Ulmer Münster
Ulmer Münster: Wahrzeichen in der Höhe
Ein Besitzerwechsel mitten im Bau? Weltrekord im Turmbau? 768 Stufen für einen einmaligen Weitblick? Das Münster in Ulm bietet all das.
Über ein Jahrhundert war er der ungeschlagene Rekordhalter: Der 161,53 Meter hohe Hauptturm des Ulmer Münsters galt ab Vollendung 1890 als der höchste Kirchturm der Welt. Erst nach 135 Jahren übertraf ihn 2025 der damals noch unvollendete Christus-Turm der Sagrada Família in Barcelona. Das tut dem beeindruckenden Anblick des Ulmer Wahrzeichens allerdings keinen Abbruch. 1377 wurde der Grundstein gelegt, finanziert durch Bürger, die im Fall einer Belagerung nicht von der alten Kirche vor den Toren der Stadt abgeschnitten sein wollten. Was niemand ahnen konnte: Mit der Reformation traten die Ulmer mehrheitlich zum protestantischen Glauben über, aus der katholischen wurde flugs eine protestantische Kirche. Der Bau ging zunächst weiter, blieb dann aber 300 Jahre unvollendet. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Arbeiten wiederaufgenommen. Mit dem Aufsetzen einer Kreuzblume war das Münster am 31. Mai 1890 vollendet. Selbst im Zweiten Weltkrieg blieb das Gebäude fast vollkommen unbeschädigt, ein großes Glück.
Turm zu den Alpen
So ist das Ulmer Münster also seit 700 Jahren bestens erhalten. Ein Rundgang mit Führung lohnt sich, um auf die vielen Details aufmerksam zu werden: die Darstellung des Jüngsten Gerichts am Südostportal, die Chorfenster aus dem 14. Jahrhundert, 133 historisch wertvolle Wappen- oder Totenschilde, die umfangreichste Wappensammlung Deutschlands. Das Ulmer Münster ist der größte gotische Sakralbau in Süddeutschland, die größte protestantische Kirche Deutschlands und ein bedeutendes Kulturdenkmal. 22.000 Menschen kommen darin unter (allerdings nur stehend). Auch nach oben geht es bei einem Rundgang. Zwar ist die oberste Ebene zurzeit geschlossen, aber die zweite Ebene des Turms auf 103 Metern kann täglich erklommen werden. Bei Föhn kann man von hier oben sogar die Alpen sehen. In und um Ulm herum gibt es wohl keine vergleichbare Sehenswürdigkeit.