Zürich wuchsen zu regionalen Zentren heran. Die berühmte Holzbrücke von Rapperswil – mit über einem Kilometer Länge die längste hölzerne Brücke der Schweiz – wurde als strategischer Übergang über den Seedamm errichtet und verbindet noch heute symbolträchtig zwei Kantone.

Heute erinnern romantische Altstädte, gut erhaltene Burgen und lokale Weinbautraditionen an diese bewegte Geschichte – wer die Region bereist, liest sie gewissermaßen in der Landschaft.

Fakten zum Zürichsee auf einen Blick

Ein See, der auf 88 Quadratkilometern Geschichte, Kultur und Natur vereint. Hier die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:

MerkmalWert
Fläche88,17 km²
Gesamtlänge (mit Obersee)42 km
Länge Unterer Zürichsee28 km (Rapperswil bis Zürich)
Maximale Breite3,85 km (zwischen Stäfa und Richterswil)
Maximale Tiefe136 m
Uferlänge87,6 km
Höhe über Meer406 m ü. M.
KantoneZürich, St. Gallen, Schwyz
Rang in der Schweiz5. größter See
Anzahl Inseln4 (Ufenau, Lützelau, Schönenwerd, Saffa-Insel)
Anrainergemeinden25
HauptzuflussLinth (aus dem Walensee)
AbflussLimmat (durch Zürich)
  • Der See gliedert sich in den Unteren Zürichsee (Zürich bis Rapperswil, ca. 28 km) und den Obersee (Rapperswil bis Schmerikon, ca. 14 km)
  • Ein natürlicher Seedamm bei Rapperswil-Jona trennt die beiden Hälften – der Übergang wird seit dem Mittelalter genutzt
  • Der Zürichsee ist fünftgrößter See der Schweiz – nach Genfer See, Neuenburgersee, Bodensee und Vierwaldstättersee
  • Die vier Inseln haben sehr unterschiedlichen Charakter: von der bewohnten Ufenau bis zur Naturschutzinsel Lützelau

Was erwartet dich am Zürichsee?

Der Zürichsee ist kein See für einen einzigen Typ Reisender – er ist das, was jeder aus ihm macht. Familien finden ruhige Badestrände und kinderfreundliche Ausflugsziele. Kulturreisende entdecken Museen, mittelalterliche Burgen und Weingüter. Wassersportler paddeln, segeln und surfen. Und wer einfach nur die Seele baumeln lassen möchte, setzt sich auf eine Fähre und schaut den Bergen beim Näherkommen zu.

Für Familien

Rund um den See gibt es öffentliche Badeplätze, Spielwiesen und kinderfreundliche Schiffstouren der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) mit über 14 Schiffen und 30 Haltestellen. Der Juckerhof in Rapperswil-Jona ist ein populärer Erlebnisbauernhof für Kinder – mit Tieren, Kürbisfeldern und Saisonaktivitäten direkt am Seeufer.

Für Kulturinteressierte

Das Lindt Home of Chocolate in Kilchberg gehört zu den meistbesuchten Touristenattraktionen der Region – ein neun Meter hoher Schokoladenbrunnen und interaktive Ausstellungen machen den Besuch zu einem echten Erlebnis. In Zürich selbst locken das Kunsthaus, die mittelalterliche Altstadt mit ihren Zünften und das Grossmünster zu Touren, bei denen man nie genug Zeit hat.

Für Naturliebhaber

Wanderwege am Seeufer, der Üetliberg (870 m) mit seinem Panoramablick auf See und Alpen sowie das Naturschutzgebiet Nuoler Ried bei Lachen bieten unvergessliche Naturerlebnisse – und das häufig ohne langen Anfahrtsweg. Die Rebberge von Meilen und Stäfa laden im Herbst zur Weinlese-Saison ein und bieten einen der schönsten Seewanderwege der gesamten Schweiz.

Sehenswürdigkeiten rund um den Zürichsee

Rapperswil-Jona – die Rosenstadt am Seedamm

Kein Besuch am Zürichsee ohne Rapperswil. Die mittelalterliche Altstadt mit ihrer Burg aus dem Jahr 1220, dem Rosengarten mit über 15.000 Pflanzen und der legendären Holzbrücke über den Seedamm ist das Bilderbuch-Aushängeschild der Region. Wer über die mehr als einen Kilometer lange Holzbrücke läuft, tritt buchstäblich von einem Kanton in den nächsten – ein selten einfaches Grenzgefühl.

Lindt Home of Chocolate in Kilchberg

Was für Geschichtsinteressierte die Burg Rapperswil ist, ist für Schokoladenliebhaber das Lindt Home of Chocolate in Kilchberg: ein Pflichtprogramm. Das interaktive Museum direkt am Westufer des Sees widmet sich der Geschichte der Schweizer Schokolade, beherbergt einen neun Meter hohen Schokoladenbrunnen und verfügt über einen riesigen Shop. Wer spontan hereinspaziert, erlebt in der Hochsaison lange Wartezeiten – Tickets online buchen lohnt sich.

Insel Ufenau – stilles Mittelalter mitten im See

Die Ufenau ist die größte Insel des Zürichsees – und gleichzeitig eine der ruhigsten Ecken der Schweiz. Von April bis Oktober bringen Schiffe von Rapperswil Besucher auf die 11 Hektar große Insel, auf der seit dem frühen Mittelalter gelebt, gebetet und geforscht wird. Die romanische Martinskirche aus dem 12. Jahrhundert und ein gemütliches Restaurant machen den Ausflug zu einem Erlebnis für Augen und Gaumen. Schwimmen ist hier übrigens nicht erlaubt – aber auf der Ufenau kommt man ohnehin schnell ins Meditieren.

Üetliberg – Zürichs Hausberg mit Seepanorama

Vom Üetliberg auf 870 Metern schaut man auf einen See herunter, der wie ein silbernes Band durch das Mittelland zieht. Mit der S-Bahn direkt von Zürich HB erreichbar, bietet Zürichs Hausberg nicht nur spektakuläre Panoramablicke auf See und Alpen, sondern auch Wanderwege, Skitouren im Winter und einen Aussichtsturm. Mit der Zürich Card ist die Fahrt im öffentlichen Nahverkehr inbegriffen – was den Ausflug auch budgetmäßig angenehm macht.

Aktivitäten am Zürichsee für jeden Geschmack

Schifffahrt auf dem Zürichsee

Die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) betreibt mehr als 14 Schiffe und hält an über 30 Stationen am Seeufer. Neben dem regulären Linienverkehr zwischen den Seegemeinden bietet sie Themenfahrten an: vom Brunch-Schiff über Sonnenuntergangsfahrten bis zur romantischen Abendtour. Die Besonderheit: Die Schifffahrt ist hier gleichzeitig ÖPNV und Erlebnis – wer von Zürich nach Rapperswil mit dem Schiff fährt statt mit dem Zug, kommt länger, aber mit deutlich besserer Laune an.

Wassersport – von SUP bis Wakeboard

Stand-up Paddling, Segeln, Windsurfen, Wakeboarden, Kajak und Rudern: Der Zürichsee ist ein Paradies für Wassersportler aller Erfahrungsstufen. Mehrere Segelschulen und Verleihanbieter sorgen dafür, dass auch Anfänger schnell aufs Wasser kommen. Besonders beliebt ist das SUP-Paddling von Stäfa oder Wädenswil aus – beide Orte bieten gute Einstiegsstellen und Ausblicke auf die Alpen.

Wandern und Radfahren am Seeufer

Der neue Seeuferweg zwischen Wädenswil und Richterswil gilt als einer der schönsten flachen Wanderwege der Region: Ein kinderwagenfreundlicher Holzsteg führt direkt am Wasser entlang, mit Aussichtsturm und Holzbrücke als Highlights. Für Radfahrer bietet die gesamte Uferumrundung eine lohnende Tagestour mit ständig wechselnden Panoramen – insgesamt rund 87 Kilometer Uferlänge wollen entdeckt werden.

Kulinarik – Wein, Schokolade und Zürcher Küche

Die Rebberge von Meilen und Stäfa produzieren feine Zürichsee-Weine, allen voran Pinot Noir und Riesling-Sylvaner. Wer es süßer mag, findet mit Lindt in Kilchberg und Sprüngli in Zürich zwei legendäre Schokoladenadressen in kurzer Distanz. Und das klassische Zürcher Geschnetzelte mit Rösti ist in keinem Restaurant am Seeufer schwer zu finden. Weitere Reisetipps für die Schweiz gibt es auf spar-mit.com.

Geheimtipp: Die Halbinsel Au am Zürichsee

Kaum jemand, der zum ersten Mal am Zürichsee ist, kennt die Halbinsel Au. Dabei liegt sie direkt am Südufer, umgeben von Weinbergen, und beherbergt ein Schloss aus dem 19. Jahrhundert mit einem der schönsten Ausblicke der ganzen Region – auf See und Alpen gleichzeitig. Kein Eintrittsgeld, keine langen Schlangen, kein Touristenstrom: nur ein kurzer Spaziergang durch Rebzeilen bis zum seeseitigen Aussichtspunkt. Wenn in Rapperswil gerade Hochsaison und Stoßbetrieb herrscht, ist die Halbinsel Au das Geheimnis der Einheimischen.

Noch ein Tipp für Aussichtsliebhaber: Der Bachtel auf 1.115 Metern östlich des Obersees bietet ein noch weitläufigeres Panorama auf Alpen, Mittelland und See als der deutlich bekanntere Üetliberg – und kostet keinen Rappen Eintritt. Das Restaurant Bachtel Kulm lädt nach der Wanderung zur Stärkung ein.

Häufige Fragen zum Zürichsee

Wie groß ist der Zürichsee?
88,17 km² Fläche, 42 km Länge (mit Obersee) und bis zu 136 m Tiefe – der fünftgrößte See der Schweiz.
Wann ist die beste Reisezeit?
Von Mai bis September läuft der Schifffahrtsbetrieb vollständig und die Badesaison ist geöffnet. Herbst lohnt sich für Weinliebhaber, Winter für Stimmung und günstigere Reisepreise.
Welche Orte liegen am Zürichsee?
25 Gemeinden rahmen den See, die bekanntesten sind Zürich, Rapperswil-Jona, Stäfa, Meilen, Kilchberg, Wädenswil und Horgen.
Kann man am Zürichsee schwimmen?
Ja – Zürich allein hat vier klassische Seebäder (Enge, Utoquai, Mythenquai, Tiefenbrunnen), dazu kommen öffentliche Badestellen in fast allen Seegemeinden.

Reisepakete werden geladen